Hallo,
ich möchte das Vorhandensein einer elektrostatischen Aufladung
detektieren/messen, ohne jedes mal selbst eine gewischt zu bekommen. Es
wäre super, wenn es eine Möglichkeit gäbe, die Aufladung mit einem
Multimeter zu erfassen, damit ich mir nicht extra für diesen Versuch ein
Elektrostatik Messgerät kaufen muss.
Die Messgenauigkeit wäre sehr gering - es geht hauptsächlich darum, zu
erfassen, ob eine Aufladung vorhanden ist, die für den Menschen bei der
Entladung unangenehm ist, oder eben nicht.
Hättet ihr einen Tipp wie man so etwas anstellen könnte?
Als Digitalmultimeter steht mir ein Fluke 87 zur Verfügung.
Danke und Viele Grüße,
Max
MaWin schrieb:> Feldmühle.> Influenzmessgerät> Elektroskop.
Gestern habe ich von dem Trend gelesen, dass immer mehr Menschen die
Bedeutung von gelesenem Text nicht verstehen.
Max schrieb:> ohne spezielles Messgerät messen> mit einem Multimeter zu erfassen
Max schrieb:> Als Digitalmultimeter steht mir ein Fluke 87 zur Verfügung.
Nimm lieber was billigeres. So "Baumarkt-Klasse". Volt-Messbereich.
Eine Strippe an Erde, die andere anfassen.
Wenn du eine gewischt kriegst, und das Gerät nachher kaputt ist, warst
du stark genug aufgeladen, um eine gewischt zu kriegen.
BTDT.
Ansonsten nimm z.B. einen Luftballon als "Sensor".
Max schrieb:> Hättet ihr einen Tipp wie man so etwas anstellen könnte?> Als Digitalmultimeter steht mir ein Fluke 87 zur Verfügung.
Du benötigst noch eien 9V Batterie,
sowie 6 Stück einfache npn-BJT. Z.B. BC547B.
Die Transistoren sachltest du zu einem 6 stufigen Darlington, an den
letzten BJT kommt der Batterie-Minuspol (minus an Emitter),
An den Pluspol in Reihe dazu das Fluke zum Kollektor.
an die Basis des ersten BC547 ein ca. 10 cm langes Sück Draht, z.B.
Kupferkabel.
Alternativ zum Fluke kannst Du auch eine LED mit 220 Ohm Vorwiderstand
nehmen.
Detektiert einfache elektrostatische Felder,
ist aber nicht sehr präzise (ok, kostet auch nur 98 ct an Bauteilen )
Der TO wollte doch nichts basteln, daher:
Langes Kabel am Wasserhahn (oder PE Steckdose, Heizkörper usw.)
anschliessen und mit einer Spitze versehen.
Die Länge des Funkens gibt die Stärke der Aufladung an. Gibt es keinen
Funken, merkt der Mensch auch nichts.
>wollte doch nichts basteln
ich lese nur "nichts kaufen". Ein Multimeter ohne Zusatzschaltung ist zu
niederohmig, das hat vielleicht 1 MOhm oder zehn, das reicht nicht. Die
Transistorschaltung ist eine Möglichkeit, das zu ändern.
Mit dem Elektroskop kann man nur ungefähr "messen", das schlägt mehr
oder weniger aus. Am Ausgang der Feldmühlenschaltung kann man ein
Multimeter anschließen, das erlaubt auch quantitative Aussagen, sogar
zur Polarität der Ladung.
Max schrieb:> ob eine Aufladung vorhanden ist
Für einfache Fälle mit ausreichender Energie wird die Glimmlampe im
Phasenprüfer aufleuchten.
Wenn Du jedoch z.B. die statische Aufladung eines Papierblatts auf dem
Schreibtisch messen möchtest, wäre ein ungeschützter MOSFET und ein
100µA-Amperemeter als Versuchsaufbau geeignet. Allerdings mögen MOSFETs
mit 10hoch15 Ohm Eingangswiderstand das nicht so oft. Dann sind sie
Schrott.
Gefährlich hoch für Halbleiter sind vor allem statische Aufladungen
durch Fußböden und Sitzbezüge! Ein Antistatic-Armband ist nützlich gegen
böse Aufladungen.
??? schrieb:> Phasenprüfer
Garnicht so dumm, mit Trockenestrich / Laminatboden ist mein Haus eine
ESD-Katastrophe, die sich aber nicht wirtschaftlich sinnvoll bereinigen
lässt. Der Phasenprüfer blitzt öfter mal auf, wenn ich es teste.
Lötplatz und Rechnertisch haben ESD-Matten, da passiert nichts.
oszi40 schrieb:> Gefährlich hoch für Halbleiter sind vor allem statische Aufladungen> durch Fußböden und Sitzbezüge!
Das D von ESD steht für Discharge. Halbleiter verrecken, wenn die
ENTladung zu hohe Ströme erzeugt. Mit den Kollegen wird immer zuerst
Hautkontakt hergestellt (Hand berühren), bevor man das Bauteil übergibt.
> Ein Antistatic-Armband
Am besten eine ältere Bauart mit nickelhaltigem Gewebe, worauf einige
Leute mit heftigem Hautausschlag reagieren. Ich finde die
Elastikbändchen unangenehm und konnte mir ein vergoldetes Kettchen
abgreifen.
Es gab (oder gibt?) auch Clips, die man auf ein Edelstahl-Uhrenarmband
setzen kann.
Klappt alles nur, wenn man die Anschlußregeln einhält, nicht 2..10
MegOhm gegen Erde.