AVR Low- und High-Pegel

Gast #2982540
Hallo,

ich möchte gerne mit der Input Capture Unit eine PWM in einem ATtiny861 
einlesen. Diese PWM hat einen Offset von 7V mit einer Amplitude von 3V.

Ich möchte möglichst ohne OPV oder sonst was die PWM in die AVR 
einlesen, also einen einfach Spannungsteiler.

Meine Frage ist nun, ab wann im AVR ein Low-Pegel erkannt wird und ab 
wann ein High-Pegel? Konnte im Datenblatt nichts, oder habe ich es 
übersehen?

Mfg Daniel
Moderator Persönliche Seite #2982552
Daniel schrieb:
> Meine Frage ist nun, ab wann im AVR ein Low-Pegel erkannt wird und ab
> wann ein High-Pegel? Konnte im Datenblatt nichts, oder habe ich es
> übersehen?

Die Schwelle (Schmitt-Trigger!) liegt in der Praxis bei den AVRs 
CMOS-üblich ziemlich genau in der Mitte, also der halben 
Betriebsspannung.

ATMEL garantiert das aber nicht. Laut den Datenblättern gibt es in der 
"Mitte" einen undefinierten Bereich. Praktisch ist es aber anders.
#2982556
Hi,

normalerweise ist das 1/3 bzw. 2/3 von Ub.
Steht auch im Datenblatt drin, ziemlich weit hinten.

Nur mir Spannungsteiler wird das nix, Du teilst damit ja die Amplitude 
auch runter. und mit 3,5 - 5V wird das nix.
Mit einem PNP würde das gehen.

Mit ner Z-Diode den Offset wegmachen wäre noch eine Variante.

Gruß,
Norbert
#2982560
@Daniel (Gast)

>ich möchte gerne mit der Input Capture Unit eine PWM in einem ATtiny861
>einlesen. Diese PWM hat einen Offset von 7V mit einer Amplitude von 3V.

Hmm.

>Ich möchte möglichst ohne OPV oder sonst was die PWM in die AVR
>einlesen, also einen einfach Spannungsteiler.

Fast. Spannungsteiler mit Z-Diode.

Signal-ZDiode 4,7V-+-1k-GND
                   |
               ICP Eingang


>Meine Frage ist nun, ab wann im AVR ein Low-Pegel erkannt wird und ab
>wann ein High-Pegel? Konnte im Datenblatt nichts, oder habe ich es
>übersehen?

Übersehen. Schau mal unter "DC Characteristics". VIL und VIH
Gast #2982573
Daniel schrieb:

> Ich möchte möglichst ohne OPV oder sonst was die PWM in die AVR
> einlesen, also einen einfach Spannungsteiler.

Als Bastelei und ersten Versuch und je nach Randbedingungen könnte das 
erst mal mit einer Z-Diode um die 7V und Serienwiderstand klappen, die 
den Offset so in etwa grob weg nimmt.

Falk kam mir jetzt gerade zuvor.

Falk, ist die Z-Diode 4,7V richtig? Ich interpretiere die Beschreibung 
oben nämlich so, daß das Quellsignal Pegel zwischen 7V und 10V hat.
Gast #2982577
Danke für eure Antworten !

Mist, dann habe das überlesen bzw. irgendwie ignoriert, weil irgendwas 
von RESERT usw. da stand :-)

Ja, zunächst die Spannung Z-Dioden subtrahieren und dann einem kleinem 
Spannungsteiler teilen, daran hatte ich auch schon gedacht.

Der ganze Mist muss aber über einen weiten Temperaturbereich 
funktionieren -40 bis +125, muss ich mir genau angucken, ob das mit der 
Z-Diode klappt.

Mit einem Transistor das HIGH-Signal wieder auf 5V hochziehen, das wäre 
auch eine Möglichkeit.

Ich werde mal gucken.

Mfg Daniel
Gast #2982585
Daniel schrieb:

> Der ganze Mist muss aber über einen weiten Temperaturbereich
> funktionieren -40 bis +125, muss ich mir genau angucken, ob das mit der
> Z-Diode klappt.

Deswegen nannte ich oben auch mal einen ersten groben Versuch und 
Randbedingungen. Ja, die Z-Diode ist natürlich temperaturabhängig.
Gast #2982592
Nachtrag:

Oft kann man eine Z-Diode mit einer normalen Standarddiode in Serie noch 
etwas temperaturkompensieren. Die beiden Diodenarten haben nämlich 
gegensätzliche Temperaturkoeffizienten. Aber das muß man auch anhand der 
Bauteildaten genauer ausloten.
Gast #2982620
Das ist mein Wunsch ein Signal von 0 bis 5V am MCU zu haben. Verstehe 
gerade nicht wie das dem 1:1 und dem PNP möglich ist.

Vielleicht habe ich auch schlecht erklärt, was das für ein Signal ist:
7V Offset und eine Amplitude von 3V nach oben und unten. Also schwingt 
das von 4V bis nach 10V.
Gast #2982624
Daniel schrieb:

> Ehrlich? Auch wenn beide aus dem selben Material sind? Müssten dann
> beide nicht annähernd das gleiche Verhalten zeigen?

Ja, das könnte man auf den ersten Blick glauben. Die Betriebsarten sind 
aber unterschiedlich.

Schau dir doch mal die Kurven in Datenblättern an, oder Grundlagen von 
Z-Dioden in einer guten Fachliteratur. Z-Dioden sollten idealerweise in 
Datenblättern statische und dynamische Kennlinien haben. Die statischen 
Kennlinien zeigen auch die Eigenerwärmung, die dynamischen Kennlinien 
werden mit kurzen Impulsbelastungen gemessen, die das Bauteil nicht 
eigenerwärmen.

In einem Buch zu OP-Grundlagen, wo beispielsweise ein Spannungsnormal 
beschrieben ist, habe ich so eine Kombination aus Diode und Z-Diode 
gesehen. Es steht dort im Text, daß die Standarddiode etwas der 
Temperaturkompensierung dient.

Allerdings steht dort auch im Text, daß es für so einen Zweck spezielle 
sicher teuere temperaturstabile Dioden gibt. Das will und braucht man 
aber nicht immer, auch wegen des Preises letztendlich.



Norbert S. schrieb:

> Sicherer wäre das dann mit einem PNP und 1:1 Spannungsteiler.

Sowas sollte natürlich auch gehen. Wobei man sowohl die Emitterschaltung 
als auch die Basisschaltung in Betracht ziehen kann. Beide haben Vor- 
und Nachteile.
#2982641
Daniel schrieb:
> Verstehe
> gerade nicht wie das dem 1:1 und dem PNP möglich ist.

           PWM
              |
             .-.
             | |
       5V    | |
       |     '-'
        >|    |
         |----|
        /|    |
  µC---|     .-.
       |     | |
      .-.    | |
      | |    '-'
      | |     |
      '-'     |
       |      |
       |      |
      ---    ---
(created by AACircuit v1.28.6 beta 04/19/05 www.tech-chat.de)

So meinte ich das. Für die Widerstände alle 10k, Transistor sowas wie 
BC557.

Gruß,
Norbert
#2982645
@  Daniel (Gast)

>Ehrlich? Auch wenn beide aus dem selben Material sind? Müssten dann
>beide nicht annähernd das gleiche Verhalten zeigen?

Nein. Der Temperaturkoeffizient von Zenerdioden ist sogar von der 
Z-Spannung abhängig!

http://de.wikipedia.org/wiki/Z-Diode#Temperaturabh.C3.A4ngigkeit

>Vielleicht habe ich auch schlecht erklärt, was das für ein Signal ist:
>7V Offset und eine Amplitude von 3V nach oben und unten. Also schwingt
>das von 4V bis nach 10V.

Man kann auch einfach einen 3:1 Spannungsteiler nehmen, dann kommt man 
auch 1,3-3V. Und das Ganze mit dem Analogkomparator einlesen, wenn der 
Tiny eien hat. Referenzspannung muss dan bei ca. 2,2V liegen, je nach 
AVR kann man die internen 2,56V dort nutzen. Das ist dann auch 
temperaturstabil, weil nur das Verhältnis der Widerstände zählt, nicht 
deren Absolutwert. Und wenn bei den annähernd gleichen Tk haben, passt 
das.

Mit der Z-Diode müsste man wohl eine mit 3,6 oder 3,9V nehmen, aber dann 
ist der High-Pegel noch zu groß.
Gast #2982662
Aja, jetzt wirds deutlich !

Ich denke diese Lösung scheint im Gegensatz zur Z-Diode der bessere 
Ansatz zu sein. Ich werds mal ausprobieren. Danke...

Daniel

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