Hallo ihr,
ich habe ein wenig mit Bleistiftmienen aus Druckbleistiften gespielt.
Bei 4A leuchtet es verdammt hell :)
Dann ging das Leuchten eher in Richtung mitte bis es durchbrannte.
Die Miene war fast auf der ganzen Länge viel dünner geworden.
Sind solche Experimente eigentlich ungesund? Es scheint die Miene ja
schließlich verdampft zu sein.
LG
Mark
Das ist Graphit, also Kohlenstoff, der verbrennt zu CO2. In Wasser
gelöst herrlich prickelnd.
Hab ich vor grob 45Jahren auch gemacht. Daher die Warnung: wenn man die
Buchstücke aneinander hält, bekommt man ab 20..30V einen schönen
Lichtbogen. Und bei längerem Experimentieren eine "tolle"
Bindehautentzündung.
Bei den Feinminen in Druckbleistiften werden Polymere als Bindemittel
verwendet, die bei dem Versuch ebenfalls verbrennen.
Ob die Verbrennungsgase giftig sind, weiß ich nicht, ich würde sie
jedenfalls nicht direkt einatmen wollen.
Ich denke die gesundheitliche Gefahr hält sich in Grenzen. Was genau mit
Polymer gemerkt ist, sagt auch kein Hersteller. Hauptsächlich ist es
Graphit und Ton. Habe das früher auch gern gemacht, lebe 20 Jahre später
immer noch gesund.
Fred F. schrieb:> Hatte ich früher auch gemacht, als erstes ist immer Wachs aus der Mine> ausgetreten und verdampft.
ja als Azubi, haben wir die Minen langsam erhitzt bis das Wachs raus war
und die leicht rot glühend waren, dann wieder angespitzt und dem
Ausbilder in den Stift gesteckt... das war wie Anreißnadeln auf dem
Papier..grins
Carl D. schrieb:> Und bei längerem Experimentieren eine "tolle" Bindehautentzündung.
Bei einem Kohlebogen? Da entsteht meiner Erinnerung nach kaum UV, das
ist eher ein Problem von Metallelektroden.
Brennt halt an der Luft schnell ab.
Mein Arbeitskollege früher hat das immer mit dem 70A Delta gemacht. Hat
die Minen mit einem Lichtbogen weggebrannt, bis nur noch 1cm übrig war.
Einmal ging so ein Ding mit einem Lichtblitz auf einmal weg. Es waren
nirgendwo Reste zu sehen, also gehe ich davon aus, dass die Mine
komplett verdampft ist. Hat mich etwas überrascht, denn ich hatte ja
eher erwartet, dass da Stücke weg geflogen sind bei der Länge der Mine
und dass sein Gesicht gesprenkelt ist.
Jörg W. schrieb:> Carl D. schrieb:>> Und bei längerem Experimentieren eine "tolle" Bindehautentzündung.>> Bei einem Kohlebogen? Da entsteht meiner Erinnerung nach kaum UV, das> ist eher ein Problem von Metallelektroden.>> Brennt halt an der Luft schnell ab.
Der Lichtbogen selber oder die glühende Elektrode mit "nur" 2000-3000°C?
Der Lichtbogen wird prinzipbedingt jede Menge UV abgeben, die Elektrode
aufgrund der deutlich niedrigen Temp. weitaus weniger. Andererseits: Ein
kleiner Bruchteil als UV von einigen Watt Strahlungsleistung ist aus
nächstee Nähe auch nicht unbedingt toll.
J. S. schrieb:> Der Lichtbogen wird prinzipbedingt jede Menge UV abgeben
Entspricht eben nicht so meiner Erfahrung. Sowie Metalle im Spiel sind,
wird das sofort alles bläulich, aber Kohlestifte (alte
Leclanche-Elemente) oder Bleistiftminen geben eher gelblich-weiße
Lichtfarbe.
Das dürfte ja in erster Linie von den Emissionslinien der beteiligten
Elemente abhängen.
Jörg W. schrieb:> J. S. schrieb:>> Der Lichtbogen wird prinzipbedingt jede Menge UV abgeben>> Entspricht eben nicht so meiner Erfahrung. Sowie Metalle im Spiel sind,> wird das sofort alles bläulich, aber Kohlestifte (alte> Leclanche-Elemente) oder Bleistiftminen geben eher gelblich-weiße> Lichtfarbe.>> Das dürfte ja in erster Linie von den Emissionslinien der beteiligten> Elemente abhängen.
Hmm, stimmt auch. Da gibt es doch auch den einen Fachbegriff aus der
Plasmaphysik. Wenn schwere Elemente das Plasma verunreinigen und dann
durch ihre Strahlung jede Menge Energie als Strahlung davon tragen, weil
sie eine viel höhere "..." haben.
Meine das in Vorträgen von Hartmut Zohm und Co. mehrmals gehört zu
haben.
Jörg W. schrieb:> Bei einem Kohlebogen? Da entsteht meiner Erinnerung nach kaum UV, das> ist eher ein Problem von Metallelektroden.
Bei "echten" Bogenlampen werden wohl die Kohlestäbe dotiert, damit
auch das Plasma mehr Licht aussendet. Dann gibts auch einen deutlichen
UV-Anteil. Siehe auch hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kohlebogenlampe
Joachim B. schrieb:> Da ich nicht so alt werde habe ich mir heute wieder die gute Zahnpasta> mit E171 Titandioxid gegönnt
Ich bevorzuge die hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Doramad
Meinen strahlenden Lächeln kann deshalb niemand widerstehen.
Mark schrieb:> BleistiftmienenCarl D. schrieb:> BuchstückeBW schrieb:> Mine ;-)Yalu X. schrieb:> DruckbleistiftenJoachim B. schrieb:> Zahnpasta
glühende Paste? Da wären wir bei Zahnlava! Mit dem Kopf voraus in den
Krater - wieso assoziere ich Pompeji?
Druckbleistift - Was für glühende Mienen die wohl bei dem gemacht
hätten, nachdem ihnen ein Zeitreisender einen Kugelschreiber
präsentierten?
Metallene Bleigriffel hatten die Pompejianer schon, aber ob die im Jahr
79 geschmolzen sind? Keine Ahnung wie heiß die Luft damals dort war,
gesund wars nicht.
Ob die Römer schon gelötet haben?
W.P. K. schrieb:> vor 40 Jahren roch das dann immer ähnlich> wie übergekochte Milch.
Ups, das las ich zu spät. Übergekochte milch riecht vermutlich nur, wenn
der Schaum verbrennt. Naja, wems Spaß macht?
Jörg W. schrieb:> J. S. schrieb:>> Der Lichtbogen wird prinzipbedingt jede Menge UV abgeben>> Entspricht eben nicht so meiner Erfahrung. Sowie Metalle im Spiel sind,> wird das sofort alles bläulich, aber Kohlestifte (alte> Leclanche-Elemente) oder Bleistiftminen geben eher gelblich-weiße> Lichtfarbe.>> Das dürfte ja in erster Linie von den Emissionslinien der beteiligten> Elemente abhängen.
Gut, es waren keine Bleistiftminen, sonder Graphitelektroden aus
Babyzellen. Und die Stromversorgung kam direkt aus der Dose mit einem
alten Waschmaschinenmotor (asynchron), zur induktiven Strombegrenzung.
Nur daß es dabei zu wenig UV gibt, das wußten meine Augen nicht.
Und ich bin froh, daß ich trotzdem ("Einhaltung" aller Sicherheitsregeln
für Netzstrom) dafür sorgen kann, daß meine Kinder solche Experimente
nicht machen. Ok, sind 2Mädels inzwischen beide über 20, kein besonders
großes Risiko mehr, aber irgendwann muß ich auf die nächste Generation
aufpassen.
Achim B. schrieb:> Klaus schrieb:>> Auch Wasserrohre aus Blei. Und die werden die wohl gelötet haben.>> Hamse. Jedenfalls die Römer. Die Pompies dann wohl auch.
Nö, Blei killt langsam, so alt wurden die Bettlaken- und Sandalen-Träger
damals nicht. Da waren die Vandalen oder Kinderkrankheiten schneller.
Leuchtenträger schrieb:> Blei killt langsam
Bleierne Wasserleitungen sind zwar scheiße, aber nicht so scheiße, wie
man denken könnte. Weil: Es bildet sich recht schnell eine Kalkschicht
im Innern der Leitung, und die verhindert so einigermaßen ziemlich gut,
dass Bleipartikel ins Wasser gelangen.
Absolut oberkacke und strunzengefährlich sind natürlich Ess- und
Trinkgefäße aus Blei.
Leuchtenträger schrieb:> Achim B. schrieb:>> Klaus schrieb:>>> Auch Wasserrohre aus Blei. Und die werden die wohl gelötet haben.>>>> Hamse. Jedenfalls die Römer. Die Pompies dann wohl auch.>> Nö, Blei killt langsam, so alt wurden die Bettlaken- und Sandalen-Träger> damals nicht. Da waren die Vandalen oder Kinderkrankheiten schneller.
Geloetet, nicht getoetet!
Bei uns hats geheissen, die wohlhabenden Roemer haetten durch die
Bleileitungen mit Unfruchtbarkeit zu kaempfen gehabt.
Die Römer hatten nicht nur gelötet, sondern auch Kolophonium als
Flußmittel verwendet. Steht in alten römischen Schriften (Vitruv?).
Die Bleivergiftung (Verblödung) holte sich die Oberschicht, weil es Mode
war, Wein aus Bleigefäßen zu trinken. Normale Römer konnten sich das
nicht leisten.
Gruß - Werner
Carl D. schrieb:> Gut, es waren keine Bleistiftminen, sonder Graphitelektroden aus> Babyzellen. Und die Stromversorgung kam direkt aus der Dose mit einem> alten Waschmaschinenmotor (asynchron), zur induktiven Strombegrenzung.
Naja gut, das ist dann noch 'ne andere Nummer.
Ich hatte damals einen 24-V-Trafo, der irgendwie so um 1 kVA gebracht
haben muss, mit dem habe ich solche Versuche gemacht. Leider musste ich
das Monstrum bei irgendeinem Umzug mal entsorgen, weil kein Platz dafür
war.
Mark schrieb:> Sind solche Experimente eigentlich ungesund? Es scheint die Mine ja> schließlich verdampft zu sein.
Ganz früher™ nutzte man Kohlebogenlampen in Kinoprojektoren. Die
waren mit einer leistungsfähigen Abluft-Absaugung ausgestattet.
Wohl u.a. auch, um die Schadstoffe beim Abbrand der Graphit-
Elektroden fortzuschaffen.
W.P. K. schrieb:> Was mich interessieren würde: vor 40 Jahren roch das dann immer ähnlich> wie übergekochte Milch. Ist das heute auch noch so?
Das kommt darauf an! Bei einem modernen Induktionskochfeld bleibt
die Oberfläche vergleichsweise kalt. Da kann übergekochte Milch
auch nicht verbrennen und den typischen Brandgeruch absondern.
Heimwerker schrieb:> Ganz früher™ nutzte man Kohlebogenlampen in Kinoprojektoren. Die> waren mit einer leistungsfähigen Abluft-Absaugung ausgestattet.> Wohl u.a. auch, um die Schadstoffe beim Abbrand der Graphit-> Elektroden fortzuschaffen.
Arbeitsschutz war da noch nicht soooo wichtig.
Der Rauch wird den optischen Elementen nicht zuträglich gewesen sein...
Werner H. schrieb:> Die Römer hatten nicht nur gelötet
Fällt mir grad ein: Die Auszubildenden, welche damals im alten Rom das
Löten der bleiernen Wasserleitungen erlernt haben - waren das
Bleistifte?
(Harharhar, selten so gelacht...)