Guten Nachmittag,
ich stehe vor folgendem teils viel diskutiertem Problem.
Ich muss das Kabel eines Nabenmotors ersetzen doch die Motorwicklungen
sind mit Kupferlackdraht beschichtet welche nur schwer lötbar sind.
Die üblichen Methoden wie Ankokeln oder Abkratzen habe ich soweit
probiert doch bin mit den Lötstellen nicht wirklich zufrieden. Ich habe
da mal ein Bild eines Knubbels angehängt.
Funktioniert zwar fürs erste doch angesichts dessen, dass da später
10A-20A durch sollen meiner Meinung nach nicht so zufriedenstellend
zumal ich auch nicht sicher bin ob wirklich alle Litzen kontaktiert
sind.
Beim anbrennen des Lacks wird einfach nur alles schwarz und wirklich
runter kratzen ließ sich das Zeug auch nicht.
Crimpen fällt vermutlich wegen der Isolationswirkung aus.
Welche möglichkeiten würden euch denn so einfallen die im Bild gezeigte
Lötverbindung zu verschöndern? [Außer Photoshop ;)]
Beste Grüße
Hubbs, da hab ich wohl das falsche Bild angehängt, man möge mir
verzeihen.
War in der Vorschau nicht ersichtlich (Ein Verbesserungsvorschlag an
dieser Stelle)
Beste Grüße
Lötstelle schrieb:> Welche möglichkeiten
Na einzeln vom Lack befreien, verzinnen, dann anlöten. Ferticht.
Zum Üben könntest du ja mal mit HF-Litze probieren... ;-)
W.S.
Timo N. schrieb:> Also Kupferlackdraht nicht abisoliert zu bekommen muss schon ne Kunst> sein.
Nicht, wenn man normale Litze auch schon nicht löten kann (siehe
Bild...)
Uwe S. schrieb:> Timo N. schrieb:>> Also Kupferlackdraht nicht abisoliert zu bekommen muss schon ne Kunst>> sein.>> Nicht, wenn man normale Litze auch schon nicht löten kann (siehe> Bild...)
Da wird wohl auch der Lötkolben etwas schwächlich sein.
Vielleicht gibt es noch Wundermittelchen um die Lötbarkeit zu
verbessern, ich Löte bleihaltig und habe noch recht aggresives Lötfett
aus dem Gas-Wasserbereich (µC's Löten sich damit mit dem dicksten
Bratstab wie von selbst) wobei das Zeug ziemlich hygroskopisch ist.
Bezüglich des Lötkolbens hätt ich noch einen Weller (man könnte
tatsächlich meinen, ein Bratstab) mit ein bisschen mehr Leistung.
Also die Tendenz geht doch zum nochmal Schleifen probieren.
Lötstelle schrieb:> bleihaltig und habe noch recht aggresives Lötfett
Das sind ehrlich gesagt schon die Wundermittelchen des Lötens. Damit
lötet der Profi problemlos sogar Edelstähle.
Also wohl doch zu wenig Hitze.
Timo N. schrieb:> Vielleicht hast du ja nen Dremel oder ne Drahbürste. Damit gehts sicher.> Also Kupferlackdraht nicht abisoliert zu bekommen muss schon ne Kunst> sein.Uwe S. schrieb:> Timo N. schrieb:>> Also Kupferlackdraht nicht abisoliert zu bekommen muss schon ne Kunst>> sein.>> Nicht, wenn man normale Litze auch schon nicht löten kann (siehe> Bild...)Flip schrieb:> mehr frisches flussmittel.
Es gibt eben Lackdrähte die sind ganz schlecht lötbar. In der Regel sind
das Drähte mit doppelter Lackschicht speziell für höhere Anforderungen
an die Isolation und höhere Lebensdauer. Also bitte keine Häme!
Im Gegensatz dazu gibt es lötbaren Lackdraht. Dafür braucht man aber
auch schon die passende Power.
Martin O. schrieb:> Jede Ader kupferlackdraht einzeln mit sowas:>> https://www.reichelt.de/abisolierwerkzeug-125-mm-fuer-cu-draehte-0-5-mm-rnd-550-00037-p207247.html?&trstct=pos_2&nbc=1
Geht im Prinzip, ist aber mühsam und richtig sauber wird es auch nicht.
Der Vorschlag mit dem Dremel und einer Rundbürste ist nicht schlecht.
Man muß nur an jede Ader richtig herankommen.
mfg KLaus
Klaus R. schrieb:> Es gibt eben Lackdrähte die sind ganz schlecht lötbar. In der Regel sind> das Drähte mit doppelter Lackschicht speziell für höhere Anforderungen> an die Isolation und höhere Lebensdauer. Also bitte keine Häme!
Bei Motoren wird meist Isolierstoffklasse H verwendet.
Uwe S. schrieb:> Lötstelle schrieb:>> bleihaltig und habe noch recht aggresives Lötfett>> Das sind ehrlich gesagt schon die Wundermittelchen des Lötens. Damit> lötet der Profi problemlos sogar Edelstähle.
Diese Fette machen der doppelten Lackschicht auch nichts aus, zumindest
nicht so schnell. Bevor die Lackschicht verkohlt ist das Fett schon
verdampft.
mfg Klaus
Klaus R. schrieb:> Diese Fette machen der doppelten Lackschicht auch nichts aus, zumindest> nicht so schnell.
ACK, aber doppelt wird die Lackschicht nicht sein, das macht man bei
Motoren für höhere Spannung.
Klaus R. schrieb:> Es gibt eben Lackdrähte die sind ganz schlecht lötbar. In der Regel sind> das Drähte mit doppelter Lackschicht speziell für höhere Anforderungen> an die Isolation und höhere Lebensdauer.
Ja und wenn man die versucht abzukokeln, wird richtig eklig.
Das verbrannte Zeug bekommt man fast schwerer runter als den Lack.
Abkratzen und verzinnen und zwar jede einzeln.
Das haben Generationen von Elektronikern gemacht, es gibt extra
Werkzeuge dafür und auch der Hersteller des Motors wird das ja wohl
hinbekommen haben.
Ausserdem umwickelt man die Kabel mit Silberdraht und verlötet die
zusammen, weil die Lötung sonst einfach bricht.
Also ich habe nun zwei Litzen etwa 5min mit 400er schmirgel bearbeitet,
diese waren an der besagten Stelle deutlich heller, ließen sich ein
bisschen besser verzinnen aber von gut lötbar konnte man auch nicht
reden.
Dazu der Zeitaufwand von 5min x ca. 50 Litzen (der Motor hat 3 Phasen)
Das könnte dann mein heutiger Abend werden (oder die Nacht) naja, der
Motor wärs wert.
Dremel und Rundbürste hab ich, kann ich probieren, hätte aber
tatsächlich nicht gedacht, dass man zu so brachialen Mitteln greifen
muss um ein bisschen (oder ein bisschen mehr) Lack da runter zu
bekommen.
Motorspannung ist 3x 72V
wenn du einen Dremel hast nimm die blauen Silikonpolierer.. musst danach
aber mit Druckluft den Motor ausblasen, sonst nehme ich immer ein
Skalpel und meinen Gaslötkolben
Lötstelle schrieb:> aber von gut lötbar konnte man auch nicht> reden.
Was hast du denn für einen Lötkolben? Wie viel Watt hat der?
Meiner Meinung nach hast du einfach zu wenig Hitze!
M. K. schrieb:> Ausserdem umwickelt man die Kabel mit Silberdraht und verlötet die> zusammen, weil die Lötung sonst einfach bricht.
Es gibt auch Adernhülsen für 6mm² oder 10mm².
mfg klaus
Drei grundlegende Fehler :
Erstens nimmt man NIE einen grün/gelben Leiter als spannungsführende
Leitung.
Zweitens ist diese (gn/ge) Ader zwar abisoliert, sie ist danach aber
nicht verdrillt und ordentlich verzinnt worden. Das würde bei dem
späteren Zusammenführen der beiden Anschlüsse unheimlich helfen.
Drittens : Auf die vermutlich zu geringe Wärmeleistung des Lötkolbens
wurde ja bereits mehrfach hingewiesen.
Fazit - Meinen Azubis hätte ich diesen Lötversuch wieder um die Ohren
geh.... ?
Steffen
Ich würde zum Löten sowas empfehlen:
https://www.weidinger.eu/de/p/wl46586
mit dieser Lötspitze:
https://www.weidinger.eu/de/p/wl19822
Das Reinigen der Kupferlackdrähte wurde schon beschrieben.
Mit der Kombi schaffe ich bei ca. 400°C 25mm² Kabel an Motorwicklungen
zu löten.
Als Flussmittel nehme ich das Weller Electronic Flux für das 25mm².
Lötzinn bleihaltig >1,5mm Durchmesser.
Ist aber schon grenzwertig. Da würde ich vorher ein bischen üben.
Speziell mit dem Abkühlen solltest Du dich befassen.