2N3055, Überlast oder Second Breakdown

Gast #2054047
Lesenswert?

Hallo,
mir knallt hier regelmäßig ein 2N3055 durch, reproduzierbar bei V_CE=21V 
und I_C=3A. Der Kollege ist gut gekühlt, T_C bleibt  kleiner 50°C, d.h. 
er müsste die 63W locker weg stecken laut Datenblatt (Motorola-Variante 
http://www.datasheetcatalog.org/datasheet/motorola/2N3055.pdf). Das 
Safe-Operating-Area (Fig. 2) knickt ab 40V und knapp 3A in den 
Second-Breakdown-Bereich ab, bei T_C=25°C. Kann es sein, dass dieser 
Bereich bei T_C=50°C (und damit T_J eigentlich nur 146°C, rein 
rechnerisch) vielleicht  schon deutlich früher einsetzt, also bereits 
bei meinen 21V,3A. Wenn ja, wie kann man das Limit unter realen 
Bedingungen abschätzen? Gibt es ein Derating ähnlich wie bei der 
Verlustleistung? Oder sind die Angaben im Datenblatt komplett 
unrealistisch?

Gruß, Roland
Gast #2054077
Lesenswert?

> Oder sind die Angaben im Datenblatt komplett unrealistisch?

40V/3A erreicht man eben wegen Kühlproblemen normalerweise nicht.

Wenn also deine Kühlung tatsächlich für 63W ausreichend ist,
kann es ganz einfach ein gefälschter Transistor sein.
Mach mal das TO3-Gehäuse auf und vergleiche die Chips.

Bei neuen Transistoren: Messe hFE, falls die unter dem Datenblatt
liegt ist es ein Schrottteil.
Gast #2054092
Lesenswert?

Der war tatsächlich von Toshiba (steht zumindest drauf), gekauft bei 
Reichelt. Ist vorher aber genau so bei einem anderen 2N3055 von Reichelt 
ohne Markenname (der vorher auch nur die Hälfte gekostet hat) passiert.
Ich hab noch ein paar neue und werde die Tage mal h_FE messen.

Übrigens hört man ein ganz leises Pling, wenn der Transistor aushaucht. 
CB ist danach in beide Richtungen niederohmig und der Emitter getrennt 
(oder zumindest hochohmig)

Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass das alles Fälschungen sein 
sollen (und so schlechte).

Roland
#2054099
Lesenswert?

Roland schrieb:

> Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass das alles Fälschungen sein
> sollen (und so schlechte).

Fälschungen lohnen bei diesem von vielen in Konkurrenz hergestellten 
Standardtyp eigentlich nur wenn sie schlecht sind. Müssen ja billiger 
sein, sonst bringts nichts.

Die Leistung ist keine Zauberei sondern hat direkt mit der 
Silizium-Grösse zu tun, und die wiederum direkt mit dem Preis. Sie 
müssen also einen deutlich kleineren billigeren Transistor verbauen wenn 
die FälscheR was dran verdienen wollen.
Gast #2054145
Lesenswert?

ArnoR schrieb:
> Emitterbonddraht verdampft. Vielleicht zu große Basisstrompule?
>
>
Erklär mir das mal genauer. Ich hab keine (beabsichtigten) 
Induktivitäten in meiner Schaltung (eine geregelte Stromsenke, der 
Betrieb ist statisch DC). Am Oszi sind auch keinerlei Schwingungen zu 
beobachten.
Gast #2054176
Lesenswert?

Ja, sollte natürlich Basisstrompulse heißen. Bei Überlast legiert der 
Chip durch, d.h. Alles ist mit Allem niederohmig verbunden. Wenn der 
Emitter hochohmig ist, dann ist der Bonddraht weg. Dann muss der Strom 
also viel zu hoch und außerhalb des SOAR gewesen sein.
Gast #2054177
Lesenswert?

ArnoR schrieb:
> Emitterbonddraht verdampft. Vielleicht zu große Basisstrompule?
PS. 10.5V,5A steckt er locker weg. Muss also irgendwas mit der Spannung 
und/oder Leistung zu tun haben

> Schneid doch den Deckel mal mit einem Proxxon auf und mach ein Photo vom
> DIE, würde uns alle sicher interessieren :-)
Werd ich machen. Geht aber leider erst am Wochenende.
Gast #2054180
Lesenswert?

Es gab schon hitzige Diskussionen über Halbleiter von Reichelt.

Fakt ist, dass dort oft keine Premium Qualität geliefert wird und manche 
Transistoren wirklich stümperhaft umbedruckt waren. Solche verwende ich 
nur weit unter ihrer Spezifikation, nachdem, mir eine Leistungsstarke 
Endstufe mit "TESLA" gestempelten MJ Transistoren abgeraucht ist.

Gruß
#2054232
Lesenswert?

Die "guten" 2N3055 waren doch eigentlich immer die von RCA.

Die Italiener (Ates-SGS) haben damals auch 2N3055 hergestellt mit einem 
P_tot von 150 Watt (Typ U und V), wenn meine alte 
Transistor-Taschen-Tabelle vom Ingenieur Steidle aus dem Jahre 1981 
nicht lügt.

Hier das Corpus-Delicti zur Versinnbildlichung

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/73/PowerTransistor_2N3055_1.jpg

Andere Hersteller waren (damals)

Sescosem (Thomson-CSF), France
Fairchild Camera & Instrument Corp., USA
natürlich Ates-SGS Componenti Elettronici, Italy
und RCA Corporation, New Jersey USA

dürften seit dem etliche hinzugekommen sein

Irgendwann hatte ich mal einen indischen 2N3055, da war schon die 
Webseite eher naja rudimentär ausgeprägt ;)
Gast #2054267
Lesenswert?

Der Emitter-Bonddraht kann bei Strömen unterhalb Ic(max) eigentlich 
nicht verdampfen (?).-
Beim 2. Durchbruch entsteht ein Hot-Spot im Kristall, bei sich der aktiv 
wirksame Stromkanal verengt ( neg. Temperaturkoeffizient ).
An dieser Stelle legiert der Transistor dann durch.

Wahrscheinlich verträgt die Kontaktierungsstelle des Drahtes die zu hohe 
Kristalltemperatur nicht und "lötet sich aus" ?
Gast #2054305
Lesenswert?

wenn es überhaupt Bonddrähte sind,
die früheren hatten Metallstreifen oder Metallstreifen als Häkchen 
gebogen und waren gelötet. Sie hatten etwas Biegespannung, so dass der 
Streifen bei Hitze auslötete und auf Abstand federte.
#2054369
Lesenswert?

mhh schrieb:

> Platinenschwenker .. schrieb:
>> dürften seit dem etliche hinzugekommen sein
>
> Von Tungsram (Ungarn) mit besonders dünnen B und E Anschlüssen. Die
> hielten außerdem weniger Uce aus als das Datenblatt suggerierte...

Der Inhaber eines alten kleinen  Elektronikladens verriet mir damals, es 
gäbe auch bestimmte 2N3055 mit einem P_tot von nur 60 Watt.

Weiß allerdings nicht ob das stimmt.
#2054613
Lesenswert?

>Scheinbar hat Reichelt einen falschen posten erwischt.
>Der 2N3055 wurde niemals von Toshiba produziert. Ich würde mich
>einmal bei Reichelt melden.

scheinbar ist aber nicht nur Reichelt der Meinung, daß 2N3055 auch von 
Toshiba kommen könnten - was nu ...

http://bg-electronics.de/catalog/product_info.php/products_id/4948
http://www.searchlighttech.com/searchResults.cfm?part=2N3055

Und mein ECA Datenbuch von 1992 listet Toshiba auch als Hersteller des 
2N3055. Ich denke, das wird schon stimmen.
Persönliche Seite #2054654
Lesenswert?

Hallo Roland.

> mir knallt hier regelmäßig ein 2N3055 durch, reproduzierbar bei V_CE=21V
> und I_C=3A. Der Kollege ist gut gekühlt, T_C bleibt  kleiner 50°C, d.h.
> er müsste die 63W locker weg stecken laut Datenblatt

1) Wenn da was passiert, das der Strom oder die Spannung sehr schnell zu 
hoch werden, ist er weg, ohne das er aussen am Gehäuse zu heiss wird....
2) Der thermische Widerstand vom Halbleiter selber nach aussen zum 
Gehäuse ist auch noch da, und im ST Datenblatt zu 1,5 °C/W angegeben.
60W bedeutet dann ein Temperaturgefälle von 90 Grad. Bei 50°C am Gehäuse 
wären das 140°C. Das ist unschön.

> Oder sind die Angaben im Datenblatt komplett
> unrealistisch?

Nein. Aber Sicherheitsaabstände zu den Grenzen sind schon sinnvoll.
Typischerweise als Parameter für ein Industrienetzteil
sind mir für den 2N3055 im Gedächnis geblieben: 24V/1,5A

Der Tipp von einem Vorschreiber mit dem zweiten Transistor ist also 
nicht so weit weg. Kann trozdem noch sein, das irgendwas ins Schwingen 
kommt oder eine Spannungsspitze den Transistor killt.

Wenn Du schon am Umbauen bist, dann überleg doch mal, ob Du nicht statt 
der  zwei 2N3055 zwei BD911 nimmst. Der kann zwar nicht ganz so viel an 
Leistung, aber immer noch genug, und ist etwas kleiner (TO220) . Rth ist 
ähnlich mit 1,4°C/W angegeben. Du solltest also die beiden im Bereich 
des alten 2N3055 irgendwie unterbringen können, und wenn Du die nicht 
ganz so dicht zusammenbringst, hast Du auch Vorteile in der 
Temperaturverteilung.
Vorausgesetzt, der BD911 passt auch sonst.
Jedenfalls habe ich schon öfters einen etwas knappen 2N3055 erfolgreich 
durch zwei BD911 ersetzt. Achja....Emitterwiderstände sind natürlich 
obligatorisch. Nix ist einfach.....:-)

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
#2054882
Lesenswert?

>Die Grenze des 2N3055 liegt bei beachtlichen 200°C. Da sind 140°C noch
>im normalen Betriebsbereich.

Ja - sollte man annehmen können bei allen Herstellern (oder zumindest 
den meisten Herstellern des Teils). Aber was Toshiba in seinem DB 
angeben würde, so man eines hätte, steht auf einem anderen Blatt ...
#2054906
Lesenswert?

Jens G. schrieb:
>>Die Grenze des 2N3055 liegt bei beachtlichen 200°C. Da sind 140°C noch
>>im normalen Betriebsbereich.
>
> Ja - sollte man annehmen können bei allen Herstellern (oder zumindest
> den meisten Herstellern des Teils). Aber was Toshiba in seinem DB
> angeben würde, so man eines hätte, steht auf einem anderen Blatt ...

es steht zwar auf einem anderen Blatt, aber der Temperaturwert ist auch 
bei Toshiba so in etwa der gleiche.
Gast #2055462
Lesenswert?

RCA 2N3055 = spaeter 2N3055H (hometaxial)

spaetere 2N3055 (Mot) = epitaxial, und verliert Rauch wenn man ihn unter 
Einhaltung des Datenblatts fuer einen 2N3055 RCA oder -H nutzt, da die 
Grenzwerte anders sind.

Dafuer ist der neuere Typ 3-4mal schneller.


@Nachtaktiver dass man keine Datenblatt auf der Herstellerseite findet 
beweist rein gar nichts darueber ob der Hersteller diesen Typ 
baut/gebaut hat/OEMt hat oder nicht.
#2055496
Lesenswert?

faustian schrieb:
> RCA 2N3055 = spaeter 2N3055H (hometaxial)
>
> spaetere 2N3055 (Mot) = epitaxial, und verliert Rauch wenn man ihn unter
> Einhaltung des Datenblatts fuer einen 2N3055 RCA oder -H nutzt, da die
> Grenzwerte anders sind.

Das mit den geänderten Grenzwerten (SOA, Pv) kann ich  NICHT bestätigen:

Tja, das Motorola Datenblatt weist exakt die gleichen Werte für SOA und 
Pv Derating auf wie der RCA.

>
> Dafuer ist der neuere Typ 3-4mal schneller.

Da weist Motorola 2,5 MHz garantiertes Miniumum für fT aus, so wie ich 
das sehe Faktor 5 besser als der RCA

>
>
> @Nachtaktiver dass man keine Datenblatt auf der Herstellerseite findet
> beweist rein gar nichts darueber ob der Hersteller diesen Typ
> baut/gebaut hat/OEMt hat oder nicht.

Nun, es beweist das Hersteller diesen Typ aktuell NICHT baut. Ob er 
früher gebaut/nachgebaut hat, ist Latürnich davon nicht berührt.
Gast #2055698
Lesenswert?

Bernd Wiebus schrieb:
>> Oder sind die Angaben im Datenblatt komplett
>> unrealistisch?
>
> Nein. Aber Sicherheitsaabstände zu den Grenzen sind schon sinnvoll.
> Typischerweise als Parameter für ein Industrienetzteil
> sind mir für den 2N3055 im Gedächnis geblieben: 24V/1,5A

Nun ja, bei 63W hätte mein T_C laut Datenblatt max. 100°C sein dürfen. 
Wenn das kein Sicherheitsabstand zu 50°C ist weiß ich auch nicht.

Stromspitzen und Schwingungen schließe ich, wie ich schon geschrieben 
habe,  weitestgehend aus.

Ich denke jetzt aber auch über eine Alternative zum 2N3055 (oder was 
immer ich hier habe) nach. Da ich bei TO-3 bleiben will, vielleicht der 
BD317.



Roland
#2055723
Lesenswert?

Wie hast Du überhaupt die 50°C gemessen? Es gilt nicht die Temperatur, 
die oben auf der Kappe des TO3 zu "sehen" ist, sondern unten "unterm 
Chip", also an der Grenzregion Gehäuseflansch-Kühlkörper.
Der KK müsste ja schon ganz schön groß sein, denn überschlägig 
betrachtet dürfte der nicht viel mehr als 1K/W haben, um den Chip intern 
nicht über die 200°C zu bringen.
Gast #2055735
Lesenswert?

Ja, ich hab auf der Kappe gemessen, mit einem IR-Thermometer. Am Boden 
dürfte er wohl etwas wärmer gewesesen sein, die 50°C sind aber auch 
aufgerundet. Der Kühlkörper ist ein zwangsbelüfteter SK-34/100mm (0.6K/W 
ohne Belüftung), und da sind jeweils zwei T's im TO-3 drauf. Rein 
rechnerisch sollte das gut hinhauhen.
#2055909
Lesenswert?

Übrigens - IR-Thermometer sind deutlich blinder, wenn man damit silbrige 
Metalloberflächen bzw. glatte Oberflächen i.a. messen will - das kann 
schon mal paar 10% Meßfehler ergeben (gegenüber Umgebungstemperatur der 
Thermometers), wenn die Thermometer nicht dafür geeicht sind. Und 
geeicht sind die üblicherweise für matte/rauhe und dunklere Oberflächen.
Ich denke also, wqenn das Teil 50°C anzeigt, dann sind's wohl eher so 
70, und unterm "Arsch" des TO3 dann wohl deutlich über 100.
Gast #2055945
Lesenswert?

Ich hatte oben ja irgendwo geschrieben, dass das Ganze eine Stromsenke 
also eine geregelte Last ist. Insgesamt gibts sogar 8 Transitoren auf 
vier Kühlkörpern in acht Mal identischer, unabhängiger Beschaltung. Um 
die Sache hier nicht zu kompliziert zu machen, hab ich nur von einem 
Transitor geschrieben. Dasselbe gilt natürlich für die anderen sieben 
ebenso.
Die Kühlkörperrechnung  hab ich natürlich für zwei Transistoren pro KK 
angesetzt.

> War's schön, die Leute so in die Irre zu führen ?
> ... das wundert mich in DIESEM Forum schon lange nicht
> mehr  das die relevanten Details erst nach 10 bis 30 Posts kommen.-)

Ich wollte hier niemanden in die Irre führen, die releventen Details 
stehen im ersten Post.

Jens G. schrieb:
> Übrigens - IR-Thermometer sind deutlich blinder, wenn man damit silbrige
> Metalloberflächen bzw. glatte Oberflächen i.a. messen will - das kann
> schon mal paar 10% Meßfehler ergeben (gegenüber Umgebungstemperatur der
> Thermometers), wenn die Thermometer nicht dafür geeicht sind. Und
> geeicht sind die üblicherweise für matte/rauhe und dunklere Oberflächen.
> Ich denke also, wqenn das Teil 50°C anzeigt, dann sind's wohl eher so
> 70, und unterm "Arsch" des TO3 dann wohl deutlich über 100.
Waren es jetzt 45° oder 55°, keine Ahnung. Aber mal ehrlich, einen 
Unterschied zwischen 50° und 70°C kann ich mit dem Finger feststellen. 
Und wo kommt bitte ein Temperaturgefälle von 30° her, wenn die Basis 
direkt gekühlt ist und die Kappe nicht, und das System im thermischen 
Gleichgewicht ist.
#2055967
Lesenswert?

@Sven P. (haku) Benutzerseite

>10% ist optimistisch. Je nach Emissionskoeffizient und Thermomenter sind
>das gerne mal 50% bis 100%. Mess mal für Spaß an einer polierten
>Metallfläche (Motorzylinder, Gleitlagerfläche)...

Ich sprach doch von PAAR 10%, nicht von BIS ZU 10% ...
#2055970
Lesenswert?

@Sven P. (haku) Benutzerseite

>10% ist optimistisch. Je nach Emissionskoeffizient und Thermomenter sind
>das gerne mal 50% bis 100%. Mess mal für Spaß an einer polierten
>Metallfläche (Motorzylinder, Gleitlagerfläche)...

Ich sprach doch von PAAR 10%, nicht von BIS ZU 10% ...
Und von 100% habe ich noch nix gemerkt bei meinen Messungen  - würde ja 
bedeuten, daß ich nur Umgebungstemperatur messen würde (oder auf was 
beziehen sich deine 100%?).
Gast #2059827
Lesenswert?

Hallo,
ich war dabei, als die Stromsenke den "Geist" aufgab.
Eigentlich war es meine Schuld ;-), da ich meine 2 Stück 6s Lipos und 2 
Stück 7s LiFe Akkus
vermessen wollte.
Die 2 LiPos hat die Stromsenke bei ca. 20A klaglos entladen. Bei der 
Vermessung des ersten
LiFe Akkus war es nach ca. 2 Minuten vorbei.
Die Transistoren wurden sicher dabei keine 70 °C heiß, denn man konnte 
diese ohne
weiteres noch anfassen.

Gruß
Peter
Gast #2061361
Lesenswert?

Michael schrieb:
> und schon einen aufgeschnitten ?
>
> Neugierig :-)

Hab mal zwei Durchgebrannte aufgesägt:

rechts: gekauft vor ein paar Monaten, damals für 0.23€ pro Stück
links: gekauft vor zwei Wochen, jetzt für 0.53€

Sehen für mich beide gleich aus. Das Weiße ist wie eine Art Silikon. Hab 
ich mechanisch aber nicht ab bekommen. Die Krümel darauf kommen vom 
Sägen.

Die Bonddrähte sind übrigens intakt !

Kann jemand was Verdächtiges erkennen?

Roland
Angehängte Dateien:
Gast #2061435
Lesenswert?

Jens G. schrieb:
> Ich sprach doch von PAAR 10%, nicht von BIS ZU 10% ...
> Und von 100% habe ich noch nix gemerkt bei meinen Messungen  - würde ja
> bedeuten, daß ich nur Umgebungstemperatur messen würde (oder auf was
> beziehen sich deine 100%?).

Wenn du z.B. eine Kurbelwelle aufschweißen möchtest, muss die vorher 
erhitzt werden, damit sie sich nicht verzieht. Misst du nun mit so einem 
Pyrometer auf der hochglänzenden Lagerfläche, so kann die Anzeige locker 
mal um Faktor 2 daneben liegen. Tendenziell gehts halt bei glänzenden 
Flächen weit in die Hose.

Habe mich aber auch blöde ausgedrückt: Wenns 70°C anzeigt und 
tatsächlich 140°C sind, liegts 100% vom Messwert daneben.
Gast #2061564
Lesenswert?

Hallo,
wir haben über Fälschungen und unzureichende Kühlung diskutiert, aber 
auf meine eigentliche Frage habe ich immer noch keine letztlich 
schlüssige Antwort (einen Hinweis gibt allenfalls der Post von U. B.) 
Ich versuch die Frage daher hier noch einmal, vielleicht etwas 
allgemeiner zu formulieren:

Das SOA (DC) wird im log-log-Plot von I_C vs. V_CE (modellhaft) von 4 
Linien begrenzt, bei T_C=25°C:
1. I_C ≦ I_C,max
2. I_C*V_CE ≦ P_D  (Verlustleistung)
3. I_C*V_CE² ≦ const. (SB)
4. V_CE ≦ V_CEO

Klar, die zulässige Verlustleistung in der zweiten Ungleichung ist 
temperaturabhängig. Aber was ist mit der Konstanten in der dritten 
Ungleichung? Ist sie abhängingig von T_C bzw. T_J? Und wenn ja, wird sie 
größer mit steigendem T_C oder kleiner?

Kann jemand was Fundiertes dazu sagen?

Roland
#2061704
Lesenswert?

>Habe mich aber auch blöde ausgedrückt: Wenns 70°C anzeigt und
>tatsächlich 140°C sind, liegts 100% vom Messwert daneben.

ist aber auch eine etwas merkwürdige Betrachtung, die 70°C, welche einen 
falschen Wert representiert, mit 100% gleichzusetzen. Eigentlich werden 
die 140% mit 100% gleichgesetzt, womit die 70°C dann -50% Abweichung 
wäre. Wobei noch zu klären wäre, ob wir von 0°C als Basis ausgehen, oder 
von 25°C, oder ... Umgebungstemperatur wäre wohl die beste Basis, weil 
wohl so ein IR-Thermometer eigentlich nur die Differenz zu seiner 
eigenen Temperatur mist - oder?
#7352552
Lesenswert?

TO-3 soll leben schrieb:

Ingolf O. schrieb:

Der 2N3055 ist einer der meistgefakten Leistungstransen. Obwohl gerade Toshiba den angeblich nie produziert hat

Den gibt es genau so wenig wie Erlangen. http://www.bitsavers.org/components/toshiba/_dataBook/Toshiba_Discrete_Semiconductors.pdf Toshiba Discrete Semiconductors, Seite 66

Na immerhin enthält dieser Weckruf nach 12 Jahren eine einigermaßen sinnvolle Info ...

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren