Hi,
ich will mir ein GigabitTap selber bauen. Für 10/100mbit habe ich schon
gefunden, wie man das machen kann, das geht mit 4 Netzwerkdosen, wo dann
jeweils die TX-Leitungen auf zwei Ausgänge gelegt werden, wie hier auf
der Seite.
http://www.it-dienstleistungen.de/network-tap-im-eigenbau/
Wie ist das aber bei Gigabit-Lan? Geht das da auch? Bei der Pinbelegung
habe ich keine TX und RX-Kabelanschlüsse gefunden, dort gibt es A+, A-
usw.
Anfänger schrieb:> ich will mir ein GigabitTap selber bauen.
Warum?
Einen Switch brauchst du eh', also: Kauf' dir einen "manageable switch"
und konfiguriere den passend. Schon hast du fertig...
Gigabit hat keine getrennte TX und RX Leitung, dass läuft alles zusammen
auf allen Leitungen.
Somit geht so ein Tap nicht, nimm einen Switch mit Mirror-Funktion.
c-hater schrieb:> Warum?
gekaufte kosten 1500 Euro und mehr, das ist sehr teuer. Selber bauen ist
ggf. einfacher, vielleicht braucht man ein paar Teile für 5-10 Euro,
ggf. noch ein Netzteil und man lötet es sich selber zusammen für 20 Euro
dann.
Anfänger schrieb:> Was genau ist denn ein Switch mit Mirrorfunktion?
Ein Switch der Daten auf einen anderen Port spiegeln/kopieren kann, also
genau das was dein passiver Tap auch macht, nur aktiv.
Der zum Beispiel: https://mikrotik.com/product/RB260GS
Anfänger schrieb:> c-hater schrieb:>> Warum?>> gekaufte kosten 1500 Euro und mehr, das ist sehr teuer. Selber bauen ist> ggf. einfacher, vielleicht braucht man ein paar Teile für 5-10 Euro,> ggf. noch ein Netzteil und man lötet es sich selber zusammen für 20 Euro> dann.
Ja, man kann es selber bauen. DU kannst es nicht, wenn Du so fragst.
Du brauchst zB:
https://www.digikey.de/product-detail/de/microchip-technology/KSZ9567RTXI/KSZ9567RTXI-ND/6623475
Sind schon mal 12€ netto.
Dann noch RJ45 Buchsen mit integrierten Übertragern. Und nein, das
kannst Du nicht einsparen.
https://www.digikey.de/product-detail/de/pulse-electronics-network/JXD0-4015NL/1840-1015-ND/7688174
Nochmal 16€.
Der Rest ist eher Kleinkram, aber rechne mal auch noch 10€.
Dann die Leiterplatte. Zwingend Multilayer, impedanzkontrolliert.
Vielleicht kommst Du mit 4 Layern aus. Der Switchchip hat ein Pinraster
von 0.4mm, d.h. die Pins sind 0.2mm breit, und 0.2mm Luft zwischen den
Pins. Kannst DU das löten? Für das Exposed Pad in der Mitte brauchst Du
Heißluft und Lotpaste.
Rechne mal für Einzelstücke mit 200€ für die Leiterplatten-Prototypen.
Da Du keine Erfahrung hast, rechne mit mehreren Iterationen.
Jetzt sind wir bei 250€ angelangt. Zuzüglich Mehrzwecksteuer. Und die
mehreren 100 Register in dem Chip sind noch nicht konfiguriert.
Für 105€ kannst Du das hier kaufen:
https://www.reichelt.de/Netzwerk-Switches/HP-1820-8G/3/index.html?ACTION=3&GROUPID=5823&ARTICLE=156199&SEARCH=j9979a&START=0&OFFSET=16&
Der kann das. Steht gerade neben mir.
Also lass es bleiben.
fchk
Irgendwer schrieb:> Frank K. schrieb:>> Für 105€ kannst Du das hier kaufen:>> https://www.reichelt.de/Netzwerk-Switches/HP-1820-...;>> Gibt auch einige günstigere die das können:
Ja, das stimmt. Die Frage ist, ob ich von einer Firma kaufen will, die
in der Vergangenheit bereits etliche Male mit schwersten
Sicherheitslöchern in ihren Netzwerkprodukten aufgefallen ist und diese
- wenn überhaupt - nur sehr zögerlich behoben hat.
Meine Antwort: Nö.
fchk
Anfänger schrieb:> c-hater schrieb:>> Warum?>> gekaufte kosten 1500 Euro und mehr, das ist sehr teuer. Selber bauen ist> ggf. einfacher, vielleicht braucht man ein paar Teile für 5-10 Euro,> ggf. noch ein Netzteil und man lötet es sich selber zusammen für 20 Euro> dann.
Genau. Wenn man seine eigene Arbeitsleistung mit 0€/Stunde bewertet
kommt man auf das. Und bei Elecrow die gratis-Flat hat. Und keine
Versandkosten bezahlen muss.
Weil GBIT + Lochraster ist dann doch nicht ganz realistisch.
Naja, man KANN so einen Switch selber bauen.
Es ist nicht unmöglich. Ich würde mir dazu z.B. bei Micrel einen
passenden Switch-Baustein mit integrierten GBIT-PHYs heraussuchen, einen
µC an die Management-Schnittstelle anschließen.
Für 20€ bekommt man das aber nicht hin, soviel ist mal sicher.
Frank K. schrieb:> Ja, das stimmt. Die Frage ist, ob ich von einer Firma kaufen will, die> in der Vergangenheit bereits etliche Male mit schwersten> Sicherheitslöchern in ihren Netzwerkprodukten aufgefallen ist und diese> - wenn überhaupt - nur sehr zögerlich behoben hat.
Und welche Relevanz hat das für das Problem des TO?
rätselt
Baku
und wünscht allen ein schönes 2018!
Wir verwenden dieses hier:
https://www.profitap.com/profishark-1g/
Qualität und Funktion hat aber einen entsprechenden Preis.
Jedoch sieht man - will man das richtig machen dann ist es nicht mit 100
Euro getan ... Und da steckt viel an Erfahrung und Software drin ...
Michael S. schrieb:> Wir verwenden dieses hier:
Ist halt die Frage, was man erreichen will.
Wenns nur um Inhalte geht ist ein Mirror-Port der einfachere und
günstigere Weg.
Will man hingegen alle Details der Frames, Fehler inklusive, und
vielleicht auch der Physik auf die Finger sehen, reicht ein Mirror-Port
nicht. Und dann wirds eben aufwendiger und teurer, denn das ist wahrlich
kein Massenmarkt.
A. K. schrieb:> Wenns nur um Inhalte geht ist ein Mirror-Port der einfachere und> günstigere Weg.
Genau so ist es!
Für den Inhalt reicht das völlig aus.
> Will man hingegen alle Details der Frames, Fehler inklusive, und> vielleicht auch der Physik auf die Finger sehen, reicht ein Mirror-Port> nicht. Und dann wirds eben aufwendiger und teurer, denn das ist wahrlich> kein Massenmarkt.
Auch das stimmt zu 100%.
Ist halt wie immer - kommt drauf an, welche Anforderungen man hat.
A. K. schrieb:> Details der Frames, Fehler inklusive, und> vielleicht auch der Physik auf die Finger sehen
Wenn das mit den Details nicht so Wild ist, dann steck dir nen Rechner
aus paar Teilen zusammen, und lass OPNSense laufen. Einen Barbone-PC
oder sowas. Eine ältere Intel Quad GBE Karte kostet nicht mehr viel.
(Nur noch Strom!)
https://www.ebay.de/sch/i.html?_from=R40&_sacat=0&_sop=15&_nkw=quad+gbe&rt=nc&LH_BIN=1
Wenn du nich so die extremen Datenraten hast, reicht eine einzige PCI-E
Lane. Vielleicht hast du ja schon ein paar Teile, und das bringt dich
erstmal weiter.
Hi, ich will auch Protokolle analysieren wie Profinet oder EtherCAT.
Geht denn das mit Switches mit Portmirroring, um z.B. auch zu checken,
ob die Datenpakete in Echtzeit übertragen werden?
Anfänger schrieb:> Hi, ich will auch Protokolle analysieren wie Profinet oder EtherCAT.> Geht denn das mit Switches mit Portmirroring, um z.B. auch zu checken,> ob die Datenpakete in Echtzeit übertragen werden?
Port-Mirroring kopiert jeden einzelnen Frame eines Ports auf den
Mirror-Port, im Rahmen der internen Arbeitsweise eines Switches. Das
sind keine Drähte zwischen den Ports, sondern normales Forwarding der
Frames, nur eben anhand anderer Kriterien als sonst.
Die Inhalte der Frames kriegst du alle ASAP geliefert. Das Timing wird
jedoch nicht exakt identisch sein, weil die Frames dabei genauso
zwischengepuffert werden wie beim normalen Switching auch. Und es werden
dabei zwei Kanäle des Quellports (Rx+Tx) auf einen Kanal des
Mirror-Ports gemultiplext (Tx).
Wenn deine Echtzeitanforderung in der Grössenordnung der
Übertragungszeit eines Frames liegt, dann ist Mirroring der üblichen
Switches draussen. Millisekunden dürften aber kein Problem darstellen.
Omega G. schrieb:> Viele einfache Switches werden übrigens zu dummen Hubs (und spiegeln dir> somit jedes Paket auf jeden Port), wenn man die MAC Tabelle überlaufen> lässt.
Nicht beim Zeitverhalten. Ein echter Hub ist bei gleicher Bitrate nicht
viel mehr als eine Drahtverbindung. Ein aufgrund MAC-Überlaufs zum Hub
degradierter Switch ändert jedoch nur seine Regeln fürs Forwarding,
nicht aber die Arbeitsweise der Übertragung. Er verzögert Frames also,
was ein Hub nicht tut.
Prinzipiell kannst du Profinet-Kommunikation auch an einem Mirror-Port
mitschneiden und analysieren. Ich habe dazu einen kleinen Netgear
ProSafe Plus 8-Port Switch (nicht unbedingt empfehlenswert, weil nur
über eine Windows Software zu parametrieren).
Wenn du Profinet Geräte selber entwickelst, dann würde ich einen Tap mit
Zeitstempelung im Gerät verwenden wie der Profishark von Profitap. Dann
zeigt dir Wireshark die Zeitstempel vom Gerät an.
Thomas W. schrieb:> dann würde ich einen Tap mit> Zeitstempelung im Gerät verwenden
kann man sich so ein Gerät auch selber bauen oder ein
Mirror-Funktionsswitch umprogrammieren, dass der Zeitstempel
mitgeplottet wird?
Anfänger schrieb:> Thomas W. schrieb:>> dann würde ich einen Tap mit>> Zeitstempelung im Gerät verwenden>> kann man sich so ein Gerät auch selber bauen oder ein> Mirror-Funktionsswitch umprogrammieren, dass der Zeitstempel> mitgeplottet wird?
Du kannst es sowieso nicht.
Die Leute, die es können, müssen hier nicht solche Fragen stellen.
Klingt harsch, ist aber einfach so.
fchk