Frequenz von Funkmikrophon

Gast #2015301
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Hallo,
ich habe vom Flohmarkt einen Funkmikrophon-empfänger wie im Bild.
Die Mikrophone habe ich nicht.
Würde gerne mehr darüber wissen...
Welches sind die Frequenzen?
Gibt es einen Schaltplan?

Finde mit Google leider nur Leute die mir so ein Gerät verkaufen wollen.
Bei den technischen Daten ist immer nur der NF-Frequenzbereich 
50-15.000Hz
angegeben, nicht die Sendefrequenzen.
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Moderator Persönliche Seite #2015356
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Kauf dir eins bei einem Internethandel, suche dir jemanden mit einem
Spektrumanalysator, bei dem du die Teile mal neben die Antenne halten
darfst, und lass sie messen.  Danach schickst du alles wieder zurück ...

Wenn sie in Europa zugelassen sind (CE-Zeichen) und nicht für den
professionellen Einsatz (Bühnentechnik etc.) vorgesehen sind, werden
sie sehr wahrscheinlich irgendwo zwischen 863 und 865 MHz arbeiten.
Moderator Persönliche Seite #2015514
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sven schrieb:
> mein dritter Treffer beim Googeln sagt VHF.

Vfg. 68/2005?  Dafür wieder wären die Spulen schon fast zu klein.

Übertragung in den Lücken der VHF-Fernsehkanäle hat keine Allgemein-
zuteilung, sondern benötigt eine explizite Frequenzzuteilung durch
die BNetzA.  Die gibt's wohl nur für professionelle Anwender, daher
hatte ich das oben explizit erwähnt.  Selbst dort ist sie eigentlich
ein Auslaufmodell, oder besser eins, das an sich schon lange
ausgelaufen ist.  Mittlerweile sitzen die eigentlich alle im UHF-
Bereich und haben dort letztens lautstark protestiert, als darüber
sinniert worden ist, einen Teil des bisherigen UHF-Fernsehbereichs
künftig neu auszuschreiben an "Internet für die Pampa"-Betreiber.
Gast #2016754
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So,
ich habe das Gerät nochmal geöffnet.
Dort sind 2 Quarze an jeweils einem IC CD2003GP.
Der erste  Quarz ist mit SR 179.3 beschriftet.
Der zweite Quarz ist mit SR 174.1 beschriftet.

An Pin12 des ersten  IC CD2003GP habe ich 63,3333MHz gemessen
An Pin12 des zweiten IC CD2003GP habe ich 61,6008MHz gemessen

Kleines Rechenbeispiel:
63,3333MHz * 3 +- 10,7 MHz = 200,7MHz und 179,3MHz
61,6000MHz * 3 +- 10,7 MHz = 195,5MHz und 174,1MHz

Bei den Frequenzen 200,7MHz und 195,5MHz ist der Empfänger unenpfindlich 
aber bei 179,3MHz und 174,1MHz reichen -60dBm um nahezu rauschfreien 
Empfang zu haben.
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#2018102
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Das Teil sieht relativ ziemlich billig und analog aus. Moderne 
Mikrofonierungsanlagen arbeiten volldigital - was man sofort an den ICs 
sehen dürfte. Zudem sind das Schiebeantennen, d.h. es wird kein Wert auf 
Anpassung gelegt. Die Platine macht auch keinen hochfrequenten Eindruck.

Auf dem Bild ist ein Quarz mit 179,3 und 174,1 MHz zu sehen, geh damit 
mal mit einem RX drauf. Letzteres scheint mir aber gefaehrlich nahe am 
2m Behoerdenfunk zu sein, pass auf das du keinen Pestwagen vor die Tuere 
kriegst.
Moderator Persönliche Seite #2020191
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Singstar schrieb:
> Bei den Frequenzen 200,7MHz und 195,5MHz ist der Empfänger unenpfindlich
> aber bei 179,3MHz und 174,1MHz reichen -60dBm um nahezu rauschfreien
> Empfang zu haben.

Sag ich doch, Rundfunkband III.  Das fängt bei 174 MHz an.

Siehe 2.bb) in folgendem Dokument:

http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1931/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/RegulierungTelekommunikation/Frequenzordnung/FrequenzzuteilungAntraege/NoemL_NichtOeffMobilerLandfunk/DrahtloseMikrofoneBasepage.html
Gast #2022379
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Ich habe vor einiger Zeit so ein drahtloses Mikrophon untersucht:
Als Energieversorgung dient eine 9V-Blockbatterie.
Da diese etliche Stunden halten muß, kann die abgestrahte Sendeleistung 
nicht sehr hoch sein.
Ein Quarzoszillator mit einem 14,50833 MHz-Quarz schwingt auf eben 
dieser Frequenz und wird mit einer Kapazitätsdiode vom verstärkten 
Audiosignal FM-moduliert.
In der nächsten Stufe wird auf 29,xx MHz frequenzverdoppelt.
In einer weiteren Stufe wird nochmal auf 58,xx MHz verdoppelt.
In der letzten Stufe wird dieses auf 174,1 MHz verdreifacht.
Dises wird mit einer in den Mikrophonkörper integrierten Antenne 
abgestrahlt.
Moderator Persönliche Seite #2023161
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Blaumann schrieb:
> Ich habe vor einiger Zeit so ein drahtloses Mikrophon untersucht:
> Als Energieversorgung dient eine 9V-Blockbatterie.
> Da diese etliche Stunden halten muß, kann die abgestrahte Sendeleistung
> nicht sehr hoch sein.

Naja, "nicht sehr hoch" ist relativ.  Ich habe mir mal die Daten einer
x-beliebigen 6LR61 ergugelt, die hier

http://data.energizer.com/PDFs/6LR61ULTHT_EU.pdf

war die erste, über die ich gestolpert bin.  Bei 100 mA Entladestrom
bringt sie's auf knapp 500 mAh, das wären 5 h Betrieb.  100 mA * 7 V
(mittlere Entladespannung, bereits etwas klein geschätzt) wären 0,7 W,
selbst bei einem miserablen Wirkungsgrad von nur 14 % könnte man also
100 mW abstrahlen.  Wenn ich diesen Wert zusammen mit einem Gewinn der
Sendeantenne von -5 dBi (sie ist ja zu kurz), einem Gewinn der
Empfangsantenne von 0 dBi (schlechter als ein Dipol, sollte eher
besser sein, die Empfänger haben normalerweise schon längere
Stabantennen) und einer Empfängerempfindlichkeit von -100 dBm in die
Freiraumausbreitungsgleichung eintrage, komme ich auf stolze 76 km.

Selbst mit realistischeren 10 mW als Sendeleistung käme man noch auf
24 km.  Damit würde die Batterie dann 60 h halten (die Kapazität nimmt
bei geringeren Entladeströmen zu).

Es ist natürlich klar, dass in der Praxis keine Freiraumbedingungen
herrschen, aber die 10 mW sind allemal genug für die hier
interessierenden Entfernungen.
Moderator Persönliche Seite #2023778
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Singstar schrieb:
> Jörg Wunsch schrieb:
>> und einer Empfängerempfindlichkeit von -100 dBm in die
>> Freiraumausbreitungsgleichung eintrage, komme ich auf stolze 76 km.
>
>
> leider passt das nicht mit den von mir ermittelten -60dBm

Hast Recht.  Ist zwar kein besonders toller Wert, ergibt aber unter
gleichen Umständen immer noch 800 m Freifeldreichweite, mit 10 mW
sind's dann 250 m.
Gast #2023793
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Jörg Wunsch schrieb:
> Wenn ich diesen Wert zusammen mit einem Gewinn der
> Sendeantenne von -5 dBi (sie ist ja zu kurz), einem Gewinn der
> Empfangsantenne von 0 dBi (schlechter als ein Dipol, sollte eher
> besser sein, die Empfänger haben normalerweise schon längere
> Stabantennen) und einer Empfängerempfindlichkeit von -100 dBm in die
> Freiraumausbreitungsgleichung eintrage, komme ich auf stolze 76 km.

Wie geht diese Freiraumausbreitungsgleichung?
Habe gegoogelt, aber nix gefunden, was ich auf Anhieb verstanden habe...

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