Hallo Leute,
ich will ein Rührwerk mit einer RS232 Schnittstelle mit meinem Raspberry
steuern. Leider bin ich was das Thema angeht komplett planlos und hoffe
hier auf einen kleinen Rat oder Hinweis :)
Kann ich für die Kommunikation einfach eine Adapter von TTL auf RS232
verwenden, wie beispielsweise den hier:
http://de.rs-online.com/web/p/entwicklungskits-prozessor-mikrocontroller/8829060/
Oder muss ich noch etwas spezielles beachten?
Ist die Schnittstelle so genormt, dass sie in jedem Fall mit den
Spannungen arbeiten kann, die der Adapter produziert oder müssen die
SPannung noch irgendwie extra eingstellt werden?
viele Grüße
Sterngucker schrieb:> Oder muss ich noch etwas spezielles beachten?> Ist die Schnittstelle so genormt, dass sie in jedem Fall mit den> Spannungen arbeiten kann, die der Adapter produziert oder müssen die> SPannung noch irgendwie extra eingstellt werden?
Nein alles gut.
Sterngucker schrieb:> Ist die Schnittstelle so genormt
Ja, RS232 muss immer passen, wenn die Normwerte eingehalten werden
(sonst ist es keine RS232-Schnittstelle). Die Norm ist auch ziemlich
tolerant und die Praxis noch mehr, i.A. funktioniert die Verbindung mit
+-3V bis +-18V.
Einzustellen gibt es nichts.
Georg
Sterngucker schrieb:> Ist die Schnittstelle so genormt,
Die Schnittstelle schon, aber sehr oft wird sie missbraucht, indem
entweder falsche Signalpegel verwendet werden, und das Resultat trotzdem
RS232 genannt wird, oder es werden stillschweigende Annahmen über Pegel
der Handshakeleitungen getroffen (z.B. bei galvanisch getrennten
Schnittstellen, bei denen die Handshakeleitungen der Spannungsversorgung
dienen).
Sieh genau in die Dokumentation Deines Rührwerks. Funktioniert das
Ding mit einem simplen Kabel an der seriellen Schnittstelle eines PC?
Sieh Dir vor allem genau die Anschlussbelegung an. Die wird sehr gerne
sehr individuell interpretiert.
Ansonsten, ja, diese Adapterplatine, die Du Dir da ausgesucht hast, ist
schon korrekt, wenn die Gegenseite tatsächlich RS232 mit RS232-Pegeln
"spricht". So etwas gibts allerdings auch günstiger:
http://www.pollin.de/shop/dt/MTQ2OTgxOTk-
so wie ich das Datenblatt verstehe, sollte das eigl. alles passen.
Es ist eine rs232(v24) schnittstelle ist. Und wie die Pins miteinander
verbunden werden müssen, steht ja eigl auch.
Sehe ich das soweit alles richtig?
Muss ich eigl zwingend cts und rts verwenden oder kann man die auch
weglassen?
Sterngucker schrieb:> Muss ich eigl zwingend cts und rts verwenden
Da steht Datenflusssteuerung none, also nein. Aber das gilt für das
Rührwerk, an einem PC muss man normalerweise CTS mit RTS verbinden.
Freundlicherweise ist der Stecker gleich mit PC-Belegung ausgeführt.
Allerdings heisst das, wo RxD steht, muss das Rührwerk was hinsenden.
Aber das lässt sich leicht ausprobieren, es gibt ja nur 2 Möglichkeiten.
Falls du noch einen PC mit COMx hast, kannst du dir erst mal einen
Überblick verschaffen, indem du ein Terminalprogramm verwendest.
Georg
Georg schrieb:> an einem PC muss man normalerweise CTS mit RTS verbinden.
Nur, wenn man am PC das Hardwarehandshake nicht ausschaltet, was die
verwendete Software natürlich unterstützen muss.
Mit anderen Worten: Den Kram zu brücken schadet nicht.
Georg schrieb:> Da steht Datenflusssteuerung none, also nein. Aber das gilt für das> Rührwerk, an einem PC muss man normalerweise CTS mit RTS verbinden.
Das kommt ja nun drauf an, wie das Programm auf dem PC arbeitet. Wenn
dort auch Handshake 'none' oder 'Software' verwendet wird, braucht man
die Leitungen auf PC-Seite natürlich auch nicht.
Sterngucker schrieb:> mit meinem Raspberry> steuern.> Oder muss ich noch etwas spezielles beachten?
nur 3,3V verwenden,
tty ggffs. freischalten, wird vom System benutzt
unter debian wäre cutecom ein geeignetes Programm zum Testen.
geany ggffs. als Editor zum proggen
ok, wenn der pc mit cts/rts arbeitet, ich das aber nicht anschließe,
dann funktioniert das ganze einfach nur nicht ? oder können die
angeschlossenen geräte, pc oder rührwerk schaden nehmen?
Sterngucker schrieb:> ok, wenn der pc mit cts/rts arbeitet, ich das aber nicht anschließe,> dann funktioniert das ganze einfach nur nicht ? oder können die> angeschlossenen geräte, pc oder rührwerk schaden nehmen?
Das lässt sich nicht völlig ausschliessen, ist aber sehr - ich wage zu
sagen, äusserst -, unwahrscheinlich.
Ich bin mal neugierig. Was ist das für ein Rührwerk oder Gerät?
Das was du nicht anschließt geht auch nicht kaputt. Wenn dann wird es
einfach nicht funktionieren. Allerdings ist es sehr sehr selten dass
Hardware handshake benutzt wird. Eher wahrscheinlich ist dass die
Handshake Leitungen für etwas ganz anderes verwendet werden (z. B. Für
Firmware Update oder sowas)
Sterngucker schrieb:> ok, wenn der pc mit cts/rts arbeitet, ich das aber nicht anschließe,> dann funktioniert das ganze einfach nur nicht ? oder können die> angeschlossenen geräte, pc oder rührwerk schaden nehmen?
Wenn du eine Kommunikation zwischen der Himbeere und Pc herstellen
willst, dann müssen auf beiden Seiten die selben Einstellungen gelten!
Welche Eingenschaften die Leitungen haben, kannst du selber bei Wiki
nachlesen. Ich glaube wenn diese auf High sind, dann haben diese keine
Wirkung mehr.
Wenn du zwei Leitungen sparen willst, dann kannst du auch CTS/RTS
weglassen. Ist eine Frage der Geschwindigkeitsübertragung, Kabellänge
usw.
Als alternative wäre ein FT232R-FTDI Chip zu gebrauchen. Diesen
verbindest du per USB mit der Beere.
Aber keine Clones aus China kaufen.
aSma>> schrieb:> Als alternative wäre ein FT232R-FTDI Chip zu gebrauchen. Diesen> verbindest du per USB mit der Beere.> Aber keine Clones aus China kaufen.
warum nicht, die CH340/341 gehen doch auch
Joachim B. schrieb:> warum nicht, die CH340/341 gehen doch auch
Die sind ja auch keine Klone. Das sind einfach nur schlecht
dokumentierte, aber funktionierende USB-Seriell-Bridges.
"asma" bezieht sich auf billige Kopien des FT232, die zu ...
umstrittenen Reaktionen des FT232-Devicetreibers führen.
Rufus Τ. F. schrieb:> "asma" bezieht sich auf billige Kopien des FT232
wenn er nur erklären würde wie man die "billigen Kopien" vor dem Kauf
erkennt wäre der Beitrag hilfreich, am Preis jedenfalls erkennt man das
nicht.
Staubfänger schrieb:>> ok, wenn der pc mit cts/rts arbeitet, ich das aber nicht anschließe,>> dann funktioniert das ganze einfach nur nicht ? oder können die>> angeschlossenen geräte, pc oder rührwerk schaden nehmen?>> Das lässt sich nicht völlig ausschliessen, ist aber sehr - ich wage zu> sagen, äusserst -, unwahrscheinlich.>> Ich bin mal neugierig. Was ist das für ein Rührwerk oder Gerät?
IKA eurostar 200 control
http://www.manualsdir.eu/manuals/551107/ika-eurostar-200-control-p4-eurostar-200-control.html
ließe sich theoretisch auch über usb steuern, aber dafür fehlen die
treiber
ok, eine doofe frage hab ich noch :)
Im Datenblatt zum MAX3232 steht eine Versorungsstromstärke von 0.3mA,
grundsätzlich kann der Raspberry ja mehr Strom liefern. Muss ich also
einen Strombegrenzer oder einen Widerstand vor dem MAX3232 einfügen oder
besitzt dieser bereits interne Widerstände, um nur 0.3mA Strom zu
ziehen?
Moemnt mal,
wenn da steht, dass keine Datenfluss Steuerung verwendet wird, aber
dennoch zwei Leitungen für Hardware-handshake verbunden werden sollen,
dann riecht das meiner meiner Meinung nach sehr stark nach Missbrauch
der Steuerleitungen zur Stromversorgung.
> an einem PC muss man normalerweise CTS mit RTS verbinden.
Nein. Dieser Aspekt ist frei programmierbar.
Joachim B. schrieb:> wenn er nur erklären würde wie man die "billigen Kopien" vor dem Kauf> erkennt wäre der Beitrag hilfreich, am Preis jedenfalls erkennt man das> nicht.
Doch, wenn eine aus China gelieferte Platine mit einem "FT232"
gelabelten Baustein drauf weniger kostet als ein FT232 bei einem
Distributor in Europa, dann ist das ein deutliches und streng riechendes
Indiz.
H4ti schrieb:> Muss ich also> einen Strombegrenzer oder einen Widerstand vor dem MAX3232 einfügen oder> besitzt dieser bereits interne Widerstände, um nur 0.3mA Strom zu> ziehen?
Nein, erstens mal sowieso nicht, da der Chip nur soviel aufnimmt wie er
braucht (verwendest du zum allerstenmal ICs?). Ausserdem wäre das
schädlich, weil der MAX ja auch alles mitversorgen muss was an den
RS232-Leitungen dranhängt, und das hängt von den jeweiligen
Eingangswiderständen ab, ist aber sicher mehr als die 0,3 mA - das ist
nur der RUHEstrombedarf.
Ein RS232-Eingang hat normgerecht etwa 3 kOhm Widerstand, da fliesst
also mehr als 1 mA rein, bei 12 V auf der Leitung sogar 4 mA.
Georg
Rufus Τ. F. schrieb:> Doch, wenn eine aus China gelieferte Platine mit einem "FT232"> gelabelten Baustein drauf weniger kostet als ein FT232 bei einem> Distributor in Europa, dann ist das ein deutliches und streng riechendes> Indiz.
aha und woher kennst du Staffelpreise der Chinesen?
Ich kenne jedenfalls Mondpreise bei hiesigen Shops.
PS "Geiz ist geil" ist auch bei hiesigen Shopbetreiber kein Fremdwort
und auch namhafte Lieferanten haben Fälschungen aus second source
Quellen bekommen z.B. Flashbausteine.
Indizien sind ja nett aber eben nur Indizien und kein Beweis.
Meine DS3231 RTC Module mit LiR Akku und I2C EEPROM bestückt aus China
machen was sie sollen für 1/10 vom Preis des nackten DS3231 hier aus dem
Shop, ist der Chinese nun falsch oder echt?
Ist der DS3231 aus dem Shop echter?
Joachim B. schrieb:> Ich kenne jedenfalls Mondpreise bei hiesigen Shops.
Ich schrieb "Distributor".
Joachim B. schrieb:> aus second source Quelle
Es gibt kein "second source" für FTDI.
Stefan U. schrieb:> Moemnt mal,> wenn da steht, dass keine Datenfluss Steuerung verwendet wird, aber> dennoch zwei Leitungen für Hardware-handshake verbunden werden sollen,> dann riecht das meiner meiner Meinung nach sehr stark nach Missbrauch> der Steuerleitungen zur Stromversorgung.
Hat mich auch stutzig gemacht und ich hab bei der Firma mal
angefragt.Die antwort:
"Nur RxD und TxD wird verwendet.
Innerhalb des Gerätes ist CTS/RTS nicht verbunden."
Also alles gut :)
Georg schrieb:> Nein, erstens mal sowieso nicht, da der Chip nur soviel aufnimmt wie er> braucht (verwendest du zum allerstenmal ICs?
Jap, richtig erkannt :D Definitv das aller erste mal. Und im Rahmen
eines Uniprojekts soll ich damit gleich ein nicht gerade günstiges
Laborgerät steuern. Daher stelle ich auch lieber ein doofe Frage mehr,
anstatt es auszuprobieren ^^
apropro doofe Frage, eine ist mir noch eingefallen:
Bin gerade dabei ein Code für die Kommunikation zu schreiben.
Kann das Gerät dabei irgendeinen Schaden nehmen, wenn dort falsche
Befehle ankommen?
Ich vermute ja eigl. Nein, wahrscheinlich reagiert er einfach nur nicht.
H4ti schrieb:> Kann das Gerät dabei irgendeinen Schaden nehmen, wenn dort falsche> Befehle ankommen?
Nein, direkt durch Software nicht. Indirekt natürlich schon, du könntest
einen Befehl an eine Talsperre senden, die Schleusen zu öffnen...
Dein Rührwerk sollte selbst sicher sein gegen Fehlangaben, z.B. sollte
es nicht zulassen, dass du die Drehzahl so hoch einstellst dass es
auseinanderfliegt.
Georg
Georg schrieb:> H4ti schrieb:>> Kann das Gerät dabei irgendeinen Schaden nehmen, wenn dort falsche>> Befehle ankommen?>> Nein, direkt durch Software nicht. Indirekt natürlich schon, du könntest> einen Befehl an eine Talsperre senden, die Schleusen zu öffnen...>> Dein Rührwerk sollte selbst sicher sein gegen Fehlangaben, z.B. sollte> es nicht zulassen, dass du die Drehzahl so hoch einstellst dass es> auseinanderfliegt.>> Georg
Hmmm...näähhh...das Rührwerk "sollte" es nicht zulassen...
Ich würde falsche Befehle unterscheiden in:
-Ungültiger Befehl: Der Befehl ist nicht im Befehlssatz enthalten und
die Maschine reagiert nicht darauf -> Ist OK
-Ungültiger Parameter: Max Drehzahl setzen bei Überlastbetrieb -> nicht
gut!
-Ungültiger Parameter außerhalb der Spezifikationen: Drehzahl über max.
Drehzahl setzen: sollte vom Rührwerk abgefangen werden