Taupunkt anzeigen

OP #5097081
Lesenswert?

Hallo Leute,
weiss jemand, wo man ein Hygrometer, welches ausser der rel. Feuchte
auch den Taupunkt in Grad Celsius anzeigt, zu einem moderaten Preis
kaufen kann? Oder hat irgendwer ein solches Gerät noch "rumliegen"
und würde es mir zu einem angemessenen Preis verkaufen? Falls jemand
ein passendes Programm für einen µC geschrieben hat, würde ich auch
gern einen fertig programmierten µC einschl. Schaltplan kaufen. Die
Erstellung der nötigen Peripherie wäre kein Problem für mich.
Gast #5097303
Lesenswert?

Harald W. schrieb:
> weiss jemand, wo man ein Hygrometer, welches ausser der rel. Feuchte
> auch den Taupunkt in Grad Celsius anzeigt, zu einem moderaten Preis
> kaufen kann?

Die Dinger gibt es doch überall.

https://www.voelkner.de/products/906991/Infrarot-Thermometer-IR-SCAN-350RH-Optik-121-50-bis-350-C-Pyrometer-Taupunktscanner.html?ref=43&products_model=W813441&gclid=EAIaIQobChMIic-334u21QIVDMayCh1G8geeEAQYAiABEgJ6w_D_BwE
#5097324
Lesenswert?

Ich habe z.B, dieses um im Keller die Luftfeuchtigkeit zu überwachen.: 
http://www.pearl.de/a-NC7431-3044.shtml
Wenn du den Taupunkt allerdings präzise und sicher wissen musst, so 
kommen wohl alle diese rechnenden Geräte nicht in Frage, weil die 
Sensoren altern können.

Für diese Fälle, z.B. in der Luffahrt, gibt es optische 
Taupunktshygrometer, die mittels Peltierkühlung einen Spiegel abkühlen, 
bis er beschlägt, und dieses mittels LED und Photodiode feststellen.
Gast #5099322
Lesenswert?

Der Taupunkt berechnet sich aus der relativen Luftfeuchte und der 
aktuellen Temperatur. Eine Formel findet man z.B. hier 
https://www.wetterochs.de/wetter/feuchte.html .

Hp M. schrieb:
> Wenn du den Taupunkt allerdings präzise und sicher wissen musst, so
> kommen wohl alle diese rechnenden Geräte nicht in Frage, weil die
> Sensoren altern können.

Wir wissen ja nicht wofür der TO das braucht. Für eine Wetterstation ist 
die Methode der Berechnung ausreichend genau genug. Wenn die Sensoren 
altern, dann wären ja auch die Werte für relative Feuchte und/oder 
Temperatur falsch. Das ein PT100 so altert, das er spürbar falsch misst, 
wage ich mal zu bezweifeln.

Hp M. schrieb:
> Für diese Fälle, z.B. in der Luffahrt, gibt es optische
> Taupunktshygrometer, die mittels Peltierkühlung einen Spiegel abkühlen,
> bis er beschlägt, und dieses mittels LED und Photodiode feststellen.

Derartige Geräte dürften für den Privatgebrauch schon aus preislichen 
Gründen ausscheiden.
Gast #5100183
Lesenswert?

Zeno schrieb:
> Derartige Geräte dürften für den Privatgebrauch schon aus preislichen
> Gründen ausscheiden.

Man muss nicht alles mit Goldkante kaufen.

Du brauchst einen Metallspiegel, von dem du vernünftig die Temperatur 
messen kannst, ein Peltier-Element zum Kühlen, evtl. einen kleinen 
Lüfter für den Luftaustausch und als Detektor eine kleine 
Laserdiode+Photodiode. Den Rest wird jeder kleine µC im wahrsten Sinne 
des Wortes geregelt kriegen.
Gast #5100240
Lesenswert?

Wolfgang schrieb:
> Man muss nicht alles mit Goldkante kaufen.

Das ist schon richtig, aber selbst das was Du beschreibst ist schon 
recht aufwändig. Es kommt halt darauf an, was der TO machen will. Für 
eine Wetterstation, wo der Feuchtigkeits- und Temperatursensor eh 
vorhanden sind reicht die Berechnungsmethode völlig aus.

Wenn es genauer sein muß ist die Messung mit einem Taupunkthygrometer 
sicher genauer. Ob man mit amateurmäßigen Mitteln den Sensor so genau 
hinbekommt, daß man reproduzierbare Messwerte bekommt wage ich mal zu 
bezweifeln. Allein die optischen Komponenten für die (reproduzierbare) 
Detektion des beschlagenen Spiegels dürften den Amateur nicht ohne 
weiteres zu lösen sein, zumindest nicht genauer als die 
Berechnungsmethode. Allein der Sensor eines Taupunktspiegelhygrometers 
kostet bei Michell Instruments um die 500€ und dieser Preis hat 
definitiv seine Gründe.
Gast #5100338
Lesenswert?

Wenn's was fertiges sein darf: Lutron YK-90HT, HD3008, HT3015, HT3015HA, 
MY-91HT, HT-305, HT-306, HT-315, MS-7011, GCH-2018, GCH-2028, 1007SD
Gibt's beim oder distrelec.
Einige arbeiten mit einem Sensirion-Sensor und können die Daten auf eine 
SD-Karte loggen.
Gast #5100758
Lesenswert?

Christian M. schrieb:
> Was kann das denn Anderes sein als eine simple Photodiode!?

Die Photodiode wird wohl mit das Billigste an dem Sensor sein. Mit der 
Photodiode allein ist es halt dicht getan, da diese den Spiegel nur 
punktuell abtasten kann. Damit man mit Sicherheit und reproduzierbar 
feststellen kann ob der Spiegel beschlagen ist oder nicht, braucht man 
schon ein größeres Bildfeld und nicht nur einen Punkt. Das erreicht man 
mit entsprechender Optik und die hat nun mal ihren Preis.
Gast #5101113
Lesenswert?

Zeno schrieb:
> Mit der Photodiode allein ist es halt dicht getan, da diese den
> Spiegel nur punktuell abtasten kann.

Die Photodiode sieht ohne aufwändige Optik problemlos den ganzen Spiegel 
und wenn man nicht aufpasst, noch viel mehr. Und warum soll eine kleine 
Fläche nicht als Detektionsfläche reichen. Punktförmig ist graue Theorie 
und optisch nur näherungsweise mit viel Aufwand zu erreichen.
Entscheidend ist, dass man die Temperatur der Spiegeloberfläche, auf der 
man die Taubildung detektieren möchte, ausreichend genau zu fassen 
kriegt, zumal in die Oberflächentemperatur auch noch die 
Kondensationswärme rein spielt.
Gast #5101936
Lesenswert?

Wolfgang schrieb:
> Die Photodiode sieht ohne aufwändige Optik problemlos den ganzen Spiegel
> und wenn man nicht aufpasst, noch viel mehr. Und warum soll eine kleine
> Fläche nicht als Detektionsfläche reichen. Punktförmig ist graue Theorie
> und optisch nur näherungsweise mit viel Aufwand zu erreichen.
> Entscheidend ist, dass man die Temperatur der Spiegeloberfläche, auf der
> man die Taubildung detektieren möchte, ausreichend genau zu fassen
> kriegt, zumal in die Oberflächentemperatur auch noch die
> Kondensationswärme rein spielt.

Wenn Du meinst das das so ist, dann ist das halt so. Ich habe viele 
Jahre mit Präzisionsoptik zu tun gehabt, und weiss daher das für 
reproduzierbare Ergebnisse (Betonung liegt auf reproduzierbar) die 
Qualität der optischen Komponenten entscheidend ist. Ich werde dies aber 
mit Dir nicht weiter diskutieren, da ich befürchte das dies in einer 
nicht endenden Diskussion mündet. Also lassen wir mal Deine Behauptung 
so stehen.

Das genaue Erfassen der Spiegeltemperatur dürfte das Nächste sein was 
solch einen Sensor verteuert.
Gast #5102035
Lesenswert?

Zeno schrieb:
> Wenn Du meinst das das so ist, dann ist das halt so.

Das meine nicht ich, sondern die Datenblätter von Photodioden. Meist 
haben die einen Öffnungswinkel von etlichen Grad, oft als Diagramm 
"Directional Characteristics" im DS. Es ist alleine eine Frage der 
Lichtquelle und der geometrischen Anordnung, was man daraus für ein 
Gesichtsfeld macht.
OP #5102446
Lesenswert?

Sebastian S. schrieb:

> Mein Gefühl sagt mir: Für einen Keller reicht auch ein Schätzeisen.

Ja, irgendwie ist die Dikussion aus dem Ruder gelaufen. Mir ging
es nie um eine Präzisionsfeuchtemessung. Ich weiss zwar wie die
durchgeführt wird, da wir diesen Wert zur Errechnung der Licht-
geschwindigkeit brauchten, aber selbst da haben wir ein Standard-
Psychrometer benutzt.

> Eine Super-Genau-Konstruktion ist nur dann nötig, wenn der
> Wissenschaftler mit der Lupe kommt.

Selbst Wissenschaftler brauchen nur selten Feuchtemessungen
mit besser als 1% Genauigkeit.

Ich wollte nur nicht jedesmal anfangen zu rechnen, sondern den
Wert des Taupunkts in °C direkt an der Wand ablesen. Dafür ist
das Instrument von Pearl ideal geeignet.
Gast #5103010
Lesenswert?

Jan H. schrieb:
> Die Temperatur ist da auch nicht das Problem, sondern das Hygrometer.
> Daher auch der "Workaround" mit dem Spiegel.

Ich denke mal das man im Amateurbereich auch die Alterung des 
Hygrometers vernachlässigen kann.

Der Spiegel ist kein Workaround, sondern eine völlig andere Messmethode 
für den Taupunkt.

Harald W. schrieb:
> Ich wollte nur nicht jedesmal anfangen zu rechnen, sondern den
> Wert des Taupunkts in °C direkt an der Wand ablesen. Dafür ist
> das Instrument von Pearl ideal geeignet.

Dieses Teil wird den Taupunkt auch nur aus Temperatur und Feuchte 
berechnen, was aber für Deine Zwecke bei weitem ausreichen dürfte.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren