Hallo,
war schon fast am verzweifeln warum ein zuvor funktioniernder Code zum
Auslesen eines HYT-Feuchtesensors plötzlich nur noch Fehler liefert...
Aber offensichtlich ist die Putzfrau schuld, die bei der Reinigung des
Raumes ein chlorhaltiges Putzmittel verwendet hat. Es riecht nur leicht
nach Chlor, aber offensichtlich langt das um die Sensoren Schachmatt zu
setzen, denn nach ausgiebiger Lüftung funktioniert nun auch der Code
wieder! Kann diese Überempfindlichkeit jemand bestätigen / begründen ???
Robert
Robert schrieb:> Aber offensichtlich ist die Putzfrau schuld, die bei der> Reinigung des Raumes ein chlorhaltiges Putzmittel verwendet hat.
Hast Du der Putzfrau über die Schulter gesehen?
Könnte es sein, dass sie mit der Chlorreiniger-Sprühflasche direkt auf
den Sensor sprühen kann? Voll den Sprühstrahl auf den Sensor oder in das
Gehäuse des Geräts?
Für Nasszellen gibt es Schaumreinigungsmethoden, da werden sämtliche
gekachelten Flächen erstmal eingeschäumt, dann mit einem Wasserstrahl
der Schaum abgespritzt. Sowas kann nicht auftreten?
Luftfeuchte-Sensoren sind zwar empfindlich gegen alles mögliche. Aber so
teure Sensoren wie Du sie verwendest, die "chemical resistance" in der
Produktbeschreibung des Herstellers stehen haben, sollten sich durch den
"leichten Chlorgeruch" von chlorhaltigen Haushaltsreinigern in der Luft
nach einer sachgemäßen Anwendung nicht aus dem Tritt bringen lassen.
Hast Du die Ausleseroutinen des Sensors durch den gesamten Messbereich
getestet, von niedrigen Anzeigewerten bis zu gesättigter Luft mit mehr
als 99% rF?
Jürgen S. schrieb:> Könnte es sein, dass sie mit der Chlorreiniger-Sprühflasche direkt auf> den Sensor sprühen kann? Voll den Sprühstrahl auf den Sensor oder in das> Gehäuse des Geräts?>> Für Nasszellen gibt es Schaumreinigungsmethoden, da werden sämtliche> gekachelten Flächen erstmal eingeschäumt, dann mit einem Wasserstrahl> der Schaum abgespritzt. Sowas kann nicht auftreten?
Das kann ich nach Rücksprache ausschließen. Sie war nur in einem
angrenzenden Sanitärraum zugange. Es sei übrigens das Reinigungsmittel
"biff Anti-Schimmel" gewesen.
Ja, es klingt schon erstaunlich. Der Sensor hat inzwischen schon einige
Wochen unauffällig gearbeitet- bis eben gestern. Selbst heute, wo nur
noch geringe Restmengen in der Luft sein dürften, funktioniert der
Sensor nur in Frischluft am offenen Fenster.
Jürgen S. schrieb:> Hast Du die Ausleseroutinen des Sensors durch den gesamten Messbereich> getestet, von niedrigen Anzeigewerten bis zu gesättigter Luft mit mehr> als 99% rF?
Nein. Was soll das in diesem Zusammenhang auch bringen?
Irgendwann wird ja nun mal die Raumluft "sauber" genug sein- dann werden
wir weitersehen.
Robert
Robert schrieb:> Jürgen S. schrieb:>> Hast Du die Ausleseroutinen des Sensors durch den gesamten Messbereich>> getestet, von niedrigen Anzeigewerten bis zu gesättigter Luft mit mehr>> als 99% rF?>> Nein. Was soll das in diesem Zusammenhang auch bringen?> Irgendwann wird ja nun mal die Raumluft "sauber" genug sein- dann werden> wir weitersehen.
Oder wieder "trocken genug".
Es könnte beispielsweise sein, dass die "conversion time" zwischen
Anforderung und Bereitstellung des Messwertes einerseits abhängig vom zu
messenden Wert ist und andererseits vom Programmierer zu knapp bemessen
wurde.
Falls der Fall zutrifft, liefert der Sensor in einem bestimmten Bereich
korrekte Meßwerte und in einem anderen Bereich keine Werte. Nur mal so
als Beispiel.
Deshalb meine Frage, ob der Ausfall vielleicht von der Höhe der zu
messenden Luftfeuchte abhängig ist.
Hallo,
was soll ich sagen, seit heute funktionieren meine 3 Testsensoren wieder
wie gehabt: einwandfrei. Nachdem ich gestern noch im Zweifel war, ob
nicht vielleicht eine Temperatur- oder Feuchtedifferenz zur Außenluft
eine Rolle spielte (am offenen Fenster funktionierten sie, sonst mal so
mal so) bin ich nun sicher, daß irgend etwas aus diesem Reiniger die
Sensoren betäubte und passivierte. Und ich glaube dafür kommt nur das
reaktive Chlor in Frage. Vielleicht hat nochmal jemand mal die
Gelegenheit das zu testen, ich bin jedenfalls froh, das die wie schon
erwähnt nicht ganz billigen Sensoren diesen Schock den Meßwerten nach
gut überstanden haben!
Jürgen S. schrieb:> Oder wieder "trocken genug".
Der Raum hatte stets zwischen 40 und 60% Luftfeuchte.
Jürgen S. schrieb:> Es könnte beispielsweise sein, dass die "conversion time" zwischen> Anforderung und Bereitstellung des Messwertes einerseits abhängig vom zu> messenden Wert ist und andererseits vom Programmierer zu knapp bemessen> wurde.
Als Programmierer habe ich gesten an allen möglichen Treiber-Parametern
herumgefeilt, um eventuellen Bugs auf die Schliche zu kommen. So auch an
der Conversion Time (ca. 100 ms). Hat alles nichts gebracht. Und vorher
ging ja auch alles.
OK danke Jürgen S. für die Rückmeldungen, aber jetzt wär eher der
Hersteller gefragt. Der stellt sich auf E-Mail Nachfrage bisher genauso
taub wie vor Stunden noch meine Sensoren...
Robert schrieb:> war schon fast am verzweifeln warum ein zuvor funktioniernder Code zum> Auslesen eines HYT-Feuchtesensors plötzlich nur noch Fehler liefert...
Kannst du das Fehlerbild für die Nachwelt vielleicht einmal beschreiben?
Robert schrieb:> Als Programmierer habe ich gesten an allen möglichen Treiber-Parametern> herumgefeilt, um eventuellen Bugs auf die Schliche zu kommen. So auch an> der Conversion Time (ca. 100 ms). Hat alles nichts gebracht. Und vorher> ging ja auch alles.
Hast Du den Code zum Auslesen selbst zusammengestoppelt, anhand von
Angaben im Datenblatt? Oder hast Du fertigen, getesteten Library-Code
von irgendwoher übernommen?
Wenn fertiger Code übernommen wurde: Ist der übernommene Code für exakt
dasselbe Sensormodell geschrieben worden oder nur für ein ähnliches?
Wenn Code anhand des Datenblatts selbst geschrieben: Wurde vielleicht
irgendwo eine Kleinigkeit übersehen, z.B. Bits, die aus einem Byte nach
dem Auslesen erst noch ausmaskiert und nicht zur Berechnung verwendet
werden dürfen?
Irgendwie klingt es merkwürdig, dass der Sensor abhängig vom Chlorgeruch
im Raum mal funktionieren und mal nicht funktionieren soll, und das bei
Messwerten, die vor und nach dem Ausfall stets im Bereich von 40 und 60%
Luftfeuchte anzeigen.
Hat der Sensor vielleicht eine maximale Ausleserate, die nicht
unterschritten werden darf? Meine billigen chinesischen Feuchtesensoren
(DHT22, AM2302) für mein Hobby-Wettermeßprojekt haben das: Obwohl die
"conversion time" zum Erhalten eines Messwerts bei diesen billigen
Sensoren unter 250 ms liegt, darf man diese Sensoren trotzdem nicht
häufiger als einmal alle 2 s auslesen. Sonst besteht die Gefahr, dass
beim Auslesen Nullwerte zurückgeliefert werden.
Also falls es auch für Deine Sensoren eine maximale Ausleserate gibt
(keine Ahnung, ob das auf Deine teuren Sensoren auch zutrifft wie bei
meinen billigen chinesischen), dann nicht nur auf die Korrektheit der
Ausleseroutine achten, sondern auch darauf, dass ein bestimmter
zeitlicher Mindestabstand zwischen zwei Auslesevorgängen des Sensors auf
jeden Fall eingehalten wird.
Hallo Jürgen, Gegenfrage: Warum sollte eine Software, die unverändert
wochenlang funktionierte plötzlich nicht und dann wieder normal weiter
funktionieren? Ohne daß dabei die Meßgrößen Temperatur und Feuchte
sonderlich schwankten? Ohne daß an der Schaltung was geändert wurde?
Geplant ist später der Einsatz in einem Wettersensor, bislang arbeitet
der Prototyp aber wohlbehütet bei Zimmertemperatur.
Jürgen S. schrieb:> Irgendwie klingt es merkwürdig, dass der Sensor abhängig vom Chlorgeruch> im Raum mal funktionieren und mal nicht funktionieren soll, und das bei> Messwerten, die vor und nach dem Ausfall stets im Bereich von 40 und 60%> Luftfeuchte anzeigen.
Also ich stelle mir das so vor, daß aggressive gasförmige Stoffe das
aktive Sensorpolymer passivieren und es bei "reiner" Luft erst nach und
nach wieder "sauber" wird und (mit Glück) schließlich normal
funktioniert. So würde es zu meinen Beobachtungen passen- aber da bin
ich natürlich Laie.
Jürgen S. schrieb:> Hat der Sensor vielleicht eine maximale Ausleserate, die nicht> unterschritten werden darf?
Nein, hat er lt. Datenblatt nicht. Ein "Zuviel" wird einfach mit einem
Statusbit für "Wert seit der letzten Auslesung unverändert" angezeigt.
Michael schrieb:> Kannst du das Fehlerbild für die Nachwelt vielleicht einmal beschreiben?
Ja das mache ich noch. In meiner Software habe ich einen Zähler für
erfolgreiche TWI-Interrupts zur Fehlerdiagnose auf dem Bus eingebaut.
Bei normalem Betrieb ist das ein Fixwert der im Fehlerfall einbricht auf
unterschiedliche, geringere Werte. Es schaut so aus als ob der Sensor
zeitweise in seiner Kommunikation streikt. Das möchte ich mir noch
genauer anschauen. Wie ich heute festgestellt habe lässt sich der Fehler
immer noch reproduzieren wenn der Sensor stärker erwärmt wird.
Robert