Detlef Kunz schrieb:
> Ist ganz einfach: Youtube-Video "SMD Bauteile löten, Anleitung, TSOP"
Nein!
Das ist keine vernünftige Lötmethode!
Warum?
1) Der Lötzinnauftrag wird so nicht kontrolliert, das führt zu
schlechten Verbindungen, die mechanisch anfällig sind. Durch das
Entlöten wird eine undefinierbare Menge Lötzinn abgesaugt, üblicherweise
zu viel.
2) Das lange Löten und Entlöten führt zu einer sehr hohen thermischen
Belastung für die Bauteile, was die Zuverlässigkeit reduziert
3) Das lange Löten und Entlöten führt zu einer sehr hohen thermischen
Belastung für die Platine, dadurch können Pads abreißen.
Das ist eine unglaublich schlechte Lötmethode und ich weiß nicht, warum
die immer noch propagiert wird.
SMD-Löten ist nicht schwer, aber dann doch bitte richtig. Man muss
lediglich den Lötzinnauftrag kontrollieren, den Rest erledigt die
Oberflächenspannung. Und von dem Geld, das man sich für die Entlötlitze
spart, kann man sich eine Lötkolbenspitze kaufen, die SMD-Löten stark
vereinfacht.
Und nun zum Lötstoplack: Der ist zwischen diesen feinen Pins nicht
notwendig, da FR4 schon ausreicht. Üblicherweise ist auch gar nicht
genug Lötzinn vorhanden, um so riesige Überflutungen auszulösen, dass
man den Lötstoplack bräuchte. Eher andersrum: Hinter den Pins ist der
Lack wichtig, damit das Lötzinn nicht wegfließt und dann an der
eigentlichen Verbindungsstelle von Pin und Pad zu wenig Lötzinn
vorhanden ist.