Massefläche unter Quarz

Gast #706348
Hallo zusammen,

ich muss eine Platine mit einem ATTiny2313 entwerfen (20MHz ext. Clock) 
und habe gesehen, dass eine andere Platine unter dem Quarz eine große 
Massefläche hat. Macht man sowas allgemein in einem guten Design oder 
kann man das auch weglassen?

Gruß

Gepi
#706364
@ Gepi (Gast)

>Massefläche hat. Macht man sowas allgemein in einem guten Design oder

Nein.

>kann man das auch weglassen?

Ja, die meisten Gehäuse sind eh aus Metall, da braucht man keine extra 
Massefläche. GGf. ist es günstig, das Gehäuse an Masse anzuschliessen, 
aber eine Fläche braucht man dazu nicht.

MfG
Falk
Gast #706386
> die meisten Gehäuse sind eh aus Metall, da braucht man keine extra
Massefläche

Allerdingds empfielt Maxim im Datenblatt für das Uhren-ICs (DS1307) eine 
lokale Massefläche unter dem Quarz, obwohl diese Quarze ein 
Metallgehäuse haben?!
#706395
@ Dietmar E (Gast)

>Allerdingds empfielt Maxim im Datenblatt für das Uhren-ICs (DS1307) eine
>lokale Massefläche unter dem Quarz, obwohl diese Quarze ein
>Metallgehäuse haben?!

Naja, die wollen nur sicher gehen, dass keiner so "schlau" ist, und nah 
an den Quarzpins irgendwelche Leitungen legt, die dann die empfindlichen 
Pins stören könnten.

MFG
Falk
Gast #706464
> wollen nur sicher gehen, dass keiner so "schlau" ist, und nah
an den Quarzpins irgendwelche Leitungen legt

Sicher? Zum einen soll die Massefläche auf die andere Seite, zum anderen 
liegt sie nicht nur unter den Pins, sondern vor allem unter dem Gehäuse.
Angehängte Dateien:
Gast #706890
> Und was steht dort?

Nichts, das Dir Recht gibt. Der schraffierte Bereich ist von Leitungen 
freizuhalten. Die Massefläche unter dem Metallgehäuse ist damit nicht 
erklärt.
Gast #706910
Die Masse unterm Quarzgehäuse soll eine gute Masse für den Quarz selbst 
abgeben (vor allem, wenn er dran angelötet ist), so daß sich nix Böses 
übers Gehäuse einkoppeln kann. Das ist aus meiner Sicht schon ein 
Design, was zur Störunterdrückung beiträgt bzw. die Abstrahlung der 
Frequenz vom Quarz aus vermindert.
Gute/große Masse ist vor allem im HF-Bereich üblich, und in der Regel 
auch notwendig (bei den Uhrenquarzfrequenzen aber sicherlich noch nicht 
so kritisch, trägt aber sicherlich auch da zur Signalqualität bei))
Gast #706965
Seitdem ich mal Probleme beim EMV-Test hatte, sind meine 
Quarz-Footprints schon für Masseflächen vorbereitet..

(Damals kam der Quarz für ein paar Takte beim Burst-Test aus dem Tritt - 
Gehäuse an Masse und Problem war gelöst.)


Seitdem lach ich bei einem EMV-Test -in der Richtung hin- nur noch.. ;)

Gute Masse schadet niemals!


Gruß,
Techniker
Gast #707005
> Gehäuse an Masse und Problem war gelöst

Das heisst man sollte das Quarz tatsächlich damit verbinden (im 
DS1307-Datenblatt stand: Massefläche auf die andere Seite)? Macht man 
das mit einem Drahtbügel?
#707010
Der Drahtbügel dient i.d.R. nur zur Fixierung des Quarzes. Da er sehr 
dünne Beine hat und verglichen damit ein grosses, schweres Gehäuse, 
"bondet" man ihn mit einem Draht an der Leiterplatte fest, damit das 
ganze mechanisch stabil wird. Da viele Quarze in einem Schrumpfschlauch 
sind bring so ein Drahtbügel hinsichtlich der Masse nichts.
Allerdings schadet es sicher nicht, unter dem Quarz eine Massefläche zu 
haben. Quarz also liegend montieren, mit Draht ficieren & Massefläche 
unter dem Gehäuse vorsehen. Die muss nicht auf der anderen Seite der 
Leiterplatte sein; es macht sogar sinn sie auf derselben Seite zu machen 
wo der Quarz ist.

Wenn man will und kann, kann man sogar noch links und rechts von den 
Leitungen für den Quarz zwei Masseleiterbahnen verlegen, dadurch wird 
das ganze noch etwas verbessert. Muss man aber nicht, es geht auch ohne.

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