Hilfe bei Netzteilreparatur 1200 W

OP #8102140

Hallo!

Folgendes Problem: Gegentakt-Halbbrückensperrwandlernetzteil 60 V, 20 A ist defekt, es sterben die Schalttransistoren (FDA50N50 = 500 V, 50 A).

Habe nochmals neue Transistoren verbaut und das NT vorsichtig mit reduzierter Spannung am Trennstelltrafo betrieben. Damit läuft es. Mir ist jedoch die recht hohe Induktionsspannung am Highside-MOSFET aufgefallen (267 V bei einer Zwischenkreisspannung von 136 V). Eigentlich müßte die doch über die Freilaufdiode des Lowside-Transistors in den Zwischenkreis abgebaut werden, wenn ich das richtig verstehe. Die Zwischenkreiselkos (2x 1500µ, 250 V) sind von der Kapazität und vom ESR her unauffällig. Rechnet man die 267 V auf 325 V Zwischenkreisspannung hoch, werden die zulässigen 500 V Uds weit überschritten. Das ist meine Theorie, weshalb die Transistoren sterben. Ist einer durch, macht der andere einen Brückenkurzschluß, dann sind beide hinüber.

Anbei ein Oszillogramm zum Einschaltzeitpunkt. Gelb = Gatespannung des HS-Transistors, blau = Drain-Source-Spannung des HS-Transistors, rot = Strom aus dem Zwischenkreis.

Die Gatespannung ist zwar recht hoch (+/-18 V, begrenzt mit Z-Dioden), aber bleibt noch unterhalb von 20 V. Snubber über der Primärwicklung ist 51R/5W mit gemessenen 1n MLCC.

Hat jemand einen heißen Tip? Mir gehen langsam die Ideen aus.

Angehängte Dateien:
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Wie sieht denn die Sekundärseite aus? Cs und Ds prüfen!

Auffällig ist der "unsymmetrische" Strom aus dem Zwischenkreis: Wenn die gelbe Kurve unter Null geht, bleibt der rote Strom C3 fast Null.
Messe mit C4 die Brückenmitte.

Wie hast Du die HS-D-S-Spannung gemessen? Differential-Probe?
Warum ist der gelbe Kanal C1 mit LS beschriftet? Ist das Netzteil belastet?
Was ist mit dem großem Folien-C neben C33? Ist das ein Resonanzwandler?
1200W mit Sperrwandler - glaub ich nicht.

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OP

Hi Torsten!

War schon spät, es ist natürlich ein normaler Gegentakt-Flußwandler mit Koppel-C, kein Resonanzwandler. Kanalbezeichnungen hatte ich vergessen zu ändern, bitte ignorieren. Wenn der LS-Transistor angeht, fließt der Strom über ihn, daher sieht man das nicht. Hatte keine Möglichkeit, die Stromzange an den Übertrager zu hängen.

Die HS-Spannung ließ sich dank Trennstelltrafo problemlos mit einem normalen Tastkopf messen; das Netzteil ist hier nicht belastet und fängt auch an zu pumpen, wenn die Uzk hoch genug ist, um 60 V sekundärseitig zu erreichen.

Der große C ist der Koppelkondensator 3µ3 (der ist auch OK).

Ich hatte auch mal 17 A bei 60 V für wenige Sekunden gezogen, das ging, also Sekundärseite würde ich ausschließen. Aber wenn ich das Netzteil direkt an das Netz klemme, knallen die Transistoren durch. Und in der Größe kosten die auch paar Mark, habe keine Chipstüte mit den Dingern parat, nochmal dürfen die nicht kaputtgehen.

NTC ist OK, Relais schaltet verzögert ein, Ansteuerung auch entsprechend verzögert, alles unauffällig.

F. P. schrieb:

Mir ist jedoch die recht hohe Induktionsspannung am Highside-MOSFET aufgefallen (267 V bei einer Zwischenkreisspannung von 136 V).

Ohne jetzt die Schaltung zu sehen, würde ich mal die Schutzelemente wie R und C in der Nähe messen. Evtl. ist ein R hochohmig geworden und C kann nicht mehr wirken?

OP

Der Snubber-Widerstand 51R ist in Ordnung, aber bei dem 1n bin ich mir nicht sicher, ob der für die Leistungsklasse nicht bißchen klein und schon degeneriert ist. Vielleicht hat der Übertrager einen weg...

Ich hatte auch mal 17 A bei 60 V für wenige Sekunden gezogen, das ging, also Sekundärseite würde ich ausschließen.

Ich nicht. Messen!

Der OP hat hier schonmal als Nachtschwärmer gepostet:
Velika S-1200-60 defekt Reparaturversuch möglich
https://forum.zerspanungsbude.net/viewtopic.php?f=15&p=1138678&t=92624
Unklar ist, ob er dort ebenfalls der OP (Schaublin12) war. Das Foto spricht dafür, dass er im selben Thread unter verschiedenen Namen postet. Zuerst meint er, er habe keine adäquaten Messmöglichkeiten, dann kommt ein teures Tek zum Vorschein. Kann geliehen sein.

: Bearbeitet durch User

Preislich auf dem selben Nivau sind auch Power-FET mit 600 oder 650V. Nicht ganz von ungefähr haben die Schaltnetzteil ICs mit intergriertem Transistor 650V Spannungsfestigkeit. Einen Versuch mit spannungsfesteren MOSFET aus zuverlässiger Quelle (TME, LCSC, Mouser, Digikey) würde ich noch unternehmen.

Leistungs Transistoren, IGBTs usw. immer nach den Kauf vom Ali oder eBay mit Isotester prüfen. Hatte sowas ähnliches mal bei einen FU. Bei niedriger Spannung am Stelltrafo lief er. Sobald man die Spannung erhöhte, hat es geknallt.

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