Mal wieder eine Frage aus der Rubrik was darf man überhaupt noch.
Basierend auf der Diskusion mit einem Freund(Elektriker & Ingenieur) kam
das Thema auf wer darf Installationen im Haus ausführen z.B. eine
Steckdose wechseln.
Eigentlich war meine Meinung recht klar aber weil er dagegen hielt habe
ich gegoogelt.
http://www.zuhause.de/elektroinstallationen-was-darf-man-selbst-ausfuehren-/id_70288370/index
Demnach dürfen nur Firmen die im Installationsvereichnis des EVU
eingetragen sind solche Arbeiten durchführen.
Als Privatperson kommt man da wohl nicht rein(bei einem EVU gelesen).
Außerdem muss man in der Handwerksrolle eingetragen sein.
Ich meine wenn man einen Maler anruft kommt der ja nicht mit einem
Elektriker? Was machen die ganzen Hausmeisterservice?
Was passiert hier? Wie geht das denn überhaupt in der Paxis es gibt doch
Euopaweite ausschreibungen. Tragen sich die bewerber alle in die
Handwerksrolle bzw. das jeweilige Instlationsverzeichnis des jeweiligen
EVU ein?
Verwirrt schrieb:> Eigentlich war meine Meinung recht klar aber weil er dagegen hielt habe> ich gegoogelt.> http://www.zuhause.de/elektroinstallationen-was-darf-man-selbst-ausfuehren-/id_70288370/index>> Demnach dürfen nur Firmen die im Installationsvereichnis des EVU> eingetragen sind solche Arbeiten durchführen.
Dann zähl mal die Sätze im Absatz 2 des Paragraphen 13 und überleg dann,
was der heilige Verordner mit "Mit Ausnahme des Abschnitts zwischen
Hausanschlusssicherung und Messeinrichtung einschließlich der
Messeinrichtung gilt Satz 4 nicht für Instandhaltungsarbeiten." gemeint
haben könnte...
VG
P.S.: Schönes Thema, nicht neu, aber immer wieder für einen Aufrührer
gut. Ich geh dann mal Popcorn holen :-)
Wo kein Kläger, da ist kein Richter!
Also Ehrlich! Wenn der Austausch fachgerecht durchgeführt wurde ist das
doch keine Angelegenheit. Wer könnte das beweisen und würde Grund haben
nachzuschauen? Natürlich, wenn der Baumarkt alle Verkäufe melden würde,
könnte man Stichproben machen;-)
Deutsche frühere Generationen würden sich über die heutige übertriebene
Reglementation totlachen. Was ist aus Deutschland geworden? Laßt Euch
doch nicht so Eure Freiheiten einschränken.
Wenn es wirklich so schlimm wäre, brauchten die Baumarkt Geschäfte ja
kein solches Elektroinstallationsmaterial mehr führen weil es ja sowieso
verboten wäre.
Bei uns in Kanada sind solche Reparaturen offiziell sanktioniert solange
es nach dem Code gemacht wird. Der "Code" ist öffentlich frei
zugänglich.
Genau so ist es mit den Autoheinzelmännnchen wie selbststeuernde
Fahrzeuge und alle sonstigen eingebauten Spielsachen. Die wirkliche
Tragik der Situation ist der Verlust des Engagements. Wer sich von so
einer Kiste fahren läßt, kann im Ernstfall nicht mehr folgerichtig und
schnell reagieren. Ein aktiver Autofahrer hat in der Regel seine Sinne
und Aufmerksamkeit bei der Sache.
Aber was rede ich da? Es ist ja nicht mehr aufzuhalten. Dieser
sogenannte Fortschritt muß auf Teufel komm raus passieren, auch wenn man
die Tragweite solchen Fortschritt noch nicht einmal in aller Konsequenz
erfassen und verstehen kann. Abgesehen davon wird hier der Fortschritt
nur vorgetäuscht - In der Hauptsache geht es um geschäftliche Vorteile
und Wiederbelebung eines stagniererenden Marktes. Da wird zweckdienliche
Wissenschaft betrieben warum es ohne massive Beeinflussung nicht mehr
anders geht und den Politikern falsche Fakten eingetrichtert. Tut mir
leid - so geht es nicht. Kommt doch endlich mal von eurem technik
verliebten Roß herunter und seht mal den Tatsachen in den Augen.
In Calgary wurde vor kurzen eine Frau beim rausfahren aus der Garage
trotz Heckkamera überfahren. Die Leute sehen gar nicht mehr drauf. Was
nützt also diese Kamera wenn die Leute es nicht benutzen? Wenn man
anstatt der Kamera oder zusätzlich serienmäßig Hindernissensoren mit
zusätzlicher Akustischer Warnung eingeführt hätte wäre die Chance zum
Überleben für die arme Frau besser gewesen.
Anstatt unsere Probleme durch Technik alleine lösen zu wollen, wäre es
nicht besser den Mensch richtig zu engagieren um sich aufmerksamer zu
verhalten?
OK. Jetzt könnt ihr Eure Steine werfen.
Gerhard
Gerhard O. schrieb:> OK. Jetzt könnt ihr Eure Steine werfen.
Es könnte über kurz oder lang auch sein, dass der deutschen Sportart des
formalen Prinzipienreitens die EU in die Quere kommt. Es also nicht mehr
so sehr darauf ankommt, was für einen Abschluss man irgendwann einmal in
der Dokumentenmappe abgelegt hat. Sondern ob man unabhängig davon weiss
was man tut.
A. K. schrieb:> Gerhard O. schrieb:>> OK. Jetzt könnt ihr Eure Steine werfen.>> Es könnte über kurz oder lang auch sein, dass der deutschen Sportart des> formalen Prinzipienreitens die EU in die Quere kommt. Es also nicht mehr> so sehr darauf ankommt, was für einen Abschluss man irgendwann einmal in> der Dokumentenmappe abgelegt hat. Sondern ob man unabhängig davon weiss> was man tut.
Das kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Eher werden noch mehr
Auflagen gemacht.
Mit meiner Ausbildung der siebziger Jahre käme ich heutzutage ohne
andauerndes Dazulernen auch nicht sehr weit. Die Technik ändert sich
einfach immer schneller.
Verwirrt schrieb:> Eigentlich war meine Meinung recht klar aber weil er dagegen hielt habe> ich gegoogelt.> http://www.zuhause.de/elektroinstallationen-was-darf-man-selbst-ausfuehren-/id_70288370/index
Nie Journalisten glauben, wenn es um Themen geht, von denen sie keine
Ahnung haben (und das sind praktisch alle Themen ;-)). Der Schreiber des
von dir verlinkten Artikels hat netterweise die Quelle angegeben, aus
der er (unvollständig) zitiert hat, nämlich die NAV. Warum also nicht
einfach dort nachlesen?
Michael B. hat es offensichtlich getan.
Wenn man sehr pingelig wäre, müsste man bei "Steckdose wechseln" zwei
Fälle unterscheiden:
1. Die alte Steckdose ist kaputt, muss also im Rahmen der Instandhaltung
ausgetauscht werden. Das ist jedem erlaubt.
2. Die alte Steckdose hat eine hässliche Farbe und soll deswegen durch
eine schönere ersetzt werden. Das ist keine Instandhaltungsarbeit und
darf deswegen nur vom zertifizierten Fachmann durchgeführt werden ...
... es sei denn, man schafft mittels eines Vorschlaghammers die
Voraussetzungen für Fall 1 ;-)
A. K. schrieb:> Es also nicht mehr so sehr darauf ankommt, was für einen Abschluss man> irgendwann einmal in der Dokumentenmappe abgelegt hat. Sondern ob man> unabhängig davon weiss was man tut.
Das wäre ein absolut wundervoller Fortschritt!
In meiner Wohnung kann ich, je nach Schalterstellung des
Badlichtschalters, die Waschmaschine mit dem Flurlicht abschalten.
Baujahr 93, installiert vom Fachbetrieb und nachweislich nicht
verändert.
Tr schrieb:> A. K. schrieb:>> Es also nicht mehr so sehr darauf ankommt, was für einen Abschluss man>> irgendwann einmal in der Dokumentenmappe abgelegt hat. Sondern ob man>> unabhängig davon weiss was man tut.>> Das wäre ein absolut wundervoller Fortschritt!>> In meiner Wohnung kann ich, je nach Schalterstellung des> Badlichtschalters, die Waschmaschine mit dem Flurlicht abschalten.> Baujahr 93, installiert vom Fachbetrieb und nachweislich nicht> verändert.
Niemand ist perfekt;-)
Verwirrt schrieb:> wer darf Installationen im Haus ausführen
Siehe
http://www.dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#M
Du darfst die Steckdose selber auswechseln als Massnahme einer
Instandhaltung (weil das Plastik der alten zerbrochen ist, sie Farbe am
Schutzleiterklemmbügel abbekommen hat, ...)
Du darfst sie versetzen "Verbesserung vornehmen - des Montageplatzes",
also ein Loch woanders in der Wand schaffen, dort eine neue UP Dose
rein, ein Kabel dorthin ziehen, dort eine Steckdose montieren und weil
dir die alte beim Ausbau kaputt gegangen ist oder keinen guten Eindruck
mehr machte eine neue kaufen, und dann die alte Stelle verschliessen
(als mit einer Schraube verschlossene Verteilerdose, nicht zuspachteln,
wegen der Klemmen darin, die müssen zugänglich bleiben, dürfen aber
unter die Tapete). Ja, das ist eine recht weite Interpretation, aber
zeigt was alles unter Instandhaltung verstanden werden könnte.
Du darfst keine neue montieren, d.h. wie oben doch die alte drin lassen.
Wenn man etwas neues montiert, muss man die nach den neu gültigen
Richtlinien installieren, und die kennst du als Elektrolaie nicht. So
lange du nur das alte reparierst, kannst du es so machen, wie es damals
war, also ggf. klassische Nullung beibehalten.
Der Maler muss entweder doch mit dem Elektriker kommen um die Lampen
abzuschrauben, oder eine kleine Zusatzschulung als "elektrotechnisch
unterwiesene Person" machen, und dann darf er nur das machen, in dem er
unterwiesen wurde, also Lampen abbauen. Ebenso der Kücheninstallateur,
der darf den Herd nur anschliessen, wenn er dazu unterwiesen wurde,
sonst muss er einen Elektriker holen.
Jeder Elektriker darf bei dir auch Neues bauen, er muss sich nur beim
EVU melden und nachweisen daß er Elektriker ist, dort erhält er auch die
lokal gültige TAB. Er darf aber nicht am plomierten Bereich arbeiten,
z.B. eine neue Anlage erstmalig an das Netz anschliessen, das dürfen nur
Elektriker der EVU oder von ihm akkreditierte die dann auch die
Plomenzange haben.
Der ZVEH hat im Lobbyinteresse seiner korrupten Mitglieder desinformiert
weil er frecherweise die Instandhaltung hinzugeschlagen hat obwohl die
in der NAV ausgenommen ist. Einen Dimmer an Stelle eines Schalters
einzubauen ist selbstverständlich eine Verbesserung und damit
Instandhaltung.
Gerhard O. schrieb:> Das kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Eher werden noch mehr> Auflagen gemacht.
Vorschriften schon. Darum ging es mir nicht.
Aber die klassisch deutsche Variante ist, dass man den richtigen
Abschluss haben muss. Wer vor Jahrzehnten E-Technik studierte darf. Wer
das zwar kann, aber mit der falschen Ausbildung, der darf nicht.
Dieses Prinzip steht grenzüberschreitender Arbeit im Weg. Deshalb könnte
das unter Druck geraten.
Man fasst es nicht. Ich habe mir den kompletten Keller ausgebaut sowie
das Dach:
6 + 2 Räume + 1 Feuchtraum
Geschätzt 20 Dosen + Feuchtraumdosen
Alles selber verlegt und an die schon vorhandene Installation im
Zählerkasten angeschlossen.
Sicherungen aus dem Internet
Angeschaltet, passt. Dach und Keller sind komplett beleuchtet.
Interessanter Nebeneffekt: Durch die an der Kellerdecke verlegten Kabel,
hat die Etage oben drüber jetzt Fussbodenheizung. :D
Kritiker schrieb:> Man fasst es nicht. Ich habe mir den kompletten Keller ausgebaut sowie> das Dach:
Korrekt wäre evtl, dass du anschliessend eine Fachkraft holst, die es
begutachtet. Das könnte der entscheidende Teil sein, denn sonst dürfte
ein Azubi allenfalls die Kabel tragen.
Gerhard O. schrieb:> Deutsche frühere Generationen würden sich über die heutige übertriebene> Reglementation totlachen. Was ist aus Deutschland geworden? Laßt Euch> doch nicht so Eure Freiheiten einschränken.> OK. Jetzt könnt ihr Eure Steine werfen.
Nein Gerhard, hier im Forum verkehren nur zivilisierte Leute. Und die
werfen grundsätzlich keine Steine! :-)
Von Deutschland aus betrachtet scheint mir Kanada übrigens in punkto
Bürokratie und Bevormundung der Bürger das wahre Paradies zu sein...
Shit happens immer und überall – Aber in Kanada scheint man das oft
nicht ganz so eng zu sehen. ;-)
http://news.sky.com/story/python-owner-not-guilty-after-snake-killed-two-young-boys-in-canada-10651887
Bastler schrieb:> Shit happens immer und überall – Aber in Kanada scheint man das oft> nicht ganz so eng zu sehen. ;-)
In anderen Teilen Europas auch nicht unbedingt. So dürfte der Anblick
mancher Elektroinstallation in Spanien (Kanaren) für eine deutsche
Fachkraft nicht zumutbar sein. ;-)
Bastler schrieb:> Von Deutschland aus betrachtet scheint mir Kanada übrigens in punkto> Bürokratie und Bevormundung der Bürger das wahre Paradies zu sein...
Ja ja, das Stammtischgelaber.
In Kanada musst du erstmal dein Elektrikvorhaben anmelden (komplette
E-Installationpläne des Hauses vorlegen) und hinterher von einem
Sicherheitsbeauftragten prüfen lassen, und das alles ist nicht
kostenlos:
http://www.safetyauthority.ca/homeowner-permits/electrical
Übrigens müssen dort auch die Elektriker eine Permit einholen und ihre
Arbeit prüfen lassen, ähnlich wie in den USA.
A. K. schrieb:> In anderen Teilen Europas auch nicht unbedingt.
Yep. Die "deutsche" Prinzipienreiterei hat auch was gutes. Man betrachte
das Foto. Urlaub in Kroatien, schon ein paar Jahre her. Der Kühlschrank
des Hotel-Appartments war so angeschlossen, zugegeben hinter einer
kleinen Kommode versteckt. Ja, wir hatten Kinder unter 10J dabei...
Günter R. schrieb:> Seit letztem Jahr darf nur noch ein> Installateur die Wasseruhr wechseln, weil man das Wasser ja trinken> könnte (sic) und deswegen die notwendige Fachkenntnis erforderlich ist> (irgendeine Trinkwasserverordnung)
Da gehts nicht drum ob ihr das Wasser trinkt oder das Klo runterspuelt.
Der Zaehler ist direkt am Haupthahn und damit mit dem Netz verbunden.
Weil du die Risiken aber nicht erkennst (Verkeimung, Netzrueckfluss),
darf das nur der Profi machen ;-)
2⁵ schrieb:> Man betrachte das Foto. Urlaub in Kroatien, schon ein paar Jahre her.> Der Kühlschrank des Hotel-Appartments war so angeschlossen
Wo ist das Problem? Der Schutzleiter ist angschlossen, also ist die
Sache sicher ;-)
Bei mir hier in Deutschland war jahrzehntelang in einer Küchensteckdose
der Schutzleiter nicht angeschlossen (ist vom Installateur wohl einfach
vergessen worden), bis ich den Fehler eines Tages durch Zufall bemerkte.
Es ist vollkommen egal, wer die Steckdose wechselt, solange auf
den persönlichen Schutz geachtet wird - LS oder gleich den FI
ausschalten - und drei Leiter mit den richtigen Farben wird wohl
fast jeder Depp auf die Reihe kriegen, er muss nur den gelb/grünen
in die Mitte bringen....
Michael B. schrieb:> Bastler schrieb:>> Von Deutschland aus betrachtet scheint mir Kanada übrigens in punkto>> Bürokratie und Bevormundung der Bürger das wahre Paradies zu sein...>> Ja ja, das Stammtischgelaber.>> In Kanada musst du erstmal dein Elektrikvorhaben anmelden (komplette> E-Installationpläne des Hauses vorlegen) und hinterher von einem> Sicherheitsbeauftragten prüfen lassen, und das alles ist nicht> kostenlos:>> http://www.safetyauthority.ca/homeowner-permits/electrical>> Übrigens müssen dort auch die Elektriker eine Permit einholen und ihre> Arbeit prüfen lassen, ähnlich wie in den USA.
Was Du sagst stimmt ist aber nur halb so schlimm wie es sich liest. Wie
ich aber von Bekannten hörte ist das nur eine Formalität. Du reichst die
Info von Deinem Vorhaben ein und bekommst sofort in der Regel die
Baugenehmigung. Später wenn alles fertig ist läßt Du es begutachten und
wenn alles richtig ist, kriegst das Zertifikat und gut ist. Ich habe
noch nie jemand darüber klagen gehört. Ja, kostenlos ist es nicht.
Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass die Behörden bei uns in
der Regel die Leute nicht schikanieren. Allerdings wird sehr genau nach
den Regeln gearbeitet - dass heisst, man sich nicht in ein Argument
einlassen um die Regeln zu biegen. Da kommt man nicht weit.
2⁵ schrieb:> Man betrachte> das Foto. Urlaub in Kroatien, schon ein paar Jahre her. Der Kühlschrank> des Hotel-Appartments war so angeschlossen
Die Farben passen und es wurde dreifach mit einer
Drilldrahtschwelbrandsicherung gesichert. Wo ist das Problem?
A. K. schrieb:> Korrekt wäre evtl, dass du anschliessend eine Fachkraft holst, die es> begutachtet.
Und die kostet mehr wie der ganze Ausbau gekostet hat ;)
Verwirrt schrieb:> Ich meine wenn man einen Maler anruft kommt der ja nicht mit einem> Elektriker? Was machen die ganzen Hausmeisterservice?
Willst du die ganze Steckdose wechseln oder nur die Plasteabdeckung?
Yalu X. schrieb:> Bei mir hier in Deutschland war jahrzehntelang in einer Küchensteckdose> der Schutzleiter nicht angeschlossen (ist vom Installateur wohl einfach> vergessen worden), bis ich den Fehler eines Tages durch Zufall bemerkte.
Bei uns im Ferienhaus waren zwei Wechselschalter für das Küchenlicht
installiert. Das Anschlusskabel, die Kabel der Schalter sowie das Kabel
der Kühlschranksteckdose wurden in einer Abzweigdose zusammengeführt.
Als wir dann den Kühlschrank tauschen mussten bekam ich, als ich den
Stecker des Kühlschranks trennen wollte, einen Stromschlag als ich die
Kühlrippen des Kühlschranks berührte ohne dass der RCD auslöste.
Das Ende vom Lied:
Für beide Schalter war ein normales drei-poliges Kabel verlegt worden,
bei dem PE (je nach Schalterstellung) als Rückleiter verwendet wurde. In
der Abzweigdose war dann, aufgrund der gleichen Farbgebung, der PE der
Kühlschranksteckdose mit dem vermeintlichen PE der Wechselschalter
verbunden worden, der PE der Wechselschalter aber wiederum nicht mit dem
PE des Anschlusskabels. Mit anderen Worten, je nach Schalterstellung lag
an den Kühlrippen des Kühlschranks Spannung an. Zwar "nur" 150V statt
230V, wach war ich danach aber trotzdem.
Nachvollziehen, wer das Ganze verbockt hat können wir nicht mehr. In
jedem Fall kostete es einiges an Zeit um die Ursache zu finden, da ich
mir insbesondere das Nicht-Auslösen des RCD (der in Ordnung war, wie ein
Test ergab) nicht erklären konnte.
Die Sache ist doch ganz einfach:
Bei Installationen im Haus bzgl. Strom oder Trinkwaser darf jeder alles.
Solange nichts passiert, passiert auch nichts. Bußgelder oder so bei
Verstoß gegen Normen oder sonstige Richtlinien gibt's da nicht.
Nur muß jeder wie auch sonst im Leben die Verantwortung für das tragen,
was er tut.
Versicherungen bei Sachschäden oder Richter bei Personenschäden schauen
ganz genau hin. Im Falle eines Falles zahlt man dann halt selber, oder
geht selber in den Knast.
Oliver
Unter dem Strich ist eigentlich ganz einfach:
Der, der etwas macht, trägt auch die Verantwortung.
Bei all' den sich hieraus ergebenden Möglichkeiten hat der Elektrische
einen riesigen Vorteil: Er hat während der Arbeitszeit einen
Versicherungsschutz.
Noch ein Beispiel für Wahn, betreffend die EU-Vorgaben für
Stromeinsparung.
Nachfolgendes zeigt besondere 'Fachkompetenz', zitiert aus:
http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.kommission-geht-stromfressern-sn-den-kragen-die-eu-reguliert-jetzt-auch-wasserkocher.891bfe0c-b8e0-4144-ab4d-e318d08a1881.html
"Mit dem Verbot der starken Staubsauger provozierte man in
Großbritannien eine Protestwelle. ...
Der Fehler soll nicht noch einmal passieren, weshalb Kommissions-chef
Jean-Claude Juncker sein Team Ende Oktober bat, die Finger von einigen
Haushaltsgeräten wie Haartrocknern und Toastern zu lassen, um Populisten
keine zusätzliche Munition zu liefern. Zumal diese Produkte ein nur
geringes Einsparpotenzial liefern.
Da kann man bei Wasserkochern mehr erreichen – übrigens mit starker
Unterstützung der Industrie. „Bei Geräten, die mit Wärme arbeiten, gibt
es die größten Einsparmöglichkeiten“, bestätigte Annette Wagner,
zuständig für EU-Gesetzgebung beim Hausgeräte-Riesen Bosch."
Auf deutsch:
Bei Staubsaugern, die extra viel VERLUSTleistung fabrizier(t)en (z.B.
durch extra dünne Wicklungsdrähte), um auf die "Mega 2 Kilowatt" zu
kommen, macht es weniger Sinn, zu sparen, als beim 2 kW-Wasserkocher die
NUTZleistung zu reduzieren!
Wenn die EU-Farce dem Volk auch weiterhin kompromisslos beweisen will,
dass sie komplett überflüssig ist, nur weiter so, das geht auch auf
diesem Politikfeld!
Das Thema hier kommt so oft wie welches Oszi soll ich kaufen. Einfach
mal die Suchfunktion benutzen. Suchbegriff "was darf ein Ingenieur" oder
andere Varianten.
Mach dir keinen Kopf. Wenn du die Arbeiten fachgerecht ausführst kann
dir keiner was.
Wenn du pfuscht, musst du im Fehlerfalle dafür geradestehen, egal ob du
Bäckergeselle oder Elektromeister bist. Im Zweifel könnte es dir dann
als Elektromeister sogar schlechter ergehen weil man dir unterstellt du
hättest es ja wissen müssen.
Der letzte Elektriker den ich live erleben durfte hat eine gewischt
bekommen als er nen Kreuzschalter wechseln sollte:
"Sicherung rausmachen? Für sowas kleines nicht. <Brrzz> AAAA!"
Ich wohnte mal als Student in einem Haus das einem Elektromeister
gehörte und der das vermietete. In einer Wohnung gingen unter der
Duschwanne kreuz und quer die Kabel hin und her und auch sonst war die
restliche Elektroinstallation auf dem Stand von vorm Krieg:
Schmelzsicherungen die wöchentlich rausflogen war normal. Das Dach war
mit Styroporverpackungen von Elektrokleinteilen gedämmt, auch ne Art der
Entsorgung.
Echte deutsches Qualitätshandwerk eben,
Oliver S. schrieb:> Die Sache ist doch ganz einfach:>> Bei Installationen im Haus bzgl. Strom oder Trinkwaser darf jeder alles.
Bei selbstgenutzem Eigentum kann man das machen.
Sobald du vermietest sieht das evtl. schon anders aus.
Und ein Mieter egal ob Elektro- oder sonstiger verbrieft-
zertifizierter- Meister hat da auch erstmal die Finger wegzulassen weil
es ihm schlichtweg nicht gehoert.
[******] schrieb:>> Bei Installationen im Haus bzgl. Strom oder Trinkwaser darf jeder alles.>> Bei selbstgenutzem Eigentum kann man das machen.
Wer soll denn nachweisen, wer welche Arbeiten gemacht hat? Das geht
höchstens im Neubau. Länger als 15 Jahre hebt doch keiner irgendwelche
Elektrikerrechnungen auf. Und selbst wenn, wäre hinterher kaum noch
beweisbar, was von wem gemacht wurde.
schlussendlich ist ja immer nur die Frage wichtig WENN etwas passiert.
Wenn Du Deine Steckoden selber installiert und Dein Haus brennt wegen
einer Kerze ab, ist Deine Elektroinstallation nicht schuld und somi kein
PRoblem.
Wenn aber die Steckdose kockelt weil fehlerhsaft installiert, ist sowhl
Du als auch ein ausgebildeter Elektriker drann..macht also auch keinen
Unterschied..
Die verantwortung trägt also ebenfalls sowieso derjenige der es gemacht
hat.
Ebenfalls wird auch die Versicherung IMMER zahlen.
Es kann jedoch passieren, wenn hier GROBE fahrlässigkeit im Spiel war!!!
das die Versicherung auf Dich zukummt und das Geld in Teilen
zurückfordert..das gilt dann aber auch für den Elektrikermeister!!
Im Grunde ist es also wurscht
Kim S. schrieb:> Im Grunde ist es also wurscht
Das stimmt so nicht. Man kann dir schon alleine deshalb grobe
Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit einem Fehler unterstellen, weil du
als Laie ohne Kenntnis der Normen dich an der Elektrik zu schaffen
gemacht hast. Dass du die Normen nicht kanntest beweist dein Fehler:-)
Beim Installateur hingegen muss man zunächst von einer kleinen
Unachtsamkeit entgegen besseren Wissens ausgehen.
Also prinzipiell ist es mal so das man alles machen darf. Ob man das
gemacht auch in der Form in Betrieb nehmen darf ist dann die andere
Frage.
Man muss ich halt immer über die Konsequenzen im klaren sein. Wenn mir
heut die Bude abfackelt und rauskommt das es von einer selbstgebastelten
E-Installation kommt, dann kann ich nicht erwarten das irgendeine
Versicherung dafür geradesteht.
In meinem Haus (BJ 1600 irgendwas) ist die Elektrik größtenteils noch
von vor 1965, sprich das sind noch die alten Farben (rot,grau,schwarz).
Die Leitungen sind (größtenteils auf Putz) und die Andern sind mit
Textilummantelt mit Gummi? darunter und der Kern ist dann Alu?
feindrähtig. Keine Ahnung ob das wirklich Alu ist, aber nachdem das ja
bei den China-Waren wieder in Mode ist geh ich mal davon aus. Die
Leitungen zerbröseln teilweise wenn man sie anfässt.
Wenn ich etwas mache (egal ob Elektrik, Elektronik, Auto, Motorrad) dann
eigentlich nur wenn ich mir zu 100% sicher bin das es richtig ist (heißt
aber das es noch immer falsch sein kann). Wobei man natürlich dabei auch
das jeweilige Risiko abwägen muss (Wenn ich jetzt beim Motorrad den
Scheinwerfer falsch einstelle ist das ziemlich sicher nichts weswegen
ich einen Unfall baue)
Meine Erfahrung bei den Elektrikern (und eigentlich allen Handwerkern)
ist das die meisten keine Zeit haben um gut genug zu arbeiten. Meine
Kabel und Adern sind z.B. alle sauber abisoliert/entmantelt, die die der
Elektriker letztens gemacht hat sind alle unterschiedlich lange und er
hat auch großzügig mim Messer beim entmanteln in die Adern geschnitten.
Zum neu machen war keine Zeit, wobei der Fehler ja erst durch den
Termindruck entstanden ist. Bald ist der wieder da, und dann ist aber
schon alles vorbereitet, er muss nur noch 2 Kabel im Sicherungskaten
aufklemmen und 2 neue Sicherungen verbauen und gut ist. Damit hab ich
aber immer noch das Risiko für alles andere was ich selbst gemacht habe
(denn das abzunehmen wird er keine Zeit haben)
Also, nur das machen wo man 100% sicher ist und sich des Risikos bewusst
sein und nicht rumheulen wenns dann doch in die Hose geht.
Martin schrieb:> die die der> Elektriker letztens gemacht hat sind alle unterschiedlich lange und er> hat auch großzügig mim Messer beim entmanteln in die Adern geschnitten.
Mit Messer abisolieren ist doch schon Murks. Da ist es dann fast normal
wenn er die Adern verletzt. Warum nimmt er dazu nicht eine richtige
Zange?
Alex schrieb:> Warum nimmt er dazu nicht eine richtige Zange?
Weil eine gescheite Knipex Multistrip + Abmantelungswerkzeug natürlich
viel zu teuer ist. Der Elektriker von Welt isoliert sowieso mit den
Zähnen ab ;)
> Wenn mir> heut die Bude abfackelt und rauskommt das es von einer selbstgebastelten> E-Installation kommt, dann kann ich nicht erwarten das irgendeine> Versicherung dafür geradesteht.
Auch hier wieder der Hinweis, dass eine richtige Versicherung auf den
Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichtet. Und das zum gleichen
Beitrag wie eine schlechte Versicherung...
Damit man die Bude abfackelt muß man schon sehr kreativ arbeiten.