Leistungsmessung und logarithmierung mit AD734 & AD637, geht das so?

OP #8113711

Hallo Forum,

ich möchte an 2 Steckdosen die komplett unabhängig voneinander sind die Leistung die in den Verbraucher fließt gemeinsam auf einem Drehspulmesswerk klasse 1.5 darstellen. (70uA für Vollausschlag) Die Idee ist das maximal 2kW dargestellt werden können, die können auf beide Steckdosen aufgeteilt sein oder über eine gezogen werden. (beide sind zusammen so abgesichert das maximal dauerhaft 2kW gezogen werden dürfen) Der Verbraucher kann aber auch winzig sein, so ab 10W soll dargestellt werden. Damit das klappt muss die Anzeige logarithmisch sein. Außerdem interessiert nur die Wirkleistung. Die Anzeige soll recht genau sein, was das Klasse 1.5 Instrument halt hergibt.

Ich habe mir das im Anhang ausgedacht und wollte eure Meinung dazu wissen. Das Konzept:

Der AD734 ist das Herzstück. 2 Normale 230V Netztrafos in 1VA Ausführung werden zur galvanischen Trennung benutzt, da hier keine wirkliche Last anliegt wird das präzise genug sein. Ein Kanal bekommt die heruntertransformierte Netzspannung, der andere nutzt kleine Stromwandler. Der AD734 multipliziert das in Echtzeit, dadurch erscheint am Ausgang eine schwankende Gleichspannung die der Wirkleistung entspricht. U4A ist ein Addierer, durch ihn werden beide Steckdosen gleichzeitig ausgewertet. Der AD637 bildet den Log amp und passt das Signal für das Meter an.

Meine Erfahrung mit analoger Rechentechnik ist stark begrenzt, die Chips sind recht teuer, meint ihr das Konzept ist so gut?

Danke & Gruß, Jan

Angehängte Dateien:
#8113822

Jan K. schrieb:

ich möchte an 2 Steckdosen die komplett unabhängig voneinander sind

Was heißt das? In einer normalen Anlage würde man erwarten, dass die mindestens am gleichen Nullleiter angeschlossen sind. Zeig mal die Verschaltung.

Meine Erfahrung mit analoger Rechentechnik ist stark begrenzt, die Chips sind recht teuer, meint ihr das Konzept ist so gut?

Wie du schon sagst, die Chips sind nicht nur recht teuer, sondern haben schon etliche Jahre auf dem Buckel, so dass sie inzwischen Seltenheitswert besitzen. Vielleicht ist das sogar der Grund für den Preis.
Heutzutage würde man die Messung wohl zu einem Bruchteil der Kosten mit einem Power Monitoring IC realisieren und einen kleinen µC mit Verwaltung und Ausgabe beauftragen.
Wie man das realisieren könnte, hängt davon ab, was "komplett unabhängig" bedeutet.

#8113824

Jan,

wenn Du von 10 W bis 2 kW messen willst, dann kommt man wegen den 10 W mit drei (!) Offsetabgleichen am AD734 nicht vorbei. Empfehle mal ein Excel-Sheet zu machen was das Ergebnis der Multiplikation bei unterschiedlichen Konstellationen der Eingangsparameter zeigt. Das ist nicht mal so eben gemacht, kann dann aber in Ergebnis ernüchternd sein, um das Konzept zu bewerten, gerade wenn der Strom sehr klein ist, aber die Spannung ist immer im Bereich um 230 V.

#8113828

Jan K. schrieb:

wollte eure Meinung dazu wissen.

Da du die Skala der Drehspulinstrumente sowieso selbst zeichnen musst, nimm einfach eine Diode und schliesse das Drehspulinstrument uber 10k Vorwiderstand an und schleife das über einen Brückengleichrichter in die Phasenleitung ein

1
           +--(A)--+
2
           |       |
3
          10k      |
4
   +----+  |       |
5
L--|~  +|--+--|>|--+
6
   |    |          |
7
L--|~  -|----------+
8
   +----+

Dann legst du definierte Lasten an und markierst die Zeigerstellung. Die Diode logarithmiert eigentlich sehr gut, das Drehsoulinstrument bildet den Mittelwert dank Trägheit.

Die 2.1V Verlust wirst du verkraften können.

Einzig die Temperatur des Diodenkristalls hat einen erheblichen Einfluss, entweder muss man sie gut kühlen oder irgendwie kompensieren.

#8113830

Jan K. schrieb:

Die Anzeige soll recht genau sein, was das Klasse 1.5 Instrument halt hergibt.

Was soll das bringen? Bei 1/3 ist z.B. 20W, bei 2/3 200W und bei 3/3 2kW.
Da kann man froh sei, wenn man 500W von 600W unterscheiden kann, das wären dann 20% Treffunsicherheit.

: Bearbeitet durch User

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