Erfinder der Audio Kasette gestorben

#6617296
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> Mit den selbstbespielten Kassetten ist es wie bei
>Forrest Gump, man weiß nie, welcher Titel als nächstes kommt...

Stundenlang vorm Radio gewartet bis endlich der neue Lieblingssong 
gespielt wurde, dann schnell PLAY + REC gedrückt. Und wehe der Moderator 
hat dazwischen gequaselt :D. Waren das Zeiten.
(Firma: Autotronic) #6618208
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Jonny O. schrieb:
> mit Auto-Reverse im wahrsten Sinne des Wortes

Schön anzusehen :-)

Es gab auch Auto-Reverse-Geräte mit schwenkbarem Tonkopf. Ich selbst 
habe ein Gerät mit 4 Tonspulen in einem Tonkopf (Foto). Da muss nichts 
mehr um 180° geschwenkt werden. Es gibt zwei Andruckrollen, dadurch kann 
man zwischen den Seiten wählen. Je nach Richtungswahl, werden dann die 
jeweiligen beiden Lesespulen (Stereo) automatisch aktiviert.
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#6618534
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Icke ®. schrieb:
> Mit den selbstbespielten Kassetten ist es wie bei
> Forrest Gump, man weiß nie, welcher Titel als nächstes kommt...

Nicht unbedingt. Bei mir ist es heute noch so, dass wenn ich ein altes 
Lied irgendwo höre, ich auf das folgende warte was als nächstes auf 
meiner Audio Kassette war. Ich glaube ich wüsste auch heute noch bei 
vielen meiner alten Kassetten welches Lied als nächstes kommt wenn ich 
sie wieder hören würde.

Jonas B. schrieb:
> Eine Folge Jan Tenner oder Hi-Men nach der anderen mit meinem besten
> Kumpel damals hören... man wie schnell die Zeit vergeht.

Jan Tenner gibt es seit einer Weile bei Youtube. Sehr interessant die 
alten Folgen heute wieder zu hören und zu bemerken dass man die Dialoge 
noch heute auswendig kennt. Und auch interessant sie mit ganz anderem 
technischen Wissen und mehr Allgemein zu hören im Vergleich zu damals:

https://www.youtube.com/watch?v=ZT1WucVih9A&list=PL41fvBJ_o6ypvnpjGiODrS-gRuQT17ViE&index=62
#6621348
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Irgendwo habe ich noch eine Endlos-CompactCassette. Da wurde das 
Bandende wieder innen in den Wickel eingeführt.

Ja damals habe ich ein kleines Aiwa-Tonbandgerät geschenkt bekommen, mit 
8cm-Spulen und DC-Löschkopf (andere hatten Permanentmagnete, die bei 
Aufnahme an das Band gedrückt wurden). Damals gab es gerade den ersten 
Cassettenrecorder, um 1963. Ich schau mal nach, ob ich noch die 
BASF-Tonbandzeitschrift von damals habe. Die älteste Tonaufnahme von mir 
(1960) ist noch mit einem Philips-Gerät mit ECC83 aufgenommen.
#6624193
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Stephan S. schrieb:

> Nicht unbedingt. Bei mir ist es heute noch so, dass wenn ich ein altes
> Lied irgendwo höre, ich auf das folgende warte was als nächstes auf
> meiner Audio Kassette war.

So ähnlich: Immer wenn ich auf der A2 an der Ausschilderung nach Soest 
vorbeifahre habe ich Mal Sondocks Stimme im Ohr der routiniert die 
Adresse einer Gewinnerin (Hit oder Niete) in das Ende des auf Kasette 
aufgenommenen Musikstückes quatscht.

Uwe
(Firma: مهندس) #6624848
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Uwe B. schrieb:
> habe ich Mal Sondocks Stimme im Ohr

Das weckt Erinnerungen! Die Zeiten wo man 'gute' Musik noch suchen mußte 
kann sich kein Jugendlicher heute vorstellen. Im Ruhrgebiet gab es fast 
nur BFBS, SWF3 und eben WDR. Die interessanten Schallplatten liefen im 
Laden unter 'Underground'. Single 5 Mark und LP 16 Mark waren viel 
Taschengeld.

Mal Sondock war für mich zeitweise das Highlight der Woche. Und dann mit 
dem Finger auf der Record-Taste des Kassetterecorders.
#6624882
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Mohandes H. schrieb:
> Single 5 Mark und LP 16 Mark waren viel Taschengeld.

Single 5 DM kenne ich auch boch, aber LP kostete hier DM 19, Doppelalbum 
DM 29. Ab 1974 änderste sich das dramatisch, die Bestseller blieben zwar 
relativ teuer,  aber die anderen zeitgenössischen Sachen wurden deutlich 
billiger. Parallel dazu stuehen Spezialitäten,  insbesondere im Bereich 
Jazz/Klassil, sogar noch im Preis, da war dann DM 22 für eine LP normsl, 
aber auch DM 29 konnten erzielt werden.

Btw: CDs waren lange Zeit auch sauteuer!
#6624917
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Mohandes H. schrieb:

> kann sich kein Jugendlicher heute vorstellen. Im Ruhrgebiet gab es fast
> nur BFBS, SWF3 und eben WDR.

Die "Sozialisation" begann mit Radio Luxenburg (nicht vergleichbar mit 
dem heutigen RTL!) auf 49m mit dem Diodenempfänger am Verstärker mit 
EF12 und EL12. Klang ganz annehmbar (für den stolzen Erbauer jedenfalls 
;-)

Die Piratensender in der Nordsee habe ich (in Südniedersachsen) nie 
empfangen können.

> Mal Sondock war für mich zeitweise das Highlight der Woche. Und dann mit
> dem Finger auf der Record-Taste des Kassetterecorders.

http://mal-sondock-fanpage.de/mal-sondock-fanpage-home.html

Uwe, abdriftend
#6625178
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Dazu passend habe ich neulich ein Harmann-Kardon TD420 
Schubladen-Kassettendeck in gutem Zustand auf dem Müll liegen lassen. 
Konnte ja nicht ahnen, daß sich durch den Tod des Kassettenerfinders 
vielleicht eine Preissteigerung ergibt. Bei knapp 10 Euro für die letzte 
Auktion bei Ebay müßte diese Steigerung aber erheblich sein, damit sich 
das Heimtragen überhaupt lohnt (gut, es gibt auch ein paar 
abgeschlossene Sofortkaufen-Angebote um die 50 Euro).

Bei hochwertigen Decks ist das Problem, daß ein fälliger Satz neuer 
Riemen und Andruckrollen soviel kostet wie Winterreifen für einen 
Kleinwagen.

Wo sich für alte Verstärker und Plattenspieler ein gewisser stabiler 
Markt entwickelt, sind Kassettendecks (und auch Radiotuner) nur noch ein 
relativ abseitiges Sammelgebiet.
Gast #6625620
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Wollvieh W. schrieb:
> sind Kassettendecks (und auch Radiotuner) nur noch ein
> relativ abseitiges Sammelgebiet.

Noch... auch die CC kommt wieder. Nicht in großem Stil, aber dennoch 
wieder beleibter unter den neuen Heranwachsenden.

Ich habe noch viele Kassetten aus meiner Jugendzeit und die klingen 
heute noch sehr gut. Das waren aber auch Zeiten, in denen man mit 
Zeitung austeilen und Nebenjobs auf ein Kassettendeck gespart hatte, das 
gerne mal 1000.- DM gekostet hat (und das war noch lange nicht das obere 
Limit... Sony TC-K333ES war immer unerreichbar). Hatte dann ein UHER 
CG344 mit HighCom statt Dolby. Das Gerät hab ich noch immer, nur die 
Kassetten (Type IV) lasse ich originalverpackt, die sind zu wertvoll.

Schon seltsam, gebrannte CDs aus 1998 sind großteils Schrott, die 
Kassetten aber noch sehr gut. Gleiches gilt übrigens für VHS/Beta und 
DVD.

Grüße, Serge
#6625766
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Serge W. schrieb:

> Noch... auch die CC kommt wieder. Nicht in großem Stil, aber dennoch
> wieder beleibter unter den neuen Heranwachsenden.

In den 90ern wurde bei Autoaufbrüchen nicht nur das Radio gestohlen, 
sondern meist auch noch die Kassetten. War offenbar Handelsware in 
gewissen Kreisen. Ein Kumpel von mir heulte mehr seinem 
Siebte-Kopien-Generation-Bootleg von Pink Floyd nach als dem gestohlenen 
Radio seiner Mutter. ;)


> Ich habe noch viele Kassetten aus meiner Jugendzeit und die klingen
> heute noch sehr gut.

Irgendwo muß es in meiner Sammlung noch eine um 1980 aufgenommene 
Kassette geben mit ein paar Sprachaufnahmen von mir mit einem 
Schulkameraden. Für mich wichtiger wie Neill Armstrongs erste Worte auf 
dem Mond. Das blöde ist, es war eine graue BASF, so wie viele später 
dazugefundene auch, und die gesuchten Aufnahmen sind irgendwo zwischen 
Liedern und ganz sicher auf einer Rückseite. Ohne Beschriftung eine 
schwierige Aufgabe. Zumal die Aufnahmen durchaus auch schon damals 
versehentlich überschrieben worden sein konnten.

> Schon seltsam, gebrannte CDs aus 1998 sind großteils Schrott, die
> Kassetten aber noch sehr gut. Gleiches gilt übrigens für VHS/Beta und
> DVD.

Na dann suche ich den, der noch eine guterhaltene VHS-Aufnahme von "Die 
Bombe" von 1988 hat. :) Der Film ist nämlich ähnlich wie "Das 
Millionenspiel" seit 30 Jahren im Giftschrank verschwunden.

Ich hatte sogar gebrannte DVDs, die waren niemals gut. Wegen 
Plattenknappheit hatte ich Filme darauf ausgelagert - 5 Gigabyte war 
einmal enorm viel Speicherplatz), und manche davon fielen schon beim 
ersten Lesen zum Rücküberspielen mit Fehlern aus. Das waren aus heutiger 
Sicht aber ohnehin Bildauflösungen, die in Moorwasser gealtertem 
Zelluloid entsprachen. :)
#6625781
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Ich habe letzten Oktober ein Auto mit Kassetten- Radio gekauft. Bin mit 
dem Wagen ca.350 km nach Hause gefahren. Gottlob war noch eine Kassette 
im Spieler. Die Aufnahmen waren noch gut und nach meinem Geschmack. So 
wurde die eintönige Fahrt im Dunkeln nicht Langweilig. Nun überlege ich 
ernsthaft Mein Tapedeck aus dem Keller zu holen und mir wieder ein paar 
Kassetten zu bespielen.
Gast #6625851
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Ja, so hat man damals kopiert, in Echtzeit ;)

Nix mit cmd+c / cmd+v

Zum Glück funktioniert das Uher-Deck noch, denn kein anderes Gerät kann 
die HighCom Aufnahmen wiedergeben. Im Gegensatz zu Dolby B klingen 
HighCom Aufnahmen unzumutbar schlecht ohne passende Entzerrung und 
selbst Audacity schafft das nicht.

Bis auf Riemen tauschen aber nie ein Defekt gehabt.

Grüße, Serge
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(Firma: مهندس) #6626010
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Uwe B. schrieb:
> Die "Sozialisation" begann mit Radio Luxenburg (nicht vergleichbar mit
> dem heutigen RTL!) auf 49m mit dem Diodenempfänger am Verstärker mit
> EF12 und EL12.

Radio Luxemburg kam später (ich war gedanklich bei UKW) mit der 
Entdeckung der Kurzwelle und damit eröffnete sich die weite Welt.

Mein 'Telefunken Partner Universal 501' hat die 'Luxemburg-Taste' für 
6090 kHz. Und klar hatte ich auch eigene Radios gebaut, vom Detektor bis 
zu Röhren-Empfängern, und einen Superhet mit Transistoren.

Ist etwas off-topic, aber Cassetten und die alten Radiozeiten gehören 
unweigerlich zusammen.
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(Firma: مهندس) #6626035
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Serge W. schrieb:
> Nimmt nur auf, was wirklich gut ist. Ähnlich wie damals beim analogen
> Fotografieren.

Heutzutage leben wir in Zeiten der 'Jederzeit-Verfügbarkeit' und 
entsprechend sind die Dinge nichts mehr wert. Ein Photo, in s/w und 
selbst vergrößert, hat viel mehr Wert als ein geknipstes Handybild. Und 
wird auch noch in Jahrzehnten seinen Wert haben. Vergrößert habe ich 
immer nur die allerbesten der besten Bilder und mit Kleinbild- oder 
Rollfilm machte man eh nur ausgesuchte Photos.

Bevor das nun zu off-topic wird: ich habe auch noch einen großen 
Karton mit Cassetten. Vom Radio aufgenommen oder ganze Alben von 
Freunden ausgeliehen. Das wird eine Zeitreise darin mal wieder zu 
stöbern. Und da sind Schätzchen dabei, wo ich Nächte lang am Recorder 
saß wenn gerade gute Musik kam und die Empfangsbedingungen gut waren.
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Gast #6626170
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Mohandes H. schrieb:
> Vom Radio aufgenommen oder ganze Alben von
> Freunden ausgeliehen. Das wird eine Zeitreise darin mal wieder zu
> stöbern. Und da sind Schätzchen dabei, wo ich Nächte lang am Recorder
> saß wenn gerade gute Musik kam und die Empfangsbedingungen gut waren.

Ja, das kenne ich auch noch gut. Quasi die ersten "Downloads" und wann 
immer jemand eine neue LP (später CD) hatte, hat sich die jeder 
ausgeliehen und auf Kassette überspielt.

Was damals genervt hat (Moderatoren/Verkehrsmeldungen im Titel) hat 
heute z.T. historischen Wert. Menschen und Radiosender, die es lange 
nicht mehr gibt. Wer kennt noch "Reiserufe"? HerrXY mit dem 
KennzeichenXXXX wird dringend gebeten, zu Hause anzurufen...

Matthias S. schrieb:
> Hier noch ein Akai GXC-750D, letztes Jahr überholt. Glasferritkopf mit
> echter Hinterbandkontrolle.

Schöne TapeDecks gab es viele, allerdings musste man sich eben 
entscheiden und dann war das Geld aufgebraucht. War aber auch nicht 
einfach, ein Deck auszusuchen. Eines sieht schön aus, das andere hat 
3-Kopf, wieder ein anderes eine schöne Anzeige oder gar Dolby C, noch 
ein anderes Direktantrieb mit wenig Gleichlaufschwankungen... mein 
Traum-Kassettendeck 333ES von Sony hatte alles, blieb aber -wie gesagt- 
unerreichbar.

Dass die Kassette teilweise einen schlechten Ruf hatte, lag einfach nur 
an den unsagbar schlechten Laufwerken in den Kompaktanlagen. 
Permanentmagnet statt Löschkopf, schlechte Mechanik, keine manuelle 
Aussteuerung .. würg :(
(Firma: مهندس) #6626404
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> Früher war alles besser (und bewusster).

Früher war natürlich nicht alles besser. Gab aber eindeutig Dinge, die 
früher besser waren. Das alte und das neue schließen sich doch nicht 
aus. Ich weine den alten TV-Kisten keine Träne nach und genieße Bild und 
Ton meines modernen LCD-TV. Und ebenso genieße ich es, den lärmenden TV 
mit Werbung und Trashsendungen auszuschalten und abends meinem 
'Tonkristall W269' von 1957 zu lauschen.

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