Netztrafo für Röhrenverstärker Black Cat 2

Gast #4331327
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Hallo!

Ich möchte mich an einen Nachbau des BlackCat Röhrenverstärker von 
Tigris herantasten.
 https://www.emsp.tu-berlin.de/menue/studium_und_lehre/mixed-signal-baugruppen/das_projekt_black_cat/

Die meisten Sorgen macht mir der Netztrafo. Speziell dessen Wicklung für 
die Gittervorspannung. Einen Auszug aus dem Schaltplan zur 
Stabilisierung der Spannung habe ich angehängt.

Es geht um die -180V der Teilschaltung. Diese werden aus einer 
Trafowicklung erzeugt, welche -133Veff liefert. Die Spannung berechnet 
sich laut Entwurfsdokumentation zu:

Drop Spannungsregler: 20V
Welligkeit: 20V
Uein  min = 120V + 20V + 20V = 160V  ( -15% US)
Uein nom = 160V / 0,85 = 188V
Sekundärspannung nominell = 188V * 0,71 = 133Veff

Ich finde nur Netztrafos von der Stange mit 120Veff für die 
Gittervorspannung.

Erscheint euch das in Anbetracht der Berechnung als ausreichend (vA: 15% 
Unsicherheit!) oder sind die -133Veff nach eurem Dafürhalten 
einzuhalten?

Vielen Dank für eure Bemühungen!

LG
LeFish
Angehängte Dateien:
Gast #4331372
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Eine stabilisierte Ausgangsgleichspannung die dem Effektivwert der
Eingangswechselspannung entspricht, sollte ein Linearregler schon
noch schaffen.
Du hast ja diverse Stellgrößen an denen Du noch schrauben kannst.
Welligkeit 20V lässt sich mit einem doppelt so großen Ladeko halbieren.
R1346 kostet Dich etwa 10VDC.
Für R1344 kannst Du auch eine Stromquelle nehmen, die kommt mit weit
weniger Spannungsabfall aus.

LG
OXI
Persönliche Seite #4331378
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OXI T. schrieb:
> Für R1344 kannst Du auch eine Stromquelle nehmen, die kommt mit weit
> weniger Spannungsabfall aus.

Insbesondere verringert es die Restwelligkeit der Ausgangsspannung stark 
; bei 100 Hz bildet nur mit einem Widerstand als Stromquelle der 
Widerstand mit dem dynamischen Widerstand der Z-Diode (deine Z-Diode hat 
80-250 Ω!) einen Spannungsteiler. Eine einfache Stromquelle mit zwei 
Transistoren kann bereits Innenwiderstände >1 MΩ erreichen.

Ich weiß nicht, ob Röhrenmenschen das anders machen, aber im 
Siliziumland malt man Schaltpläne meist mit absteigenden Potentialen von 
oben nach unten und elektrischem Stromfluss ebenso ; Emitter von 
Transistoren zeigen also nach unten.
#4331492
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LeFish schrieb:
> Ich finde nur Netztrafos von der Stange mit 120Veff für die
> Gittervorspannung.

Anstatt lange nach Spezialtrafos oder Sonderanfertigungen zu suchen: 
Nimm doch einfach einen kleinen Netztrafo für Printmontage und betreib 
ihn verkehrtrum aus der Heizspannung.
Die Gitterspannungserzeugung braucht doch fast keinen Strom zu liefern.

Die meisten dieser Trafos sind recht weich, d.h. das 
Übersetzungsverhältnis ist wesentlich geringer, als was sich aus den 
Nenndaten errechnet.
Evtl. brauchst du deshalb noch einen Spannungsverdoppler.

P.S.:
Eine weitere aber etwas unschöne Möglichkeit wäre es die benötigte 
Wechselspannung durch einen hochspannungsfesten Kondensator aus der 
Anodenwicklung des Netztrafos auszukoppeln.

Die Belastung der -180V beträgt jedenfalls insgesamt nur etwa 14mA:
Etwa 4mA durch R1306 und 2mA durch R1302.
Hinzu kommen noch 6mA für die Einsteller der Gittervorspannung  und 2mA 
für die 120V Zenerdiode.
#4331934
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Marian  . schrieb:
> ob Röhrenmenschen das anders machen

Die mißbrauchen ja auch keine Senderöhren, sondern nehmen dafür 
vorgesehene NF-Endröhren.
Z.B. bei der EL34 ist der ganz normaler Katodenwiderstand + Elko für die 
Gitterspannungsregelung üblich.

Ich würde sogar sagen, die EL34 dürfte die am meisten verwendete 
Endstufenröhre für professionelle Anlagen zumindest im deutschsprachigen 
Raum gewesen sein.
Und im Heimbereich reichte die EL84 vollkommen aus.
#4332010
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Peter D. schrieb:
> Die mißbrauchen ja auch keine Senderöhren, sondern nehmen dafür
> vorgesehene NF-Endröhren.

Da gebe ich Dir vollkommen Recht. Es scheint aber auch um das Aussehen 
zu gehen, da ja die Röhren sichtbar sind.

Zitat:
"Abschließend sei auch die optische Faszination des offen aufgebauten 
Röhrenverstärkers erwähnt. Das Glühen der Röhren schafft eine ganz 
besondere Atmosphäre, die insbesondere in den Abendstunden die Freude 
des Hörerlebnisses steigert."

Ende Zitat

Ich bin auch ein Großverbraucher von EL34 gewesen.
;-)

MfG Paul
Gast #4332123
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Peter D. schrieb:
> Die mißbrauchen ja auch keine Senderöhren, sondern nehmen dafür
> vorgesehene NF-Endröhren.

Die KT88 ist doch eine NF-Endröhre oder habe ich die falsche
Schaltung gefunden?

> Z.B. bei der EL34 ist der ganz normaler Katodenwiderstand + Elko für die
> Gitterspannungsregelung üblich.

Bei Gegentaktendstufen ist eigentlich eine feste Vorspannungserzeugung 
üblich, zumindest bei den etwas besseren Geräten.

Ich sehe an der Schaltung wirklich nichts herausragendes.
Zwei LTPs und eine sog. Ultralinearendstufe.
Der Text "Die Verwendung dieses Schaltplans ... ohne unsere vorherige
schriftliche Zustimmung ist ausdrücklich untersagt"
ist deshalb nur noch peinlich. Bodenhaftung verloren.
@ TU Berlin: Schaut mal was andere bauen und kommt wieder auf den 
Teppich.

LG
OXI
#4332175
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Hallo,
man schaue sich den Organist, RIM-Bastelbuch-1966 Seite 53, an.

http://www.rainers-elektronikpage.de/RADIO-RIM-Basteljahrbucher/RIM-Bastelbuch-1966.pdf

4 x EL84, Klirr 0,5% bei 100 Hz und 35 Watt.
Mit Ultra-Linear Ausangsübertrager Kern 102b.

Den Ausangsübertrager habe ich sogar noch.

Der Verstärker war zur Zeiten von Germaniumtransistoren schon eine extra 
Klasse. Aber ich frage mich warum gerade die TU Berlin sich heute noch 
damit beschäftigt.
mfg klaus
Gast #4332243
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Klaus R. schrieb:
> Aber ich frage mich warum gerade die TU Berlin sich heute noch
> damit beschäftigt.

Es geht wohl darum, in einer Studienarbeit zu zeigen, dass man ein
Gerät entwickeln und dokumentieren kann.
Ich finde gut, dass die das gemacht haben.
Und eine Firma die das verwertet ist ja auch dabei.



Klaus R. schrieb:
> Mit Ultra-Linear

Ohne die sog. Ultra-Linear Schaltung erreichst Du bei gleicher 
Verstärkungsziffer und Gegenkopplung von der Sekundärseite noch
bessere Daten.

LG
OXI
Gast #4332283
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LeFish schrieb:
> Drop Spannungsregler: 20V
> Welligkeit: 20V
> Uein  min = 120V + 20V + 20V = 160V  ( -15% US)
> Uein nom = 160V / 0,85 = 188V
> Sekundärspannung nominell = 188V * 0,71 = 133Veff
>
> Ich finde nur Netztrafos von der Stange mit 120Veff für die
> Gittervorspannung.

Dann schmeiß doch den R1346 aus der Schaltung und spare dir die 20V 
Dropspannung und erhalte eine bessere Stabilisierung.
Gast #5167209
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LeFish schrieb:
> Ich finde nur Netztrafos von der Stange mit 120Veff für die
> Gittervorspannung.

Auf die Idee, mittels eines Mini-Trafos auf die 120V~ halt noch 12V~ 
oder 15V~ "draufzusetzen", könnte man unter Umständen auch kommen.
(Das nur nebenbei, wegen der rötlichen Schrift da.)

christian schrieb:
> Es gibt wieder Leiterplatten für den Blackcat 2.
> Sprecht mich einfach an.

Aufgrund meines starken Interesses daran hatte ich gleich nach der 
Entdeckung jenes letzten Beitrages ... verzweifelt versucht, nach der 
Reihe alle mir bekannten Christians anzusprechen --- und örntöte 
äusnohmlös "Körbe".

Schade, das.

(Nee, mir war nur langweilig grade. Jedoch wird potentiell wirklich 
vorhandenes Interesse anderer an besagter Platine ... so (!) wohl in 
vielen Fällen ebenfalls "im Korb landen" ...)

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