Verstärker Denon GR 555 Reparatur

OP #8102958
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Anbei der Service Manual mit Schaltplänen. Auf der Seite 23 ist das Netzteil mit Schutzschaltung abgebildet. Ich verstehe nicht, wie es funktioniert. Z. B. gehen mehrere Trafoabgänge 18,19; 20,21; 22,23; drauf. Warum braucht man sie alle? Bei zweien werden Brückengleichrichter verwendet. Bei der dritten nur ein halber. Wo ist der Bezugspunkt für Spannungsmessungen, die dort abgebildet sind? Ist es die Mittelabzweigung der Trafospulen, die aufs Gehäuse gelegt ist?

Für eine Erklärung wäre ich dankbar.

Angehängte Dateien:
(Firma: matzetronics) #8102986
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Konstantin schrieb:

Ist es die Mittelabzweigung der Trafospulen, die aufs Gehäuse gelegt ist?

Ja. Der Trafo hat einige sekundäre Wicklungen. Von unten nach oben:

  1. 8V AC ist Lämpchenkreis und wird nur für die Beleuchtung benutzt.

  2. 23V mit Mittenanzapfung und Zweiweggleichrichtung macht mit TR408 die +23V.

  3. Wicklung für 44V und 47V mit Mittenanzapfung. Mittenanzapfung geht auf Masse, mit 2 Brückengleichrichtern werden symmetrische 44V und symmetrische 47V gemacht.

Erstaunlich, was die Jungs damals in dieses Flugzeugmutterschiff eingebaut haben. Beim Durchblättern des Schaltbildes kann man nur staunen.

: Bearbeitet durch User
OP #8103000
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Die Wechselspannung habe ich an den entsprechenden Pins auf der Platine gemessen. Das ist dann die Spannung, die auch an den Gleichrichtern anliegt. Die Punkte im Schaltplan, bei denen die Werte stehen, habe ich gegen Gehäuse gemessen. Nur stimmt keine Einzige Spannung. Ich messe immer mehr. Z. B. bei 51 V messe ich 70, bei 15 20. Wenn ich die Bauteile (Transistoren, Dioden) ohne Spannung durchmesse, fällt nichts auf.

Wie kommst du auf diese Wechselspannugswerte?

(Firma: matzetronics) #8103005
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Konstantin schrieb:

Warum wird bei einem Abgang nur ein halber Gleichrichter benutzt?

Wenn du den 23V Kreis meinst, das war mit der Zweiweggleichrichtung mal üblich, als man sich noch nicht um Trafos mit Mittenenzapfung rumgedrückt hat. Hat nur die Verluste von 2 Diodenstrecken und nicht die von 4. Im übrigen messe doch mal die Gleichspannungen und nicht die am Trafo. Dein Messgerät scheint dafür nicht gut geeignet zu sein. Masse ist die lustige Schlangenlinie da oben rechts, wo auch die Mttenanzapfungen enden.

OP #8103009
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Du scheinst diese Schaltung zu verstehen. Könntest du sie mir vielleicht in logische Teile aufteilen und die jeweiligen Funktionen beschreiben?

Gemessen habe ich gegen Gehäuse. Das ist doch die Masse oder? Ich messe mit einem Voltkraft 440. ist kein teures Gerät gewesen :)

Das die Wechsespannung höher ist, verstehe ich. Nur warum messe ich z. B. 70 statt 50 V am Relais? Und 20 statt 15 V an der 15V Zener Diode

OP #8103109
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Ich habe jetzt alle Messungen wiederholt. Folgende Abweichungen habe ich festgestellt.

  • Kollektor TR08 Soll 30,8 Ist 24 ?
  • Gemeinsamer Punkt C10/C13 Soll 26,2 Ist 28,8
  • Anoden D8, D9 Soll -59,4 Ist 63,1
  • Katoden D12, D13 Soll 74 Ist 70
  • PIN 15 Soll 69,1 Ist 66,5
  • R14 Soll -47,9 Ist 47,3
  • Kollektor Tr02 Soll -3,2 Ist -54 ?
  • Basis TR03 Soll -3,3 Ist 14,8 ?
  • Kollektor TR03 Soll 21,9 Ist 14 ?
  • Kollektor TR04 Soll 51,3 Ist 53,5
  • Kollektor TR05 Soll 22 Ist 53,5
  • Emitter TR05 Soll 20,2 Ist 14,2
  • PIN 5 Soll -15,5 Ist -38
  • Pin 6 Soll 57,4 Ist 50

Fragezeichen bedeuten, dass die Abweichung mir zu groß vorkommt.

Hat vielleicht jemand eine Idee, wo der Fehler liegen könnte?

#8103111
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Konstantin schrieb:

Vielleicht noch eine Sache. Wenn die Steckerleiste 11-16 drauf ist, wird TR08 heiß.

Wenn 11-16 nicht drauf ist, aber 17, hast Du bis zu 30V auf der 24V-Leitung, weil Du den Reglern damit die Masse weggenommen hast. Wie Du schon festgestellt hast, herrschen in dem Gerät auch hinter dem Trafo lebensgefährliche Spannungen. Also Metalschmuck ablegen und mit einer Hand hinter dem Rücken messen. (Also mit der Hand, die nicht hinter dem Rücken ist.) Minus vom Messgerät hast Du zuvor mit Masse verbunden. Masse ist 14 - bzw.

Matthias S. schrieb:

die lustige Schlangenlinie

Bei Verstärkern bis aus den 90ern war es völlig normal, kleinere Spannungen einfach durch Längstregler aus der Versorgung der Endstufen zu gewinnen. (Welche bei über 36V eben auch diskret aufgebaut waren.) Und die werden selbstverständlich sehr warm. Auch das ein Vermächtnis der 70er - handgezeichnete Schaltbilder.

An 16 und 17 ist LE1001, die Stereo-LED, angeschlossen. Hier gibt es irgendwo einen Verdrahtungsfehler im Plan. Dieser ist im Gerät aber nicht vorhanden. D.h. Du musst am Gerät herausfinden, wie die Leitungen liegen, der Plan hilft Dir nicht!

Gruß

Jobst

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OP #8103126
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Die Schutzschaltung hat hin und her gesponnen. Beim Messen ist habe ich mit der Messspitze einen Kurzschluss zwischen Kollektor TR03 und Gehäuse sprich Masse verursacht. Dann hat sich gar nichts mehr getan und ich dachte etwas ist durchgeschmort. Seitdem habe ich TR08 weil heiß und TR06 getauscht beide Zenerdioden und alle Elkos. Nach den Hinweisen hier mit dem Messgerät, habe ich alle Messungen wiederholt und bin noch dran. Auf einmal fing das Schutzrelais wieder hin und her zu schalten. Einerseits ist das gut. Andererseits was ist dann der Fehler?

#8103146
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Konstantin schrieb:

Nach den Hinweisen hier mit dem Messgerät, habe ich alle Messungen wiederholt und bin noch dran. Auf einmal fing das Schutzrelais wieder hin und her zu schalten. Einerseits ist das gut. Andererseits was ist dann der Fehler?

vorab zugegeben - ich habe mir den Schaltplan nicht im Detail angesehen

Aber Du sagst "Schutzrelais"? Dessen Hauptzweck ist es, om Fehlerfall Gleichspannung von den Lautsprechern fernzuhalten

Du suchst aktuell im Netzteilbereich? Das Problem liegt vermutlich eher in den Vor-/ Endstufen

Wenn es mal geht, mal nicht, klopf mal mit dem Rücken eines Schraubendrehers auf den Platinen rum

Evtl. auch mal als Last an den Ausgängen 2 230V Glühbirnen anschließen

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(Firma: matzetronics) #8103147
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Konstantin schrieb:

Beim Messen ist habe ich mit der Messspitze einen Kurzschluss zwischen Kollektor TR03 und Gehäuse sprich Masse verursacht.

Ich hatte dich oben ausdrücklich davor gewarnt. Ich bin so langsam mit hhinz der gleichen Meinung, das der Sandkasten sicherer wäre. Woher kommt der Receiver? Billig von kleinanzeigen und wir sollen es jetzt ausbaden?

OP #8103151
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Der Fehler, der da steht war der Anfangsfehler, den ich bereits beschrieben habe. Und kein wiederholter. Die Spitzen sind längst isoliert, so dass nur 3mm rauskommen.

Nein, der Verstärker kommt nicht von Ebay. Den habe ich vor ca. 25 Jahren als Geschenk bekommen. Es stand sehr lange in der Ecke und ich wollte ihn wieder benutzen. Hat aber nicht ganz geklappt aus den genannten Gründen.

Anmerkung: solche Unterstellungen sind nicht unbedingt notwendig und hilfreich.

Praktischen Tipps wären besser.

OP #8103153
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Ich habe auf der Netzteilplatine, auf der auch das Relais drauf sitzt, gesucht wegen dem Kurzschluss, den ich fabriziert habe und weil nachher nichts mehr ging.

Jetzt ist es so, dass das Relais anzieht eine Weile hält, dann wieder abfällt manchmal fällt es gleich ab und zieht dann nach ein paar Sekunden wieder an. Je länger der Verstärker am Strom bleibt um so „besser“ wird es

OP #8103166
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Matthias S. schrieb:

Konstantin schrieb:

Praktischen Tipps wären besser.

Soll das ein Witz sein? Ich habe dir da oben den Trafo lang und breit beschrieben ohne Dank oder +1, aber da das Fass jetzt übergelaufen ist, bin ich weg hier.

Du warst doch gar nicht gemeint. Du hast nur praktische Tipps gegeben. Danke dafür. Hier sind aber Leute unterwegs, die halt versuchen einen fertig zu machen. Und die habe ich mit dem Post adressiert. Da ist jetzt wieder einer, der sich lustig macht, weil ich Verstärker und nicht Receiver schreibe.

OP #8103167
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Wastl schrieb:

Konstantin schrieb:

Nein, der Verstärker kommt nicht von Ebay.

Seltsam, du redest von einem Verstärker, dabei handelt es sich offensichtlich um einen Receiver. Die Unterschiede zwischen den Bezeichnungen sind dir aus dem Sandkasten bekannt?

Spielt es für das Problem, das ich hier habe eine Rolle? Ich könnte ihn auch „Wastl“ nennen. Das Problem wäre das gleiche geblieben

#8103171
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Konstantin schrieb:

Leider verstehe ich die Schaltung des Netzteils nicht ganz.

Dann lass die Finger davon. Und überlass das Teil lieber dem Fachmann oder jemandem, der davon mehr Ahnung hat.

Wenn Schaltungsteile einmal funktionieren, dann plötzlich wieder nicht, ist es entweder ein Fehler, der durch thermisches Hochlaufen entsteht, oder sogar ein Kontaktfehler, ein Haarriss in der Platine (Wärmeausdehnungskoeffizient von Metall) oder ein Bauteil, das als Kandidat No. 1 in Frage kommen könnte: Elkos.

Bei meinem "Braun" war es eine nicht sauber entgratete Kühlkörperbohrung, die einen von den Endstufentransistoren nach einer gewissen Laufzeit (Erwärmung) durchknallen ließ. Ein Fitzelchen Metallspan hatte sich da versteckt. Lösung: Alle auf KK montierten Halbleiter ab und nach "Reinigung" und Entgratung der Bohrungen wieder anmontiert. Kühlkörperpaste nicht vergessen.

Und da gibt es noch mehr Fehlerquellen. Ferndiagnosen sind nicht so mein Ding.

ciao
gustav

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