Hallo,
ich lerne Elektroniker für Geräte und Systeme im zweiten Lehrjahr.
Ich habe als aufgabe Bekommen eine Schaltung zu entwickeln um SD-Karten
zu Zerstören.
Hintergrund ist: Daten lassen sich von SD-Karen ja nicht einfach so
löschen - oft sind irgendwelche Teile der Bilder wiederherstellbar.
Deshalb brauchen wir ein Gerät um alte und teils defekte Karten sicher
zu zerstören.
Meint ihr das Funktioniert so?
Marcus G.
ich würde behaupten "nein".
Du versuchst durch einen Kurzschluß die Anschlüsse zu zerstören - damit
das funktioniert muss aber ein Stromkreis entstehen. Ich kenne mich mit
SD Karten zu wenig aus, würde mich aber nicht drauf verlassen, dass da
zwangsläufig über jedem Pin ein Stromkreis geschlossen wird ...
IMHO: Einzig verlässliche Methode ist mit dem Vorschlaghammer, bis unten
nur noch Staub liegt ...
Hallo Marcus,
ich würde dir auch zu einer machanischen Zerstörung raten. Ggf durch den
CD Schlitz eines Aktenvernichtes jagen.
Mit deiner Methode kannst du nicht sicher sein, dass die Daten zerstört
wurden.
Mikrowellenherd ist ein guter Ansatz - allerdings braucht es sogar nur
ein einziges Bauteile daraus: den Hochspannungstrafo!
http://www.youtube.com/watch?v=fCqWiGeGGKQ
...man ersetze dann einfach die Platine durch die SD-Karte.
Wenn es ein benutzbares Gerät werden soll, könnte man einen Halter in
einer verschließbaren Box vorsehen - der Trafo lässt sich dann nur
bestromen, sofern die Box geschlossen ist.
Der einzige Aufhänger könnte der (sicher besonders gesunde...) Gestank
des kokelden Plastiks sein.
Prinzipiell ja, aber der Hochspannungstrafo eines Mikrowellenherdes kann
tödlich sein. Im Sinne der Sicherheit des Benutzers ist die Mechanik
vorzuziehen.
Mir ist soeben eine noch bessere Idee gekommen: Flusssäure! ...also
Fluorwasserstoffsäure, HF.
Eine schöne Säurekappenflasche voll mit konzentrierter Flusssäure sollte
etliche SD-Karten verdauen können ;)
Ich hab' auch gerade mal nachgeschaut - der Schlund der
Standard-Säurekappenflasche ist groß genug um eine SD-Karte, einen
USB-Stick, ... hindurch zu bekommen!
Evtl. reicht auch konzentrierte Salzsäure - die Zersetzung würde sicher
länger dauern, doch ist Salzsäure, auch konzentriert, ja einfach zu
bekommen und auch 'harmloser' im Umgang - zumindest frisst sie sich
nicht allmählich durch ihr einiges Aufbewahrungsgefäß hr
Wenn ich mal aus dem "versuchschemie.de" Forum zitieren darf:
> So einen sonderlich guten Ruf haben Säurekappenflaschen allerdings nicht.
und
> So Säurekappenflaschen sind imho. die beste Möglichkeit den darin befindlichen
Stoff beim öffnen an den Fingern zu haben.
Also besser Finger weg von der Säure. Vor allem aber von der Flußsäure,
die ist kein Spielzeug.
Sebastian schrieb:> Also besser Finger weg von der Säure. Vor allem aber von der Flußsäure,> die ist kein Spielzeug.
Keine Angst - die Finger verschwinden bei falscher Anwendung von ganz
allein :)
Einfach mal durch nen gescheiten Aktenvernichter jagen.
Meiner frisst sogar Disketten und CD's und man kann Schnellhefter mit
Metall shreddern. Eine SD Karte oder ein Stick ist dann auch kein
Problem mehr.
Marcus G. schrieb:> Hintergrund ist: Daten lassen sich von SD-Karen ja nicht einfach so> löschen - oft sind irgendwelche Teile der Bilder wiederherstellbar.> Deshalb brauchen wir ein Gerät um alte und teils defekte Karten sicher> zu zerstören.
Hm, Flash so lange immer wieder neu beschreiben, bis es komplett platt
ist? Die Teile machen doch nur eine überschaubare Anzahl Zyklen, einfach
immer wieder löschen und Random-Muster reinschreiben.
Irgendwann gibt dann sicher auch das Wear-Leveling auf.
Max G. schrieb:> Hm, Flash so lange immer wieder neu beschreiben, bis es komplett platt> ist? Die Teile machen doch nur eine überschaubare Anzahl Zyklen, einfach> immer wieder löschen und Random-Muster reinschreiben.>> Irgendwann gibt dann sicher auch das Wear-Leveling auf.
die CT hat das wohl mal probiert, aber nicht geschaft.
Max G. schrieb:> Irgendwann gibt dann sicher auch das Wear-Leveling auf.
Kann sich aber Monate hinziehen (Langsame große Karte mit gutem
Speicher).
Mechanisch zerstören. Geht am schnellsten, ist am sichersten.
Wenn du für deine Aufgabe unbedingt was Elektronisches brauchst: µC mit
Timer und Display, damit den Shredder-Motor ansteuern...
Oder, motorlos und elektrisch:
Einen Schaltplan hierraus nachbauen:
Beitrag "Wer hat Erfahrung mit Induktionsöfen >1kW"
;)
Öhm - wenn man eine SD Karte von 4GB Größe mit 4 GB an NEUEN zufälligen
Daten füllt sollte ja wohl keine wiederherstellung irgendwelcher alten
Daten möglich sein - egal wieviel aufwand man treibt.
Student schrieb:> Öhm - wenn man eine SD Karte von 4GB Größe mit 4 GB an NEUEN zufälligen> Daten füllt sollte ja wohl keine wiederherstellung irgendwelcher alten> Daten möglich sein - egal wieviel aufwand man treibt.
Oh doch, schwierig, aber sicher nicht unmöglich. Jeder
Schreib/Löschvorgang hinterlässt Spuren in der Isolationsschicht.
Aus praktischer Sicht allerdings ausreichend.
Nur vom Zeitaufwand her viel zu teuer, wenn es um Zerstörung der Karte
geht.
Student schrieb:> Öhm - wenn man eine SD Karte von 4GB Größe mit 4 GB an NEUEN zufälligen> Daten füllt sollte ja wohl keine wiederherstellung irgendwelcher alten> Daten möglich sein - egal wieviel aufwand man treibt.
Leider nicht ganz. Die SD-Karte hat mehr als 4GB verbaut zwecks
wear-leveling (z.B. 4 GiB).
d.H. deine Hochgeheimen Daten könnten nachher in einem Flash-Block
stecken, den der Controller grad "beiseite gelegt" hat. Dieser wird dann
nicht überschrieben, lässt sich aber (unter umgehung des Controllers)
noch auslesen.
Klar, ist unwarscheinlich. Der TE will aber "zuverlässig vernichten".
Physikalisch vernichten oder nur die Daten zuverlässig vernichten
(löschen)?
Eine Variante wurde noch nicht genannt: Kaputtstrahlen, z. B. den Chip
solange dicht neben 60Co legen, bis total dose deutlich überschritten.
Oder in den Beam eines Teilchenbeschleunigers halten. Mit x-ray geht's
auch noch - mal den Zahnarzt fragen ...
Aber Vorsicht! Daten bekommt man zwar ziemlich sicher gelöscht, aber
diese Chips können ggf. ausheilen (annealing). Man kann sie nach ein
paar Monaten vielleicht wieder benutzen.
Michael Dierken schrieb:> bekommt man in fast jeder Apotheke ausreichend starke Säuren
Säuren, die so heftig sind, daß sie das Kunststoffmaterial angreifen,
aus denen IC-Gehäuse sind, dürften kaum frei in einer Apotheke zu
bekommen sein.
Wem das vollständige Überschreiben aller "sichtbaren" Sektoren auf der
Karte nicht ausreichend "sicher" ist, der muss die Karte mechanisch
zerstören, was mit einem Hammer und einer harten Unterlage problemlos
möglich ist.
Michael Dierken schrieb:> Falls das auch nochnicht sicher genug ist, bekommt man in fast jeder> Apotheke ausreichend starke Säuren wo man die Daten drin einlegen kann> ^^.
Da muss man sich dann aber in das "Chemikalienbuch" mit Datenübertragung
zur Gefährderkartei eintragen lassen...
Marcus G. schrieb:> ich lerne Elektroniker für Geräte und Systeme im zweiten Lehrjahr.
=> wir suchen eine elektrische Lösung
Marcus G. schrieb:> ein Gerät um alte und teils defekte Karten sicher> zu zerstören.
=> Irgendwelche Software-Lösungen scheiden aus.
Marcus G. schrieb:> Ich habe als aufgabe Bekommen eine Schaltung zu entwickeln um SD-Karten> zu Zerstören.
Darfst du das Gerät nachher auch bauen?
=> Nimm die Schaltung mit dem größten Fun-Faktor.
Induktionsofen. Tesla-Spule. Hochspannung aus MOT-Trafo / Diodenkaskade
Zündspule ...
Halt irgendwas mit glühendem Metall, langen Funken-Überschlägen und
unheilsverkündendem Summen im Hintergrund.
Rufus Τ. Firefly schrieb:> Wem das vollständige Überschreiben
Das dürfte an der Forderung:
Marcus G. schrieb:> ein Gerät um alte und teils defekte Karten
auch defekte Karten zu "löschen" scheitern.
Vorschlag zur elektrischen Lösung:
Ich kenne von EPROMs her noch, daß sie auch komplett im Eimer sind, wenn
man eine falsche Programmierspannung wählt. Das sollte doch ein Ansatz
sein, einfach das Prinzip des DAU, der einen Baustein falsch anschließt,
mit falschen Spannungen betreibt, und verheizt.
Manche EPROMs, gab es in NMOS (z.B. 2764) oder CMOS (27C64), sind pin-
und funktionskompatibel. Ersterer (ältere NMOS) wurde oft mit 25V
gebrannt, die CMOS-Typen um die 12V herum. Wenn man irrtümlicherweise
anstatt den NMOS-Typen einen CMOS-Typ in den Programmer steckte, wurde
er natürlich mit 25V verheizt. Dann kommt gleich nach der ersten
Speicheradresse eine Fehlermeldung, und das wars.
Zu den SD-Karten sollte es ein Datenblatt geben, wo Absolute Maximum
Ratings beschrieben sind. Und da dann einen oder mehrere Werte z.B. um
den Faktor 2 erhöhen. Wenn z.B. eine Read-Leitung zerschossen ist,
sollte da gar nichts mehr gehen. Bei enorm überhöhter Betriebsspannung
sollte er sich ebenfalls zerlegen.
Für einen Aprilscherz halte ich das nicht. Es gehen eben mal Bausteine
durch normalen Gebrauch über die Wupper. Und dann sollte man schon
schauen, daß der nicht noch weiteren Ärger bereitet, indem ihn jemand
findet, und weiter verwendet. Z.B. im Service. Oder schlimmer: Wenn er
in ein repariertes Kundengerät kommt. Also: Zerstören.
@Marcus:
Grundsätzlich könnte es mit deiner Schaltung was werden. Das muß man
eben untersuchen, was da passiert. Anscheinend hat sich aber schon
jemand den Kopf darüber zerbrochen.
Was macht der Transistor links? Soll das ganze ein Sperrschwinger sein?
Könnte etwas kniffelig werden, damit er stabil läuft.
Wilhelm Ferkes schrieb:> Zu den SD-Karten sollte es ein Datenblatt geben, wo Absolute Maximum> Ratings beschrieben sind. Und da dann einen oder mehrere Werte z.B. um> den Faktor 2 erhöhen. Wenn z.B. eine Read-Leitung zerschossen ist,> sollte da gar nichts mehr gehen. Bei enorm überhöhter Betriebsspannung> sollte er sich ebenfalls zerlegen.
da weiß man trotzdem nicht, ob man jetzt nur den Controler oder auch den
Flash gegrillt hat.
Deswegen: mechnanisch den Flash zerbröseln
edit:
wenns unbedingt eine elektrische Lösung sein muss, dann würde ich
einfach eine hohe Spannung an jeweils 2 Eingänge anlegen. und dann alle
Kombinationen durchgehen und jeweils auch mal die Polarität wechseln.
der Schaltplan oben ist zumindest total unbrauchbar.
Warum sollte man Spannung an die Schalter des Sockels anlegen?
Außerdem ist der Trafo höchstwahrscheinlich kurzgeschlossen, da PIN 3
und 6 GND sind
Vlad Tepesch schrieb:> da weiß man trotzdem nicht, ob man jetzt nur den Controler oder auch den> Flash gegrillt hat.
Meistens zerschießt man mit Überspannung noch viele andere Funktionen
gleich mit.
Wenn der Controller im Eimer ist, wird man den Speicher ja wohl nicht
mehr bedienen können, als sei überhaupt nichts passiert. Auch wenn der
Speicherteil intern noch völlig in Ordnung wäre. Es sei denn, man möchte
sich auch vor Re-Engineering schützen, daß jemand den Baustein zerlegt,
und versucht, auf andere Weise was zu manipulieren.
Ich beschrieb es gerade oben am Beispiel eines simplen EPROM. Wenn da
ein einziger Pin irgendwo am Baustein zerschossen ist, fast egal
welcher, dann taugt der meistens nur noch für den Müll.
Man müßte sich hier mal ein Datenblatt ansehen. Ehrlich gesagt, mit den
SD-Bausteinen hatte ich noch nicht zu tun, also im Detail keine Ahnung.
Aber, wie man alles elektrische grillen kann, so sollte auch jeder
Halbleiter auf irgend eine Art grillbar sein.
Vlad Tepesch schrieb:> der Schaltplan oben ist zumindest total unbrauchbar.
Das sieht aus wie ein richtig beschalteter Sperrschwinger. Ein
Sperrschwinger ist jedoch gelegentlich etwas kniffelig, weil die
Funktion stark lastabhängig ist. Der Sperrschwinger ist noch ein
Konstrukt aus den 1950-er Jahren, z.B. wenn man aus einer Akkuspannung
mal eine Blitzspannung für den Fotoapparat erzeugen wollte. Wenn das
Ding oben schon mal lief, und getestet ist, ist es OK.
Sicherer wäre wohl ein kleiner Schaltregler, aber die Schaltung sollte
wohl möglichst einfach sein.
Wilhelm Ferkes schrieb:> Wenn das> Ding oben schon mal lief, und getestet ist, ist es OK.
naja, wie gesagt, die sekundärseite ist kurzgeschlossen, weil je eine
Seite an einem Ground-Pin der Karte hängt
Vlad Tepesch schrieb:> naja, wie gesagt, die sekundärseite ist kurzgeschlossen, weil je eine> Seite an einem Ground-Pin der Karte hängt
Sorry, da hast du sicher Recht. Diese Seite betrachtete ich nicht
weiter, nur die Spannungserzeugung. Und rechts mit dem Chip dran, da ist
aber die Vorgehensweise schon mal klar.
Da links schon 12V hinein gehen, kann man sich den Sperrschwinger
vielleicht auch sparen. Ich denke mal nicht, daß diese SD-Chips für 12V
gemacht sind. Mit 12V killt man schon jeden 74HC-Baustein, und auch
5V-µC.
Wo bekommt man denn jetzt mal ein Datenblatt des betreffenden SD-Chips?
Leider kenne ich weder Bezeichnungen noch Hersteller. OK, bin aber jetzt
auch etwas zu faul zum suchen. Die Sache ist schließlich nicht für mich
selbst. ;-)
Eine Möglichkeit, auf einfachste Weise extrem hohe Stromimpulse
(Energien) zu generieren, um den Chip bei zusammen brechender Spannung
garantiert zu killen, besteht darin, einen dicken Elko auf für den Chip
unzulässig hohe Spannung aufzuladen, und über einen Leistungs-Thyristor,
der mehrere 100A Spitzen verkraftet, zu entladen. So habe ich sogar
schon mit fast leeren Mignonzellen einen 100A-Thyristor gekillt, der mal
eine schwere Baumaschine ansteuerte:
Ich hab hier eine Elko-Batterie mit nur 7,5V und 100mF, und
Quadratzentimeter dicken Kupferschienen, aus einem alten
Industrienetzteil, hab da einfach mal ein wenig gespielt. Das ist was
anderes als Gold-Caps, die natürlich viel höhere Kapazitäten haben, aber
hohe Innenwiderstände. Kommt man da mit einem Metallstück dran, bleibt
es gleich kleben, und ist angepunktet. Es ist aus dem Schrott, und wenn
es kaputt geht, das ist nicht tragisch.
Die Energie beträgt da etwa 5 Ws, das hilft schon bei einem Impuls von 1
ms.