Hallo zusammen,
ich möchte an meinem defekten TFT einige Kondensatoren in dessen
Netzteileinheit tauschen, weil der TFT nicht mehr (richtig) angeht (bzw.
angeht und gleich wieder ausgeht, dann erst wieder angeht, nachdem ich
ihn ca. 15 Minuten vom Netzstrom getrennt habe, etc.). Ich hänge ein
Foto von den verbauten Elkos an. Es handelt sich um 470μF/35V und
1000μF/16V Elkos.
Jetzt möchte ich wissen, welche Elkos ich kaufen muss um den Austausch
korrekt durchzuführen.
Ich war auf der Webseite des Herstellers dieser Elkos und habe versucht
aus den Specsheets schlau zu werden (sieh PDF-Anhänge). Dort werden sie
mit "High ripple current, low impedance at high frequency range"
beschrieben.
Meine bisherigen Rechercheergebnisse haben widersprüchliche
Informationen ergeben und deshalb möchte ich hier mal die Profis unter
Euch höflich um Euren Rat bitten:
- Einige sagen: Es ist völlig egal, was für Elkos du nimmst
(Marke/Modell, etc.), Hauptsache du nimmst welche mit identischerKapazität (μF) und identischer *Spannungs-Angabe* (V)
- Viele sagen: Es ist völlig egal, was für Elkos du nimmst
(Marke/Modell, etc.), Hauptsache du nimmst welche mit identischerKapazität (μF) gleicher *oder* höherer *Spannungs-Angabe* (V),
sprich, mann kann auch Elkos mit höherer Spannungsangabe verwenden
(diese User interpretieren die Spannungsangabe als
"Spannungsfestigkeit").
Manche empfehlen sogar explizit zur absichtlichen Wahl von Elkos mit
einer höheren als der ursprünglichen Spannungsfestigkeit, weil dies eine
längere Lebensdauer des Elkos begünstigen würde. Die Kapazität sollte
jedoch unbedingt identisch sein, da es - abhängig davon, was der Elko im
Schaltkreis für eine Funktion erfüllt - bei Überkapazität Probleme und
sogar Schäden am Schaltkreis auftreten könnten.
- Einige sagen sogar: Es ist völlig egal, was für Elkos du nimmst
(Marke/Modell, etc.), Hauptsache du nimmst welche mit gleicher *oder*
höherer *Kapazität* (μF) gleicher *oder* höhererSpannungs-Angabe (V) (das scheinen allerdings hautpsächlich User zu
sein, die z.B. fett dimensionierte Autoverstärker basteln, und nicht
feine Computertechnik)
- und last but not least sagt einer sogar: Es ist nicht nur absolut
wichtig Elkos mit identischer *Kapazität* (μF) und identischerSpannungs-Angabe (V) zu wählen, sondern sie sollten auch unbedingtgleiche *Ripple-Festigkeit*, Impedance-Werte, etc. aufweisen, so
dass man im Grunde unbedingt einen Elko des selben *Modells* der
selben *Marke* verbauen sollte
Hm. Was stimmt denn jetzt davon?
Ich habe im hiesigen Handel sofort Elkos mit selber Kapazität und
gleicher Spannungsfestigkeit gefunden, allerdings erwähnte dann jemand
in einem Forum obendrein die Notwendigkeit, unbedingt Elkos mit *"Low*
*ESR"* verwenden zu müssen bei Netzteilen oder z.B. Computermainboards.
Im angehängten Spec-Sheet spricht der Hersteller der ursprünglichen
Elkos von *"Low* *impedance"* und ein google-Treffer meinte, dass *"Low*
*ESR"* = "Low impedance" (stimmt das denn?).
Also habe ich meine Suche auf "low ESR/Low impedance" beschränkt und
seitdem finde ich in meinem Land nicht mehr so einfach mal auf die
Schnelle Elkos mit identischer Kapazität/Spannungsfestigkeit UND low
ESR.
Was nun? Sollte ich extra welche mit Low ESR+identischer
Kapazität/identischer Spannungsfestigkeit teuer im Ausland bestellen?
Sollte ich gar versuchen die Originalbauteile der selben Marke der
ursprünglichen Elkos zu beschaffen um auch identische Werte bei
Ripple-Festigkeit, Impedance, etc. zu haben?
Oder wozu ratet ihr mir?
Vielen Dank für jegliche/s/n Ratschläge/ Feedback/ Input!
Viele Grüße aus Griechenland
Frischling
P.S. Einige meinten auch, die physische *Größe* sei unbedingt zu
beachten, und zwar nicht im Kontext von "guck dass sie gleiche Größe
haben oder kleiner sind, damit sie auch an die alte Stelle reinpassen"
(was mir einleuchtet) sondern im Sinne von "die Größe hat auch eine
technische Funktion" und würde auch "die Lebenszeit" des Elkos
determinieren. Ist das nonsense oder gibt es tatsächlich auch bei der
physischen Größe etwas anderes zu beachten als "Hauptsache es passt
rein"?
P.S.: Ich habe das bis zuletzt nicht mit der Bold-Formatierung ("*")
richtig hinbekommen, sorry, ich hoffe es ist dennoch halbwegs lesbar.
Also alles was zwischen Sternchen ist, ist fett gemeint :-)
P.P.S.: Temperatur
Ich vergaß: Ist es korrekt, dass man auch nur solche Kondensatoren
verwenden sollte, die mindestens die selbe Hitzebeständigkeit
aufweisen (hier: 105°C)?
Guck dir mal bei reichelt die Panasonic Elkos an:
http://www.reichelt.de/Elkos-radial-105-C-5000-10000h/2/index.html?&ACTION=2&LA=2&GROUPID=5513
Zu den Auswahlkriterien: die Spannungsfestigkeit muß gleich der
verbauten, oder höher sein - vorausgesetzt der spannungsfestere
Kondensator passt in die Leiterplatte. Guck mal bei 1000µ 16V und
darunter die 25V Version. Letztere hat einen höheren erlaubten Ripple
Current, also die Lade- Entladeströme dürfen höher sein. Die Panasonic's
sind von seher guter Qualität, die halten garantiert und stechen Jamicon
Capixon, Sambwha und wie die Billigheimer alle heißen, aus.
Mit der Kapzität ist es so eine Sache. Früher wurde ein Elko großzüging
ausgelegt, damit er bei Alterung und Kapazitätsschwund länger hält.
Heute wird so knapp wie möglich dimensioniert. Mehr ist meist besser,
allerdings kann es passieren, das dann andere Bauteile die höheren
Ladeströme nicht aufbringen können. Statt 1000µ 1200 oder 1500µ sollte
dagegen immer funktionieren. Früher wurde ein Elko mit +50/-20% vom
Nennwert gefertigt. Heute haben sie 5 oder 10%. Auch von daher ist der
nächste Wert kaum ein Problem ;-)
Was anderes als 105°C würde ich generell nicht mehr verbauen.
Frischling schrieb:> High ripple current, low impedance at high frequency rang
Reichelt Panasonic FC, sind im Zweifel sogar besser.
Es gibt genau passende, aber wenn das mal nicht der Fall sein sollte:
Die Spannung darf höher sein, die Kapatität leicht höher.
Due Modellserie "105 GradC low ESR" sollte halt passen, und wenn die
alten kaputt gehen, dürfen die neuen den höchsten Ripplestrom im
Datenblatt haben den du finden kannst.
Hi Gerald,
herzlichen Dank für Deine Hilfe!
Gerald B. schrieb:> Guck dir mal bei reichelt die Panasonic Elkos an:> http://www.reichelt.de/Elkos-radial-105-C-5000-10000h/2/index.html?&ACTION=2&LA=2&GROUPID=5513
Danke für den Link!
> Zu den Auswahlkriterien: die Spannungsfestigkeit muß gleich der> verbauten, oder höher sein - vorausgesetzt der spannungsfestere> Kondensator passt in die Leiterplatte.
Ok, Du schließt dich also der zweiten These von oben an (μF identisch +
V gleich oder höher), das sagen im Netz auch die meisten.
Jedoch was hat es mit dieser Aussage hier auf sich:
"Es ist jedoch noch viel schlimmer, wenn man den Elektrolyt-Kondensator
nur bis zu einem Bruchteil der Nennspannung betreibt. Um den Oxidfilm
auf dem Aluminium aufrechtzuerhalten, ist eine geringe Menge an
Leckstrom erforderlich. Der Tritt aber nur im oberen Drittel der
Nennspannung auf. Deshalb gilt, beim Austausch eines defekten
Elektrolyt-Kondensators auf die Betriebsspannung und die Nennspannung
achten. Der Kondensator arbeitet am besten, wenn die Betriebsspannung
etwa 75% der Nennspannung beträgt."
Kompletter Text hier:
http://www.elektronik-tipps.de/archiv/austausch-eines-elektrolyt-kondensators/
Ist das Quatsch oder ist da was Wahres dran, so dass man vielleicht doch
auf der ganz sicheren Seite ist, wenn man auch die Spannung identisch
mit dem ursprünglichen Elko auswählt? Denn ich kann ja nicht wissen,
wieviel % Auslastung der Platinendesigner des Netzteils meines Monitors
bereits für den ehemaligen Elko eingeplant hat, oder?
> Guck mal bei 1000µ 16V und> darunter die 25V Version. Letztere hat einen höheren erlaubten Ripple> Current, also die Lade- Entladeströme dürfen höher sein.
Ok! Ich halte also fest bezüglich Ripple Current: Je mehr erlauber
Ripple Current, desto besser? Gibt es da einen Mindestwert den ich
beachten muss bei der Auswahl des Ersatz-Elkos?
> Die Panasonic's> sind von seher guter Qualität, die halten garantiert und stechen Jamicon> Capixon, Sambwha und wie die Billigheimer alle heißen, aus.
Ok! Im Netz hat jemand auch vor "China-Böllern" und gar
"Fake-Kondensatoren" auf Ebay gewarnt. Ist da was dran? Oder kommen
nicht im Grunde die meisten alltäglichen Elektrobauteile sowieso aus
China und sind "noname"?
Könntest Du mir eventuell noch weitere hochwertige Marken nennen außer
Panasonic?
> Mit der Kapzität ist es so eine Sache. Früher wurde ein Elko großzüging> ausgelegt, damit er bei Alterung und Kapazitätsschwund länger hält.> Heute wird so knapp wie möglich dimensioniert. Mehr ist meist besser,> allerdings kann es passieren, das dann andere Bauteile die höheren> Ladeströme nicht aufbringen können. Statt 1000µ 1200 oder 1500µ sollte> dagegen immer funktionieren. Früher wurde ein Elko mit +50/-20% vom> Nennwert gefertigt. Heute haben sie 5 oder 10%. Auch von daher ist der> nächste Wert kaum ein Problem ;-)
Ok, gibt es da irgendwelche Risiken, wenn man was größeres nimmt, außer
"funktioniert nicht beim Einschalten"? Z.B. Explosionsgefahr,
Zerschießen der anderen Bauteile, oder sowas?
> Was anderes als 105°C würde ich generell nicht mehr verbauen.
Ok!
Vielen Dank für Deine Zeit!
LG
Frischling
Neben Panasonic hat auch Nichicon schon ganz brauchbare Kondensatoren.
Vor CapXon muss gewarnt werden.
Evtl. solltest du in deinem Ort (oder im nächstgrösseren) mal den
ansässigen TV und Radioladen fragen, wo er seine Teile herbekommt. Und
man kann immer noch andere Geräte plündern, wenns gar nicht weitergeht.
Frischling schrieb:> Jedoch was hat es mit dieser Aussage hier auf sich:> "Es ist jedoch noch viel schlimmer, wenn man den Elektrolyt-Kondensator> nur bis zu einem Bruchteil der Nennspannung betreibt.
Das ist Quatsch.
Ein überdimensionierter Elko hält immer länger, als ein knapp
dimensionierter.
Z.B. an 15V kann der 16V Typ schonmal den Geist aufgeben, der 100V Typ
wird ewig halten.
Gegen Überdimensionierung spricht wirklich nur die Baugröße und der
Preis.
Peter Dannegger schrieb:>> Jedoch was hat es mit dieser Aussage hier auf sich:>> "Es ist jedoch noch viel schlimmer, wenn man den Elektrolyt-Kondensator>> nur bis zu einem Bruchteil der Nennspannung betreibt
Wer hat dir denn das erzählt? Die Unart, einen 16V Kondensator mit 15V
zu betreiben, ist ein Ergebnis der nimmermüden Arbeit der BWLer, die
auch noch den letzten Cent aus der Produktion rausquetschen wollen.
Wenn ich einen 100µF/50V in ein 5V Gerät einbaue, tut er seinen Job
jahrzehntelang bestens, weil ich einmal ein wenig mehr Geld ausgebe und
den Platz auf der Platine spendiere.
Hm, das mit den Transportkosten ist unschön. Guck mal, was TME verlangt.
Die haben sogar noch mehr Auswahl, als Reichelt und bieten mehr
Versandoptionen.
Oder Digikey. Kommt direkt per UPS innerhalb von 2 Tagen aus USA.
Verzollung macht UPS, da brauchst du dich nicht mit dem lokalen Zoll
rumärgern. Pferdefuß ist, das erst ab 65€ versandkostenfrei geliefert
wird. Darunter sind es 21€
Bei Digikey bekommst du sogar Polymerkondensatoren. Die werden seit ein
paar Jahren auf Mainboards verbaut, insbesondere von Gigabyte. Das
machen die nicht, weil sich damit sogut werben läßt, sondern weil sie
sehr eringe ESR Werte haben und haltbar sind.
Viele Anbieter lassen in China fertigen ob Bauelemente oder Baugruppen
ist ganz egal. Auch in China ist Qualaität möglich. Nur muß diese vorher
vertraglich definiert werden, kontrolliert werden und letztendlich
bezahlt werden. Nur können diese ganze Kette nur Firmen durchziehen.
Wenn du oder ich was in China in Kleinstmengen bestellen, erzählt dir
der Verkäufer alles, was du hören willst ;-)
In China wird so ziemlich alles gefälscht, sogar Elkos! Es existierten
schon vor Jahren Bilder, wo Elkos mit neuer Folie überschrumpft waren.
Das flog damals nur auf, weil unter einer schwarzen Folie bei einem Elko
noch eine kleine Ecke blau überstand.
Gefälschte Leistungshalbleiter, gefälschte IC's gibts alles. Brauchst du
nur ein weing im Netz suchen.
Frischling schrieb:> P.P.S.: *Temperatur*>> Ich vergaß: Ist es korrekt, dass man auch nur solche Kondensatoren> verwenden sollte, die mindestens die selbe Hitzebeständigkeit> aufweisen (hier: 105°C)?
Mindestens! Und ganz allgemein gilt, der teuerste Elko ist gerade gut
genug! Es gibt ja da jetzt auch so neue Versandhändler die nur Elkos an
so Spezialisten verscherbeln... Sehr gute Ware das - aber Qualität hat
natürlich auch hier ihren Preis!
Ich persönlich bin ja schon dazu übergegangen meine Geräte mit
Elko-Steckfassungen auszurüsten. Da ist der regelmäßig quartalsweise
Austausch kein Problem mehr.
Und ich kann alle 4 Wochen mal den ESR nachmessen - nicht daß es da zu
Folgeschäden kommt weil der unbemerkt heimlich ansteigt...
IGOR schrieb:> Und ganz allgemein gilt, der teuerste Elko ist gerade gut> genug!
Für Spezialisten wie dich wurden die Fakes gemacht.
> Ich persönlich bin ja schon dazu übergegangen meine Geräte mit> Elko-Steckfassungen auszurüsten. Da ist der regelmäßig quartalsweise> Austausch kein Problem mehr.>> Und ich kann alle 4 Wochen mal den ESR nachmessen - nicht daß es da zu> Folgeschäden kommt weil der unbemerkt heimlich ansteigt...Troll dich :-)
MaWin schrieb:> Reichelt Panasonic FC, sind im Zweifel sogar besser.
Nein! Die FR-Serie ist deutlich vorzuziehen.
@OP:
Kapazität bis ca. 30% drüber ist noch OK, Spannung gleich oder höher,
Temperatur hat in Haushaltsüblichen Anwendungen nur Auswirkungen auf die
Lebensdauer. 105°C-Typen trotzdem vorziehen, wenn es passt, denn das
sind oftmals die "besseren" Serien. Bauform "kurz und dick" ist "lang
und schmal" vorzuziehen[1], wenn der Platz es hergibt. Aufgrund des
logistischen Aufwandes tausche den Primärelko gleich mit. Kostet jetzt
einmalig 2-3 € mehr, nachbestellen wird teuer.
Bestellen bei Mouser, Digikey, Farnell.
[1] Als Beispiel sei hier mal Nichicon UPZ2G101MNY9 genannt. In diversen
TV-NT anzutreffen, sterben wie die Fliegen. Ersatz durch andere Bauform
mechanisch nicht möglich, kein Platz.
Wenn es nun gar nicht die armen Elyt sind?
Als erstes kann man doch im eingebauten Zustand die Spannung messen, die
da sein soll. Oder ob sie abweicht.
Vom messen der Werte der Elyt mal ganz abgesehen.
Frischling schrieb:> Es gibt dort zu ähnlichen Preisen noch eine Reihe namens FR, mit höherer> Lebensdauer, aber auch leicht abweichenden Werten bezüglich Impedanz und> Ripple Current. Wäre das egal, so dass ich auch die mit der deutlich> längeren Lebensdauer nehmen könnte?
Ja, das ist auf jeden Fall empfehlenswert!
> Hm es scheint ich wäre mit der Lösung bei Reichelt schon kurz vorm Ziel.> Leider verlangen sie [...] 19€ Versand nach Griechenland...
Hier gibt es die Panasonic FR für 6€ Versand in die gesamte EU:
https://www.elko-verkauf.de/shop-bereich/content/view/shipping.html
Achte außerdem auf die mechanischen Abmessungen, also ob die Elkos an
der Stelle hineinpassen.
IGOR schrieb:> ...> Mindestens! Und ganz allgemein gilt, der teuerste Elko ist gerade gut> genug! Es gibt ja da jetzt auch so neue Versandhändler die nur Elkos an> so Spezialisten verscherbeln... Sehr gute Ware das - aber Qualität hat> natürlich auch hier ihren Preis!
Du betreibst nicht zufällig einen solchen "Teuerelkoshop"?
> Ich persönlich bin ja schon dazu übergegangen meine Geräte mit> Elko-Steckfassungen auszurüsten. Da ist der regelmäßig quartalsweise> Austausch kein Problem mehr.
Ich empfehle auch für manches Gehirn eine Steckfassung. So könnte
man....
> Und ich kann alle 4 Wochen mal den ESR nachmessen - nicht daß es da zu> Folgeschäden kommt weil der unbemerkt heimlich ansteigt...
Pippifax! Ich bau monatlich Motor und Getriebe aus meinen Ford. Nicht
das unmerklich Ölkohle auf die Zahnräder und Kolbenringe gelangt.
Old-Papa
Old Papa schrieb:>> Ich persönlich bin ja schon dazu übergegangen meine Geräte mit>> Elko-Steckfassungen auszurüsten. Da ist der regelmäßig quartalsweise>> Austausch kein Problem mehr.>> Ich empfehle auch für manches Gehirn eine Steckfassung. So könnte> man....
Die Ironie in diesem Text hast du wohl nicht mitbekommen.
michael_ schrieb:> Old Papa schrieb:>>> Ich persönlich bin ja schon dazu übergegangen meine Geräte mit>>> Elko-Steckfassungen auszurüsten. Da ist der regelmäßig quartalsweise>>> Austausch kein Problem mehr.>>>> Ich empfehle auch für manches Gehirn eine Steckfassung. So könnte>> man....>> Die Ironie in diesem Text hast du wohl nicht mitbekommen.
Nö! Wo war die versteckt?
Old-Papa
Ok - das konnte man missverstehen... Also es war selbstverständlich
Ironie! Das ganze Thema geht mir gehörig auf den S**k!
Neulich auf er Arbeit kam einer unserer Staplerfahrer in die Werkstatt
um nachzufragen ob nicht mal jemand die Elkos in seiner Flachglotze
austauschen könne, weil das Ding nicht mehr... an ,aus, irgendwas...
Ich möchte überhaupt nicht wissen wie viele Geräte erst durch sinnloses
rumgebrate richtig nachhaltig zerstört wurden. Dank multilayer und
bleifrei ist das ja alles nicht mehr ganz so trivial wie es früher tm
einmal war...
Es ist als würde man beim Auto generell die Zündkerzen tauschen, egal ob
Heizung oder Bremslicht oder Radio nicht mehr geht. Erstmal alle Kerzen
raus, kann nie schaden...
Und wenn dann noch jemand nen Shop aufmacht und komplette "Elkosets" mit
ALLEN Elkos für ein bestimmtes Gerät verscherbelt, da da... bin ich
sprachlos...
Und wer hat den ganzen Hype losgetreten?
Für mich jedenfalls wars gefühlt die Ct mit diesem Artikel:
http://www.heise.de/ct/artikel/Lebensdauer-Probleme-von-Low-ESR-Elkos-301791.html!
Es kann ja täuschen, aber bei mir schlagen erst seit dieser
Veröffentlichung massenhaft von Laien (oder sagen wir mal, Softraremäßig
hochbegabten aber handwerklich nicht sooo versierten Zeitgenossen)
zerbratene Platinen aus allen möglichen Geräten auf.
Auch der Begriff "ESR" war zuvor kaum einem Hobbyelektroniker bekannt.
Heute hat anscheinend jede Hausfrau ein ESR-Messgerät in der
Küchenschublade um damit regelmäßig ihre Elkos durchzumessen, grundlos
für defekt zu erklären und auszutauschen... Ach, was rege ich mich
überhaut auf...
IGOR schrieb:> Ok - das konnte man missverstehen... Also es war selbstverständlich> Ironie! Das ganze Thema geht mir gehörig auf den S**k!
Da bin ich ganz bei Dir! ;-)
Es gibt durchaus Gründe für Low-ESR und auch gelegentlich für einen
Elko-Wechsel, doch inzwischen quatscht jeder Schulhofdödel "mit vollem
Durchblick" allwissend davon.
Old-Papa
IGOR schrieb:> Ach, was rege ich mich> überhaut auf...
Das frage ich mich auch.. Vielleicht zu viel Zeit? Oder Profilneurose?
Ich für meinen Teil kann nur soviel sagen:
Ja, ich bin Laie, ja ich habe keinerlei Ahnung von der Materie und genau
deshalb bin ich hier und frage nach. Und zwar genau, denn ich will alles
immer möglichst genau wissen, weil ich großen Spaß am Lernen habe.
Deshalb habe ich mir kürzlich eine gute Lötstation gekauft und habe
jetzt meinen ersten "Fall" wo ich mein Glück mit versuchen kann. Ja,
kann sein, dass ich damit den sowieso schon defekten TFT völlig
zerbrate, kann sein, dass ich hier Dinge frage, die mich als völliges
Greenorn outen. So what? Was geht das Dich an?
Meine Fragen waren alle ernst gemeint und wurden von einigen hier sehr
netter Weise ausführlich und sehr hilfsbereit beantwortet. Ihre Hilfe
hat mir weitergeholfen und dafür bin ich dankbar. Ich werde mittels
ihrer Hilfe meine allererste Löt- und Elkoerfahrung machen können, danke
dafür!
Du hingegen hast meinen Thread gekapert um Deinen ironischen Müll und
vermeintlichen Frust hier abzuladen, aber eigentlich um Dich selbst als
Experte zu profilieren. Dadurch ist mein Thread jetzt verhunzt und die
Diskussion kreist sich nunmehr nur noch um Deine vermeintlich ironischen
- aber tatsächlich arroganten - Ausführungen.
Das ist schade und es hilft mich nicht.
Ich mag in diesem Bereich völliger Neuling zu sein, aber es gibt andere
Bereiche, in denen bin ich Fachmann - und Profi. Dort schreibe ich
anderen in Foren und helfe ihnen mit meinem Wissen, so wie mir hier
einige zum Thema Elkos Rat gegeben haben. Auch dort, in "meiner Welt",
gibt es immer wieder Experten, die andere User nieder machen und ins
Lächerliche ziehen oder darüber indirekt schwadronieren, dass ihr
Terrain jetzt neuerdings von lauter Dumpfbacken überrannt wird, die
allesamt ja doof sind und lieber wieder damit aufhören sollten. Sie
verstehen ihre Expertise als Herrenwissen und sonnen sich in ihrer
Arroganz.
Das finde ich sehr schade. Mein Ansatz ist eher, dass ich mich um jeden
User freue, der Interesse an meinem Fachgebiet entwickelt hat und ich
ihm gerne mit Rat und Tat zur Seite stehe, um ihm den meist für ihn
subjektiv als schwer empfundenen Einstieg in diese "neue Welt" möglichst
zu vereinfachen und ihn somit als Neuankömmling in "unserer Szene"
willkommen zu heißen, anstatt ihn zu verhöhnen und zu demotivieren.
Denk doch mal drüber nach, ob Du das nicht vielleicht auch als edlere
Geisteshaltung ansiehst.
LG
Frischling
Frischling schrieb:> Jedoch was hat es mit dieser Aussage hier auf sich:> "Es ist jedoch noch viel schlimmer, wenn man den Elektrolyt-Kondensator> nur bis zu einem Bruchteil der Nennspannung betreibt. Um den Oxidfilm> auf dem Aluminium aufrechtzuerhalten, ist eine geringe Menge an> Leckstrom erforderlich. Der Tritt aber nur im oberen Drittel der> Nennspannung auf. Deshalb gilt, beim Austausch eines defekten> Elektrolyt-Kondensators auf die Betriebsspannung und die Nennspannung> achten. Der Kondensator arbeitet am besten, wenn die Betriebsspannung> etwa 75% der Nennspannung beträgt."
Früher hätte ich gesagt, das ist Quatsch...
Nun nachdem schon duzendweise 16V-Elkos, die nur mit 2,5V betrieben
wurden defekt gingen und allesamt einen "Kurzschluß" mit einigen 10 Ohm
hatten bin ich da nicht mehr so sicher.
Vor allem deswegen, weil weit mehr von diesen Elkos an einer anderen
Stelle mit 10V betrieben noch nie einen defekt hatten.
Noch ein Tipp zum Elko Tausch, da du ja von dir selber schreibst, das du
das zum 1x machst.
Ich mache das Auslöten mit einem Bauföhn mit 5mm Edelstahldüse. Mit ein
bisschen Fingerspitzengefühl geht das sehr gut. Übe am besten an einem
alten Mainboard o.ä. Gerade bei mehrlagigen Platinen und kleinen
Lötaugen bekommt man mit dem Lötkolben kaum genug Hitze auf die
Lötstelle und beansprucht durch die lange Lötzeit unnötig die
Leiterplatte. Board zwischen die Knie, mit der Linken am Elko ziehen,
mit der Rechten den Föhn halten.
Ich habe zwar keinen ESR Tester, aber die Kapazität messe ich nach dem
Ausbau. Der nächste Punkt ist, die Löcher zinnfrei zu bekommen. Mit
Entlötlitze kam ich nicht weiter. Auch wenn einige jetzt sicher
aufschreien werden, ich bohre die Löcher mit einem 0,8mm Bohrer frei.
Das mache ich mit den Fingern, ich drehe den Bohrer mit 2 Fingern. Das
Zinn ist weich und läßt sich gut rausschälen. Mit der Bohrmaschine,
insbesondere bei hoher Drehzahl, besteht die Gefahr die
Durchkontaktierungen rauszuschälen. Danach neuen Elko rein, Beine
abschneiden, einen Tropfen in Isopropannol aufgelöstes Kolophonium drauf
und verlöten.
So mache ich das seit ca. 15 Jahren.
@Frischling,
lass Dich nicht verrückt machen ;-)
Elkos gibt es seit gut 100 Jahren, die sind eigentlich ausentwickelt und
mit die unproblematischsten Bauelemente. "Ausgetrocknete" Elkos finden
sich ulkigerweise hauptsächlich in HiFi-Foren und ähnliche esoterischen
Gebieten. ;-) Geplatzte und "pissende" Elkos hatte ich auch schon, die
wurden gewechselt und gut. Bei den zig Tausend Elkos die in meinen
Geräten verbaut sind und den noch viel mehr, die in meinen Schachteln
schlummern sind die wenigen Ausfälle aber nix.
In moderneren Schaltnetzteilen oder vielleicht in hochgenauen
Messgeräten spielt der ESR eine Rolle, diese wird aber häufig völlig
überbewertet.
Wenn Du einen 100µF/16V raushäkelst, baust Du nach Möglichkeit halt
wieder einen 100/16 ein. Hast Du nur 100/25 zur Hand ist das überhaupt
kein Problem, solange der mechanisch passt. Elkos wurden früher mit bis
zu +/-50% gefertigt, heute eher mit +/- 10%. Du siehst, die tatsächliche
Kapazität ist nur ein Anhaltspunkt.
In Deinem konkreten Fall würde ich Low-ESR Typen mit 105°C
Temperaturfestigkeit verwenden und gut ist.
Old-Papa
>Entlötlitze kam ich nicht weiter. Auch wenn einige jetzt sicher>aufschreien werden, ich bohre die Löcher mit einem 0,8mm Bohrer frei.
Für sowas ist doch eine Entlötsaugpumpe bestens geeignet ...
Old Papa schrieb:> In moderneren Schaltnetzteilen [...] spielt der ESR eine Rolle, diese> wird aber häufig völlig überbewertet.
Bei einem Schaltnetzteil ist der ESR essentiell. Wird anstelle eines
Low-ESR-Elkos ein normaler eingebaut, dann hält der nicht sehr lang,
wenn es überhaupt geht.
Jens G. schrieb:>>Entlötlitze kam ich nicht weiter. Auch wenn einige jetzt sicher>>aufschreien werden, ich bohre die Löcher mit einem 0,8mm Bohrer frei.>> Für sowas ist doch eine Entlötsaugpumpe bestens geeignet ...
Also Bohrer halte ich bei Mehrlagen auch für sehr sportlich ;-).
Allerdings hilft eine Entlötpumpe (Hand) mitunter bei mehr als 2 Ebenen
auch nicht richtig. Ich habe eine ZD9-irgendwas Entlötpistole vom
Pollin, die schafft richtig was weg. Natürlich nur mit passender Düse
und manchmal parallel noch ein Kolben dran halten. Gerade wenn GND und
UB-Lagen in der Mitte sind, dann wird's kaum richtig warm. BE
abschneiden und Pins rausfummeln ist manchmal die letzte Lösung.
Old-Papa
Jetzt muß ich doch auch noch etwas Senf dazugeben ;-)
Ich behaupte aus jahrzehntelanger Praxis:
das Freibekommen der Bohrlöcher ist in vielen Fällen gar nicht nötig und
eine total überflüssige Pein!
Stattdessen:
ordentlich Lötzinn drauf, und dann durch das erhitzte und logischerweise
flüssige Lötzinn einfach durch mit dem Fuß! Im Moment des Durchschiebens
bleibt der Kolben natürlich noch auf der Lötstelle.
Wichtig ist nur, daß der ganze Vorgang natürlich ohne jede Gewalt
abläuft, damit die Pads nicht demoliert werden, eigentlich eh klar...
Ebenfalls hilfreich ist es, die Anschlußdrähte vorher auf eine
zweckmäßige Länge vorzukürzen, damit man nicht den ganzen Baumstamm
durch das Loch schieben muß.
Falls der Elko doch einmal stecken bleibt, einfach nochmal kurz
verflüssigen und weiterschieben, bis er schließlich an seinem Platz ist.
Wenn er dann vor Ort ist, wird einfach nochmal mit etwas frischem
Lötzinn nachgelötet, um kalte Lötstellen zu vermeiden, fertig.
Wenn man ein klein wenig Übung hat (und einen ausreichend
leistungsstarken Lötkolben!), geht die Prozedur ohne jede Braterei und
ganz flugs quasi aus dem Handgelenk.
Wenn ich mir mit dem ESR der Elkos nicht sicher bin, baue ich frische
ein und löte parallel dazu auf die Unterseite SMD Kerkos mit 220nF oder
470nF, die ich hier säckeweise habe. Solcherart gepimpte Netzteile
laufen bei mir seit Jahren prima, die Elkos werden nicht warm, sieben
bestens und für niedriges ESR sorgen die Kerkos parallel.
Und so sauber waren die Ausgangsspanungen vorher nicht, da sieht man
nicht den geringsten Ripple.
Matthias Sch. schrieb:> Wenn ich mir mit dem ESR der Elkos nicht sicher bin, baue ich> frische> ein und löte parallel dazu auf die Unterseite SMD Kerkos mit 220nF oder> 470nF, die ich hier säckeweise habe. Solcherart gepimpte Netzteile> laufen bei mir seit Jahren prima, die Elkos werden nicht warm, sieben> bestens und für niedriges ESR sorgen die Kerkos parallel.> Und so sauber waren die Ausgangsspanungen vorher nicht, da sieht man> nicht den geringsten Ripple.
Dann frage ich mich aber, wozu überhaupt die großen Elkos gebraucht
werden, wenn der Strom anscheinend nur noch durch die kleinen Kerkos
fließt?
Aufteilung von 50Hz und 150kHz-Ripples?
batman schrieb:> Steht eigentlich irgendwo, wie "Low" ein Low-ESR ist oder kann das> jeder> auf seinen Elko drucken, wenn er meint?
Auf dem Elko steht das nicht, sondern im Datenblatt zum Elko.
Dort stehen die für das jeweilige Bauteil typischen Werte und die
Maximal- (bzw. Minimal-)werte explizit drin.
Üblicherweise fasst der Hersteller die wichtigsten Specs als Präambel am
Anfang des Datenblattes kurz zusammen. Und wenn die ESR-Werte für die
jeweilige Baureihe eher relativ niedrig sind, dann schreibt der
Hersteller dort eben "low-ESR" hin. Ob diese Werte dann für Deine
Anwendung "low" genug sind, mußt Du als guter Entwickler natürlich
selbst wissen ;-)
Mehr isses nicht.
batman schrieb:> ...> Dann frage ich mich aber, wozu überhaupt die großen Elkos gebraucht> werden, wenn der Strom anscheinend nur noch durch die kleinen Kerkos> fließt?
Ein Ripple ist ja keine schön saubere Sinuswelle sondern ein Gewirr aus
teilweise sehr steilen Impulsen. Gegen die steilen Impulse ist ein
Standard-Alu-Elko machtlos, LOW-ESR-Typen schaffen das besser.
Oder aber man häkelt noch KerKos bei, die können das besser. Auch die
Strombelastung für die Elkos ist geringer, weil die Kerkos gerade steile
Stromanforderungen der nachfolgenden Schaltung besser bedienen können.
> Aufteilung von 50Hz und 150kHz-Ripples?
Vereinfacht genau so!
Old-Papa
batman schrieb:> Dann frage ich mich aber, wozu überhaupt die großen Elkos gebraucht> werden, wenn der Strom anscheinend nur noch durch die kleinen Kerkos> fließt?
Solche Elkos findet man in den meisten Fällen in Schaltreglern jeglicher
Couleur. Dort sollen sie ausreichend Strom nachliefern und aus dem
PWM-Geschwinge wieder eine Gleichspannung machen. Je schneller und
pfiffiger solch ein Regler gemacht ist, desto weniger Kapazität braucht
man. Schön zu sehen an der Entwicklung der letzten zehn Jahre bei
Kernspannungsreglern auf Mainboards. Früher eher träge Regler mit
riesigen Kapazitäten, heute mehrphasige, schnelle Regler mit eher
kleinen Kapazitäten. Dabei haben die Ansprüche an die Regelung nicht
nachgelassen: Egal ob alte Athlon XP, P4-Heizkacheln oder moderne Core
i7, Sprünge von mehreren zehn Ampere auf der Kernspannungsschiene müssen
binnen milli(!)S ausgeregelt werden.
> Aufteilung von 50Hz und 150kHz-Ripples?
Da, wo die 50Hz noch anzutreffen sind, spielt der ESR eine eher
untergeordnete Rolle.