Rohrwiderstand: Stand der Technik?

Gast #4198969
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Hallo zusammen,

ein Kollege meinte, dass die Rohrwiderstände langsam aussterben. Ist das 
so richtig?

Wenn ja, was nimmt man denn als Ersatz, wenn ich bei hohen Lasten etwas 
Energie "verbraten" will.

Oder liegt das Aussterben daran, dass man Schaltungen so aufbaut, dass 
man möglichst wenig verbraten will.
#4198981
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Gast #4198997
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Rohri schrieb:
> Wenn ja, was nimmt man denn als Ersatz, wenn ich bei hohen Lasten etwas
> Energie "verbraten" will.

Man sucht sich einen Widerstand im Internet (z.B. Digikey) mit der 
Verlustleistung, die man braucht!
Die genau gleiche Bauform ist natürlich nicht zu haben, dafür ist 
moderner meist kleiner...
Gast #4199004
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Rohri schrieb:
> Oder liegt das Aussterben daran, dass man Schaltungen so aufbaut, dass
> man möglichst wenig verbraten will.

Daran, daß die Dinger schlecht automatisiert zu verbauen sind,

MELF muss geklebt werden.

Aber es wird immer Widerstände für grössere Leistungen geben. Man legt 
nur nicht mehr jeden Widerstand 1000% überdimensioniert aus.
Gast #4199166
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MaWin schrieb:
> Rohri schrieb:
>> Oder liegt das Aussterben daran, dass man Schaltungen so aufbaut, dass
>> man möglichst wenig verbraten will.
>
> Daran, daß die Dinger schlecht automatisiert zu verbauen sind,
>
> MELF muss geklebt werden.
>
> Aber es wird immer Widerstände für grössere Leistungen geben. Man legt
> nur nicht mehr jeden Widerstand 1000% überdimensioniert aus.

Huh?

Also ich verstehe unter MELF MMA 0207, MMB 0204 und MMU 0102. Also diese 
Burschen hier:
http://www.vishay.com/docs/28714/melfpre.pdf

Wir verbauen das Zeug in gigantischen Stückzahlen in Serie, 
vollautomatisch, da wird nix geklebt. Das läuft 1:1 wie bei den 
Chipwiderständen auch. Schwierig ist da nichts.

Vorteile der Dinger:
- Gute Belastbarkeit (MMA = 0,25W statt 1206 = 0,125W)
- TÜV / UL - MELF-Voodoo (Ein MELF kann angeblich keinen Kurzen reißen)
#4199246
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Rohri schrieb:
> Oder liegt das Aussterben daran, dass man Schaltungen so aufbaut, dass
> man möglichst wenig verbraten will.

Einerseits: Energiesparen ist auch dann erwünscht wenn es sich um 
Milliwatt handelt. Manchmal sind die Klimmzüge wegen einiger Bruchteile 
eines Watt geradezu lächerlich.

Andrerseits: früher hat man kleinere Spannungen mit Vorwiderständen aus 
der Netzspannung erzeugt: Radios mit Röhren der U-Serie, TV-Geräte mit 
denen der P-Serie.
Die Schaltnetzgeräte brachten da einen großen Fortschritt, da sie mit 
viel preiswerteren Trafos die benötigten kleineren Spannungen erzeugen. 
Netztrafos waren zu schwer und wegen des vielen Kupfers auch zu teuer.
Dazu kommt dann noch, dass die Standby- oder Startschaltungen auf 
Sparsamkeit gezüchtet sind.
Gast #4200045
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Rohri schrieb:
> http://www.amazon.de/Amico-Watt-Power-Keramik-Widerstand/dp/B00HKEJ9SI
>
> Sowas in der Art meine ich. Wie kann ich die Dinger denn am Besten
> substituieren?

Rohri schrieb:
> Wenn ja, was nimmt man denn als Ersatz, wenn ich bei hohen Lasten etwas
> Energie "verbraten" will.
>
> Oder liegt das Aussterben daran, dass man Schaltungen so aufbaut, dass
> man möglichst wenig verbraten will.

Hallo Rohri,

a) Warum? Ja, man versucht nicht einfach die 150W "zu verbraten" 
sondern die Schaltung Energieeffizient (das Wort hast Du sicher schon 
mal im Fernsehen gehört) zu gestalten. Aus diesem grund wurden die 
Heatballs auch abgeschafft. Manchmal geht das aber einfach nicht weil 
man die Widerstände z.B. entweder als Testlast braucht oder die 
Schaltung nicht umdimensionieren kann oder ... Das läuft aber auf wenige 
Sonderanwendungen raus. Das ist auch der Grund für die gerin ge 
Marktdurchdringung. Mehr und Mehr herstelelr geben das geringen Geschäft 
mit den niedrigen margen auf.

b) Alternativen. Die von Dir verlinkten Widertsände sind eine 
Möglichkeit, es gibt aber auch Keramik-Hochlastwiderstände (Beispiel: 
http://www.reichelt.de/11W-AXIAL-0-15/3/index.html?&ACTION=3&LA=446&ARTICLE=110685&artnr=11W+AXIAL+0%2C15&SEARCH=keramik+hochlastwiderstand) 
die zwar nicht bis 150W reichen aber von diesen entsprechend viele in 
Serie geschaltet passt dann auch wiedeer. Achtung: Alle Widerstände 
haben je nach Temepratur ein "Derating", d.h. sie dürfen bei Belastung 
zwar warm werden aber dann nicht mehr mehr mit der vollen Nennlast 
betrieben werden.

rgd
Gast #4200058
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Der freundliche Chinese macht Dir sowas auch gern:
http://www.aliexpress.com/item/200W-500-Ohm-Coiling-DIP-Wire-Wound-Power-Ceramic-Cement-Resistors/2043026580.html

sowas ist im Bereich 5-20W in der Industrie aber gängiger und von recht 
vielen zuverlässigen Lieferanten zu haben:
http://www.aliexpress.com/item/Wire-Wound-Ceramic-Cement-Power-Resistor-20-Ohm-100W-5/32219383493.html

Ansonsten hat allein Digikey über 100 Verschiedene an Lager, ähnlich 
deiner Bauform von 4 verschiedenen Herstellern.

Die Massen an Widerständen für Kühlkörpermontage garnicht mitgerechnet. 
Und da sind wir genau am Punkt. Je nach Kühlkonzept kann es sehr 
unangenehm sein so einen heissen Prügel im Gerät zu haben da viele 
Bauteile nicht so Freude an einer heissen Umgebung haben. Mit 
Kühlkörpermontage hat man da mehr Freiheiten.

viel Erfolg
Hauspapa
Gast #4200585
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Ich glaub ich schreibe besser noch was zum Hintergrund meiner Frage.

Ich bin Mitglied in einem Eisenbahnerverein und wir haben ein paar alte 
110/111er bei uns stehen.

Hier sind unteranderem Rohrwiderstände zu finden und ich hab jetzt die 
Sorge, dass wenn mir einer abraucht, dass ich keinen Ersatz mehr am 
Markt finde.
#4200600
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Rohri schrieb:
> Ich bin Mitglied in einem Eisenbahnerverein und wir haben ein paar alte
> 110/111er bei uns stehen.
>
> Hier sind unteranderem Rohrwiderstände zu finden und ich hab jetzt die
> Sorge, dass wenn mir einer abraucht, dass ich keinen Ersatz mehr am
> Markt finde.

dann nimmst du eben die passende Leistung an TO220 R (auch mehrere mit 
KK Berechnung K/W) auf Kühlkörper, das ist ähnlich deinen 
Rohrwiderständen, du musst den Platz und den Berührungsschutz haben 
damit die Wärme abgeführt werden kann und sich niemand verbrennt.

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