Hallo zusammen,
ein Kollege meinte, dass die Rohrwiderstände langsam aussterben. Ist das
so richtig?
Wenn ja, was nimmt man denn als Ersatz, wenn ich bei hohen Lasten etwas
Energie "verbraten" will.
Oder liegt das Aussterben daran, dass man Schaltungen so aufbaut, dass
man möglichst wenig verbraten will.
Rohri schrieb:> Wenn ja, was nimmt man denn als Ersatz, wenn ich bei hohen Lasten etwas> Energie "verbraten" will.
Man sucht sich einen Widerstand im Internet (z.B. Digikey) mit der
Verlustleistung, die man braucht!
Die genau gleiche Bauform ist natürlich nicht zu haben, dafür ist
moderner meist kleiner...
Rohri schrieb:> Oder liegt das Aussterben daran, dass man Schaltungen so aufbaut, dass> man möglichst wenig verbraten will.
Daran, daß die Dinger schlecht automatisiert zu verbauen sind,
MELF muss geklebt werden.
Aber es wird immer Widerstände für grössere Leistungen geben. Man legt
nur nicht mehr jeden Widerstand 1000% überdimensioniert aus.
MaWin schrieb:> Rohri schrieb:>> Oder liegt das Aussterben daran, dass man Schaltungen so aufbaut, dass>> man möglichst wenig verbraten will.>> Daran, daß die Dinger schlecht automatisiert zu verbauen sind,>> MELF muss geklebt werden.>> Aber es wird immer Widerstände für grössere Leistungen geben. Man legt> nur nicht mehr jeden Widerstand 1000% überdimensioniert aus.
Huh?
Also ich verstehe unter MELF MMA 0207, MMB 0204 und MMU 0102. Also diese
Burschen hier:
http://www.vishay.com/docs/28714/melfpre.pdf
Wir verbauen das Zeug in gigantischen Stückzahlen in Serie,
vollautomatisch, da wird nix geklebt. Das läuft 1:1 wie bei den
Chipwiderständen auch. Schwierig ist da nichts.
Vorteile der Dinger:
- Gute Belastbarkeit (MMA = 0,25W statt 1206 = 0,125W)
- TÜV / UL - MELF-Voodoo (Ein MELF kann angeblich keinen Kurzen reißen)
Rohri schrieb:> Oder liegt das Aussterben daran, dass man Schaltungen so aufbaut, dass> man möglichst wenig verbraten will.
Einerseits: Energiesparen ist auch dann erwünscht wenn es sich um
Milliwatt handelt. Manchmal sind die Klimmzüge wegen einiger Bruchteile
eines Watt geradezu lächerlich.
Andrerseits: früher hat man kleinere Spannungen mit Vorwiderständen aus
der Netzspannung erzeugt: Radios mit Röhren der U-Serie, TV-Geräte mit
denen der P-Serie.
Die Schaltnetzgeräte brachten da einen großen Fortschritt, da sie mit
viel preiswerteren Trafos die benötigten kleineren Spannungen erzeugen.
Netztrafos waren zu schwer und wegen des vielen Kupfers auch zu teuer.
Dazu kommt dann noch, dass die Standby- oder Startschaltungen auf
Sparsamkeit gezüchtet sind.
Rohri schrieb:> http://www.amazon.de/Amico-Watt-Power-Keramik-Wide...>> Sowas in der Art meine ich. Wie kann ich die Dinger denn am Besten> substituieren?
Mit einem x-beliebigen anderen 1Ohm/150Watt Widestand. Gibt's bei
Reichelt, Conrad, Bürklin, Mauser, Digikey, Farnell,...
Rohri schrieb:> http://www.amazon.de/Amico-Watt-Power-Keramik-Widerstand/dp/B00HKEJ9SI>> Sowas in der Art meine ich. Wie kann ich die Dinger denn am Besten> substituieren?Rohri schrieb:> Wenn ja, was nimmt man denn als Ersatz, wenn ich bei hohen Lasten etwas> Energie "verbraten" will.>> Oder liegt das Aussterben daran, dass man Schaltungen so aufbaut, dass> man möglichst wenig verbraten will.
Hallo Rohri,
a) Warum? Ja, man versucht nicht einfach die 150W "zu verbraten"
sondern die Schaltung Energieeffizient (das Wort hast Du sicher schon
mal im Fernsehen gehört) zu gestalten. Aus diesem grund wurden die
Heatballs auch abgeschafft. Manchmal geht das aber einfach nicht weil
man die Widerstände z.B. entweder als Testlast braucht oder die
Schaltung nicht umdimensionieren kann oder ... Das läuft aber auf wenige
Sonderanwendungen raus. Das ist auch der Grund für die gerin ge
Marktdurchdringung. Mehr und Mehr herstelelr geben das geringen Geschäft
mit den niedrigen margen auf.
b) Alternativen. Die von Dir verlinkten Widertsände sind eine
Möglichkeit, es gibt aber auch Keramik-Hochlastwiderstände (Beispiel:
http://www.reichelt.de/11W-AXIAL-0-15/3/index.html?&ACTION=3&LA=446&ARTICLE=110685&artnr=11W+AXIAL+0%2C15&SEARCH=keramik+hochlastwiderstand)
die zwar nicht bis 150W reichen aber von diesen entsprechend viele in
Serie geschaltet passt dann auch wiedeer. Achtung: Alle Widerstände
haben je nach Temepratur ein "Derating", d.h. sie dürfen bei Belastung
zwar warm werden aber dann nicht mehr mehr mit der vollen Nennlast
betrieben werden.
rgd
Ich glaub ich schreibe besser noch was zum Hintergrund meiner Frage.
Ich bin Mitglied in einem Eisenbahnerverein und wir haben ein paar alte
110/111er bei uns stehen.
Hier sind unteranderem Rohrwiderstände zu finden und ich hab jetzt die
Sorge, dass wenn mir einer abraucht, dass ich keinen Ersatz mehr am
Markt finde.
Rohri schrieb:> Ich bin Mitglied in einem Eisenbahnerverein und wir haben ein paar alte> 110/111er bei uns stehen.>> Hier sind unteranderem Rohrwiderstände zu finden und ich hab jetzt die> Sorge, dass wenn mir einer abraucht, dass ich keinen Ersatz mehr am> Markt finde.
dann nimmst du eben die passende Leistung an TO220 R (auch mehrere mit
KK Berechnung K/W) auf Kühlkörper, das ist ähnlich deinen
Rohrwiderständen, du musst den Platz und den Berührungsschutz haben
damit die Wärme abgeführt werden kann und sich niemand verbrennt.