Das Lied zum Freitag

OP Persönliche Seite #6386900
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Statt eines Wortes zum Sonntag und dem üblichen Freitagsgequatsche 
(siehe Oszilloskophorizontaltaktfrage von heute) mal etwas 
Anspruchsvolles, was ich gerade wiedergefunden habe.

Eine klangliche gute Aufnahme mit einer (zur Abwechslung mal einer 
guten!) künstlerischen Bebilderung mitsamt Lied-Text:
https://www.youtube.com/watch?v=2oANV6SQhwI

Und während ihr das hört, folgende Frage:

**************************************
Welches Taktmaß hat das Lied?
**************************************

Hier ist noch ein andere Video der beiden, das sie von damals zeigt und 
das (auch wenn es ein Halbplayback ist) sehr sehenswert ist - offenbar 
von Vangelis selbst gepostet.

https://www.youtube.com/watch?v=rKqLAVyRaXw
Beitrag #6387524 wurde von einem Moderator gelöscht.
OP Persönliche Seite #6387634
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Achim B. schrieb:
> Das sind 8 8tel. Und nein, bei Musik sind 8 8tel nicht = 4 4tel; so wie
> 6 8tel auch nicht = 3 4tel sind.

Notiert ist es möglicherweise in 8/8, allerdings singt Jon mehrfach 
punktierte Noten, daher quantisiert ein Takt auf die 16-tel. Eine Phrase 
hat 2- eine Wiederholung 4 Takte, macht 64 Nötchen im Sequencer.

Jetzt brauchen wir noch die Instrumente. Angeblich hatte Vangelis neben 
seiner VP 330 zeitweise bis zu 8 Stk CS-80. hm ...

Wenn man sich überlegt, was es vor annähernd 40 Jahren schon für Geräte 
gab ...
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Beitrag #6387788 wurde von einem Moderator gelöscht.
#6387853
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Jürgen S. schrieb:
> Wenn man sich überlegt, was es vor annähernd 40 Jahren schon für Geräte
> gab ...

Ich finde insbesondere den Sprung in der "Anhörbarkeit" (jaja, sehr 
subjektiv...) von rein elektronisch erzeugter Musik interessant, obwohl 
die Geräte doch noch alle sehr ähnlich waren. Beginnend mit der 
Ausnahmeerscheinung der Dr. Who-Titelmelodie ist das in den 60ern doch 
noch sehr überschaubar.

https://www.youtube.com/watch?v=CM8uBGANASc  (1963)

Das meiste fällt ja eher unter experimentelle Collagen:

https://www.youtube.com/watch?v=FV-TWv3IqZ4 (1966)

Auch Walter Carlos' "Switched on Bach" 1968 ist ja eigentlich nur alter 
Wein in sehr ungewöhnlichen Schläuchen.

Dann gibts noch 1969 Kingsleys Popcorn als "Einhorn", alles andere von 
ihm ist IMO irgendwie nur Spielerei (tw. fast wie für Comic-Soundtracks) 
oder sehr merkwürdig Traditionelles.

https://www.youtube.com/watch?v=idUSncKvTS4

Erst so ab ca. 1974/5 scheint das irgendwie zu explodieren. Tangerine 
Dream (vorher wohl durchgehend auf Drogen...), Schulze, Jarre, Vangelis, 
plötzlich ist da was, was man anhören kann aber eigentlich keine 
richtigen Vorgänger hat.

Nur mal so als Beispiel:

https://www.youtube.com/watch?v=knItIJIYYmQ
vs.
https://www.youtube.com/watch?v=qBn0Jnf7_3M

Das erste ist eher "ich schraub am Moog und nehme es auf" und zwei Jahre 
später ist da auf einmal "ein Werk".

Ebenso TD:

https://www.youtube.com/watch?v=tvoVb0tmfe0 (1973)
über
https://www.youtube.com/watch?v=URssLwPXkVk (1974, noch etwas sperrig)
bis
https://www.youtube.com/watch?v=jd6XL_IOS3I (1975, so ab ca. 7:20 gehts 
los)

Vangelis hats (fast) gleich "richtig" gemacht:

https://www.youtube.com/watch?v=Hv3qZ8g8rr4 (1975, schon sehr 
elektronisch, aber IMO noch etwas konventionell)
vs.
https://www.youtube.com/watch?v=3kK_HGNOo9A (1976)

Noch extremer bei JMJ in 4 Jahren:

https://www.youtube.com/watch?v=HTYOajS_LQw (1972)
vs.
https://www.youtube.com/watch?v=Sj7A8SX7ccI (1976)
OP Persönliche Seite #6388596
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Georg A. schrieb:
> Youtube-Video "Jean Michel Jarre - Windswept Canyon" (1972)
> vs.
> Youtube-Video "jean michel jarre - oxygene part 1" (1976)

Das ist richtig, wobei sich Musiker ja auch weiterentwickeln. 1972 war 
JMJ gerade Mitte 20.

Entscheidender dürfte aber das Jahr 1976 an sich gewesen sein: Dort kam 
nämlich der besagte CS-80 heraus und JMJ war einer der ersten, der in 
eingesetzt hat, z.B. in eben der Oxygen und auch der Equinoxe.

Vor diesem Gerät gab es außer der GX-1, die nur wenige hatten, keinen 
polyphon spielbaren Synthesizer, d.h. man musste über mehrere Aufnahmen 
/ Sequenzer spielen und mehrere Synths parallel aus einem Manual heraus 
gleichzeitig anzusteuern, ging damals so nicht, weil es noch kein MIDI 
gab.

Auch Vangelis profitierte sehr vom Erscheinen der CS-80.
(Firma: Nisch-Aufzüge) Persönliche Seite #6390663
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M. W. schrieb:
> Kutte R. schrieb:
>> Wechsel zwischen 2er und 3er Takt. Die Bayern nennen sowas wohl
>> "Zwiefacher"
>
> Gibt es das überhaupt?


Das besondere Merkmal dieses Tanzes ist der Wechsel zwischen ungeradem 
und geradem Takt, also meist zwischen 3/4- und 2/4-Takt, selten auch 
4/4-Takt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Zwiefacher

war nicht schwer
Namaste
OP Persönliche Seite #6390716
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Georg A. schrieb:
> Laut Wikipedia hat er ihn bei Oxygene noch nicht gehabt ;)
Kann sein, in den später aufgenommenen Sequenzen der Equinoxe hatte er 
ihn definitiv. Vl.t habe ich es damit oder einem anderen Synth 
verwechselt. Gfs stimmt auch auch die Instrumentenzuordnung in der WP 
nicht immer, hatte das schon bei dem einen oder anderen Artikel.

Die Grundaussage bleibt aber: Ab Mitte der 1975er hat sich in Sachen 
Klangsynthese sehr viel getan. Ab da kamen die digitalen polyphonen 
Synthesizer raus.

Da der thread nun etwas abgeglitten ist, noch das hier:

Bei der Recherche nach der Musik von 1975 bin ich über das gestolpert: 
Der Hammer! https://www.youtube.com/watch?v=kQjP2hXkQ1Y
Zwar nur in Mono, aber dafür optisch in Stereo! :-)

Ich hatte gar nicht in Erinnerung, dass Raquel "the body" Welch auch 
gesungen hat.

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