Hallo an alle …. Ich glaube, dass ich eure Hilfe brauche. Gestern wollte
ich meine Verstärker-Umschaltanlage in Betrieb nehmen. Jedoch verhält
sich die Schaltung nicht wie ich erwartet habe.
Hier eine kurze funktionale Beschreibung der Umschaltanlage damit ihr
wisst um was es geht:
Die Umschaltanlage soll drei Verstärker (oder sechs Monoblöcke)
umschalten. Geschaltet werden 230V, LS-Signal, NF-Signal. Geschaltet
wird mit einer 15 sekündigen Verzögerung.
Von Verstärker A auf B bedeutet das, das Verstärker A wird komplett
getrennt wird, 15 Sekunden vergehen, Verstärker B wird eingeschaltet.
Geschaltet werden drei Relaiskarten, eine für 230V, eine für das
Lautsprechersignal, eine für das NF-Signal.
Eigentlich eine ganz einfache Schaltung. Die Umschaltlogik legt nur 12V
gleichzeitig an drei Relaiskarten. Dort wird geschaltet. Fertig.
Des Weiteren wird noch ein Zusatzverbraucher (z.B. Fernseher)
geschaltet. Dieser Ausgang wird direkt beim Einschalten per Relais
freigegeben.
Zum Test habe ich ein Paar Monoblöcke an Kanal 1, eine Stereoendstufe an
Kanal 2 angeschlossen
Jetzt mein Problem:
Test 1
Umschaltanlage einschalten, 15 Sekunden vergehen, alle Relais schalten
durch. Perfekt.
Umschaltanlage ausschalten, Relais fallen ab. Perfekt.
Test 2
Umschaltanlage einschalten, 15 Sekunden vergehen, alle Relais schalten
durch. Perfekt.
Umschalten auf Kanal 2, Relais fallen ab und dann ein Knall im linken
Lautsprecher.
15 Sekunden vergehen, Kanal 2 wird aktiviert. Allerdings machen die
Relais der Netzteilkarte so ein BLOB, dass einem angst und bange wird.
Und die 1,6 Ampere Sicherung für den Zusatzverbraucher löst aus obwohl
da gar nichts eingeschaltet ist.
Soeben hat auch die Hauptsicherung in dem kleinen Stereoverstärker beim
Umschalten ausgelöst.
An Kanal 1 sind zwei Monblöcke mit je 500W Transformator und
Einschaltstrombegrenzung angeschlossen, an Kanal 2 eine kleine
Stereoendstufe mit einem 120W Transformator.
Wie es für mich aussieht entstehen hier gewaltige Spannungsspitzen,
Überschläge oder so etwas.
Was meint ihr, wie kann man das Verhalten in den Griff bekommen.
Ich sehe da LEDs auf deiner Schaltplatíne an jedem Relais-Spule, aber wo
sind die notwendigen Vorwiderstände für diese LEDs? Oder hast du
12V-LEDs (mit angebautem Vorwiderstand) verwendet?
Ohne LED-Vorwiderstände dürften die Relais gar nicht anziehen (oder bei
12V die LEDs sofort abrauchen) ...
> Freilaufdiode rein
Diese sind vorhanden.
Ja, es handelt sich um 12V-Dioden. Ohne Vorwiderstand. Hier noch die
Kurzform des Problems.
Kurzform.
Umschaltanlage wird eingeschaltet. 12V Spannung fließt zu K7 und
schaltet das Relais. An den Printklemmen für K7 sind Kabel und eine 1,6
Ampere Sicherung und eine Kaltgerätebuchse angeschlossen.
Über Connector CON-RK * kommen 12 Volt an Eingang +12V-1. Relais
schalten durch. Verbraucher werden aktiviert. Super.
Jetzt das Umschalten.
Wechsel von Eingang +12V-1 auf +12V-2. Relais K1 und K2 fallen ab. Im
Lautsprecher knallt es gewaltig. Sicherung an dem Relais K7 löst aus.
Relais K3 und K4 schalten sauber durch.
lg Bladerunner
Du hast also mehrere 500VA-Ringkerntrafos da dran. Welchen Relaistyp
hast du verbaut? Kann der 5kVA induktiv? Ungefähr das kann dir passieren
beim Schalten, wenn so ein RKT grad "falschrum gesättigt" ist.
Was soll denn der C4? Einen 78xx Spannungsregler kapazitiv
nicht so zu belasten sollte sich doch langsam mal rum gesprochen
haben. Das kann man aus jedem Datenblatt heraus lesen.
Also raus damit. Mit C1= 1000µF kann man etwa 100mA
Laststrom sieben. Ob das reicht, vor allem bei entsprechenden
Relais-Einschaltströmen?
Blade Runner schrieb:> Im> Lautsprecher knallt es gewaltig.
Das kann auf Gleichspannung im Signalpfad hindeuten. Früher hat man
das mit einem verzögerten Relais gelöst wenn sich die Gleichspannung
im Signal aufgelöst hat. Ansonsten muss man mit einem fetten Elko
von Gleichspannung entkoppeln.
Helge A. schrieb:> Du hast also mehrere 500VA-Ringkerntrafos da dran. Welchen Relaistyp> hast du verbaut? Kann der 5kVA induktiv? Ungefähr das kann dir passieren> beim Schalten, wenn so ein RKT grad "falschrum gesättigt" ist.
500 VA RKT löst mit 99 %iger Wahrscheinlichkeit jeden normalen 16 A
Automaten aus. Kann im Grunde nicht ohne Sanftstart verbaut werden.
??? schrieb:> Das kann auf Gleichspannung im Signalpfad hindeuten. Früher hat man> das mit einem verzögerten Relais gelöst wenn sich die Gleichspannung> im Signal aufgelöst hat. Ansonsten muss man mit einem fetten Elko> von Gleichspannung entkoppeln.
Oder sich halt anständige Verstärker kaufen.
Marian B. schrieb:> 500 VA RKT löst mit 99 %iger Wahrscheinlichkeit jeden normalen 16 A> Automaten aus. Kann im Grunde nicht ohne Sanftstart verbaut werden.
Kommt drauf an ob der RKT gleich Volllast liefern soll oder erst
mal mit wenig Last bestromt wird.
Erst mal danke an Alle für die Antworten und sorry für mein spätes
Feedback. Kam gerade erst von der Arbeit ….
Hallo @Helge, In jedem Monoblock ist ein 500VA Ringkerntransformator
eingebaut. Die RKT werden allerdings über eine Einschaltstrombegrenzung
langsam hochgefahren und dann werden per Relais die Lautsprecher
freigeschaltet. Sind die Monoblöcke mit einer Funksteckdose verbunden
habe ich keine Probleme. Kein Knallen beim Ausschalten.
Als Relais habe ich von Finder die 4052 auf Printsockel verbaut. Du
meinst ein RKT wäre vielleicht falsch angeschlossen …. Hmmm …. Kann ich
mir kaum vorstellen, muss ich überprüfen.
An @Gast. Juip … Du hast absolut Recht. C4 ist mehr als
überdimensioniert und als Ladeelko würde ebenfalls ein 1000uF bei 20
Ripple ausreichen. OK … ich hatte die Elkos halt gerade über. Wird
geändert. Dann wird auch der kleine Trafo nicht mehr so belastet.
Gleichspannung im Signalpfad …. Nee … glaube ich nicht. Ich habe es zwar
jetzt noch nicht durchgemessen ….. aber die Schaltung der Endstufe
leistet bereits seit Jahren gute Dienste. Werde ich trotzdem checken.
Was mich halt wundert ist die Tatsache, dass die Umschaltanlage nur beim
Wechsel der Kanäle diese Probleme bereitet.
Egal ob Eingang 1,2 oder 3 aktiv ist (also die Relaispärchen K1 - K2, K3
- K4, K5 - K6) und die Umschaltanlage eingeschaltet oder ausgeschaltet
wird funktioniert alles prächtig. Nur beim Umschalten der Kanäle fliegt
die Sicherung an K7 und es knallt im Lautsprecher.
Mal logisch überlegen. Das Netzteil liefert die 12V Schaltspannung. K7
wird direkt geschaltet und nach ein paar Sekunden K1 – K2. Bis jetzt ist
alles OK. Jetzt wird umgeschaltet. K1 – K2 fallen ab, (knallen im
Lautsprecher … Wieso???????), Sicherung an K7 fliegt raus (Wieso ?????),
der nächste Kanal wird nach 15 Sekunden (Relais K3 – K4) mit einem
extrem lauten BLOB geschaltet. Ich meine die Relais verursachen das
BLOB. Nicht die Lautsprecher. Die Relais schalten nicht mit dem üblichen
Klick sondern mit einem lauten BLOB.
Ich verstehe es nicht. Wieso löst die Sicherung an K7 aus ????? An der
Kaltgerätebuchse stehen lediglich die 230V an. Kein Verbraucher
angeschlossen.
Bin für jede Idee offen
Verzweifelter Bladerunner
Das Knallen im Lautsprecher deutet auf einen Abrißfunken in den Relais
hin. Das 40.52 ist für 400VA (AC15) und 300W (AC3) spezifiziert, also zu
klein gewählt. Und RKT geben verdammt viel Energie ab, wenn du Pech
hast.
Das "Blob" kann 2 Ursachen haben. Vielleicht prellen die Relais, dann
gibts gleich beim Einschalten den nächsten Funken. Oder dein
Schaltsignal ist unsauber, mit dem gleichen Ergebnis.
Mit viel Glück kannst du deine Schaltung mit einem Löschglied retten.
--
Mehr Glück könntest du mit den 40.61 Relais haben. Eins für L, eins für
N.
Blade Runner schrieb:> Ich verstehe es nicht. Wieso löst die Sicherung an K7 aus ????? An der> Kaltgerätebuchse stehen lediglich die 230V an. Kein Verbraucher> angeschlossen.
Hallo Blade Runner. RKTs abschalten ist immer ein Problem! Aber die
Sache mit der Sicherung an K7 ist mir nicht ganz klar. Kannst Du mal ein
Strukturschaltbild von deiner gesammten Anlage zeichnen?
Danke an Alle
Hallo @Helge, Du meinst, dass das 40.52 zu klein ist. So eine Hacke.
Soeben habe ich mir die Datenblätter für das Relais durchgelesen. Wie es
aussieht hast Du Recht. Wie konnte ich das übersehen .... 400 VA bei
AC15.
Eine neue Platine für die 40.61er zu designen wäre nicht das Problem.
Ich weiß nur nicht wo ich die 14 Relais dann unterbringen soll. Da muss
ich mal eine Nacht darüber schlafen.
Dann kämen ja auch noch einige X2-Wimas oder Snubbers hinzu ... das wird
eng. Noch habe ich keine Idee .... grübel
Ein Prellen der Relais kann ich mir nicht vorstellen. Wenn nur der
gewählte Kanal ein- oder ausgeschaltet wird ist ja alles in Ordnung. Nur
der Wechsel auf einen anderen Kanal führt zu dem Problem. Also beim
Abfallen der Relais, nicht beim Anziehen.
Hallo @Stefan. Ein Snubber wäre eine gute Idee. Schadet auf keinen Fall.
und für @Nico ... an dem Relais K7 (ganz rechts im Board) ist lediglich
eine Sicherung und eine Kaltgerätebuchse angeschlossen die direkt (ohne
Verzögerung) beim Einschalten aktiviert wird. Siehst Du am Board. Die
12V gehen direkt an das Relais K7.
Hätte nicht gedacht, dass die beiden 500er RKT's solche Probleme
verursachen. OK, erschwerend kommt noch hinzu, dass das angeschlossene
Netzteil (das an den 500W RKT'S) knapp 200.000 uF Siebelkos hat.
lg Bladerunner