Hallo,
in der Automobiltechnik werden ja hauptsächlich High-Side Schalter
verwendet, weil die meisten Lasten mit der Masse verbunden sind bzw.
aufgrund der höheren Sicherheit.
Nun ist es aber so, dass es auch Low-Side Schalter für
Automobil-Anwendungen gibt. Da wäre meine Frage, was es da für
Anwendungen gibt, bzw. was da genau geschaltet wird. Das birgt ja immer
ein gewisses Risiko mit sich.
Vielen Dank
Hnsi95 schrieb:> in der Automobiltechnik werden ja hauptsächlich High-Side Schalter> verwendet, weil die meisten Lasten mit der Masse verbunden sind bzw.> aufgrund der höheren Sicherheit.
Ne, umgekehrt. Im KFZ Bereich wird Masse gesschalten = low side.
Hnsi95 schrieb:> Nun ist es aber so, dass es auch Low-Side Schalter für> Automobil-Anwendungen gibt. Da wäre meine Frage, was es da für> Anwendungen gibt, bzw. was da genau geschaltet wird. Das birgt ja immer> ein gewisses Risiko mit sich.
Also high side? Zum Beispiel Blinker, Ablend- Fernlicht, Brems-
Rücklicht, etc. Ist alles +12V geschalten.
Empfindliche Kreise wie z.B das Tacho- oder Geschwindigkeitssignal sind
open drain. Heisst, wenn das offene Kabel an Masse kommt, passiert nix.
Die Türkontakte für die Innenbeleuchtung hingegen sind Masse geschalten.
Philipp G. schrieb:> Dann guck selber Seite 9 an, das erste Bild.>> Low Side == Masse durch schalten>> high side == +12DV (oder was auch immer) durchschalten.
Okay, wir beide hatten Missverständnis. :)
Im ersten Beitrag habe ich geschrieben, dass bei High-Side die Last mit
der Masse verbunden ist und nicht, dass die Last auf Masse geschaltet
wird. Missverständnis beseitigt.
Guck mal das 2. Bild auf Seite 9. LS hat ein höheres Sicherheitsrisiko,
als HS
Also, nochmal zum mitschreiben:
Scheinwerfer und all der Kram sind High-Side?
Innenraumbeleuchtung ist Low-Side?
Ja, aber ich habe nun das pdf gelesen und so verstanden. Es geht um den
'stress' auf den Schalter.
Wenn mit +12V über Schalter geschalten wird und der Ausgang an Masse
kommt dann fliesst die volle Last über den Schalter - was wohl mit
'Stress' gemeint ist.
Im Bild bezieht sich die Aussage wo der Kurzschluss passiert. Wird nach
der Last kurzgeschlossen auf GND passiert nix - ausser dass dauerhaft
'an' ist.
Dennoch:
A Short Circuit (SC) hazard is more likely to occur to GND than to the
battery voltage VBAT, thus switching from
the high side is considered safer than switching from the low side.
Figure 3 represents all possible short circuits
in a truck electrical system. The SC in green will result in the load
being permanently ON load. The SC in orange
will result in stress to the switch. The SC in red will place stress on
the complete vehicle electrical system
Irgendwie verwirrend, hätte jetzt gesagt GND schalten ist safer da die
Karosse ja Masse hat.
Hnsi95 schrieb:> Scheinwerfer und all der Kram sind High-Side?>> Innenraumbeleuchtung ist Low-Side?
Ja, aber da geht es auch um Kosten. Und KFZ Kupfer ist seeeeeeeehr
teuer. Wozu eine Leitung ziehen wenn man einfach das Ding an Masse legen
kann.
Beispiel an der klassischen Innenraumleuchte. Die hat meist drei
Schalterstellungen:
- immer aus
- immer an
- nur an wenn Türe offen
Dazu sind nur zwei Litzen nötig:
+12V Dauerplus und:
- immer aus ist klar, einfach offen
- immer an ist auch klar, einfach ab Schalterstellung direkt an
Karosseriemasse
- nur an wenn Türe offen, Litze geht zum Türendschalter, aber dort auch
direkt an Karosse geschraubt
Dafür brauchen wir nur zwei Litzen, eine hat Dauerplus die andere geht
zum Schalter -fertig.
Philipp G. schrieb:> - nur an wenn Türe offen, Litze geht zum Türendschalter, aber dort auch> direkt an Karosse geschraubt
Auch da gibt es wieder mal Ausnahmen. Wir hatten hier gerade einen Audi,
bei dem der Türkontakt nicht gegen Masse ging.
Habe gerade mal den Schaltplan meines Autos (ohne Smartswitches)
durchgeguckt. Der Löwenanteil benutzt Highside Schalter (Beleuchtung)
und nur ein paar Relais werden Lowside geschaltet.
Hnsi95 schrieb:> in der Automobiltechnik werden ja hauptsächlich High-Side Schalter> verwendet, weil die meisten Lasten mit der Masse verbunden sind bzw.> aufgrund der höheren Sicherheit.>> Nun ist es aber so, dass es auch Low-Side Schalter für> Automobil-Anwendungen gibt. Da wäre meine Frage, was es da für> Anwendungen gibt, bzw. was da genau geschaltet wird. Das birgt ja immer> ein gewisses Risiko mit sich.
In der gesamten Technik werden m.E. zu 90% LowSideSchalter benutzt,
schon allein wegen des wesentlich geringen Aufwands und der Möglich-
keit problemlos für Steuerung und Last unterschiedliche Spannungen zu
benutzen. Die einzige, grosse Ausnahme ist der KFZ-Bereich, wo man
aus historischen Gründen die meisten Verbraucher mit Masse verbindet.
Um auch diesen Kundenkreis zu gewinnen, hat die Halbleiterindustrie
mit grossem Aufwand HighSideSchalter entwickelt. Die Nachteile dieses
Konzepts nimmt man da in Kauf. Wieso diese eine höhere Sicherheit
bieten, ist mir nicht ganz klar. In den übrigen Bereichen haben sich
die auch m.W. kaum durchgesetzt. Ein Halbleiterschalter kann natürlich
immer mal kaputt gehen, aber da bleibt es sich ziemlich egal, ob "Low"
oder "High".
Matthias S. schrieb:> Auch da gibt es wieder mal Ausnahmen. Wir hatten hier gerade einen Audi,> bei dem der Türkontakt nicht gegen Masse ging. Habe gerade mal den> Schaltplan meines
A4, stimmt’s?
Noch als Nachtrag zum gestrigen Eklat:
Philipp G. schrieb:> Ne, umgekehrt. Im KFZ Bereich wird Masse gesschalten = low side.
Geschalten ist ein historisches und heute wenig gebräuchliches Partizip
von schalten. Es ist nichts falsch daran.
Harald W. schrieb:> In der gesamten Technik werden m.E. zu 90% LowSideSchalter benutzt,> schon allein wegen des wesentlich geringen Aufwands und der Möglich-> keit problemlos für Steuerung und Last unterschiedliche Spannungen zu> benutzen. Die einzige, grosse Ausnahme ist der KFZ-Bereich, wo man> aus historischen Gründen die meisten Verbraucher mit Masse verbindet.> Um auch diesen Kundenkreis zu gewinnen, hat die Halbleiterindustrie> mit grossem Aufwand HighSideSchalter entwickelt.
Ja, genau so liest sich auch deren PDF. Die Begründung ist für mich
nicht einleuchtend, was daran 'safer' sein soll:
>A Short Circuit (SC) hazard is more likely to occur to GND than to the >battery
voltage VBAT,
Ja, weil die gesamte Karosse Masse hat. Ack.
> thus switching from>the high side is considered safer than switching from the low side.
Warum? Das ist ein Widerspruch zur vorherigen Argumentation.
Wenn du low side schaltest hast du Dauerplus bis zum Verbraucher liegen.
Falls aa mal was durchscheuert und schmurgelt ohne daß es gleich so
niederohmig wird daß die Sicherung auslöst, dann kannst du diesen
Schluss und potentielle Brandquelle nicht abschalten.
Bei Highside Schaltung liegt kein Dauerplus sondern nur geschalteter
Plus der zum einen beim geparkten Auto nicht eingeschaltet ist und den
man zum Anderen auch abschalten kann (zumindest wenn der Schalter nicht
durchlegiert).
Also ist die Gefahr eines Schwelbrandes deutlich geringer
Lach schrieb:> Wenn du low side schaltest hast du Dauerplus bis zum Verbraucher liegen.> Falls aa mal was durchscheuert und schmurgelt ohne daß es gleich so> niederohmig wird daß die Sicherung auslöst, dann kannst du diesen> Schluss und potentielle Brandquelle nicht abschalten.> Bei Highside Schaltung liegt kein Dauerplus sondern nur geschalteter> Plus der zum einen beim geparkten Auto nicht eingeschaltet ist und den> man zum Anderen auch abschalten kann (zumindest wenn der Schalter nicht> durchlegiert).
Ok, ABER, von Batterie bis Schalter liegt auch ein Dauerplus. Damit wird
nur die Strecke Schalter - Verbraucher sicherer.
Philipp G. schrieb:> Ja, genau so liest sich auch deren PDF. Die Begründung ist für mich> nicht einleuchtend, was daran 'safer' sein soll:
Die Argumentation auf S. 9 im Infineon-Paper ist wohl folgendermaßen
gedacht:
- für das Fahrzeugnetz kritische Kurzschlüsse sind nur die roten, bei
denen die 12V von der Batterie auf Masse kurzgeschlossen werden.
- die grünen Kurzschlüsse sind unkritisch, weil sie nur zu einem
unbeabsichtigten Betrieb des Verbrauchers führen. Die orangenen
Kurzschlüsse belasten nur den Switch, der aber intelligent ist und im
Überlastfall abschalten kann.
- wenn man low side switches einsetzen würde, dann muss man die
ungeschalteten 12V von der Batterie sowohl zum Switch führen als auch zu
Last
- damit hätte man doppelt so viele Mögichkeiten, wo ein Kurzschluss von
ungeschalteten 12V nach Masse auftreten könnte
- mit dem high-side Switch gehen die ungeschalteten 12V nur zum Switch.
Die geschalteten 12V zwischen Switch und Masse können zwar immer noch
einen Schluss machen, aber um dessen Auswirkung kann sich der Switch
kümmern (der im Kurzschlussfall abschaltet), die belasten nicht das
Bordnetz.
Bei dieser Argumentation zählt man also nur die rot gezeichneten
Kurzschlüsse und kommt zum Ergebnis dass es bei High Side Switches nur
halb so viele sind wie bei low side switches.
Philipp G. schrieb:> Damit wird> nur die Strecke Schalter - Verbraucher sicherer.
Und das ist die lange Strecke. Ist also in Kabelbäumen, die quer durchs
Fahrzeug gehen, die sicherere Variante.
Philipp G. schrieb:> Geschalten ist ein historisches und heute wenig gebräuchliches Partizip> von schalten. Es ist nichts falsch daran.
Der Duden kennt dieses Wort jedenfalls nicht, genausowenig wie
das Wort "Boardnetz", welches auch kein englisches Wort ist.
https://www.duden.de/suchen/dudenonline/geschaltenhttps://www.duden.de/suchen/dudenonline/Boardnetz
Meiner Ansicht nach ist die Benutzung solcher Wörter nur der
Ausdruch für eine zunehmende Sprachverschlechterung.
Achim S. schrieb:> Bei dieser Argumentation zählt man also nur die rot gezeichneten> Kurzschlüsse und kommt zum Ergebnis dass es bei High Side Switches nur> halb so viele sind wie bei low side switches.
So klingt es einleuchtend, danke. Rechtfertigt einfach den Einsatz deren
Halbleiter.
Philipp G. schrieb:> So klingt es einleuchtend, danke. Rechtfertigt einfach den Einsatz deren> Halbleiter.
Stimmt. Wobei sich die Automobilindustrie um eine solche Rechtfertigung
nicht kümmern würde, wenn sie nicht auch der Auffassung wäre, dass die
high side switches tatsächlich einen (Sicherheits)Vorteil bringen. (Bzw.
das, worum es im Auto immer geht: die gleichzeitige Optimierung von
Zuverlässigkeit und Kosten.)
Wir diskutieren die Sache hier ja (zumindest die meisten von uns) auf
einer eher theoretischen Basis. Wenn man mal selbst Kabelbäume für Autos
entwirft und reale Schadensfälle untersucht bekommt das, was für uns
nach einem wenig wichtigen Detail aussieht, ggf. ein ganz anderes
Gewicht.
Harald W. schrieb:> Der Duden kennt dieses Wort jedenfalls nicht, genausowenig wie> das Wort "Boardnetz", welches auch kein englisches Wort ist.> https://www.duden.de/suchen/dudenonline/geschalten> https://www.duden.de/suchen/dudenonline/Boardnetz> Meiner Ansicht nach ist die Benutzung solcher Wörter nur der> Ausdruch für eine zunehmende Sprachverschlechterung.
Ja. Es ist streng genommen nicht korrekt.
Aber was auf einer Seite wie "Deutsch für Dichter und Denker" steht, das
sollte wohl für einen so kultivierten und auf Sprache bedachten Menschen
wie dich schon interessant sein:
http://www.belleslettres.eu/content/verb/gespalten-gespaltet.php
Im Übrigen ist "geschalten" in den südlicheren Regionen von Deutschland
(und den angrenzenden deutschsprachigen Nachbarn) ein durchaus noch
gebräuchliches Partizip von "schalten".
Und das Ganze hat nicht unbedingt etwas mit Sprachverschlechterung zu
tun sondern eher mit einem Sprachwandel.
Für die Verschlechterung gibt es weit bessere Beispiele... (Anglizismen,
Unworte aus der Jugendsprache "I bims"....)
Achim S. schrieb:> Stimmt. Wobei sich die Automobilindustrie um eine solche Rechtfertigung> nicht kümmern würde, wenn sie nicht auch der Auffassung wäre, dass die> high side switches tatsächlich einen (Sicherheits)Vorteil bringen. (Bzw.> das, worum es im Auto immer geht: die gleichzeitige Optimierung von> Zuverlässigkeit und Kosten.)
Achim, für mich klingt es wieder nicht einleuchtend. ;) Ich beziehe mich
in meiner Argumentation auf Figure 4 im PDF.
- Warum braucht es im LSS Fall zwei separate Masseleitungen für die ECU,
wenn es 'oben' doch auch nur mit einen geht?
- Warum hat im LSS Fall die Last eine Sicherung in der Massestrecke?
- Warum braucht die LSS Anwendung zwei separate Sicherungen in der Fuse
Box, die Last ist ja schon gesichert.
Siehe Bild. 'grün' wäre mein Vorschlag.
Philipp G. schrieb:> - Warum braucht es im LSS Fall zwei separate Masseleitungen für die ECU,> wenn es 'oben' doch auch nur mit einen geht?
ich denke, weil im oberen Fall nur ein (kleiner) Steuerstrom über die
Leitung fließt. Im unteren Fall der kleine Strom des µC und der große
Laststrom.
Philipp G. schrieb:> - Warum braucht die LSS Anwendung zwei separate Sicherungen in der Fuse> Box, die Last ist ja schon gesichert.
Das rote Kästchen rechts unten? Das ist imho keine Sicherung sondern
soll den Leitungswiderstand darstellen (also da, wo wirklich Leitungen
gezogen werden müssen, im Gegensatz zur niederohmigen Karosse).
Sicherungen findest du in dem Bild nur in der Fuse Box.
Philipp G. schrieb:> - Warum braucht die LSS Anwendung zwei separate Sicherungen in der Fuse> Box, die Last ist ja schon gesichert.
aber die zusätzliche ungeschaltete 12V-Leitung zum Steuergerät kann
ebenfalls einen Masseschluss haben und muss ebenfalls abgesichert
werden.
Achim S. schrieb:> Philipp G. schrieb:>> - Warum braucht die LSS Anwendung zwei separate Sicherungen in der Fuse>> Box, die Last ist ja schon gesichert.>> Das rote Kästchen rechts unten? Das ist imho keine Sicherung sondern> soll den Leitungswiderstand darstellen (also da, wo wirklich Leitungen> gezogen werden müssen, im Gegensatz zur niederohmigen Karosse).> Sicherungen findest du in dem Bild nur in der Fuse Box.
Tschuldigung, das war missverständlich. Diese Antwort von mir bezog sich
nicht auf die Frage, die ich davor zitiert habe. Sondern auf folgende
Frage:
Philipp G. schrieb:> - Warum hat im LSS Fall die Last eine Sicherung in der Massestrecke?
Hnsi95 schrieb:> Nun ist es aber so, dass es auch Low-Side Schalter für> Automobil-Anwendungen gibt. Da wäre meine Frage, was es da für> Anwendungen gibt, bzw. was da genau geschaltet wird. Das birgt ja immer> ein gewisses Risiko mit sich.
Lasten werden im Fahrzeug grundsätzlich Highside-geschaltet. Der
Minuspol liegt fest auf Massepotential. Heutzutage aber nicht mehr
irgendwo am Blech, sondern an definierten und untereinander miteinander
verbundenen Massesternen.
Lowside-Treiber werden haptsächlich dann verbaut, wenn ein zusätzlicher
Abschaltpfad gefordert ist. Und natürlich als Bestandteil von H-Brücken.
Umgekehrt bei Eingangssignalen: Schaltereingänge sind üblicherweise
offen high und werden durch Massekontakt aktiviert.
soul e. schrieb:> Lasten werden im Fahrzeug grundsätzlich Highside-geschaltet.
Von diesem Grundsatz weiss mein Auto nichts.
Die Einspritzventile bei meinem Auto lowside geschaltet.
Ebenso diverse Magnetventile z.B. für die Leerlaufluftsteuerung.
Phil schrieb:> Im Übrigen ist "geschalten" in den südlicheren Regionen von Deutschland> (und den angrenzenden deutschsprachigen Nachbarn) ein durchaus noch> gebräuchliches Partizip von "schalten".
Regionale Unterschiede, insbesondere die der Nachbarländer, werden
im Duden aber immer angezeigt.
>> Und das Ganze hat nicht unbedingt etwas mit Sprachverschlechterung zu> tun sondern eher mit einem Sprachwandel.>> Für die Verschlechterung gibt es weit bessere Beispiele...
Zum Beispiel "Boardnetz"? Intressanterweise gibt es im Deutschen
ja "Anglizismen", die kein Engländer kennt...
Harald W. schrieb:> Regionale Unterschiede, insbesondere die der Nachbarländer, werden> im Duden aber immer angezeigt.
Scheinbar werden sie eben nicht IMMER angezeigt.
Mein Gott, was bist du eigentlich für eine unausgeglichene Person dass
du dich an solch einer Kleinigkeit profilieren musst?
"geschalten" ist jdenfalls NICHT auf eine Stufe mit dem
"Deppenapostroph" zu stellen.
>> Für die Verschlechterung gibt es weit bessere Beispiele...>Zum Beispiel "Boardnetz"? Intressanterweise gibt es im Deutschen>ja "Anglizismen", die kein Engländer kennt...
Ich habe bereits eine neuere , meiner Meinung nach wesentlich
schlimmere, Unsitte, gennant.
Und nun Schluss mit diesem Unsinn
Phil schrieb:> "geschalten" ist jdenfalls NICHT auf eine Stufe mit dem> "Deppenapostroph" zu stellen.
Das denkt immer nur der, der dieses unsinnige Phantasiewort schreibend
(!) verwendet.
Du ahnst scheinbar gar nicht, wie Du Dich damit im beruflichen Umfeld
diskreditierst.
Die Anregung war ja lediglich, dass man besser richtig als falsch
schreiben sollte.
Wegen der beleidigten Reaktionen und der Hinweise, dass man das doch
"dürfe" und es außerdem doch unwichtig sei:
Feel free! Es steht jedem frei sich zu blamieren.
Die Kumpels mit dem "Maschienenbau", "Wiederstand", "Standart" und
"persöhnlich" verstehen Dich.
Harald W. schrieb:> Der Duden kennt dieses Wort jedenfalls nicht, genausowenig wie> das Wort "Boardnetz", welches auch kein englisches Wort ist.> https://www.duden.de/suchen/dudenonline/geschalten> https://www.duden.de/suchen/dudenonline/Boardnetz> Meiner Ansicht nach ist die Benutzung solcher Wörter nur der> Ausdruch für eine zunehmende Sprachverschlechterung.
Es wird korrekterweise auch Bordnetz geschrieben, dann kennt es auch der
Duden. ;-)
https://www.duden.de/rechtschreibung/BordnetzJötze schrieb:> Das denkt immer nur der, der dieses unsinnige Phantasiewort schreibend> (!) verwendet.> Du ahnst scheinbar gar nicht, wie Du Dich damit im beruflichen Umfeld> diskreditierst.
Kommt wie bereits angesprochen darauf an wo man lebt - hier, in einem
süddeutschen Konzern, schaut dich dafür niemand schief an, (vermutlich)
jeder weiß was damit gemeint ist.
Phil schrieb:> Alles Beispiele die nicht dazu passen.
Hast recht, passt nicht, weil es ja nur wenig falsch ist:
"Das ist bei uns Standart" - falsch
"Ich habe das Licht eingeschalten" - falsch
Aber nicht so falsch. Also, äh, geht wegen regional und so. Steht nicht
im Duden? Ja gut, der Duden ist auch nicht die Bibel! Und außerdem: es
ist doch viel wichtiger WAS man sagen will, als WIE man es sagt, oder?
Siehste! Sprache verändert sich ja auch und immer auf "formal richtig"
zu bestehen ist auch ungerecht. Also ungerecht denen gegenüber, die das
nicht wissen. Vielleicht hat es denen ja keiner gesagt. Also im
technischen Bereich ist "formal richtig" wichtig - im sprachlichen nicht
so. Im Verkehr ist das mit dem "formal richtig" mittelwichtig. Also
kommt halt drauf an: regional wird ein Schild mit "50" unterschiedlich
interpretiert. Darauf muss man ja Rücksicht nehmen. Und so weiter, und
so weiter ...
Deine Beispiele sind und waren zu keiner Zeit in keiner Region üblich
gewesen.
Teilweise sind sie derart falsch das der Wortsinn verloren geht.
Das ist ein Unterschied zu "geschalten".
Ich sagte bereits weiter oben das es prinzipiell nicht korrekt ist. (Ich
benutze es auch nicht).
Aber es ist eben nicht unüblich.
Ein (sachlicher) Hinweis auf die unkorrekte Schreibweise ist ja auch in
Ordnung.
Jemanden (in dessen Land das Wort auch heute noch gebräuchlich ist)
wegen so einer Kleinigkeit als Deppen und Sonderschüler zu diffamieren
das geht dann wohl doch etwas zu weit.
Und nochwas.. geschalten ist kein nomodischer Quark oder Verunstalten
der Sprache.
Das war mal die richtige Schreibweise...
Zitat:
Im Althochdeutschen und im Mittelhochdeutschen hat das Präteritum scialt
und schielt gelautet, das Partizip II gascaltan , gischaldon . In der
frühen Neuzeit galten also schalten , schielt , geschalten als richtig.
Dann sind in der Mitte Deutschlands schwache Partizip-II-Formen
eingerissen: geschaltet statt geschalten . Später kam auch die schwache
Präteritum-Form schaltete auf. Irgendwann haben dann die Grammatiker
schalten zu einem schwachen Verb erklärt, womit nicht nur schielt ,
sondern auch geschalten plötzlich falsch waren. Und schalten reiht sich
in jene Verben ein, die von einer starken Verbklasse in eine schwache
wechseln. Auch das ist Ökonomisierung.
Zitat Ende.
Das macht es natürlich heutzutage nicht richtiger.
Die Rechtschreibexperten dürfen sich gern lächerlich machen wenn sie es
als idiotische ModeErscheinung unter Sonderschülern abtun anstatt es als
das zu sehen was es ist:
Ein sprachliches Überbleibsel aus früherer Zeit.