BD139 NPN schaltet nicht (wird heiß) - warum?

OP #6507928
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Hallo @all,

ich versteh das nicht. Laut meiner Recherche (unter anderem hier im 
Forum) sollte es doch alles klappen:
Der NPN Transistor BD139 hängt mit 1K Gatewiderstand an der Basis am I/O 
vom Arduino Uno, Emitter auf Masse und Kollektor zum Verbraucher nach 
VCC.

VCC kommt aus 4* AA 1,5V Baterien, der Verbraucher ist der 
Magnetschalter (HS-0530B DC 6V 1A 5N):
https://www.amazon.de/gp/product/B07MM131FS/ref=ppx_yo_dt_b_asin_title_o00_s00?ie=UTF8&psc=1

Der Transistor schaltet aber nicht, sondern wird nur heiß.
Hab ich was vergessen?

Bin für jeden Tip dankbar!

Gruß Rene´


PS: Ich hab leider nur BD139'er und würde wohl vor Weihnachten auch 
keine anderen mehr (zu einem vernünftigen Preis) bekommen.
Angehängte Dateien:
Gast #6507935
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Rene M. schrieb:
> Laut meiner Recherche (unter anderem hier im
> Forum) sollte es doch alles klappen:

(1) Der Minuspol der Batterie sollte ebenfalls mit Masse verbunden sein.

(2) Eine Freilaufdiode parallel zum Magnetschalter wäre wohl auch nötig. 
Aber das ist nicht der Grund für das Heißwerden.

(re)
Gast #6507941
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Rene M. schrieb:
> Der Transistor schaltet aber nicht, sondern wird nur heiß.
> Hab ich was vergessen?

Ja, dass der BD139 (welcher ist es überhaupt, der -10 oder -16?) für 1A 
Kollektorstrom wenigstens 50mA Basisstrom benötigt. Den liefert der 
Arduino nicht! Und auch eine andere 5V-Quelle liefert nur 5mA bei 1k 
Basisvorwiderstand.

Abgesehen davon:
- GND-Symbol an E, und wo noch? So hängt E in der Luft.
- AA-Batterien für 1A, lange geht das nicht ...
Gast #6507947
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Rene M. schrieb:
> Laut meiner Recherche (unter anderem hier im
> Forum) sollte es doch alles klappen:

Dann zeichne doch mal einen Schaltplan, der entgegen der reinen 
Begrifflichkeit nicht nur die geschalteten Verbindungen zeigt, sondern 
das Ganze auch in einer übersichtlichen Form unter Abstraktion in Form 
von Schaltzeichen.

Bei deiner Recherche ist dir soetwas bestimmt auch begegnet.

In welcher Beziehung steht der Arduino zum Rest der Schaltung?
Ist der auch irgendwie mit Masse verbunden?

> Der Transistor schaltet aber nicht, sondern wird nur heiß.
Wird er auch heiß, wenn du ihn mit Masse ansteuerst?

Vielleicht ist er dann schon tot

Bei deinem Magnetschalter solltest du prüfen, ob der eine Freilaufdiode 
enthält, was eher selten der Fall ist. Sonst musst du eine externe 
verwenden, damit dein Transistor beim Abschalten nicht durch 
Induktionsspannungen stirbt.
Gast #6507959
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HildeK schrieb:
> Ja, dass der BD139 (welcher ist es überhaupt, der -10 oder -16?) für 1A
> Kollektorstrom wenigstens 50mA Basisstrom benötigt.

Mein Datenblatt spricht von \beta>50 bei 1A, da könnte es mit den 40mA, 
die ein AVR liefern darf eigentlich noch so hinkommen.


Rene M. schrieb:
> Ich hab leider nur BD139'er

... naja, wenn das so ist, dann nimmt man eben noch einen zweiten davon 
zum Verstärken des Basisstroms. Ja, ist dreckig, aber wenn sonst nix in 
der Bastelkiste liegt...


@TO: Dass die Anschlussreihenfolge des BD139 in der Handskizze von der 
Reihenfolge im Datenblatt abweicht (Basis ist ganz rechts), ist 
berücksichtigt?

(re)
Gast #6507977
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re schrieb:
> Mein Datenblatt spricht von \beta>50 bei 1A, da könnte es mit den 40mA,
> die ein AVR liefern darf eigentlich noch so hinkommen.

Onsemi, abgelesen in der typischen Kurve? Könnte gehen, muss aber nicht.

An anderer Stelle steht für 2V Restspannung und 0.5A, dass hFE min. 25 
sei.
Und bei 50mA Basisstrom für 500mA Kollektorstrom garantiert man dann 
max. 0.5V UCEsat. Man rechnet mit hFE=10! Für 1A ist das sicher nicht 
besser! Und, 2V Restspannung ist zu viel für einen Aktor, der mit 6V aus 
einer bestenfalls 6V-Quelle betrieben werden soll. Die Batterien werden 
sehr schnell nur noch 5V oder weniger abliefern.

Mit 40mA plagst du den AVR aber schon ganz schön. Aber die muss er bei 
1k Basiswiderstand ja gar nicht liefern 😀, also das ist nicht das 
Problem.

Ich folgere: die falsche Transistorwahl, an die Stelle gehört ein 
nMOSFET und kein bipolarer Leistungstransistor. Das geht dann mit einem 
im SOT-23-Gehäuse, der kalt bleibt. Und kein SOT-32, das zumindest gut 
warm wird ...
Gast #6507986
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HildeK schrieb:
> Ich folgere: die falsche Transistorwahl, an die Stelle gehört ein
> nMOSFET und kein bipolarer Leistungstransistor.

Selbstverständlich, keine Frage. Aber das hat der TO ausdrücklich 
ausgeschlossen.


HildeK schrieb:
> [...] Könnte gehen, muss aber nicht.
> [...]  Mit 40mA plagst du den AVR aber schon ganz schön.

D'accord, ist auf Kante genäht und - da hast Du recht - jenseits der 
Seriösität.

Man kann aber immer noch mehrere IOs mit je 270 Ohm parallelschalten und 
sich so den benötigten Basisstrom zusammenklauben.


HildeK schrieb:
> Ich folgere: die falsche Transistorwahl,

ja.


(re)
Gast #6508010
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Eigentlich haben ich und einige andere dem TO nicht erklärt, warum er 
heiß wird, sondern nur, was an der Schaltung nach w.c. Betrachtungen 
nicht gehen kann.

Tatsächlich hat er gut 4mA Basisstrom zur Verfügung gestellt. Bei einem 
guten Transistorexemplar wird dann u.U. hFE immer noch über 100 liegen, 
so dass auch ein halbes Ampere fließen könnte. In dem Fall teilen sich 
dann die 6V schön brav je zur Hälfte auf den Transistor und den 
Magnetschalter auf und die Verlustleistung am Transistor beträgt im 
schlechtesten Fall 1.5W.
Damit wird er sehr heiß ohne Kühlkörper. Und der Schalter schaltet 
trotzdem nicht.
Gast #6508039
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HildeK schrieb:
> Eigentlich haben ich und einige andere dem TO nicht erklärt, warum er
> heiß wird,

Eigentlich hat sich der TO bisher auch noch zu keiner einzigen Rückfrage 
geäußert, die zu einer etwas genaueren Beratung führen könnte:

(1) Mögliche Vertauschung von B und E?
(2) Masseanschluss am Batteriepack?
(3) Freilaufdiode vorhanden?
und indirekt gefragt:
(4) Wieviel Spannung fällt tatsächlich an der CE-Strecke ab?
(5) Was passiert mit mehr Basisstrom (z.B. 20mA)?

Warten wir doch erstmal mal ab, bis der TO wieder Internetzugang hat.


(re)
Gast #6508046
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HildeK schrieb:
> Tatsächlich hat er gut 4mA Basisstrom zur Verfügung gestellt. Bei einem
> guten Transistorexemplar wird dann u.U. hFE immer noch über 100 liegen,
> so dass auch ein halbes Ampere fließen könnte.

Aber nicht, wenn der "Basisstrom" in den Emitteranschluss fließt.
Oder sollte das Bild den Transistor von der Rückseite zeigen?

Rene M. schrieb:
> IMG_20201211_142418.jpg
OP #6508113
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UI! Das ging aber fix! Vielen Dank für die vielen Tipps!

Vielleicht hätte ich noch erwähnen sollen, dass meine 
Elektronik-Basteleien auf totalem Laienwissen beruhen. Ich 
lese/überfliege zwar stehts Datenblätter, dank fehlendem 
eTechnik-Studium muss ich "UCEsat" und "hFE" aber passen.

Zu den Fragen:
1.) B+E vertauscht war schonmal richtig. Ich habe eine LED 
Blink-Schaltung auf einem Breadboard gesteckt und es funktionierte auf 
anhieb. Markierung/Aufdruck gabs bei meinem Bauteil nicht. Zurück in der 
richtigen Schaltung funktioniert es aber weiterhin nicht.

2.) Freilaufdiode habe ich nicht dran. -> auf Wunschzettel vermerkt.

3.) Minuspol der Batterie ist mit Masse verbunden.

4.) Der Arduino ist mit der gleichen Masse verbunden wie die Batterie. 
Der I/O selbst ist (noch) in Ordnung und schaltet auch.

5. Diese Schaltung besteht aus einem Arduino-UNO, einem 
eingabe-matrixfeld (keypad), einem buzzer, zwei LED und einem 16x2 LCD 
Display. Es soll mit vollen Batterien einmalig ca 4h laufen. Danach wird 
das ganze Gerät entsorgt bzw recycled.

6. weitere I/O zum anzapfen habe ich leider nicht frei, die anderen 
Spannungen kann ich erst nächste Woche messen, wenn ein neues Multimeter 
eintrifft :-(

Mir scheint eure Äußerungen sind unisono dahingehend, dass ich besser 
ein anderes Bauteil zum direkten Schalten nehme. Habt ihr da vielleicht 
einen konkreten Tipp?

Gruß Rene´
Gast #6508137
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Wolfgang schrieb:
> Aber nicht, wenn der "Basisstrom" in den Emitteranschluss fließt.

Bei solchen 'Schaltbildern' ist mir die Kontrolle zu aufwändig. Zumal, 
wie du richtig sagst, das ja auch die Rückseite sein könnte.

Gerald K. schrieb:
> Ich würde es mit einen BD139 (rechter Transistor) in
> Darlington-Schaltung probieren.

Nicht Darlington, sondern dann diese Variante, sonst fehlt dir noch mehr 
an  der Last:
1
                +---------o---------o
2
               .-.        |
3
               | |        |
4
           68R | |       .-.
5
               '-'       | |
6
                |        | |  Last
7
                |        '-'
8
      ___     |/          |
9
   o-|___|----|           |
10
              |>          |
11
                |       |/
12
                '-------|
13
                        |>
14
                          |
15
                          |
16
   o----------------------o-------o
17
                          |
18
                         ===
19
                         GND
20
(created by AACircuit v1.28.6 beta 04/19/05 www.tech-chat.de)
Gast #6508140
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Rene M. schrieb:
> Mir scheint eure Äußerungen sind unisono dahingehend, dass ich besser
> ein anderes Bauteil zum direkten Schalten nehme. Habt ihr da vielleicht
> einen konkreten Tipp?

HildeK schrieb:
> an die Stelle gehört ein
> nMOSFET und kein bipolarer Leistungstransistor.

Im Grunde würde ein sogar ein irlml2502 reichen, aber wenn Du da einen 
Fehler machst, der Verlustleistung entstehen lässt, hast Du ihn recht 
schnell gegrillt.

Auch wenn der hier etwas Overkill ist, nehme ich als Persönlichen 
Universaltypen gern IRL3803, weil es dem auch nix ausmacht, wenn ein 
Motor mal ein paar Dutzend Ampere Anlaufstrom hat.


YMMV.

Wichtig für Dich ist, dass es ein Logic-Level MOSFET ist, dessen R_DS 
für Spannungen unterhalb von 5V spezifiziert ist.



(re)
Gast #6508180
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michael_ schrieb:
> die armen 4xAA gehen doch gnadenlos in die Knie.

Naja, solange die neu sind, geht das schon. Gerade bei willkürlich 
gegriffenen Discounterzellen nachgemessen: 15A KS-Strom; da fehlt 
höchstens ein halbes Volt, wenn man gute Kontakte hat.

Notfalls eben stärkere.


Rene M. schrieb:
> Es soll mit vollen Batterien einmalig ca 4h laufen.

Da das Geheimprojekt wie ein Codeschloss (oder sowas) aussieht, vermute 
ich auch eher keine 4h Dauerbetrieb für die 1A.

(re)

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