Yxelia schrieb:> Kann ich die Sicherungen auch für 24 Volt Gleichstrom benutzen
Schau ins Datenblatt. Bei DC-Spannungen unter 30V sollte es aber
normalerweise keine Probleme geben.
Möchtest Du um genau diese entdeckten Sicherungen ein passendes Projekt
entwerfen oder suchst Du Sicherungen für Gleichstrom?
Es gibt auch 5x20 DC-Sicherungen, wahrscheinlich das praktikabelste,
oder 10x3-SMD, sogar bei Reichelt.
Die höhere Spannung an sich ist eigentilch eher weniger ein Problem.
Was vom Prinzip her eher ein Problem ist, ist eine für AC ausgelegte
Sicherung DC schalten zu lassen, wobei das bei 600V runter auf 24V kein
Problem sein sollte. Der fehlende Nulldurchgang macht es schwieriger,
hier eindrucksvoll gezeigt:
https://www.youtube.com/watch?v=Zez2r1RPpWY
Yxelia schrieb:> Kann ich die Sicherungen auch für 24 Volt Gleichstrom benutzen oder> gehen die nur bei 600 Volt?
Die 600 Volt auf der Sicherung bedeuten nur, dass die Sicherung in der
Lage ist eine Spannung von bis zu 600 Volt auch wirklich unterbrechen zu
können. Je höher die Spannung ist desto stärker ist das elektrische Feld
und desto größer ist der Abstand, der von der Spannung durch Überschläge
überbrückt werden kann.
Das heißt hier also, dass die Sicherung auch für kleinere Spannungen
verwendet werden kann. Wenn nicht explizit AC drauf steht dann gehe
davon aus, dass es sich bei der Spannungsangabe um den DC-Wert handelt
bzw. für AC-Spannungen der Spitzenwert (bei z.B. unserem 230 V Netz ist
der Spitzenwert ca. 325 V) gemeint ist.
M. K. schrieb:> Wenn nicht explizit AC drauf steht dann gehe> davon aus, dass es sich bei der Spannungsangabe um den DC-Wert handelt
Bloß nicht!
Stets ins Datenblatt schauen, und auch das Schaltvermögen beachten.
hinz schrieb:> Bloß nicht!>> Stets ins Datenblatt schauen, und auch das Schaltvermögen beachten.
Warum "Bloß nicht!"?
Der Blick ins Datenblatt ist sicher nicht verkehrt und auch die
Berücksichtigung des Schaltvermögen ebenso.
Hier mal ein Beispiel:
https://eska-fuses.de/fileadmin/produkte/datenblatt/G-Sicherungen_01042013.pdf
Woran erkennt man hier, welche Spannung gemeint ist? z.B. bei der
520.517
M. K. schrieb:> Die 600 Volt auf der Sicherung bedeuten nur, dass die Sicherung in der> Lage ist eine Spannung von bis zu 600 Volt auch wirklich unterbrechen zu> können. Je höher die Spannung ist desto stärker ist das elektrische Feld> und desto größer ist der Abstand, der von der Spannung durch Überschläge> überbrückt werden kann.> Das heißt hier also, dass die Sicherung auch für kleinere Spannungen> verwendet werden kann. Wenn nicht explizit AC drauf steht dann gehe> davon aus, dass es sich bei der Spannungsangabe um den DC-Wert handelt
Tja, so kann man ins Gras beissen...
Harald W. schrieb:> Schau ins Datenblatt. Bei DC-Spannungen unter 30V sollte es aber> normalerweise keine Probleme geben.
Ich habe kein Datenblatt zu der Sicherung gefunden, es war keine bei
Voelkner verlinkt. Meine Spannung beträgt DC24V.
Wollvieh W. schrieb:> Es gibt auch 5x20 DC-Sicherungen, wahrscheinlich das praktikabelste
ist mit 5x20 das Maß gemeint (Durchmesser x Länge?)?
Wollvieh W. schrieb:> Möchtest Du um genau diese entdeckten Sicherungen ein passendes Projekt> entwerfen oder suchst Du Sicherungen für Gleichstrom?
Ich suche nur Sicherungen für Gleichstrom
Wollvieh W. schrieb:> Es gibt auch 5x20 DC-Sicherungen, wahrscheinlich das praktikabelste,> oder 10x3-SMD, sogar bei Reichelt
SMD-Sicherungen gehen nicht, da ich diese Halter habe:
https://www.elektromax24.de/Weidmueller-Sicherungsklemme-WSI-6-metrische-Sicherung?gclid=CjwKCAiAwojkBRBbEiwAeRcJZHY4QQrt9Tb7htNFRKJXyVshrtF87XVCi9tOSO-7jk2vV23cE76URxoC-wQQAvD_BwE
Da müssen die Sicherungsstangen rein passen.
hinz schrieb:> Stets ins Datenblatt schauen, und auch das Schaltvermögen beachten.
Datenblatt gab es bei Conrad und bei Völkner zu der Sicherung nicht,
zumindest fand ich keins.
2 Cent schrieb:> Weiterer Hinweis: Je nach Anwendung kann auch der Spannungsabfall> (Widerstand) über die Sicherung relevant werden.
Danke für den Hinweis. Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Die
Eingangsspannung für mein Gerät ist 18-30 Volt, was mit dem 24V-Trafo
betrieben wird. Ich würde so mal denken, dass der Spannungsabfall da
vielleicht nicht so gravierende Auswirkungen hat. Aber ich müsste von
meinem Gerät wohl mal den Innenwiderstand messen und es mal ausrechnen,
wenn Beides in Reihe hängt.
Jetzt hab ich diese hier gefunden:
https://www.voelkner.de/products/880252/ESKA-522620-DC-Sicherung-x-L-5mm-x-20mm-2A-250-V-DC-Traege-T-Inhalt-1St..html
Da steht jetzt 250V DC, 2A, Ausschaltvermögen 200A.
Was bedeutet denn Ausschaltvermögen? Bedeutet es, dass der Strompiek bis
200A hochgehen kann? Die Charakteristik ist "Träge-T". Ich möchte gerne
eine flotte Sicherung haben. Ist bei einer flinken Sicherung das
Ausschaltvermögen geringer?
Yxelia schrieb:> ist mit 5x20 das Maß gemeint (Durchmesser x Länge?)?
Ja. Das ist die typische Feinsicherungsgröße hier in unseren Breiten (US
ist etwas größer).
M. K. schrieb:> hinz schrieb:> M. K. schrieb:>>> Wenn nicht explizit AC drauf steht dann gehe>>> davon aus, dass es sich bei der Spannungsangabe um den DC-Wert handelt>>>> Bloß nicht!>>>> Stets ins Datenblatt schauen, und auch das Schaltvermögen beachten.>> Warum "Bloß nicht!"?
Weil du dann Gefahr läufst daß dir in der Sicherung ein Lichtbogen
stehenbleibt. Dieser führt dann dazu, daß dir die Sicherung explodiert
und möglicherweise dein Gerät abfackeln läßt. Und abgeschaltet ist dann
immer noch nicht.
Und 250V klingt schon nach typischer Auslegung für das 230V-Netz, was
Wechselspannung 50Hz bedeutet, plus etwas Reserve. Das ist zwar
Mutmaßung, weil unvollständige Angabe, aber 250V DC ist eher untypisch.
Gleichspannung würde ich an diese Sicherungen keinesfalls anlegen.
Yxelia schrieb:> Was bedeutet denn Ausschaltvermögen? Bedeutet es, dass der Strompiek bis> 200A hochgehen kann? Die Charakteristik ist "Träge-T". Ich möchte gerne> eine flotte Sicherung haben. Ist bei einer flinken Sicherung das> Ausschaltvermögen geringer?
Ausschaltvermögen heißt, die Sicherung ist in der Lage einen Strom in
der jeweiligen Höhe abzuschalten ohne zu explodieren oder sonstwie
unbeherrschbar zu werden. Dein Kurzschlußstrom darf im Fehlerfall also
nicht höher werden als 200A.
Und es hat nichts mit der Auslösecharakteristik zu tun. Die ist in:
-superflink
-flink
-mittelträge
-träge
-superträge
unterteilt.
hinz schrieb:> Hurra, du hast ein schlampiges Datenblatt erwischt!
Hurra, und sowas würde auch der TE finden können. Woher soll er wissen
worauf er achten soll? ;)
Wühlhase schrieb:> Weil du dann Gefahr läufst daß dir in der Sicherung ein Lichtbogen> stehenbleibt. Dieser führt dann dazu, daß dir die Sicherung explodiert> und möglicherweise dein Gerät abfackeln läßt. Und abgeschaltet ist dann> immer noch nicht.
Das hat aber nichts mit der Spannungsangabe zu tun sondern mit dem
Ausschaltvermögen.
Meinte Antwort bezog sich auf die Spannungsangabe. Bisher konnte mir von
den Experten keiner sagen, was an meiner Aussage falsch war die da
lautete: Ist die zu trennende Spannung geringer als die Nennspannung der
Sicherung ist es idR kein Problem. Dass man natürlich auch das
Ausschaltvermögen berücksichtigen sollte ist richtig, dazu hab ich nur
gar keine Aussage getroffen.
Wenn ich mir hier aber nun mal meine LittleFuse Glassicherung anschaue:
Also da steht ne Spannung drauf und nen Strom. Und das Logo und dass der
Kram nach VDE und Co gebaut ist. Der genaue Typ steht da nicht drauf,
wie erkennt man bei so einer Sicherung eigentlich das Ausschaltvermögen?
Wenn jetzt auf der Verpackung nicht drauf stünde, dass es eine 217er
ist, wie sollte ich erkennen, dass es keine 235er ist? ;)
M. K. schrieb:> wie sollte ich erkennen, dass es keine 235er ist? ;)
Du brauchst das gar nicht zu erkennen, weil du nicht qualifiziert bist
Geräte zu reparieren oder gar zu bauen, die solche Sicherungen
benötigen.
Wenn der Hersteller es einem Laien erlaubt Sicherungen zu erneuern, wird
er eine Ersatzsicherung vom benötigten Typ beilegen oder ihn in der
Bedienungsanleitung beschreiben.
nachtmix schrieb:> Du brauchst das gar nicht zu erkennen, weil du nicht qualifiziert bist> Geräte zu reparieren oder gar zu bauen,
Woher weisst Du, dass M. K. nicht qualiifiziert ist? Ich bin auch keine
Elektofachkraft, aber wenn eine Sicherung mal rausfliegt, dann stelle
ich den Schalter wieder auf 1 - das passiert z.B., wenn ich zu viele
Geräte gleichzeitig an der Mehrfachsteckdose einschalte. Sorgen würde
ich mir eher machen, wenn der Automat ständig rausfliegt.
M. K. schrieb:> Wühlhase schrieb:>> Weil du dann Gefahr läufst daß dir in der Sicherung ein Lichtbogen>> stehenbleibt. Dieser führt dann dazu, daß dir die Sicherung explodiert>> und möglicherweise dein Gerät abfackeln läßt. Und abgeschaltet ist dann>> immer noch nicht.>> Das hat aber nichts mit der Spannungsangabe zu tun sondern mit dem> Ausschaltvermögen.>> Meinte Antwort bezog sich auf die Spannungsangabe. Bisher konnte mir von> den Experten keiner sagen, was an meiner Aussage falsch war die da> lautete: Ist die zu trennende Spannung geringer als die Nennspannung der> Sicherung ist es idR kein Problem.
Nein, deine Antwort bezog sich explizit auf AC vs. DC, und das du stets
von DC ausgehen würdest wenn nichts angegeben ist:
M. K. schrieb:> Wenn nicht explizit AC drauf steht dann gehe> davon aus, dass es sich bei der Spannungsangabe um den DC-Wert handelt> bzw. für AC-Spannungen der Spitzenwert (bei z.B. unserem 230 V Netz ist> der Spitzenwert ca. 325 V) gemeint ist.
Und das ist eben falsch.
Bilder sagen mehr als Worte, schaue dir dazu mal das von mir verlinkte
Video in meinem ersten Beitrag hier an (müßte der dritte oder so sein).
Da ist sehr schön demonstriert wo der Unterschied liegt, AC oder DC zu
schalten. Das hat nichts mit dem Abschaltvermögen zu tun.
M. K. schrieb:> Wühlhase schrieb:>> Weil du dann Gefahr läufst daß dir in der Sicherung ein Lichtbogen>> stehenbleibt. Dieser führt dann dazu, daß dir die Sicherung explodiert>> und möglicherweise dein Gerät abfackeln läßt. Und abgeschaltet ist dann>> immer noch nicht.>> Das hat aber nichts mit der Spannungsangabe zu tun sondern mit dem> Ausschaltvermögen.
Das Ausschaltvermögen (Lichtbogenlöschfähigkeit) [Kurzschlussstrom in
Ampere] ist abhängig von der zu trennenden (Leerlauf-) Spannung [V],
und von Nulldurchgängen (Selbstverlöschung) [AC].
GROBE Hausnummer: bei mehr als 20V Gleichspannung wird die Verlöschung
eines DC-(=Gleichstrom-)Lichtbogens schwierig. Das wird bei
Schweissgeräten ausgenutzt.
nachtmix schrieb:> M. K. schrieb:>> wie sollte ich erkennen, dass es keine 235er ist? ;)>> Du brauchst das gar nicht zu erkennen, weil du nicht qualifiziert bist> Geräte zu reparieren oder gar zu bauen, die solche Sicherungen> benötigen.
Sehr Charmant. Wenn eine Sicherung 250V 4AT durchgebrannt ist, macht
jeder Depp, mich eingeschlossen, erstmal die nächstbeste 250V 4AT rein.
Da die Dinger problemlos reinpassen (zB 5*20) kann (Murphy: und wird!)
das bei Gleichstrom zur bösen Falle werden.
Yxelia schrieb:> Was bedeutet denn Ausschaltvermögen? Bedeutet es, dass der Strompiek bis> 200A hochgehen kann?
Bedeutet: Die Sicherung kann einen Kurzschlussstrom von 200A bis zur
(also während des sterbenden Lichtbogens wieder hochlaufenden)
Anschlussspannung sicher trennen.
> Die Charakteristik ist "Träge-T". Ich möchte gerne> eine flotte Sicherung haben. Ist bei einer flinken Sicherung das> Ausschaltvermögen geringer?
Pauschale Aussagen sind gefährlich! Deshalb immer: Einzelfall nach
Datenblatt!
Yxelia schrieb:> Die> Eingangsspannung für mein Gerät ist 18-30 Volt, was mit dem 24V-Trafo> betrieben wird.
Dann klemm die Sicherung an den Trafo: Mit AC sind alle Spatzen
gefangen.
Yxelia schrieb:> Ich suche nur Sicherungen für Gleichstrom
wie macht man das? Alle möglichen Datenblätter wenn überhaupt vorhanden
durcharbeiten halte ich für unpraktisch und dann kann man immer noch:
hinz schrieb:> Hurra, du hast ein schlampiges Datenblatt erwischt!
also besser um auch mal fertig zu werden statt nur zu lesen:
2 Cent schrieb:> Dann klemm die Sicherung an den Trafo: Mit AC sind alle Spatzen> gefangen.
2 Cent schrieb:> bei mehr als 20V Gleichspannung wird die Verlöschung> eines DC-(=Gleichstrom-)Lichtbogens schwierig.
Das gilt für 30V. Deshalb haben LKWs auch 24V-Batterien.
2 Cent schrieb:> Dann klemm die Sicherung an den Trafo
Das waere allgemeingueltig die bessere/vorzuziehede Loesung.
Soll "das dahinter" geschuetzt werden, braucht man eine sogenannte
Elektronische_Sicherung (welche auch speziell fuer DC ausgelegt
waere... als AC-Version etwas schwierig). Koennte divers aussehen,
und nach Wunsch sogar extrem schnell ausloesen.
Die Feinsicherung auf AC-Seite braucht es trotzdem.
Das waren jetzt nur Verallgemeinerungen, denn ohne Kenntnis von
exaktem Schaltplan + genauer Anwendung koennte Dir nicht einmal ein
absoluter Experte ganz praezise sagen, was Du machen mußt, kannst,
darfst und solltest (und schon gar nicht konkrete Vorschlaege).
Dazu mußt Du also mehr Informationen preisgeben, als bisher.
Harald W. schrieb:> 2 Cent schrieb:>>> bei mehr als 20V Gleichspannung wird die Verlöschung>> eines DC-(=Gleichstrom-)Lichtbogens schwierig.>> Das gilt für 30V. Deshalb haben LKWs auch 24V-Batterien.
Hmmm... Mein großes Labornetzteil macht 50V 20A. Da passiert in Sachen
Lichtbogen nix. Es macht "knack" und die Sicherung ist durch, kann man
100 mal probieren.
Trifft auf alle möglichen 5/20 Glassicherungen zu, habe noch nie in ein
Datenblatt dazu geschaut - es steht ja auch kein Hersteller drauf.
Weil mich euer Hypochonderwahn hier echt interessiert aber auch gehörig
auf den Geist geht, mache ich heute Nachmittag, wenn Zeit, mal einen
Versuch an Netzspannung:
Netzkabel->6A-B-Automat->Metallbrückengleichrichter->Elko->Schütz->Schme
lzsicherung. Mal schauen was passiert. Jede Wette, es macht "knack" und
die Sicherung brennt einfach durch. Hält wer dagegen?
Yxelia schrieb:> Wollvieh W. schrieb:>> Es gibt auch 5x20 DC-Sicherungen, wahrscheinlich das praktikabelste>> ist mit 5x20 das Maß gemeint (Durchmesser x Länge?)?
Genau das, und Deine angeführte Sicherungsklemme frißt das:
> https://www.elektromax24.de/Weidmueller-Sicherungsklemme-WSI-6-metrische-Sicherung?gclid=CjwKCAiAwojkBRBbEiwAeRcJZHY4QQrt9Tb7htNFRKJXyVshrtF87XVCi9tOSO-7jk2vV23cE76URxoC-wQQAvD_BwE
Das Stichwort "Schaltvermögen" ist hier nicht zu unterschätzen. Ich
dachte früher auch, eine Sicherung für 10 A geht halt bei 11 A kaputt
und alles ist gut.
Tatsächlich fließt im totalen Kurzschlußfall ein "unendlicher" Strom.
Die einzige physikalische Begrenzung ist der Innenwiderstand der
Stromquelle und der (Kabel-)Widerstand der Kurzschlußschleife.
Bei einer ausgenudelten Taschenlampenbatterie ist das egal, aber schon
an einem Modellbauakku können >100 A und an einer Autobatterie >1000 A
fließen.
Und die fließen so lange, bis eines der Bauteile im Kurzschlußkreis
kaputtgeht. Idealerweise soll das die Sicherung sein. :) Und deshalb muß
auch die Sicherung diesen Kurzschlußstrom a) aushalten und ihn b) sicher
abschalten können, ohne dabei zu explodieren. Und idealerweise c) das
Ganze noch rechtzeitig, bevor eines der anderen Bauteile brennt.
Der Auslösestrom bzw. Nennstrom ist dagegen die Amperezahl, ab der die
Sicherung bei einem "leichten" Kurzschluß auslösen soll. Auch das ist
eine ganze Wissenschaft für sich, aber es gilt: Egal was für einen
Auslösestrom die Sicherung hat, der Kurzschlußstrom ist trotzdem
"unendlich."
Oder präziser gesagt: Die Sicherung begrenzt den Strom nicht, schon gar
nicht auf ihren Nennstrom, sondern sie versucht nur, ab dem Nennstrom
auszulösen.
Also du mußt nicht nur wissen, welche Stromart (DC), welche Spannung
(24V) und welche "Schnelligkeit" (Flink) Deine Sicherung haben soll,
sondern auch welcher Kurzschlußstrom fließen kann.
(Und wenn Dir hier qualifiziert geholfen werden soll, mußt Du es nicht
nur selbst wissen, sondern uns auch verraten.)
experimentator schrieb:> Weil mich euer Hypochonderwahn hier echt interessiert aber auch gehörig> auf den Geist geht, mache ich heute Nachmittag, wenn Zeit, mal einen> Versuch an Netzspannung:> Netzkabel->6A-B-Automat->Metallbrückengleichrichter->Elko->Schütz->Schme> lzsicherung. Mal schauen was passiert. Jede Wette, es macht "knack" und> die Sicherung brennt einfach durch. Hält wer dagegen?
Bitte nimm das auf Video auf und stelle es auf youtube rein.
Aber: andere haben das auch schon gemacht. Hier z.B.:
https://www.youtube.com/watch?v=ghBBW9aytzk
Und hier.
https://www.youtube.com/watch?v=ZTGZZNPriUY
experimentator schrieb:> Hmmm... Mein großes Labornetzteil macht 50V 20A. Da passiert in Sachen> Lichtbogen nix. Es macht "knack" und die Sicherung ist durch, kann man> 100 mal probieren.
Gut, ich bin auch schon häufiger bei Rot über die Strasse gelaufen.
Trotzdem würde ich das keinen anderen empfehlen. Die meisten Siche-
rungen werden vermutlich mit 50VDC funktionieren. Sicher sein kann
man da aber nur nach Lesen des Datenblattes.
> Weil mich euer Hypochonderwahn hier echt interessiert aber auch gehörig> auf den Geist geht,
Mir geht der "ich hab zwar keine Ahnung, aber ich weiss dank des
Internets trotzdem alles besser"-Wahn gehörig auf den Geist.
Bezeichnest Du einen Menschen, der vor betreten eines Zimmers mit
Ebolakranken Schutzkleidung anziehst, auch als Hypochonder?
> Hält wer dagegen?
May be, may be no, may be rain, may be snow.
Es ist Deine Gesundheit.
experimentator schrieb:> Netzkabel->6A-B-Automat->Metallbrückengleichrichter->Elko->Schütz->Schme> lzsicherung. Mal schauen was passiert. Jede Wette, es macht "knack" und> die Sicherung brennt einfach durch. Hält wer dagegen?
Ich tippe auf Bumm und fliegende Glassplitter. Nimm bitte eine
Sicherung, die NICHT mit Sand oder sowas gefüllt ist. Das könnte den
Effekt doch enttäuschend mindern.
Ich gehe natürlich davon aus, daß du eine ausreichend große
Plexiglasscheibe zwischen dem Prüfling und dich sowie andere Personen
bringst und alle Anwesenden - einschl. du - ausreichende
Schutzausrüstung trägst.
Wühlhase schrieb:> Ich gehe natürlich davon aus, daß du eine ausreichend große> Plexiglasscheibe zwischen dem Prüfling und dich> bringst und du ausreichende Schutzausrüstung trägst.
Wozu? Sowas ist doch nur was für Hypochonder.
Ingo D. schrieb:>> Du brauchst das gar nicht zu erkennen, weil du nicht qualifiziert bist>> Geräte zu reparieren oder gar zu bauen,>> Woher weisst Du, dass M. K. nicht qualiifiziert ist?
Aufgrund der Frage.
experimentator schrieb:> Harald W. schrieb:>> 2 Cent schrieb:>>>>> bei mehr als 20V Gleichspannung wird die Verlöschung>>> eines DC-(=Gleichstrom-)Lichtbogens schwierig.>>>> Das gilt für 30V. Deshalb haben LKWs auch 24V-Batterien.>> Hmmm... Mein großes Labornetzteil macht 50V 20A. Da passiert in Sachen> Lichtbogen nix. Es macht "knack" und die Sicherung ist durch, kann man> 100 mal probieren.>> Trifft auf alle möglichen 5/20 Glassicherungen zu, habe noch nie in ein> Datenblatt dazu geschaut - es steht ja auch kein Hersteller drauf.> Weil mich euer Hypochonderwahn hier echt interessiert aber auch gehörig> auf den Geist geht, mache ich heute Nachmittag, wenn Zeit, mal einen> Versuch an Netzspannung:
Na dann...
> Netzkabel->6A-B-Automat->Metallbrückengleichrichter->Elko->Schütz->Schme> lzsicherung. Mal schauen was passiert. Jede Wette, es macht "knack" und> die Sicherung brennt einfach durch. Hält wer dagegen?
Ja, sie wird durchbrennen. Allerdings durchaus spektakuär, denn
ausreichend dimensionierte Elkos sind recht ausdauernd was Erzeugung und
Versorgung von Plasma betrifft...
Wenn Du eine High Speed Kamera hast dann mach ein paar Videos davon, Du
wirst den Unterschied bemerken.
Abgesehen davon: Dein Labornetzteil ist ein armes Krawecherl im
Vergleich zu einer 24V Pb-Batterie, im Vergleich zu einem handfesten
24V-500VA-Trafo, dessen 24V dann gleichgerichtet werden ist das Netzteil
auch qua eingebauter "intelligentz" ... hoffnungslos unterlegen wenn es
darum geht Strom nach Lastanforderung zu liefern... Da zählt rohe
Gewalt...
Du könntest einmal ein L mit etlichen 100 mH in Serie hängen, zwischen
dem Netzteil und L noch ein paar 1000uF und dann Sicherungen
abfackeln... das könnte schon mehr als nur knack machen....
Viel Vergnügen beim Knacken.
Harald W. schrieb:> 2 Cent schrieb:>>> bei mehr als 20V Gleichspannung wird die Verlöschung>> eines DC-(=Gleichstrom-)Lichtbogens schwierig.>> Das gilt für 30V. Deshalb haben LKWs auch 24V-Batterien.
Achwas. Ich schrieb bewusst "GROBE Hausnummer: bei mehr als 20V..."
Und diese Hausnummer hängt extrem vom Kurzschlussstrom ab. Ein 2V U-Boot
Bleiakku mit kurzen Strassenbahnschienendicken Kupferleitungen bringt
einen "etwas" grösseren Kurzschlussstrom (und damit Brennleistung ins
Plasma) als beim LKW hinterm Kabelbaum jemals erreichbar ist.
Wollvieh W. schrieb:> Oder präziser gesagt: Die Sicherung begrenzt den Strom nicht, schon gar> nicht auf ihren Nennstrom, sondern sie versucht nur, ab dem Nennstrom> auszulösen.
Fast beinahe richtig: Die Sicherung verringert den zu erreeichenden
Kurzschlussstrom durch ihren eigenen (temperaturabhängigen) Widerstand.
Und wieder ein Extrembeispiel: Dies Kann bei kleinen Spannungen dazu
führen, das die Sicherung absurderweise niemals auslösen wird.
Noch ein anderes Beispiel: Am Netz will man hohe Kurzschlussströme haben
u.A. damit die Sicherungen schnell auslösen. Dadurch bleibt die
thermische Belastung der Leitungen in der Wand am geringsten.
Wollvieh W. schrieb:> (Und wenn Dir hier qualifiziert geholfen werden soll, mußt Du es nicht> nur selbst wissen, sondern uns auch verraten.)
Das Unterschreib ich! Wahrscheinlich ist der zu trennende
Kurzschlussstrom hier am Trafo AC im "harmlosen 0815mA"-Bereich.
Informationen kommen ja nur Scheibchenweise, deshalb die
allgemeingehaltene Diskussion hier.
Für die Interessierten vielleicht sehenswert: "Lichtbogen ohne großen
aufwand"
https://www.youtube.com/watch?v=oBh8QhnPsxkexperimentator schrieb:> Weil mich euer Hypochonderwahn hier echt interessiert aber auch gehörig> auf den Geist geht, mache ich heute Nachmittag, wenn Zeit, mal einen> Versuch an Netzspannung:> Netzkabel->6A-B-Automat->Metallbrückengleichrichter->Elko->Schütz->Schme> lzsicherung. Mal schauen was passiert. Jede Wette, es macht "knack" und> die Sicherung brennt einfach durch. Hält wer dagegen?
Hypochonderwahn LOL. Ich sage: lass es! Bei einem "Netzanschluss für
Erwachsene" knallts bereits beim anklemmen.
Darwin sagt: "lass das Netzkabel und son strombegrenzendes Zeuch weg,
und nimm harmloses AC vor dem Zähler"...
https://www.youtube.com/watch?v=GG4bxP29jak
Wühlhase schrieb:> Und das ist eben falsch.
Ahja, es ist also falsch dass bei 230 V AC Spannungen bis zu 325 V
auftreten.
Was genau ist daran falsch, erkläre es doch mal bitte selbst und sag
nicht immer "Musst du da und dort nachlesen". Ich weiß schon, worauf du
hinaus willst, aber solche Aussagen sind doch für den TE nicht wirklich
hilfreich.
2 Cent schrieb:> Das Ausschaltvermögen (Lichtbogenlöschfähigkeit) [Kurzschlussstrom in> Ampere] ist abhängig von der zu trennenden (Leerlauf-) Spannung [V],> und von Nulldurchgängen (Selbstverlöschung) [AC].> GROBE Hausnummer: bei mehr als 20V Gleichspannung wird die Verlöschung> eines DC-(=Gleichstrom-)Lichtbogens schwierig. Das wird bei> Schweissgeräten ausgenutzt.
Bei einer Feinsicherung? Wenn eine Feinsicherung, die für 600 V bestimmt
ist, soll sie Probleme haben z.B. 150 V DC trennen zu können? Mir ist
keine Feinsicherung bekannt, die zumindest die halbe Spannung in DC
locker trennen kann. Dass das Ausschaltvermögen von der Spannung
abhängt, dagegen hab ich nichts gesagt, ich hab ja auch gesagt, dass man
das Ausschaltvermögen berücksichtigen muss/sollte. Aber ich will die
Feinsicherung mal sehen, die 200 V AC mit einem Ausschaltvermögen von
z.B. 100 A aufweist, die aber keine 200 V DC mit 100 A trennen kann. Ich
mein, wir reden hier von Feinsicherungen...also von Schmelzsicherungen.
Nicht etwa von Schaltern oder Automaten bei denen Kontakte verkleben
können sondern von Drähten die schlicht durchbrennen wenn sie zu heiß
werden.
Harald W. schrieb:> 2 Cent schrieb:>>> bei mehr als 20V Gleichspannung wird die Verlöschung>> eines DC-(=Gleichstrom-)Lichtbogens schwierig.>> Das gilt für 30V. Deshalb haben LKWs auch 24V-Batterien.
Und ich dachte immer, LKWs haben 24 V Batterien weil man den Anlasser
nicht verglühen lassen wollte. Mit dem Verlöschen des Lichtbogens hat
das mal IMO gar nix zu tun.
M. K. schrieb:> Und ich dachte immer, LKWs haben 24 V Batterien weil man den Anlasser> nicht verglühen lassen wollte. Mit dem Verlöschen des Lichtbogens hat> das mal IMO gar nix zu tun.
Doch schon, auch unsere altvorderen waren nicht dumm. :-)
Vor etwa 20 Jahren gab es die Tendenz, ein 42V-Bordnetz in KFZs
zu verwenden. Man stellte dann schnell fest, das die normalen
"Autoschalter" und "Autorelais" dann nicht mehr verwendet werden
konnten. Es ist z.B. typisch für 80% aller Schalter und Relais,
das diese nur 30VDC zulassen und das liegt sicher nicht an
Absprachen der Hersteller.
M. K. schrieb:> Aber ich will die> Feinsicherung mal sehen, die 200 V AC mit einem Ausschaltvermögen von> z.B. 100 A aufweist, die aber keine 200 V DC mit 100 A trennen kann. Ich> mein, wir reden hier von Feinsicherungen...also von Schmelzsicherungen.> Nicht etwa von Schaltern oder Automaten bei denen Kontakte verkleben> können sondern von Drähten die schlicht durchbrennen wenn sie zu heiß> werden.
Wir reden eben nicht von Drähten die schlicht durchbrennen (ausserhalb
der gefährlichen chinesischen Fakes), sondern von Schmelzsicherungen. Du
hast keinen Respekt davor wie lange es dauert einen ungespannten Draht
ohne Löschmittel (also in Luft) weg-("Frei-") zu brennen. Am
(hoffentlichem oder nach DaBla garantiertem) Ende sollen Leiterbahnen
und Anschlussdrähte (inklusive deren Isolation!!!) noch intakt und
wiederverwendbar sein. Also muss die Trennung schnell erfolgen.
Erkennen kannst du solches auch zB am Eska-Dabla, alles oben schon von
verschiedenen Schreibern erwähnt: Zu deiner obigen Frage lese das
(leider kostenplichtige) Normblatt. ;"Prüfung erfolgt an "50 oder 60 HZ
AC".
Sehen kannst du das am verhalten eines Lichtbogens. Oder mit
"Selbstversuchen" an einer Feinsicherung deiner Wahl. Aber dabei bitte
alle nötigen Sicherheitmassnahmen treffen. Und richtig messen. Also
keine "chinesischen 100A", sondern echte 100A Lichtbogenbrennstrom.
Ausserdem Zeit messen. Also die Zeit welche die Sicherung braucht zum
trennen des Stromkreises; nicht die Zeit welche vergeht um die
Zuleitung Freizubrennen und eine intakte chinesische Sicherung
vorzufinden.
M. K. schrieb:> Und ich dachte immer, LKWs haben 24 V Batterien weil man den Anlasser> nicht verglühen lassen wollte. Mit dem Verlöschen des Lichtbogens hat> das mal IMO gar nix zu tun.
Verlöschen des Lichtbogens bei Kurzschluss im LKW-Kabelbaum scheint mit
handelsüblichen KFZ-Flachsicherungen (da sind wir nahe an deinem
freibrennenden Drahtmodell) offensichtlich zu funktionieren. Aber ich
bezweifle das im LKW PKW-typische 9V-Anlasser verwendet werden :-)
2 Cent schrieb:> Verlöschen des Lichtbogens bei Kurzschluss im LKW-Kabelbaum
Wie bereits gesagt, bei Spannungen unter 30V geht man davon aus,
das sich kein stehender Lichtbogen ausbildet. Deshalb verwendet
man 24V-Batterien, obwohl eine höhere Bordspannung durchaus sinn-
voll sein würde. Natürlich gibt es auch Schalter, die höhere
Gleichspannungen trennen können. Man muss dann aber spezielle
Maßnahmen treffen, um den Lichtbogen zu löschen, z.B. mit einem
Löschmagnet.
Theoretische statistik des "man":
Harald W. schrieb:> Wie bereits gesagt, bei Spannungen unter 30V geht man davon aus,> das sich kein stehender Lichtbogen ausbildet
"Man"? Dann hat "man" noch nie eine richtige Stromquelle zur verfügung
gehabt. Bitte IMMER den Kurzschlussstrom UND die Spannung beachten! IK
kann im LKW-Bordnetz 24V beispielhafte 200A sein, oder im U-Boot an 2V
Einzelzelle 200kA.
Zur Praxis:
Ich sag ja nicht das du (Sicherungs-) praxisbezogen unrecht hast, eher
das Gegenteil: Im U-Boot haben wir den Spezialfall: Eine (praktisch
herstellbare) Schmelzsicherung würde niemals (oder viel zu spät)
schmelzen...
Trotzdem: auch unter 30V DC bildet (kann) sich ein sauber stehender
Lichtbogen aus...siehe Elektroschweissen. (genau dieses ist innerhalb
einer Sicherung zu unterbinden)
Kesselschweissen: Erlaubte leerlaufspannung AFAIR 12V. Kleinerer
Innenwiderstand. Dann muss der Strom halt "hoch" (> 100A) sein um
Plasmaleistung zu erbringen.
2 Cent schrieb:> "Man"? Dann hat "man" noch nie eine richtige Stromquelle zur verfügung> gehabt.
Dü meinst, sämtliche Datenblätter, in denen die 30V-Begrenzung steht,
wären falsch?
Harald W. schrieb:> Vor etwa 20 Jahren gab es die Tendenz, ein 42V-Bordnetz in KFZs> zu verwenden.
Vor 20 Jahren, also kurz vor der Jahrtausendwende rum. Ich meine,
LKW-Boardnetze sind etwas älter. Ich bleib dabei, das 24 V Boardnetz auf
LKWs wurde nicht eingeführt, weil man beim 42 V Boardnetz mit dem
Lichtbogen zu kämpfen hatte. Es hatte vielmehr damit zu tun, dass der
Anlasser auf dem LKW schlicht mehr Kraft brauchte und die Verluste bei
12 V schlicht zu groß waren. Spannung verdoppeln, Strom halbiert
(Annahme: konstante Leistung) und Verluste auf 1/4 gesenkt. So wird ein
Schuh draus für das 24 VDC LKW Boardnetz.
Umgekehrt geb ich dir aber gern recht: Man hat das 42V Boardnetz auf
LKWs wegen dem Lichtbogenproblem nicht eingeführt.
Harald W. schrieb:> Man stellte dann schnell fest, das die normalen> "Autoschalter" und "Autorelais" dann nicht mehr verwendet werden> konnten. Es ist z.B. typisch für 80% aller Schalter und Relais,> das diese nur 30VDC zulassen und das liegt sicher nicht an> Absprachen der Hersteller.
Das ist ja verständlich. Ich denke aber, dass es kein Problem ist,
Autoschalter und Relais zu bauen, die mit z.B. 50 VDC kein Problem
haben. Dass die Schalter alle nur bis 30 VDC gehen hat schlicht nur
damit zu tun, dass sie nicht höher als 30 VDC gehen müssen. Das ist
wieder so ein Henne-Ei-Problem ;)
2 Cent schrieb:> Wir reden eben nicht von Drähten die schlicht durchbrennen (ausserhalb> der gefährlichen chinesischen Fakes), sondern von Schmelzsicherungen.
Öhm, im Prinzip ist das sehr wohl ein Draht, der durch brennt. Kein
Kupferdraht aber sehr wohl ein Draht. Oder anders gesagt/Gefragt: Bitte
definiere Draht./?
Harald, mal davon abgesehen das wir uns hier sehr offtopic "streiten"
(Der Austausch macht schon spass mit Dir!)...das führt zu nix....ausser
wir beide messen selber nach.
Du solltest Datenbläter ("Werbebroschüren") zu interpretieren wisen, das
traue ich Dir zu!
M. K. schrieb:> 2 Cent schrieb:>> Wir reden eben nicht von Drähten die schlicht durchbrennen (ausserhalb>> der gefährlichen chinesischen Fakes), sondern von Schmelzsicherungen.>> Öhm, im Prinzip ist das sehr wohl ein Draht, der durch brennt. Kein> Kupferdraht aber sehr wohl ein Draht. Oder anders gesagt/Gefragt: Bitte> definiere Draht./?
Meien Meinung: Die Definition von "Draht" scheint wohl bei uns beiden
identisch, ansonsten:
https://de.wikipedia.org/wiki/Draht
Übereinkommen scheitert an der "Sicherung" und deren Aufbau. Gespannter
Federdraht, Löschmittel, Schmelzperle....
https://de.wikipedia.org/wiki/Schmelzsicherung#Bauformen_von_Feinsicherungen
HTH
experimentator schrieb:> Test, funktioniert hier Anim-GIF als Dateiupload?> Falls ja, 2A-Feinsicherung an 320V Gleichspannung, direkter Kurzschluss.
Cool! Wie hoch war denn der Kurzschlussstom? Wie hoch war der
Spannungseinbruch deiner "320V Gleichspannung"?
OT
2 Cent schrieb:> experimentator schrieb:>> Test, funktioniert hier Anim-GIF als Dateiupload?>> Falls ja, 2A-Feinsicherung an 320V Gleichspannung, direkter Kurzschluss.> Cool! Wie hoch war denn der Kurzschlussstom? Wie hoch war der> Spannungseinbruch deiner "320V Gleichspannung"?
Ich bin jetzt mal auch mal -offtopic- Gemein! Lichtbogen
13V, 3,4A? "Plasma für Kinder" mit 3,82 Ohm.
Wer am genauesten dran ist kann den Inhalt eines Luftballons gewinnen!
Habe etwa 15 Sicherungen zwischen 0,2 und 2A getestet, repräsentative
Auswahl auf dem Bild.
Keine hat Glasbruch erlitten, der Sicherungsklemme hats nicht geschadet.
experimentator schrieb:> Habe etwa 15 Sicherungen zwischen 0,2 und 2A getestet, repräsentative> Auswahl auf dem Bild.> Keine hat Glasbruch erlitten, der Sicherungsklemme hats nicht geschadet.
Rspekt vor deiner Arbeit! Ich will das nicht kaputtreden.
Aber: ohne Angaben der Löschsröme leider sinnlos :-(
2 Cent schrieb:> Rspekt vor deiner Arbeit! Ich will das nicht kaputtreden.>>
Nun, man gewinnt Erfahrung und spricht zukünftig über Dinge die man
selbst getestet hat. Und das ganze WE nur am pc macht sowieso keinen
Spass.
> Aber: ohne Angaben der Löschsröme leider sinnlos :-(
Leider kein Speicheroszi vorhanden, welches ich bedenkenlos an den
Meßaufbau hätte antüddeln wollen.
2 Cent schrieb:> on top: Löschzeit ist relevant.
Aufzeichnung oben mit Schlautelefon 50fps. Es handelt sich um 4
aufeinander folgende Bilder der Aufzeichnung.
experimentator schrieb:> 2 Cent schrieb:>> on top: Löschzeit ist relevant.>> Aufzeichnung oben mit Schlautelefon 50fps. Es handelt sich um 4> aufeinander folgende Bilder der Aufzeichnung.
ok.
Eine "normale" Versorgungsleitung währe möglicherweise weggeglüht
(zumindest die Isolation kaputt)
2 Cent schrieb:>> Ich bin jetzt mal auch mal -offtopic- Gemein! Lichtbogen> 13V, 3,4A? "Plasma für Kinder" mit 3,82 Ohm.>> Wer am genauesten dran ist kann den Inhalt eines Luftballons gewinnen!
Knapp daneben, ich hatte den geplanten Versuchsaufbau doch bereits oben
beschrieben:
experimentator schrieb:> Netzkabel->6A-B-Automat->Metallbrückengleichrichter->> Elko->Schütz->Schmelzsicherung.
Hier die praktische Umsetzung:
Links Netzanschluss, blau,braun und -ganz,ganz wichtig- Schutzleiter!
Als Klemmpunkt dient je ein Leitungsschutzschalter B.
Dann gehts zum 35A Brückengleichrichter, weiter zu einem 390µ Elko.
Extra für die anwesenden Sicherheitsfanatiker habe ich von ganz hinten
aus der Garage, ein mindestens 15Jahre altes, hier immer sehr beliebtes,
Superduper 1000Volt Spezialmessgerät hervorgekramt um dort die
gleichgerichtete Netzpannung zu messen: Etwa 320V.
Batterie ist wohl etwas down, aber Meßwert stimmt.
Am Elko hängt ein 4kW Schütz (24V Steuersp.) und daran dann die
Sicherungsklemme mit Feinsicherung.
Über das zweiadrige weiße Kabel wird das Schütz aus sicherer Entfernung
mit Hilfe eines 20V Bohrmaschinenakkus eingeschaltet.
Die Lötzinnrollen dienen als Halterung für das Schlautelefon, mit dem
das Abbrennen der Sicherungen gefilmt wurde.
Natürlich wurden auch alle Aderenden vorbildlich VERZINNT! <:-)
Resümierend bleibe ich bei meiner Feststellung von oben: Leute die
glauben eine Schmelzsicherung hätte Probleme 30V zu trennen sind
Hypochonder oder so.
Wenn ich Zeit und Lust habe, baue ich das ganze noch einmal mit
Spannungsverdoppler-Gleichrichter, testen ob wenigstens bei 640V ein
Störlichtbogen stehen bleibt...
hinz schrieb:> experimentator schrieb:>> 320V Gleichspannung,>> Pulsierende Gleichspannung halt.
Definitiv nein!
Vorsichtige Naturen unterbrechen die Netzverbindung vor dem Kurzschluss.
Ich habe das bei etwa der Hälfte der Versuche getan.
Die Spannung des Elkos nach dem Kurzschluss lag dann bei Werten zwischen
230 und 290 Volt. Wohl abhängig von Auslösestrom und Charakteristik der
Sicherung.
Also reiner Gleichstrom und es hat offensichtlich kein Lichtbogen
gezündet, trotz der metallisierten Glasröhrchen.
hinz schrieb:> experimentator schrieb:>> 390µ Elko.>> Nimm mal einen richtigen Elko.
Ja, danke fürs Gespräch! Auf dem Level muß ich mich nicht unterhalten.
experimentator schrieb:> Die Spannung des Elkos nach dem Kurzschluss lag dann bei Werten zwischen> 230 und 290 Volt.
Du hast also auch von Elkos keine Ahnung.
M. K. schrieb:> Wühlhase schrieb:>> Und das ist eben falsch.>> Ahja, es ist also falsch dass bei 230 V AC Spannungen bis zu 325 V> auftreten.
Nein, daß ist nicht falsch. Falsch ist, daß du hier Spitzen- und
Effektivwert mit Gleichspannung gleichsetzt.
Schau dir das Video oben doch einfach mal an, da ist der Unterschied
beim Schalten von AC und DC durchaus spektakulär demonstriert.
M. K. schrieb:> Was genau ist daran falsch, erkläre es doch mal bitte selbst und sag> nicht immer "Musst du da und dort nachlesen". Ich weiß schon, worauf du> hinaus willst, aber solche Aussagen sind doch für den TE nicht wirklich> hilfreich.
Das war ja auch nicht für den TS, sondern für dich. Das du hier etwas
irgendwo nachlesen sollst hab ich bestimmt nicht geschrieben, nur auf
dem Video reite ich zum x-ten Mal herum.
@experimentator:
Cool...du hast es ja doch nachgebaut. :) Ich bin auch ehrlich
überrascht, daß die Feinsicherung den Lichtbogen abgeschaltet bekommen
hat und daß es den Glaskörper nicht zerlegt hat. Verallgemeinern würde
ich das aber trotzdem nicht.
Auch wenn es leider keine Strommessung gibt, mir gefällt es daß du den
Aufbau auch dazu einigermaßen beschrieben hast.
Aber ich geb 2Cent da auch recht, Spannung und Strom zu kennen wäre
durchaus interessant.
Hat der Leitungsschutzschalter eigentlich mitausgelöst? Wenn ja,
vielleicht den noch durch 32A Träge ersetzen. Oder, noch besser: Ganz
weglassen und durch etwas ersetzen daß z.B. nach 5s so oder so
abschaltet. Zeitrelais oder so.
>> 390µ Elko.> Nimm mal einen richtigen Elko.
PS: Dass der Strom bei den hier fliessenden paar Ampere
ziemlich wellig ist, ist egal.
Wichtig ist, dass er deutlich über 0 bleibt.
By the way:
Einen auf 325 V aufgeladenen Kondensator mit nur 50 µF
satt anzufassen, verleitet u.U. zu persönlicher Bestleitung im Werfen
...
Elektrofan schrieb:> PS: Dass der Strom bei den hier fliessenden paar Ampere> ziemlich wellig ist, ist egal.> Wichtig ist, dass er deutlich über 0 bleibt.
Das wird der Grund sein weshalb man bei richtigen Schweißgeräten den
Aufwand betreibt den Strom zu glätten...
Elektrofan schrieb:> Das "egal" bezieht sich auf das Ausschaltverhalten, solange der> Strom> in einer Richtung fliesst, ist das schwierige als bei AC.
EOT
Wühlhase schrieb:> überrascht, daß die Feinsicherung den Lichtbogen abgeschaltet bekommen> hat und daß es den Glaskörper nicht zerlegt hat. Verallgemeinern würde> ich das aber trotzdem nicht.
Stimmt schon, Vorsicht kann nicht schaden. Darum habe ich zunächst aus
sicherer Entfernung eingeschaltet.
Aber ich finde hier wird auch häufig maßlos übertrieben. Deshalb auch
das Meßgerät - so eine 1,50€ Chinanudel:
https://de.aliexpress.com/item/LCD-Digital-Voltmeter-Ohmmeter-Ammeter-Multimeter-Handheld-Tester-AC-DC-home-tester/32615113278.html?spm=a2g0x.10010108.1000014.4.76595a25PxMnT6&pvid=cddaf41f-8cef-4279-a874-96a2d88e6b40&gps-id=pcDetailBottomMoreOtherSeller&scm=1007.13338.128418.0&scm-url=1007.13338.128418.0&scm_id=1007.13338.128418.0
bei dem hier häufig so getan wird, als würde es beim ersten anlegen von
>24V schlagartig explodieren. Bei mir hälts schon ewig, und dient fast
nur für die "verwegenen" Experimente, für die anderes zu schade ist.
> Aber ich geb 2Cent da auch recht, Spannung und Strom zu kennen wäre> durchaus interessant.
Sicher wäre das interessant.
Ich bin allerdings der Meinung, daß ich mit meinem Aufbau schon ziemlich
am Limit dessen bin, was so einer Sicherung im normalen Haushalt
zustoßen kann. Viel mehr Strom/Spannung sollte eigentlich kaum irgendwo
vorkommen.
Und ursprünglich wurde ja behauptet, bereits bei 30V bliebe in der
Sicherung ein Lichtbogen stehen. Auch bis 42V (habe ich öfter mit zu
tun) ist das noch nie passiert und ich halte es daher für Unfug.
> Hat der Leitungsschutzschalter eigentlich mitausgelöst?
Nicht beim eigentlichen Test, aber beim ersten einstecken des
Netzsteckers durch den Ladestrom des Elkos.
> Wenn ja,> vielleicht den noch durch 32A Träge ersetzen.
Wie gesagt, nicht erforderlich.
Aber ich habe auch keinen Drehstromanschluss benutzt sondern eine
normale mit 13(!)A abgesicherte Steckdose.
experimentator schrieb:> Aber ich finde hier wird auch häufig maßlos übertrieben.
Ich kann zwar nachvollziehen daß das manchmal so aussieht, allerdings
sind da nicht selten auch Leute dabei die wissen was da passieren kann
und gehen - fachlich völlig richtig - vom größten annehmbarem Unfall
aus.
Es gibt öfter mal Fälle, da spielen Umstände eine Rolle die die Gefahr
dramatisch reduzieren, allerdings weiß man sowas vorher nicht, schon gar
per Forenferndiagnose.
experimentator schrieb:>> Hat der Leitungsschutzschalter eigentlich mitausgelöst?>> Nicht beim eigentlichen Test, aber beim ersten einstecken des> Netzsteckers durch den Ladestrom des Elkos.
Siehst du, das z.B. zeigt daß der Kurzschlußstrom nur sehr gering
gewesen ist. B6 sollte irgendwo zwischen 18A und 30A Kurzschlußstrom
auslösen. Der Strom scheint in deinem Fall niedriger gewesen zu sein.
In anderen Anlagen kann das ganz anders aussehen.
In der Niederspannung treten übrigens allgemein die höchsten KS-Ströme
auf, auch wenn der KS-Strom in deinem Versuch für andere Geräte noch
nichtmal Betriebsstrom ist.
Dunning und Kruger haben recht.
Als nächstes stellt hier noch einer einen Film rein, wie er beim Tanken
raucht und beweist damit, daß Benzindämpfe nicht brennbar sind. Oder
greift in die 30 kV vom Fernseher, überlebt und beweist damit, daß
Bahnoberleitungen mit nur 15 kV ungefährlich sind.
Bei all den schönen Versuchsideen hier ärgere ich mich, daß ich keine
von den 2V/1000Ah-Zellen (Blei/Kalilauge glaube ich) mitgenommen habe,
als ich mal konnte. Die waren sogar hübsch, im durchsichtigen Gehäuse.
Kann man blau beleuchten und ins Wohnzimmer stellen. Dann hat man immer
etwas Strom im Haus, wenn man welchen braucht.