Dennis schrieb:
> Bzw. welche Kondensatoren bieten sich den überhaupt an und warum?
Das ist so leicht nicht zu sagen, denn es gibt bestimmt 1000
verschiedene Schwingkreisanwendungen.
Was hast du denn für einen Schwingkreis im Visier? Parallel- oder
Serienschwingkreis?
Besonders beim Parallelschwingkreis mit höchster Güte entstehen sehr
hohe Resonanzströme, beim Serienschwingkreis entstehen hohe Spannungen
entsprechend der Güte. Bei ersterem müssen die Bauteile L und C also
hohe Ströme verkraften, die sehr viel höher sein können, als der
Betriebsstrom der Schaltung, bei zweiterem hohe Spannungen, unter
Umständen sehr viel höher als die Betriebsspannung der Schaltung.
Die Bauteiltoleranz kannst du gerne auch beachten, viele Dinge wurden
aber schon genannt. In manchen Anwendungen stören Piezo-Effekt und Klirr
vom keramischen Kondensator aber nicht. Oft wird einfach nur eine
Frequenz gebraucht, und der Rest filtert sich von selbst z.B. durch die
schlechte Schaltung. Colpitts hat z.B. auch oft keinen sehr sauberen
Sinus, was am Eintakt-Treiber liegt.
Die guten alten Drehkos aus Röhrenradios waren auch ganz brauchbar, und
mechanisch robust. Aber das sind riesige Klötze, sie sind alleine
deswegen nicht mehr ganz zeitgemäß, falls es sie überhaupt noch gibt.
Ich selbst hatte es mit einem Colpitts-Oszillator zu tun, wo Klirr
überhaupt keine große Rolle spielte, aber aus Stabilitätsgründen ein
Styroflex-Kondensator drin war. Auf den ESR kam es nicht so an, weil die
Güte gar nicht so besonders hoch war (Telefonleitungen zwischen L und
C). Es ging dort um die Verstimmung der Frequenz durch Dämpfung, die
Frequenz mußte stabil sein. Zwar glich das Gerät mit µC sich von Zeit zu
Zeit neu ab, die Frequenzdrift, aber nicht in Millisekundenabständen.
Folienkondensatoren haben ein so genanntes "dielektrisches
Denkvermögen", was auch die Kapazität verfälscht, da ist Styroflex am
besten. Auch in Dual-Slope-ADCs wie z.B. ICL7106 & Co..
L ist in Sachen Qualität auch nicht unwichtig. Bei großen
Senderendstufen hat man da schon mal größere Gebilde aus
Wasserleitungsrohren, außen versilberte polierte Kupferrohrschlangen,
die Spule so groß wie ein Schrank.