Ethernet strahlt in Eltako Treppenlichtrelais ein?

OP #8103083
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Hallo zusammen,

ich weiß, die Geschichte klingt unglaubwürdig, aber genau deshalb bin ich ja so ratlos:

Habe heute versucht, über dreißig Jahre alten Klingeldraht eine LAN-Verbindung einzurichten. Soweit klappte das auch, es lag am anderen Ende eine halbwegs stabile 10Mbps Verbindung an. Kurioserweise ging das Treppenlicht nicht mehr aus. Naja, hast du halt versehentlich die Lichttaster-Adern kurzgeschlossen - dachte ich. War aber nicht so, da war alles OK. Am unteren Ende der Leitung war ohnehin kein Netzwerkgerät mehr angeschlossen, oben hängt eine billige WLAN-Bridge von Xiaomi. Sobald ich den Switchport oben abklemme geht das Licht ganz normal aus.

Ich bin wirklich ratlos. Ich fände es ja per se seltsam, dass die minimalen Ströme einer Ethernet-Verbindung so stark einstrahlen können, dass ein Eltako TLZ12.1-100 Treppelichtrelais ausgelöst werden kann. Aber es gibt ja an der Gegenseite kein Gerät und demnach sollte auch kein Strom fließen... Ich bin völlig verwirrt ehrlich gesagt.

Hat jemand ne Idee, was das sein könnte? Und vor allem, was man dagegen tun könnte? Widerstand, Kapazität, Diode parallel schalten? Irgendwas, was ich tun könnte?

Vielen Dank für eure Hilfe!

VG Max

#8103088
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Irgendwo ein Kurzschluss zwischen einem Treppenlicht-Taster und Deinem Klingeldraht? Z.B. weil mal jemand nen Nagel durchgeschlagen hat oder so?

Der Switch hat nen Übertrager, da fällt das u.U. nicht sofort auf.

Gefährlich wäre das natürlich dennoch, solche Eltakos verwenden meist 230V als Schaltspannung. Ich würde also mal vorsichtig nachmessen was da auf dem Klingeldraht drauf ist. Im LowZ-Modus, gg. Phantomspannungen.

Jemand anderen einen Lichttaster nach dem anderen drücken lassen während Du misst.

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#8103268
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Max schrieb:

Ich fände es ja per se seltsam, dass die minimalen Ströme einer Ethernet-Verbindung so stark einstrahlen können, dass ein Eltako TLZ12.1-100 Treppelichtrelais ausgelöst werden kann. Aber es gibt ja an der Gegenseite kein Gerät und demnach sollte auch kein Strom fließen...

Was auch noch auf der Leitung sein kann: Eingekoppelte Spannung vom Netzteil des Switches.

Habe probeweise ein Patchkabel in die hiesige Fritzbox gesteckt, anderes Ende offen. Auf den Datenleitungen messe ich gegen Erde ca. 65 V~. Auf dem Schirm, der mit nichts verbunden ist (die LAN-Ports sind aus Plastik) immerhin noch 50 V~.

Aber wäre eigentlich komisch, wenn sich der Eingang des Treppenlichtrelais davon durcheinander bringen ließe, dann müsste er ja auch bei jeder in der Nähe verlegten 230-V-Leitung anfangen zu spinnen. Oder könnte dieser "UC"-Eingang des Relais wirklich so empfindlich sein?

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#8103275
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H. H. schrieb:

Eltako TLZ12.1-100

Kennt keiner.

Ist wohl ein alter Spezialtyp
https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/10-stueck-eltako-nr12-001-tlz12-1-100-r12-110-er12-001-uc-/3536469830-223-8275

Diese tote Seite sagt:
TLZ12.1-100 TREPPENLICHT Zeitschalter 16A 230V 8..230V UC 0-10 min
https://iconada.tv/photo/albums/eltako-tlz12-1-100-bedienungsanleitung

Der TO könnte ja mal sagen, wie angesteuert wird.
Ein Parallelwiderstand verringert die Störempfindlichkeit.

Stefan R. schrieb:

messe ich gegen Erde ca. 65 V~

Gemessen mit Ri 10M Ohm? Wie ist es mit 100k Ohm Last?

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#8103279
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Stefan R. schrieb:

Gemessen mit Aldi-Multimeter mit ??? MOhm :-)

Jeder Elektriker lernt, dass du damit in einer Hausverkabelung nur Hausnummern misst und verwendet einen Duspol.

"??? MOhm" ist keine Aussage zum Ri. Du könntest den Innenwiderstand bestimmen.
Bei geforderten 100k spielt der aber sowieso so gut wie keine Rolle. Schalte einfach 100k parallel und miss noch einmal.

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Beitrag #8103401 wurde vom Autor gelöscht.
OP #8103573
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Vielen Dank für eure Anregungen. Kleine Entwarnung vorneweg, mein Tastkreis läuft nicht mit 230V sondern mit Schutzkleinspannung. Das Netzteil liefert an mehreren Ausgängen sowohl AC als auch DC in unterschiedlichen Spanungen, ich muss da nochmal messen, was genau anliegt. Ich habe aber schon mal ein paar Sachen ausprobiert:

  1. Ein akkubetriebenes Notebook am Port hat genau den gleichen Effekt -> Zack, Licht an.

  2. Eine Messung mit Durchgangsprüfer ergab in der Tat leitende Verbindung zwischen einem der Pole des Etako-Eingangs und einem der vier verwendeten Adern für die Ethernet Leitung.

Hintergrund: Eines der Adernpaare habe ich erst freimachen müssen an einem Ende, es war verklemmt. Da es aber am anderen Ende frei war dachte ich das wäre sinnlos. Spannenderweise habe ich mit der Aktion auch den Summer am Gartentor außer Betrieb gesetzt. Es scheint irgendwo, an einem mir nicht bekannten Ort eine weitere Verklemmung des Kabels zu geben, es ist offensichtlich nicht durchgängig. Umso spannender, dass dennoch eine funktionierende Ethernet-Verbindung aufgebaut wurde.

Mein Takeaway: Eins der beiden Adernpaare ist offensichtlich entgegen meiner Annahme nicht frei. Ich werde mich wohl nach Zweidrahtlösungen umsehen müssen. Dennoch, spannende Sache. Viele Grüße Max

#8103602
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Bevor noch mehr passiert, sieh Dir lieber das aktuelle Pinout der LAN-Verbindungen an. Die Übertrager sind meistens schon im RJ45-Buchse eingebaut, so dass Du sie erst garnicht als Bauteile siehst und haben oft galvanische Verbindungen zwecks PoE. Übertrager haben keine absolute Kurzschlussfestigkeit. Brennen schon mal durch bei Überlastung. Und gerade bei so gemischten Topologien Klingelanage/LAN wäre ich etwas vorsichtiger. Wenn Du genauere Angaben zu Deinen Geräten machen würdest, könnte man dazu auch noch exaktere Tipps zum Pinout etc. pp. machen. Nur so nebenbei bemerkt, Pinouts unterscheiden sich.

https://www.soulinconn.com/de/branchennachrichten/rj45-verdrahtungsanleitung-farbcodes-pinouts-einfaches-crimpen-tutorial/

ciao
gustav

#8103831
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Max schrieb:

Zweidrahtlösungen

Hast du schon die Beiträge zu umgebauten Powerline Modems entdeckt? Da hat jemand den 230V Teil ausgebaut, die Elektronik eigenständig versorgt und das Powerline Signal auf eine 24V AC Versorgung aus einem kleinen Trafo geschaltet. Also galvanisch getrennt, Kleinspannung, perfekt für Klingeldraht.

#8104573
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Stefan R. schrieb:

. Auf den Datenleitungen messe ich gegen Erde ca. 65 V~.

Dann hat das Schaltnetzteil ein paar Störschutzkondensatoren, die bei hochohmiger Messung gegen Erde für diese Spannung sorgen, wenn kein Schutzleiter was ableitet. https://de.wikipedia.org/wiki/Entst%C3%B6rkondensator#/media/Datei:Entst%C3%B6rkondensatoren4.png

Angehängte Dateien:
#8104620
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Lu schrieb:

Dann hat das Schaltnetzteil ein paar Störschutzkondensatoren, die bei hochohmiger Messung gegen Erde für diese Spannung sorgen ...

ist klar - mein Beitrag sollte ein Vorschlag zur Frage des TO sein, "Hat jemand ne Idee, was das sein könnte?"

Was eingekoppelt wird, ist ja nicht wirkungslos, lässt z.B. LEDs flackern (-> könnte Optokoppler stören). Gedanke war, dass das Relais womöglich empfindlicher ist, als es sein dürfte (hätte einen Defekt haben können).

Inzwischen hat sich ja herausgestellt, dass es an was anderem liegt.

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