Wenn ich mir den visuellen Effekt von Blitzen bei Gewitter anschaue
könnte ich schwören, dass sie im Himmel beginnen und sich dann zur Erde
fortsetzen.
Müssten Blitze nicht schlagartig über die gesamte Länge auftreten, so
wie das auch bei Lichtbögen in elektrischen Anlagen ist?
Außerdem ist die Erde angeblich negativ geladen, als müssten die
Elektronen von der Erde zu den Wolken hin aufsteigen. Dann wäre die
Richtung aber genau umgekehrt.
Ich bin verwirrt.
Arno, natürlich habe schon gegoogelt, aber keine Antwort gefunden. Zu
dem "wissenschaftlicheren" Artikel:
"Bei einem typischen Wolke-Boden-Blitz wandern zunächst negative
Ladungsträger im Leitblitz ruckartig in Richtung Boden und bereiten
einen ionisierten Kanal vor.... Von solchen Stellen geht dem Leitblitz
eine positive Ladung – eine sogenannte Fangentladung – entgegen und
stellt die Verbindung zwischen Wolke und Boden her, die den Blitzkanal
schließt. Jetzt folgt die Hauptentladung, die oft aus mehreren
Einzelentladungen besteht. Die Stromstärke kann dabei 100 000 Ampère
erreichen. "
Demnach geht der (zweite Teil des) Blitz von unten nach oben, wie ich
erwartet hatte. Aber meine Augen sehen es genau anders herum. Komisch.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Wenn ich mir den visuellen Effekt von Blitzen bei Gewitter anschaue> könnte ich schwören, dass sie im Himmel beginnen und sich dann zur Erde> fortsetzen.
Das ist verschieden.
Ben S. schrieb:> Soweit ich weiß treffen sich Blitz in der Mitte (beginnend von oben und> unten), was dann den Knall ergibt ?
Das stimmt sogar. Blitze können sowohl von oben, als auch von unten als
auch von beiden Seiten ausgehen. Nur der Donner entsteht etwas anders
;-)
Ich kenne das auch so mit der Fangladung vom Boden aus. Die Frage ist
dann nur, warum so viele daneben gehen.
Der überwiegende Anteil der Blitzentladungen ist eine wolkeninterne
Angelegenheit.
Arno
Cyblord -. schrieb:> Nur der Donner entsteht etwas anders
Ja, laut Wikipedia irgendwas mit pötzlicher Ausdrehnung der
Luft/Wassermoleküle. Ich bin so kluk!
Mario L. schrieb:> 1.21 Gigawatt
Neee... 1.21 Gigowatts!!
Stefan ⛄ F. schrieb:> Demnach geht der (zweite Teil des) Blitz von unten nach oben, wie ich> erwartet hatte. Aber meine Augen sehen es genau anders herum. Komisch.
Deine optischen Sensoren und die zugehörige Auswerte-Mimik sind wohl zu
langsam. So bei ca. 25 fps ist Ende.
Stefan ⛄ F. schrieb:> [...]> könnte ich schwören, dass sie im Himmel beginnen und sich dann zur Erde> fortsetzen.
Geht mir auch so. Auch die griechische Mythologie spricht für diese
Wahrnehmung, dort wurden Blitze als von Zeus auf die Erde geworfene
Pfleile beschrieben.
Nur ne abwegige Vermutung:
Blitze verzweigen sich oft im unteren Bereich, nach Kirchhoff sind die
Ströme also in Wolkennähe größer, der Blitz heller. Der hellere Teil
wird vom Auge (bzw. vom Image-Prozessor) daher zuerst wahrgenommen
(Flankentrigger). Es entsteht der Eindruck als wanderte der Blitz von
oben nach unten.
Edit:
2te Theorie: Der untere Bereich leuchtet länger nach (weil näher?
weniger Wolken?) oder ist einfach heller. Daraus "berechnet" das Gehirn
dann die Richtung.
Hab aber schon länger nicht mehr direkte Blitze gesehen.
Ben S. schrieb:> Soweit ich weiß treffen sich Blitz in der Mitte (beginnend von oben und> unten), was dann den Knall ergibt ?
Na, das war ja mal eine Trottelansage!
Stefan ⛄ F. schrieb:> Wenn ich mir den visuellen Effekt von Blitzen bei Gewitter anschaue> könnte ich schwören, dass sie im Himmel beginnen und sich dann zur Erde> fortsetzen.
Häufig sehen wir das zwar so, aber deshalb ist es noch lange nicht der
Regelfall.
>> Müssten Blitze nicht schlagartig über die gesamte Länge auftreten, so> wie das auch bei Lichtbögen in elektrischen Anlagen ist?
Denke, daß auch bei Lichtbögen in el. Anlagen nur scheinbar etwas
"schlagartig" auftritt. ;)
Wir können auch das zwar so sehen, doch tatsächlich liegt bei
Lichtbogen-Bildung etwas mehr vor als wir mit unseren Sinnen wahrnehmen
können.
Denn im Prinzip gibt es Analogien bei allen Funkenstrecken.
Heißt - wir können eben so gut vergleichsweise den Ablauf bei einer
KFZ-Zündung heranziehen:
https://link.springer.com/chapter/10.1007%2F978-3-211-47104-3_7> Außerdem ist die Erde angeblich negativ geladen, als müssten die> Elektronen von der Erde zu den Wolken hin aufsteigen. Dann wäre die> Richtung aber genau umgekehrt.>
Die Annahme der negativen Ladung der Erde ist nur der Regelfall (wenn
sich ansonsten nichts Großartiges um sie herum tut). :)
Hängen aber (partiell), z.B. Gewitterwolken über ihr, kann sie
(ebenfalls nur partiell) positiv geladen sein.
> Ich bin verwirrt.
Es besteht keinerlei Veranlassung, verwirrt zu sein, wenn Du nur in
Richtung von allen möglichen Ladungsausgleichen denkst:
Denn, ganz im Gegensatz zu den geläufigen Ladungsausgleichen, die in
ihrer (nur einzig möglichen) Richtung gewissermaßen "vorbestimmt" sind,
können bei Gewittern Ladungsausgleiche in alle Richtungen erfolgen.
Je nachdem, wo halt Ladungen "hocken", die auch groß genug dazu sind,
Funkenstrecken bilden zu können, werden sich auch "Durchschlags-Kanäle"
bilden können.
Hier etwas dazu, was das Verständnis begünstigen kann:
https://www.schreiben10.com/referate/Physik/3/Gewitter-reon.php
Finde ich gut beschrieben..
https://www.donnerwetter.de/wetter-aktuell/verlaeuft-ein-blitz-von-oben-nach-unten-oder-umgekehrt_cid_31943.html
Zitat:
90% aller Blitze, die mit dem Erdboden in Berührung kommen, sind dieser
Kategorie der Wolken-Erde-Blitzen zuzuordnen. 10% verlaufen in
umgekehrter Richtung. Diese Erde-Wolke-Blitze werden von der
Erdoberfläche ausgelöst und gehen meistens von hohen Gebäuden oder
Berggipfeln aus. Zumeist weisen sie eine hohe Feldstärke auf. Die
Verästelungen zeigen nun in umgekehrte Richtung.
Alles Quatsch,
der Blitz kommt vom Himmel.
Wenn er von Boden/Haus ausgehen würde, dann müsste statt eines popeligen
Blitzableiters ein Fangnetz auf dem Hausdach zu finden sein. Damit
könnte man dann den Blitz zurückhalten.
Eine sehr schoene Erklaerung zum Thema findet sich auch in "Lectures on
Physics" von Richard Feynman, Band 2, Kapitel 9: Electricity in the
Atmosphere. Dort wird auch die Aufnahme einer Boys Kamera gezeigt, einer
fruehen Hochgeschwindigkeitskamera, mit der erstmals (halbwegs)
aussagekraeftige Bildaufnahmen eines Blitzes moeglich wurden.
https://www.feynmanlectures.caltech.edu/II_09.html
Allerdings waren und sind wohl zum genauen Ablauf einer Gewitterbildung
noch viele Aspekte unverstanden und daher nicht alle Angaben zu diesem
Punkt im Text mit neuesten Erkenntnissen vertraeglich.
Ich möchte den Thread von Stefanus zwar nicht kapern,
aber:
Hat jemand von euch schon mal dieses Pfeifen und Zischen
gehört, wenn ein Blitz ganz in der Nähe eingeschlagen hat?
Ich habe kurz im Netz recherchiert, aber keine mich
zufriedenstellende Erklärung gefunden.
LG aus SH
Thomas V. schrieb:> Hat jemand von euch schon mal dieses Pfeifen und Zischen> gehört, wenn ein Blitz ganz in der Nähe eingeschlagen hat?
Verdampfende Flüssigkeiten?
Ich hab mal ein paar HV experimente mit Zeilentrafos gemacht. Zischen
oder Pfeifen kam da auch (manchmal sogar beides gleichzeitig) vor.
Zum Teil durch die Entladung selbst als auch durch den Trafo ect.
Teo D. schrieb:> Such nach Knalltrauma -> Kurzzeit-Tinnitus
Danke Teo, aber das ist es nicht.
Es hat wohl etwas mit zusammenfallenden Luftmassen,
die den Plasmakanal wieder füllen, zu tun.
BTW: Bist Du immer noch Nichtraucher?
Werner H. schrieb:> Inzwischen steht im Wikipdia zum "Blitz" auch mehr als früher.> Kann man sich anschauen.
Das habe ich gelesen, bevor ich meine Frage gestellt habe.