Reflow Ofen: was ist aktuell das Beste?

OP #5547328
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Hallo

ich habe einen Pizzaofen mit PID Controller von Beta-Layout. Der 
Controller ist toll, nur leider ist die Homogenität echt Mist. Man 
bräuchte eine Luftumwälzung...

Daher die Frage: was ist denn aktuell der beste Deal auf dem Markt für 
günstige Reflow-Ofen?
#5547696
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Moin,

du müsstest "günstig" genauer definieren. Das ist immer Auslegungssache.
Ich hatte auch den Beta-Layout Controller mit dem üblichen Pizza Ofen im 
Einsatz. Für mal hin und wieder eine Platine im Prizip brauchbar aber 
wie du schon erwähnt hast, nicht wirklich homogen. Der Pizzaofen von 
Severin (Typ 2032) den ich benutzt hatte, hat eine Luftumwälzung 
seitlich eingebaut.

Dann bin ich auf einen China Ofen umgestiegen (glaube t-962). Mit dem 
orginal Controller völlig unbrauchbar. Man konnte eine Platine backen 
und musste dann den Ofen ersteinmal wieder abkühlen lassen, damit der 
Temperaturdrift wieder weg war. Es gibt aber auch Nachrüst PID Regler 
die ganz gut sein sollen. Das habe ich aber auf Grund der allgmein 
schlechten Verarbeitungsqualität vom Ofen nicht gemacht.

Letztlich wurde "viel" Geld in die neuste Version von Eurocircuits 
gesteckt und ich bin absolut zufrieden. Egal ob eine PCB größe von 
20x20mm bis zu 210x300mm, das Lötergebnis ist immer gut und vorallem 
gleichbleiben.
#5551831
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Hi,

meiner Meinung nach ist die "Umluft" zwar der richtige Weg, ist aber nur 
bedingt gehbar. Die Hauptteil der Erwärmung erfolgt beim Pizzaofen mit 
Quarz-/Infrarotstrahlern durch die direkte Wärmestrahlung von den 
Elementen. Die Wärme der Luft trägt zur Schmelztemperatur dazu eher 
weniger bei. Was gegen fehlende Homegenität hilft sind Bleche die die 
direkte Infrarot-/Wärmestrahlung schirmen. Das kann man gut in den 
Pizzaofen einbauen. Leider wirst du dann feststellen, dass du gleich 
einige kW mehr Heizleistung brauchst um das geforderte Temperaturprofil 
zu fahren. Dafür hast du dann eine gute Homogenität und es wird auch die 
Luft "richtige" warm. Bei der direkten Infrarotstrahlung wird ja z.B. 
das IC selbst heiß (also das Gehäuse / Molding Compound weil meist 
schwarz) und die IC beinchen reflektieren die Infrarotstrahlung anstatt 
sie zu absorbieren und warm zu werden. Darum wird dir das IC-Gehäuse 
selbst sehr heiß (was eigentlich unerwünscht ist) aber die Pin (wo die 
Hitze hin soll) bleiben eher "kalt". Darum ist warme Luft gut aber 
schwer her zu bekommen. Darum setzt man in der Industrie gerne auf die 
Dampfphase, da braucht man nicht so exorbitante Leistungen um die 
Umgebung der Platine (Galden) warm zu bekommen. Das Galden ersetzt die 
Luft und ist einfacher zu erwärmen als Luft.

Die T-962 leiden an dem selben Problem. Das Heizelement ist zu klein und 
zu nah dran an der Platine. Größere Distanz verringert natürlich auch 
den Anteil der direkt wirkenden Infrarotstrahlung.
Gast #5552003
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es gibt hier mehrere Threads zu dem T962, der hier ist alt aber 
interessant:
Beitrag "Reflow Ofen T-962 - Erfahrungsbericht"
Ich wollte den auch schon mal kaufen, aber als ich gelesen habe was man 
alles umbauen sollte damit der halbwegs brauchbar wird habe ich es 
gelassen, das ist zuviel Arbeit für ein 'Fertiggerät'. Dann lieber 
komplett selber bauen. Für die Heizung hatte ich mal solche Element 
vorgemerkt:
https://de.rs-online.com/web/c/automation/regeltechnik-und-prozessheizungen/quarz-heizelemente/?searchTerm=quarzstrahler
#5552185
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Johannes S. schrieb:
...
> Dann lieber komplett selber bauen. Für die Heizung hatte ich mal solche
> Elemente vorgemerkt:
> 
https://de.rs-online.com/web/c/automation/regeltechnik-und-prozessheizungen/quarz-heizelemente/?searchTerm=quarzstrahler

Wenn du in der Gestaltung noch frei bist (und du gewerblich bestellen 
kannst), könnte hier auch was dabei sein:
 https://www.gastroteileshop.de/elektrokomponenten/heizkoerper/quarzheizkoerper/

Arno
Gast #5552209
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Hi,

ich würde für Prototypen die mehr als Bastelei sind sehr zu einem 
Dampfphasenlötofen raten.
Da muss man sich keine Gedanken mehr um thermische Masse, 
IR-Emmissionskoeffizient oder Oxidation machen. Selbst ganz feine 
Lötpasten vom Typ 4/5 sind kein Problem. Und die Betriebskosten halten 
sich auch in Grenzen. Wir haben jetzt seit 6 Jahre noch keine 5kg Galden 
verbraucht und benutzen den Ofen im Durchschnitt ~4 mal pro Wochen.
Ich weiß nicht ob es mittlerweile sehr günstige Modelle für Bastler gibt 
- wenn nicht wäre das IMO eine echte Marktlücke. Unser Gerät war schon 
vierstellig aber wenn man das gegen die gesparte Arbeitszeit beim 
Fehlersuchen von Lötfehlern und defekten Bauteilen etc. gegenrechnet 
lohnt sich das auch wieder ganz schnell.

Viele Grüße,
 Martin Labs
Gast #5552307
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Arno H. schrieb:
> Wenn du in der Gestaltung noch frei bist

ja, bin ich, das ist erstmal nur eine von vielen Ideen... Auch ein guter 
Tipp, aber die RS Module gefallen mir etwas besser weil von den vielen 
Heizelementen eine gleichmässige Strahlung ausgeht. Aus den Stäben vom 
Gastroshop müsste man das teurer zusammenbauen.

Martin L. schrieb:
> ich würde für Prototypen die mehr als Bastelei sind sehr zu einem
> Dampfphasenlötofen raten.

Auch dazu gibt es hier im Forum einen älteren langen Thread. Hört sich 
auch spannend an, soll ja sogar mit gempimpter Friteuse gehen. Zur Zeit 
reicht mir für meine kleinen Platinen der Pizzaofen, vielleicht ziehe 
ich nächstes Jahr mit der Chemie in den Keller und da wäre Platz für 
Galden Experimente.

> Wir haben jetzt seit 6 Jahre noch keine 5kg Galden
> verbraucht

5 kg kosten aber schon eine Kleinigkeit. Wie sieht es mit der 
Bezugsmöglichkeit für Privatpersonen aus? Hier muss man ja bald schon 
zum Essig kaufen einen Perso vorlegen.
Persönliche Seite #5552338
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Letzendlich musst du dein Budget wenigstens grob eingrenzen. Der Umbau 
des T-962 ist nicht so wild, ich war an einem Bastelabend fertig. Für 
bleihaltiges Lot bin ich ganz zufrieden, bleifreies war bei mir immer 
ein Desaster. Wenn du also nur gelegentlich Prototypen aufbauen oder 
privat basteln willst, ist das Geld gar nicht so schlecht angelegt.

Wenn du Geld mit dem Ofen verdienen musst, investieren entweder einen 
vierstelligen Betrag (Dampfphase ist tatsächlich klasse, aber auch ein 
vernünftiger Reflow-Ofen hilft enorm) oder lege dich lange geduldig bei 
eBay auf die Lauer. In der Bucht gibt es z.B. gerade die Nummer 
312232022652 - ob der tatsächlich defekt ist, musst du den Verkäufer 
fragen.

N.B.: Ich habe mit der Auktion oder dem Verkäufer nichts zu tun.

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