Hallo,
ich habe jetzt die grundlegenden Lötbrücken einer Lochrasterplatine nun
gelegt.
Allerdings habe ich nun das Problem, wie ich denn die sich kreuzenden
Bahnen verkabel.
Ich habe hier Kupferlackdraht mit 0.7mm, aber da isoliert der Lack
selbst nach dem Löten noch, weshalb ich den nicht für löttauglich halte.
Ansonsten habe ich noch kurze, aber relativ dicke (mit Isolierung ca.
1.1mm) und steife Drähte mit Kunststoffisolierung. Mein Problem bei
denen ist eben die Dicke und die Isolierung, die dann gerne auch einmal
mitabkokelt.
Zuletzt habe ich noch Litze da, die sich von den Eigenschaften her wohl
am Besten eignen würde. Dabei habe ich aber eben das Problem, dass Litze
sich ja eigentlich nicht wirklich zum Löten eignet, weil die schlicht
und ergreifend das ganze Lötzinn aufsaugt.
Zunächst hatte ich ja vor, den Kupferdraht zu nehmen, aber dann musste
ich eben feststellen, dass, entgegen meiner Erwartungen, nicht der Lack
wegschmolz.
Was von den drei Möglichkeiten würdet ihr mir denn nun empfehlen (auch
für künftige Platinen) oder etwas komplett anderes?
Danke!
loetfuchs schrieb:> Dabei habe ich aber eben das Problem, dass Litze> sich ja eigentlich nicht wirklich zum Löten eignet, weil die schlicht> und ergreifend das ganze Lötzinn aufsaugt.
Lerne löten, ich habe mit Litze kein Problem.
Ansonsten eben steife Drähte und Schlauch drüber.
loetfuchs schrieb:> Allerdings habe ich nun das Problem, wie ich denn die sich kreuzenden> Bahnen verkabel.
Als Brücke auf der Bauteileseite, bestehend aus abgeknipsten
Widerstandsdrahtenden oder extra gekauftem verzinntem Kupferdraht, so
0.6 mm Durchmesser.
https://www.amazon.de/Conrad-Electronic-KUPFERDRAHT-VERZINNT-100/dp/B00D5T01SY
(Ach, Conrad hat's mal wieder nicht)
Auf der UNTERSEITE leget man eigentlich keine Brücken (mit isoliertem
Kabel), die versperren einem den Zugang zu den Leitungen dadrunter.
Kupferlackdraht nutzt man nicht, weil das abisolieren nervt, dein
starrer isolierter Draht kann gehen wenn man die Isolierung (komplett,
nicht nur an den Enden die man durch die Platine steckt, obwohl man sich
den Aufwand natürlich auch machen könnte) abmacht, Litze nimmt man
nicht.
schlauhans schrieb:> Manfred schrieb:>> Lerne löten,>> lerne doch selber löten, schau mal die lötstellen an !!
Wenn man das obere drittel vernachlässigt würde ich sagen ganz passable
Arbeit von Manfred!
Aber schlauhans zeig uns doch mal ein Foto von deiner letzten
Lochrasterarbeit ;-)
loetfuchs schrieb:> habe ich ... das Problem, wie ich denn die sich kreuzenden> Bahnen verkabel.
Mit isolierten Leitern deiner Wahl. Draht oder Litze, egal.
> Ich habe hier Kupferlackdraht mit 0.7mm, aber da isoliert der Lack> selbst nach dem Löten noch, weshalb ich den nicht für löttauglich halte.
Normaler Kupferlackdrahtlack soll sich bei den Temperaturen an der
Lötkolbenspitze gar nicht auflösen. Aber man kann den Lack auch gezielt
abisolieren. Dafür gibt es so Lackabkratzer (Lack-Abziehpinzette IIRC)
oder man nimmt eine offene Spiritusflamme oder man dreht die
Lötkolbentemperatur höher. Oder du kaufst gezielt lötfähigen
Kupferlackdraht. 0.7mm ist ohnehin etwas dick.
> Ansonsten habe ich noch kurze, aber relativ dicke (mit Isolierung ca.> 1.1mm) und steife Drähte mit Kunststoffisolierung.
Würde auch gehen.
> Mein Problem bei denen ist eben die Dicke und die Isolierung, die> dann gerne auch einmal mitabkokelt.
Verstehe ich nicht, was du damit meinst. Thermoplastische Isolation hat
den netten Effekt, daß man nicht extra abisolieren muß. Einfach den
Draht auf Länge schneiden und das Ende im 90° Winkel auf die gut
verzinnte Lötspitze setzen. Dann zieht sich die Isolation 1-2mm zurück
und das Drahtende ist verzinnt (geht noch besser im Zinnbad). Dann
verlöten. Daß die Enden der Isolation dann etwas gebraten aussehen, ist
kein Beinbruch.
> Zuletzt habe ich noch Litze da, die sich von den Eigenschaften her wohl> am Besten eignen würde. Dabei habe ich aber eben das Problem, dass Litze> sich ja eigentlich nicht wirklich zum Löten eignet, weil die schlicht> und ergreifend das ganze Lötzinn aufsaugt.
Wie kommst du auf den Trichter? An den Enden muß die Litze verzinnt
sein, wenn man anständigen Kontakt haben will. Aber mehr als ein paar mm
saugen sich innerhalb der Isolation nicht mehr voll. Und selbst wenn -
die Litze liegt doch fest auf der Platine. Wäre auch egal.
Man nimmt nur deswegen eher Draht als Litze, weil Litze teurer ist und
sich etwas schlechter verarbeitet.
Kupferlackdraht (lötbarer) geht nur, wenn man ihn zurechtbiegt und die
Enden nach vorübergehendem Entfernen separat vorverzinnt. Damit sind
dann auch Leitungskreuzungen möglich.
Zum Vorverzinnen muß die Lötkolbentemperatur aber mindestens 350 °C
betragen, sonst zersetzt sich der Lack nicht!
(Ich gehe immer auf 400 °C bzw. verwende daneben einen alten
ungeregelten Ersa 150W, der ist noch heißer und auch ideal zum Auslöten
von Eloks auf Mainboards geeignet).
Nebenbei: moderne HF-Litze mit lötbarer Isolierung ist ein wahrer Segen!
Gruß - Werner
schlauhans schrieb:> Manfred schrieb:>> Lerne löten,>> lerne doch selber löten, schau mal die lötstellen an !!Ihr Pedanten, Lochraster ist Anarchie! :)
Hui, ganz so anarchistisch muss es ja nicht sein (wobei - wenn's
funktioniert... und eine künstlerische Note hat's auch!).
Aber für solchen Kleinkram nehme ich auch Lötraster in
Zinnwurst-Verbindungstechnik, mit etwas Übung werden die Würste schöner,
aber sooo schlecht sind die vom OP doch gar nicht!
Ansonsten kann ich nur Michael (laberkopp) zustimmen - Brücken sind
Bauteile und kommen bei mir daher normalerweise auf die Oberseite, meist
bestehen sie aus isoliertem, verzinntem Kuperdraht. Wenn Isolierung
nicht nötig ist, dann geht auch verzinnter Kupferdraht oder auch der
versilberte aus dem Bastelladen.
loetfuchs schrieb:> Was von den drei Möglichkeiten würdet ihr mir denn nun empfehlen (auch> für künftige Platinen) oder etwas komplett anderes?
Wenn du`s schön haben möchtest, mach`s fliegend.
Hierzu ein sehr schönes Projekt (nicht von mir)
http://techno-logic-art.com/clock.htm
loetfuchs schrieb:> Hallo,> ich habe jetzt die grundlegenden Lötbrücken einer Lochrasterplatine nun> gelegt.> Allerdings habe ich nun das Problem, wie ich denn die sich kreuzenden> Bahnen verkabel.
Einfach Kupferlitze benutzen:
https://www.reichelt.de/index.html?ACTION=446&LA=446&q=kupferlitze
Brücken verlege ich normalerweise auf der Bauteilseite.
> Ich habe hier Kupferlackdraht mit 0.7mm, aber da isoliert der Lack> selbst nach dem Löten noch, weshalb ich den nicht für löttauglich halte.
Ich kratze bei meinem Kupferlackdraht den Draht mit einer simplen
Abisolierzange ab. Wenn sich das Ende nicht anstandslos verlöten lässt,
ist die Beschichtung nicht vollständig herunter.
Das Lot läuft dann mit Abstand um das Kabelende herum.
> Ansonsten habe ich noch kurze, aber relativ dicke (mit Isolierung ca.> 1.1mm) und steife Drähte mit Kunststoffisolierung. Mein Problem bei> denen ist eben die Dicke und die Isolierung, die dann gerne auch einmal> mitabkokelt.
Brauchst Du solche Durchmesser (oben 0,7mm bzw. 1,1mm) wirklich?
> Zuletzt habe ich noch Litze da, die sich von den Eigenschaften her wohl> am Besten eignen würde. Dabei habe ich aber eben das Problem, dass Litze> sich ja eigentlich nicht wirklich zum Löten eignet, weil die schlicht> und ergreifend das ganze Lötzinn aufsaugt.
Meinst Du Entlötsauglitze?
Standardlitze in 0,14 mit Isolierung lässt sich bei mir ohne Probleme
verlöten.
> Zunächst hatte ich ja vor, den Kupferdraht zu nehmen, aber dann musste> ich eben feststellen, dass, entgegen meiner Erwartungen, nicht der Lack> wegschmolz.> Was von den drei Möglichkeiten würdet ihr mir denn nun empfehlen (auch> für künftige Platinen) oder etwas komplett anderes?
Probiere mal zum Vergleich zur Lochrasterplatine Streifenrasterplatinen
aus. Mit einem Dremel oder ähnlich trennst Du schnell Leiterbahnen auf,
wenn nötig.
Auf dem angehängten Foto siehst Du alle drei Varianten: Isolierte
Kupferlitze, wie die verlinkte von Reichelt, Kupferdraht (lackisoliert)
und normale Drahtbrücken aus Bauteilresten.
Danke euch für die vielen Antworten.
Drahtbrücken an der Oberfläche sind leider nicht möglich, da dabei zu
viele Bauteile (z.B. ein 28-Pin Sockel) im Weg sind.
Den Lack derart oft abzuschaben halte ich für zu aufwendig.
Ich werde jetzt wohl einmal solchen Wrap-Wrap-Draht bestellen, es aber
für diese Platine noch einmal mit Litze ausprobieren.