Hi,
von meiner Ausbildung kenne ich solch grünen Draht, dessen Isolierung
beim Löten schmilzt, zum Verdrahten von Platinen. Inoffizieller Name:
Pfusch-Draht.
Wird dieser noch verwendet und gibt's dafür einen offiziellen Namen?
Domenik schrieb:> von meiner Ausbildung kenne ich solch grünen Draht, dessen Isolierung> beim Löten schmilzt, zum Verdrahten von Platinen. Inoffizieller Name:> Pfusch-Draht.
Ich bin auch nicht mehr der jüngste, aber den Begriff „Pfusch-Draht“
habe ich noch nie gehört.
Ich kenne Fädeldraht, aber ob du den meinst??
Domenik schrieb:> Pfusch-Draht
Muss ich mir merken, guter und verdienter Name für sowas!
Jetzt brauchen wir nur noch einen Namen für die ach so beliebten
Steckbretter.
Genau! Fädeldraht hatte ich auch im Kopf, nur da findet man alles
mögliche drunter bei Google. Deswegen war ich mir unsicher. Gibt’s auch
eine Offizielle englische Bezeichnung dafür?
"The UEW is polyurethane enameled copper wire, also called magnet wire,
used for small inductors and transformers."
Man muss aber aufpassen, da gibt es verschiedene Sorten. Man braucht
einen Lack, der schon bei moderaten Temperaturen schmilzt. Normales PUR
braucht da eher 400°C.
Sowas suche ich auch, denn meine Rolle "Pfuschdraht" (den Ausdruck
kannte ich auch nicht) geht wohl bald zur Neige. Den gabs in
verschiedenen Farben von der Fa. Gore und hieß M3001OFHC-195A. Leider
kann ich den nirgendwo mehr finden. Das Isoliermaterial ist farbiger
Kunststoff, der beim Erhitzen mit dem Lötkolben schmilzt. Die Lötspitze
wird aber nicht davon angegriffen. Meine Rolle trägt das
handschriftliche Produktionsdatum 18.5.1990!
Weiss jemand, was das war und obs den noch gibt? Bei Gore findet man
nichts mehr.
Wire-wrap soll ohne Abisolieren an den scharfen Kanten der quadratischen
Stifte die Isolation aufschlitzen und das Kupfer quasi kaltverschweißen.
Wir haben hier noch grünen Draht der mit transparentem Heißkleber
überzogen ist. Dazu einen Lötkloben mit dem man den Draht nach dem
Einlöten auf die Platine kleben soll. Wenn man stattdessen einen
Heißluftlötkolben nimmt, wird das sogar ganz ordentlich.
https://www.globaco.de/produkte/thermowire/
so heißt der
Jörg R. schrieb:> Ich bin mir nicht sicher ob die Isolierung durch einen Lötkolben> wegschmilzt.
Kommt drauf an, was der Hersteller da genau verwendet hat. Normal aber
schon, hab aber nie was damit gelötet.... War vielleicht ein
Fehler?!-|
Christoph db1uq K. schrieb:> Wire-wrap soll ohne Abisolieren an den scharfen Kanten der quadratischen> Stifte die Isolation aufschlitzen und das Kupfer quasi kaltverschweißen.
Doch, da wird automatisch (Werkzeug) abisoliert. Hasste/musste mit
billig Schei.. (Draht) arbeiten, hats dir den Draht gleich mit
durchgeschnitten/abgerissen. Da kommt Fun auf....
Wirewrap-Draht hat(te) normalerweise Teflon-Isolierung und das blieb
fest bei einem Lötversuch. Meinen habe ich mittlerweilen entsorgt, denn
der war innen versilbert und anscheinend ist das Silberfluorid, das mit
der Zeit gewachsen ist, nicht mit den üblichen Flussmitteln zu
entfernen.
Domenik schrieb:> Gibt’s auch> eine Offizielle englische Bezeichnung dafür?
Eventuell "Verowire"
https://www.instructables.com/id/PCB-Prototyping-With-Verowire/
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When a more permanent circuit is required it is common to use
strip-board which is a single or double-sided PCB with perforated tracks
pre-installed. By bridging and cutting the tracks it is possible to
create boards of some complexity. This board is generically known as
"Vero board" named after the originator of the system described in this
instructable.
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Hallo zusammen
> Meinst du vielleicht Wire Wrap Draht?
Das ist etwas ganz anderes.
Eigentlich braucht man dafür keinen! Lötkolben.
So, wie Christoph das beschreibt, kenne ich das nicht.
Für den Handbetrieb habe ich einen speziellen Fädelstift.
Dieser bietet erstmal die Möglichkeit, den Draht abzuisolieren.
Dieser abisolierte Draht wird dann an entspr. Stelle in den Stift
eingefädelt. Dieser Stift wird mit dem entspr. Loch über einen Pin
einer Wire Wrap IC Fassung gestülpt und aufgedreht. Der Draht wickelt
sich um den Pin mit seinen scharfen Ecken. Ein Durchdringen der
Isolierung ist also nicht! erforderlich.
Es hört sich alles viel schlimmer an als es ist. Es zu beschreiben
dauert länger als es zu machen.
Man braucht den Stift, den besonderen Wire-Wrap Draht und die
entsprechenden IC-Fassungen.
Den Stift gab (gibt?) es auch in Form einer Pistole, damit es
schneller geht.
Das war mal vor mehr als 30 Jahren eine einfache Form des
Prototypings. Den Wire Wrap Draht kann man heute noch im Net
ohne Ende kaufen. Das ist eben auch dünner Volldraht, den man im
Gegensatz zu den Lackisolierten abisolieren muss.
73
Wilhelm
Die deutsche Bezeichnung dafür ist einfach nur grüner Schaltdraht
(Englisch hock-up wire). Grün, damit es auf der Platine weniger
auffällt. Spezielle englische Bezeichnungen sind "green wire"(machmal
kann die Welt so einfach sein :)) oder "Kynar wire".
Kynar ist eigentlich ein Markenname für Polyvinylidenfluorid (PVDF).
Damit ist der Draht isoliert. Ursprünglich wurde er für Wire-Wrapping
verwendet. Den hatte man halt da wenn eine Platine repariert werden
muss.
Typisch ist 30 AWG (ca. 0,5 mm Aussen-Ø, 0,25mm Leiter-Ø) bis ca. 24
AWG. Entweder mit der traditionellen PVDF (Schmelzpunkt ca. 177 Grad)
Isolierung oder was der Händler gerade da hat. Leider ist vieles was
heute als Kynar Wire, Wire-Wrap Wire o.ä. angeboten wird mit PVC
isoliert. Das schmilz auch schnell aber es entstehen Gifte. PVDF soll da
besser sein.
Wilhelm S. schrieb:> Für den Handbetrieb habe ich einen speziellen Fädelstift.> Dieser bietet erstmal die Möglichkeit, den Draht abzuisolieren.> Dieser abisolierte Draht wird dann an entspr. Stelle in den Stift> eingefädelt.
Mach das mal OHNE vorher ab zu isolieren und staune!
....
Oder hast du da wirklich was krudes?
Helmut -. schrieb:> Sowas suche ich auch, denn meine Rolle "Pfuschdraht" (den Ausdruck> kannte ich auch nicht) geht wohl bald zur Neige. Den gabs in> verschiedenen Farben von der Fa. Gore und hieß M3001OFHC-195A. Leider> kann ich den nirgendwo mehr finden. Das Isoliermaterial ist farbiger> Kunststoff, der beim Erhitzen mit dem Lötkolben schmilzt. Die Lötspitze> wird aber nicht davon angegriffen. Meine Rolle trägt das> handschriftliche Produktionsdatum 18.5.1990!> Weiss jemand, was das war und obs den noch gibt? Bei Gore findet man> nichts mehr.
Also ich bin mit dem hier ganz zufrieden:
https://www.voelkner.de/products/116080/Mayerhofer-Modellbau-40513-Kupferlackdraht-1-x-0.15mm-Blau.html
Gibts auch in anderen Farben zum auseinander halten auf der Platine.
Domenik schrieb:> von meiner Ausbildung kenne ich solch grünen Draht, dessen Isolierung> beim Löten schmilzt, zum Verdrahten von Platinen. Inoffizieller Name:> Pfusch-Draht.
Vielleicht war das ja WireWrapDraht. Wobei "Pfusch" da völlig falsch
war, da WireWrap-Verbindungen zuverlässiger als Löten sind.
AWG schrieb:> Wobei Fädeldraht ja nur die dünne Version von Lackdraht ist.
Nicht nur dünner, sondern der Lack ist auch deutlich
temperaturempfindlicher, damit man ihn ohne Stress verlöten kann.
Harald W. schrieb:> da WireWrap-Verbindungen zuverlässiger als Löten sind.
Nich wirklich. Sollten sie, könne sie auch, ist aber leider nicht immer
so. Abhilfe wenns nach Jahren hackt, viel Flux und verlöten.
Mw E. schrieb:> https://www.voelkner.de/products/116080/Mayerhofer-Modellbau-40513-Kupferlackdraht-1-x-0.15mm-Blau.html> Gibts auch in anderen Farben zum auseinander halten auf der Platine.
Bei farbigem Lackdraht fällt mir regelmäßig auf daß selbst bei Draht vom
selben Hersteller und Typ die Farbe der Lackschicht den Unterschied
macht zwischen gut und schlecht zu löten. Momentan hab ich hier ne
kleine Rolle violetten Draht (auf kleinen Nähmaschinenröllchen von
Singer geliefert) der geht außerordentlich gut. Der selbe Artikel in
anderen Farben bestellt braucht teilweise höhere Temperaturen oder
brennt schlechter weg.
Der hier ist das glaub ich:
https://de.farnell.com/pro-power/rrw-v-105-pk-4/einzelader-34m-1-0-19mm-kupfer/dp/148731?MER=sy-me-pd-mi-alte
Obwohl dort steht man braucht 400°C-480°C brennt die Isolierung mit
einem Lötkolben der auf 350°C steht (teure JVC-Station) in
Sekundenschnelle weg wie nichts, der lötet sich super-einfach. Andere
Farben gehen teils viel schlechter. Von nem anderen Hersteller hab ich
roten Lackdraht, genauso dünn, quasi unmöglich zu verarbeiten und
kupferfarbenen der geht einwahdfrei.
Interessant!
Da ich mehrere Farben von dem verlinkten Fädeldraht habe kann ich das ja
mal testen.
Aber erstmal ist Bugsuche in meinem MIPS Emulator angesagt.
Helmut -. schrieb:> Wirewrap-Draht hat(te) normalerweise Teflon-Isolierung
Ich kenne AWG30 Wrap-Draht mit Kynar-Isolierung, Schmelzpunkt 175°C.
Mit dem geht es gut.
A. K. schrieb:> Ich kenne AWG30 Wrap-Draht mit Kynar-Isolierung, Schmelzpunkt 175°C.> Mit dem geht es gut.
Das klingt logisch. Normaler PUR-Lackdraht ist das nicht.
Hab grad in einem anderen Forum eine entsprechende Anfrage gefunden
(http://www.edaboard.de/faedeldraht-t20029.html). Dort wird auch auf
Kynardraht verwiesen. Nun hab ich mal ein paar Meter zum Testen
bestellt. Schaun mer mal, wie der alte Franz zu sagen pflegte.
Für die seltenen Fälle, wo ich sowas brauchte, habe ich irgendwelchen
PU-Draht von einer Spule/Relais genommen.
Ich habe so einen Stift geerbt, leider war der Draht darin sehr schlecht
lötbar.
Habe mir dann die Spule mit irgendwelchen PU-Draht per Hand
aufgewickelt.
Geld würde ich für sowas nicht ausgeben.
Ich nehm immer die Litzen von kleinen Motoren, die Wicklungen sind dort
ja auch isoliert. Das letzte mal musste ein alter Videorekorder dran
glauben.
Ansonsten Fädeldraht gibt's ja eh in allen Ausführungen/Stärken.
Ich benutze immer "RoadRunner Wire"
Bekommt man via Farnell, ordercode 5017233 (jetzt 116 im stock),
artikelnr RRP-A-105, 0.15mm diameter
http://www.farnell.com/datasheets/2620916.pdf
4 verschiedene Farben, ich soldiere bei 320 und fuer ab-isolierung
benutze ich 340+.
Warning : Toxic Vapour, also gut belueften
Funktioniert prima fuer meine anwendungen
Patrick
Wilhelm S. schrieb:>> Mach das mal OHNE vorher ab zu isolieren und staune!>> Wenn es denn möglich wäre, es geht nicht! Loch zu klein.> Da gibt es nichts zu staunen.> ....>> Oder hast du da wirklich was krudes?>> Ich denke mal nicht.
OK, mein Wehrzeug kostete einen Hunderter mehr. Ob das bei meinem
Handzwirbler auch so vorgesehen war, weiß ich garnicht, funktioniert
hats aber.
(Abbildung nur ein zB. Was ich genau hatte KA, zu lang her)
Ich arbeite für Korrekturverbindungen gerne mit Teflon-Wrapdraht:
abschneiden und das Ende kurz an die Lötspitze halten zum Verzinnen,
dabei zieht sich das Teflon ca. 1 mm zurück und kann dann perfekt
gelötet werden. Andererseits ist die Isolation unempfindlich, wenn man
mal im Kabel-Gestrüpp der Bastelmuster mit dem Lötkolben abrutscht.
Siehe auch:
http://www.eps.mcgill.ca/jargon/html/entry/purple-wire.html
Hallo zusammen, hallo Martin.
> ..zieht sich das Teflon ca. 1 mm zurück und kann dann perfekt> gelötet werden.
Das war ein heisser Tip: sofort probiert, geht prima.
Gerade nachgesehen:
Meine angebrochene Rolle Draht hat noch den Aufkleber von
Bürklin 91F5006; gibt es heute noch. Ich weiss nicht, wie alt
meine Rolle ist.
73
Wilhelm
In Verbindung mit den nachträglich gezogenen Leitungen auf Platinen habe
ich öfter den Begriff "Hay-Wire" gehört. Dieser dünne Draht ist Teflon
isoliert und wird mit klaren Klebepunkten auf dem Weg zwischen den
Lötstellen befestigt. Das ist möglicherweise im englischen auch nur so
ein dort intern üblicher Begriff der Entwickler.
Wire-Wrap war früher ein verbreitetes System zum Erstellen von
Prototypen in der TTL Technik.
Aber was und wofür sucht Domenik diesen sog. "Pfusch-Draht" oder soll
nur prinzipiell die offizielle Bezeichnung und der Typ gefunden werden.