Ersatz für einen 2SD427 Transistor

OP #4238684
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Hallo zusammen

Ich fasse mich kurz. Ich repariere gerade einen Yamaha Receiver CR-820. 
Der (/ein) Fehler ist wohl der defekte Transistor 2SD427. Ich bin noch 
nicht so erfahren beim Reparieren von elektronischen Geräten, darum 
meine Frage:

Zum einen habe ich über die Seite www.elparadise.com einen Ersatz 
gesucht und 3 Möglichkeiten bekommen (BDY74, 2N4348, KT808A), zum 
anderen habe ich bei www.distrelec.ch die wichtigsten Werte eingegeben 
und auch ein paar geeignete gefunden (BDX67C, MJ11032G, MJ11016G, 
NTE2349). Jetzt weiss ich aber nicht, wofür ich mich entscheiden sollte, 
denn die ersten drei erwähnten finde ich nicht so auf die schnelle in 
einem Shop. Worauf muss ich denn noch achten? Was würdet ihr tun?

MfG
Moderator Persönliche Seite #4238717
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Ist das ein Transistor in einer NF-Endstufe?  Dann gibt es vermutlich
noch einen zweiten (entweder gleichen Typs oder komplementärer PNP-Typ).
Zu diesem sollte der neue Transistor einigermaßen paarig sein (also in
etwa gleiche Stromverstärkung bei gleichem Kollektorstrom), das wäre
wichtiger als die übrigen Daten, die mir ansonsten eher typisch für
solche NF-PA-Transistoren von vor ca. 40 Jahren aussehen.

Ggf. ist es sinnvoll, dann gleich beide zu wechseln.

Allzu moderne Typen können durchaus gar nicht so gut sein.  Wenn sie
beispielsweise eine viel höhere Grenzfrequenz haben als die damaligen
(der ist ja mit 7 MHz angegeben), könnte es dann Schwingneigung geben.

Je nach Schaltung könnte da durchaus auch einer der „klassischen“
2N3055 als Ersatz passen.

> Was würdet ihr tun?

Ich würde irgendwas ähnlich altes aus der Mottenkiste auskramen. ;-)
Gast #4238729
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Der KT808 passt wegen dem Gehäuse nicht.
An welcher Stelle ist er? In der Endstufe muß die Stromverstärkung zum 
Gegenstück passen.
Aus china kriegst du den für weniger als 15 EUR. inkl. Versand.
Bei Reichelt gibt es den 2N3442 für weniger als 1 EUR.
Der sollte auch passen.
OP #4239393
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Danke für die vielen Antworten!

Keine Darlinton, ok.

Ja, es ist eine NF-Endstufe. Und ja, es gibt einen dazugehörigen PNP 
Typ, insgesammt sind es 4 Stück (zwei NPN und zwei PNP). Ich werde die 
wohl schlussendlich alle wechseln, um "Paarigkeit" zu erhalten ^^

Wenn ich dann alle auswechsle, muss ich weniger auf die maximal-Werte 
achten? Ich meine, kann ich rein theoretisch einen völlig 
überqualifizierten Ersatz einbauen?
Und wegen der Transitfrequenz... Ich gehe davon aus, dass der Transistor 
mindestens eine Frequenz von 20kHz bis 30kHz schaffen muss, aber bei fT 
ist die Verstärkung null, da sollte man doch schon ein wenig Spielraum 
haben, keine Ahnung wie viel. (Stichwort Grenzfrequenz)

Ich hab mir mal die 3 von euch vorgeschlagenen Transistoren angesehen.
2N3055G - hat meiner Meinung nach ein zu geringe CE Spannung.
MJ15003G und 2N3442G würden beide gut gehen, der 2N3442G ist günstiger, 
hat aber eine Transitfrequenz von 80kHz, reicht das?
Moderator Persönliche Seite #4239458
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Gerry S. schrieb:

> Wenn ich dann alle auswechsle, muss ich weniger auf die maximal-Werte
> achten? Ich meine, kann ich rein theoretisch einen völlig
> überqualifizierten Ersatz einbauen?

An sich schon.

> Und wegen der Transitfrequenz... Ich gehe davon aus, dass der Transistor
> mindestens eine Frequenz von 20kHz bis 30kHz schaffen muss, aber bei fT
> ist die Verstärkung null,

eins

> da sollte man doch schon ein wenig Spielraum
> haben, keine Ahnung wie viel. (Stichwort Grenzfrequenz)

Ja, Spielraum, ein paar MHz, aber eben möglichst nicht 100 MHz.

> Ich hab mir mal die 3 von euch vorgeschlagenen Transistoren angesehen.
> 2N3055G - hat meiner Meinung nach ein zu geringe CE Spannung.

Brauchst du denn die maximale CE-Spannung überhaupt?  Wenn der
Verstärker nur mit 50 oder 60 V betrieben wird, muss es nicht
unbedingt ein 120-V-Typ sein.

p.s.: Wichtig ist allerdings nicht nur die Durchbruchsspannung,
sondern auch die Einhaltung des SOAR-Bereichs.  Leider wirst du
wohl dazu bei den alten Transis kaum was finden.
OP #4239584
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Jörg W. schrieb:
> Brauchst du denn die maximale CE-Spannung überhaupt?  Wenn der
> Verstärker nur mit 50 oder 60 V betrieben wird, muss es nicht
> unbedingt ein 120-V-Typ sein.

Ich hänge mal ein Bild mit einem Auszug des Schemas an. Die Transistoren 
sind gelb markiert, den Spannungsbereich, mit dem die Transistoren 
arbeiten habe ich rot eingezeichnet. Mit fast 100V muss ich da schon 
rechnen.

Ich hab jetzt auch mal nach passenden PNPs gesucht und zum MJ15003G den 
MJ15004G gefunden.

Irgendwelche Einwände?
Angehängte Dateien:
Gast #4239616
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Wenn der PNP noch i.O. ist, würde ich den ausmessen und einen NPN mit 
etwa passender Stromverstärkung suchen.
Oder den NPN aus dem anderen Kanal ausmessen.
Wenn man sonst nicht gepaarte nehmen will, muß man ja auch ausmessen.
Und zwei fertige Paare werden sicher sehr teuer.
OP #4239624
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Ja, das hatte ich erst auch vor, aber sowohl hier als auch von meinem 
Chef habe ich den Tipp bekommen gleich beide bzw alle Transistoren 
auszutauschen.

Werner H. schrieb:

> Und warum nicht den Originalen verwenden?
> Hier für knapp 4€
> https://www.darisusgmbh.de/shop/advanced_search_re...

Ok, danke, seh mir das an. (Hatte bisher keinen Shop gefunden, der den 
noch verkauft.)
Gast #4239640
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Gerry S. schrieb:
> Ja, das hatte ich erst auch vor, aber sowohl hier als auch von meinem
> Chef habe ich den Tipp bekommen gleich beide bzw alle Transistoren
> auszutauschen.

Wenn es die Tippgeber bezahlen, bitte schön!
Ansonsten bist du mit etwa 30 EUR dabei.
ebay 331629541386
Aber was man da bekommt?
#4240136
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Hp M. schrieb:
> michael_ schrieb:
>> Aus china kriegst du den für weniger als 15 EUR. inkl. Versand
>
> Geht auch billiger:
> Ebay-Artikel Nr. 330593847267
>
> P.S.:
> Auch die Treibertransistoren prüfen!
> Manchmal sind die auch hinüber, und wenn du dann nur einfach neue
> Leistungstransistoren montierst, darfst du gleich neue bestellen.

Woher nimmst Du die Annahme, dass die keine Fakes sind?
Übrigens gilt, eher bei einem dt. Anbieter als einem chinesischen kaufen 
- weshalb wohl?

http://i.ebayimg.com/00/s/NzY4WDEwMjQ=/z/L1gAAOSwNSxU1frX/$_35.JPG
https://encrypted-tbn0.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQNtxlLm4OlM5u2Krptn_kA8pjcA3ophqHd_eUtDJf7HEJh14xD
Mal so als 'n paar Beispiele...
Gast #4240190
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> Ich bin noch nicht so erfahren beim Reparieren von elektronischen
> Geräten ...

Daher noch ein Tipp:
Bei solchen Gegentaktendstufen ist die Ruhestromeinstellung wichtig.

Dazu dienen die Einsteller VR702 (unten, bei den Transistor TR708/TR710, 
mit 5 kOhm ?) bzw. oben der korrespondierende VR 701 (?).

Wie gross soll also der Ruhestrom sein ?

Wenn nicht bekannt, dann zuerst an der noch funktionierenden Endstufe 
messen !

(Am besten über die Spannungen an den Emitterwiderständen der Endstufe.)

UNBEDINGT VOR Einschalten der reparierten Endstufe den betreffenden 
Einsteller auf Minimum einstellen !

Dann Einschalten.
Wenn alles klappt, vorsichtig den Einsteller aufdrehen, bis der 
gewünschte Strom fliesst.
Fertig.
Gast #4240197
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> UNBEDINGT VOR Einschalten der reparierten Endstufe den betreffenden
> Einsteller auf Minimum einstellen !

Missverständlich. =>

Der Schleifer muss zu Beginn den Bahnwiderstand komplett überbrücken,
sodass am Einsteller keine Spannung abfällt.

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