Hi
Ich plane, eine extrem helle Taschenlampe zu bauen. Etwas, das mal
vernünftig leuchtet, einigermaßen robust ist und 'ne ordentliche
Akkudauer besitzt, außerdem soll sie weiterhin tragbar bleiben (also
kein "Handstrahler" der Größe, Form und auch Gewicht einer mittelgroßen
Autobatterie hat).
Ich dachte da an eine Eigenkonstruktion einer LED-Lampe, aber keine aus
20 hellen Einzel-LEDs, sondern eben was kleineres ansehnliches helles.
Die Wahl des Leuchtmittels ist inzwischen gefallen - es wird eine OSRAM
OSTAR 1000 werden, die ~1000 Lumen Lichtleistung (entspricht 60 Watt
Halogenstrahler) bietet. Ich denke, ich werde das sogenannte
Coinlight-Modul benutzen, hier sind bereits Kabel an der LED, die LED
sitzt auf einem Kühlkörper und hat auch schon eine (bündelnde) Optik.
Als Stromversorgung wollte ich 6 LiPo oder LiIon Zellen benutzen, die
Ladetechnik dafür habe ich hier und auch die Erfahrung.
Für die Steuerung habe ich vor, einen ATMEGA8 zu benutzen, mit dem ich
dann Helligkeit u.ä. regeln kann und die Spannung des Akkus überwache.
So, jetzt zu meinen noch offenen Problemen:
- Welches Gehäuse? Ich dachte an eine Maglight D, entweder 3D oder 4D.
Hat die jemand und kann mir einen Gefallen tun? Ich bräuchte die
Innenmaße des Akkufachs. Den Durchmesser auf 1mm genau und die Tiefe des
Fachs.
- Hat jemand Erfahrung mit der OSTAR/dem Coinlight? Muss ich irgendwas
beachten? Habe noch nie mit High-Power-LEDs gearbeitet. Wie sieht das
aus mit einem extra Vorwiderstand? Und welche Form (PWM?) muss das
Signal an dem weißen Kabel (Dimmeranschluss) des Coinlights haben? Oder
sollte man lieber selbst an der Stromversorgung dimmen? Muss ich sonst
was beachten?
Gruß Tobias
> Ich dachte da an eine Eigenkonstruktion einer LED-Lampe, aber keine aus> 20 hellen Einzel-LEDs, sondern eben was kleineres ansehnliches helles.
Blafasel...lies erstmal ein paar Datenblaetter zu LEDs.
Selbst eine einzelne LED ist bereits hell genug das man da nicht mehr
reinkucken moechte. Allerdings benutzt man Taschenlampen nicht zum
reinkucken sondern um etwas zu beleuchten. Und um einen Raum so zu
beleuchten wie dies eine 60W Gluehbirne kann brauchst du sehr viele
LEDs.
> Für die Steuerung habe ich vor, einen ATMEGA8 zu benutzen, mit dem ich> dann Helligkeit u.ä. regeln kann und die Spannung des Akkus überwache.
Warum unoetig kompliziert und langsam? Bei mir macht das ein MC34063 und
ein Operationsverstaerker und ich glaub der Stromregler ist besser als
das was du mit dem Mega8 bauen koenntest. Und man muss auch nicht
jedesmal eine
neue LED kaufen wenn der Microprozessor mal abstuertzt.
> - Hat jemand Erfahrung mit der OSTAR/dem Coinlight? Muss ich irgendwas> beachten?
Die LEDs werden heiss wenn sie mit Nennleistung betrieben werden.
> Habe noch nie mit High-Power-LEDs gearbeitet
Das hab ich mir schon gedacht.
> Wie sieht das aus mit einem extra Vorwiderstand?
Unnoetig da du ja wohl einen Stromregler bauen willst und keinen
Spannungsregler.
Olaf
Also wenn die wirklich 1000 Lumen macht, dann ist die so hell, wie eine
50 Watt Halogenlampe. Halogen macht ungefähr 20 Lumen pro Watt.
Stromregler würde ich auch besser mit einem Spezialchip machen, anstatt
mit einem Mikrocontroller. Also irgendein Schaltregler. Denn wenn man
den kleinsten Fehler im Programm hat oder der Prozessor abstürzt,
knallst du dir die LED kaputt.
Hallo,
nur am Rande: mein Problem mit LED-Taschenlampen ist, daß die mir bisher
begegneten praktisch ziemlich unbrauchbar sind.
Es ist zwar beeindruckend, die Wolken in 200m Höhe erkennbar anleuchten
zu können, es ist aber sehr nervend, auf einem dunklen Zeltplatz jede
Leine suchen zu müssen, weil es kaum Streulicht gibt...
Mit einer 0815-Taschenlampe ist der Weg vor mir zwar weit weniger hell,
dafür sind aber Hindernisse an den Seiten noch wahrnehmbar.
Ich weiß nicht, ob es mittlerweile LED-Lampen gibt, die mit
Streuscheiben o.ä das besser können, wenn nicht, reichen mir die Dinger
höchstens, um ein Schlüsselloch zu beleucten.
Gruß aus Berlin
Michael
Ein paar Randbedingungen für die OSTAR-Lampe:
- Die OSTAR-1000 nimmt 24 Watt auf, die müssen erstmal abgeführt werden.
Selbst bei guter Wärmekoppelung an das Gehäuse einer 4D-Maglite wird es
sehr warm werden.
- Gebündelt oder nicht: Gebündelt kriegst du eine Performance ähnlich
wie die erwähnten Bleiakku-Töpfe, die machen auch ca. 1000 lm aus 55
Watt Halogen. Macht massiv Licht auf viele hundert Meter, aber wenig
Streuung für die Zeltleinen. Ungebündelt, naja wie eine
60-Watt-Glühlampe halt, falls Du einen Raum ausleuchten willst. Um sagen
wir mal in einem Hafen eine 20 Meter entfernte Mole zu sehen, wieder
eher wenig.
Kennst Du die Ledlenser?
https://www.vittistore.com/technikshop/ledlenserlampen/index.php?gclid=CJyyoa6-vpACFQJjMAodayNeQQ
Die sind echt genial, mit den kleinen Fassungen wie der V^2 kannst einer
ausgewachsenen Maglite locker Konkurrenz machen und sie passt in einen
kleinen Guertelclip (den bekommst mit dazu) (=
Ach ja, nochwas: Selber bauen halte ich nicht fuer Sinnvoll, die
schwierige Hauptarbeit liegt in der Konstruktion eines guten Gehaeuses
und z.B. der Linse der Lampe, da fuerchte ich wirste, wenn Du nicht ein
Maschinenbauer mit Zugriff auf eine gut ausgestattete Werkstatt hast,
nicht recht weit kommen.
Fertige Gehause wie z.B. das der Maglite verwenden ist zwar eine nette
Idee, aber die sind doch viel zu gross -- ausserdem gibt es fuer die
Maglites bereits Umruestkits, es waere ein bisschen dumm, das selber zu
bauen, das kann sich kaum lohnen.
Lg,
Michael
Hallo,
Die besten "Taschenlampen" die ich kenne sind die von Lupine.
Unter anderem haben sie dort eine mit 7 High Power LED's, 22W total.
(sorry, soll keine Werbung sein, die haben auch gute Vergleichsbilder
der Ausleuchtungen)
http://www.lupine.de/content/main_html.php?lang=de#
Gruss Martin
Mein Eindruck ist auch: Die meisten LED-Taschenlampen sind dazu designt,
um Eindruck zu machen, wirklich praktikabel sind die wenigsten.
Wenn man nachts z.B. durch den Wald geht, führt ein extrem gebündelter
heller Strahl eher dazu, dass meine Augen sich auf diesen schmalen
hellen Bereich einstellen und ich rundum rein gar nichts mehr sehe. Da
sehe ich oft mehr, wenn ich die Lampe ganz ausmache. Möglichkeit für
Streulicht halte ich also auch für ganz wesentlich. Und auch die
Möglichkeit, die Helligkeit stufenlos runterzudimmen.
Was mich auch immer wieder nervt sind Taschenlampen, die leer sind, weil
man vergessen hat, sie auszuschalten. Warum gibt es keine Lampen, die
nach 10 Minuten abschalten?
Und dann noch die nervige Sache mit Akkus, die auf einmal leer werden
und man keinen Ersatzakkus dabei hat. Besser wäre doch, wenn mal eine
recht genaue Anzeige dran wäre, wieviel Prozent Akkuladung noch
vorhanden ist.
Leider scheint es so zu sein, dass viele Sachen, die eine Taschenlampe
praktikabel machen, schlecht verkaufbar sind und dann lieber nur Dinge
eingebaut werden, die Eindruck machen.
Einen kleinen Ledlenser mit einer leistungsfähigen Taschenlampe zu
vergleichen, ist auch mal wieder so ein Unfug. Nur weil das Licht weiß
ist, ist es noch lange nicht hell. Man braucht sich nur die
Stromaufnahme anzuschauen und weiß, was für eine Lichtleistung bei
rauskommen kann. Auch ein Ledlenser kann nicht zaubern und schafft kaum
mehr, als 20-40 Lumen pro Watt.
Zu deinem Vorhaben: Ich sehe auch große Probleme in der Wärmeabfuhr.
Wenn man nur mal kurz volle Helligkeit braucht, geht das noch, aber für
Dauerlicht wirst du große Kühlflächen und einen guten Wärmekontakt
brauchen. Eine gut umgebaute Maglite - Gehäuse ist ja aus Alu - könnte
klappen.
> Wenn man nachts z.B. durch den Wald geht, führt ein extrem gebündelter> heller Strahl eher dazu, dass meine Augen sich auf diesen schmalen> hellen Bereich einstellen und ich rundum rein gar nichts mehr sehe.
Korrekt! Wenn man eine Taschenlampe nicht zum angeben braucht, oder um
von der einsamen Suedseeinsel einem Schiff etwas zuzublinken, dann
braucht man vor allem moeglichst breites gestreutes Licht.
Dafuer eignen sich am besten Taschenlampen mit Leuchtstoffroehre. Osram
hat da ein paar ganz nette. Wenn man die dann noch auf Lithiumakku
umbaut hat man das beste was man derzeit haben kann.
Olaf
Hi
Danke für die Tips, aber...
Hmm zu meinen eigentlichen Fragen kam leider nicht viel...
Ich habe jetzt eine Maglite 3D, ein Osram Coinlight (das ist eine Ostar
1000 LED in einem Primär-kühlkörpergehäuse) und 7 Konion 1100 LiIon bzw.
LiFeO4-Zellen bestellt. Jetzt brauch ich nur noch Kabel"salat" zum
Verbinden und die Steuerung muss ich noch basteln. Und dann hoffen, dass
das von den Maßen her alles reinpasst in die Maglite...
Kennt jemand das Coinlight und kann mir was zum weißen Kabel sagen? Es
heißt ja rot = +, schwarz = - und weiß = dimmen. Doch wie ist dieser
Dimmeingang beschaltet? Man soll ja per PWM dimmen (können), aber die
Osram-Trafos mit Dimmer schließen glaube ich auch nur plus und minus an,
nicht das weiße Kabel...
Gruß Tobias
Die OSTAR besteht aus 6 einzelnen Chips und möchte gern 350mA haben, für
optimalen Wirkungsgrad. So richtig hell wird das Teil bei 700mA, und,
wie beschrieben dann auch schön warm. Und das mit der Bündelung des
Strahls musst du sowieso über eine Optik lösen, da die OSTAR einen
Abstrahlwinkel von 120° hat.
Ich habe sie am laufen mit 1A Konstantstrom, über PWM kann ich das Teil
dimmen. Je nach Exemplarstreuung haben die einen Spannungsabfall
zwischen 22 und 28 Volt.
Beeindruckend ist das Teil aber schon.
Viel Spaß beim Spielen.
MW
Moin,
ich habe ein solches Projekt gerade abgeschlossen. Ziel war es eine
Seoul P4 in eine Maglite D4 zu integrieren.
Dabei waren mir folgende Punkte wichtig:
1) Es muss jederzeit möglich sein die alte Glühlampe wieder einzubauen.
2) Es sollte ein Schaltregler zum Einsatz kommen dessen Wirkungsgrad
besser ist als der eines "Verbratreglers".
3) Keine Modifikationen an der Maglite.
Der einstellbare Strom des Step-Down-Reglers wird über einen ATtiny13V
geregelt. Dabei dient eine Leiterbahn als Shunt. Der Spannungsabfall
wird mit einem Operationsverstärker verstärkt und dem ATtiny13V am
Analogeingang zur Verfügung gestellt. Dieser regelt dann das PWM-Signal
entsprechend.
Probleme gibt es, wie schon oft beschrieben, bei der Wärmeabfuhr. Ich
habe die LED mittels Wärmeleitpaste mit dem Kupfer der Platine
verbunden. Auf die Platine habe ich Kupferbleche als Kühlkörper gelötet.
Nach 15min bei 700mA habe ich direkt unter der LED 65° gemessen. Leider
finde ich keinen Weg einen vernünftigen Wärmeübergang zwischen LED und
dem Gehäuse der Maglite zu realisieren.
Gruß Timo
Timo O. schrieb:> Moin,>> ich habe ein solches Projekt gerade abgeschlossen. Ziel war es eine> Seoul P4 in eine Maglite D4 zu integrieren.
...
Hallo,
wäre natürlich schön dein Projekt mal zu sehen.
Das Programm für den ATtiny13 zu zeigen wäre ein guter Anfang.
Bis dann
Bernd_Stein