ssb-empfänger für kurzwelle selberbauen?

Hallo,

Christoph Kessler (db1uq) schrieb:
> Früher (TM) hat man einfach einen BFO (beat frequency oscillator) zum
> AM-Kurzwellenradio dazugemischt, also einen Oszillator auf der
> Zwischenfrequenz, z.B. 10,7 MHz oder 455 kHz. Damit kann man zumindest
> zuhören, eine Seitenbandunterdrückung hat es nicht.

:-))
Noch früher (TM) habe ich ein zweites Radio danebengestellt und um die 
ZF tiefer abgestimmt, damit man CW hören konnte. SSB ging prinzipiell so 
auch, Feinabstimmung durch Handauflegen...

Gruß aus Berlin
Michael
Gast
Ein bisschen gegoogelt hatte ich im Vorfeld auch schon.

Angeblich kann man ja mit einem rückgekoppelten Einkreisempfänger SSB 
und CW empfangen, wenn man "ein bisschen mit der Rückkopplung spielt". 
Was auch immer das heißen mag...

Kann das jemand bestätigen?
Moderator Persönliche Seite
Herr Bert schrieb:

> Angeblich kann man ja mit einem rückgekoppelten Einkreisempfänger SSB
> und CW empfangen, wenn man "ein bisschen mit der Rückkopplung spielt".
> Was auch immer das heißen mag...

Dass du das Audion gerade so bis zum Schwingungseinsatz drehst.

> Kann das jemand bestätigen?

War in den 1950er Jahren die gängige Technik zum Empfang von CW-
Signalen im Amateurfunk.  Gugele mal nach 0-V-1 oder 0-V-2.

SSB kann man nicht echt damit empfangen, da es keine Seitenband-
unterdrückung gibt.
Jörg Wunsch schrieb:
> Herr Bert schrieb:
>
>> Angeblich kann man ja mit einem rückgekoppelten Einkreisempfänger SSB
>> und CW empfangen, wenn man "ein bisschen mit der Rückkopplung spielt".
>> Was auch immer das heißen mag...
>
> Dass du das Audion gerade so bis zum Schwingungseinsatz drehst.
>
>> Kann das jemand bestätigen?
>
> War in den 1950er Jahren die gängige Technik zum Empfang von CW-
> Signalen im Amateurfunk.  Gugele mal nach 0-V-1 oder 0-V-2.
>
> SSB kann man nicht echt damit empfangen, da es keine Seitenband-
> unterdrückung gibt.

Kann man so nicht sagen. Es wird ja nur der Hilfsträger gebraucht, damit 
die normale AM-Demodulation mit dem Audion geht. Natürlich sollte auf 
dem Bereich des nicht vorhandenen Seitenbandes möglichst gerade nichts 
senden, das pfeift natürlich alles mit rein. Wenn es aber nebenan ruhig 
ist, macht ein Audion das durchaus ...naja... brauchbar.

Gruß aus Berlin
Michael
Gast
>Angeblich kann man ja mit einem rückgekoppelten Einkreisempfänger SSB
>und CW empfangen, wenn man "ein bisschen mit der Rückkopplung spielt".
>Was auch immer das heißen mag...
>Kann das jemand bestätigen?

Ja - ich. Damit.

pq
Angehängte Dateien:
Gast
klar.
Ich hab's gebaut, wie das Pentoden Audion (1. Schaltplan ganz oben):
http://www.b-kainka.de/bastel74.htm

Haben den Übertrager (normaler 50Hz Trafo) auch benutzt, aber ich habe 
anstatt dem Lautsprecher einen LM386 eingebaut. Etwa wie hier: 
http://www.hobby-hour.com/electronics/lm386-200.gif

Die Stromversorgung geht über einen kleinen eingebauten 12V Bleiakku.

Im aktuellen Aufbau kann ich von etwa 3MHz bis ca 16MHz empfangen.
Habe mal langsam durchgedreht und mit 5m Kupferlitze im Wohnzimmer 46 
Stationen reinbekommen. Vor allem natürlich Broadcast. Aber auch 2 
Funkamateure.

pq
Moderator Persönliche Seite
Michael U. schrieb:

>> SSB kann man nicht echt damit empfangen, da es keine Seitenband-
>> unterdrückung gibt.
>
> Kann man so nicht sagen. Es wird ja nur der Hilfsträger gebraucht, damit
> die normale AM-Demodulation mit dem Audion geht. Natürlich sollte auf
> dem Bereich des nicht vorhandenen Seitenbandes möglichst gerade nichts
> senden, ...

Daher schrieb ich ja "nicht echt".  Es geht halt, aber man empfängt
zwangsweise beide Seitenbänder.  Auf dem abendlichen 40-m-Band also
eher nicht zu gebrauchen. ;-)
Gast
So ein Audion von 3 bis 18MHz würde ich auch gerne bauen, aber lieber 
mit Transistoren (obwohl auch noch diverse Röhren vorhanden sind).

Ich habe dazu folgendes entdeckt:
http://www.radiomuseum.org/forum/transistoraudion_fuer_am_cw_und_ssb_von_140_khz_bis_22_mhz.html

Schaltplan dort unter "-audion7"

Weiß jemand, warum hier die beiden Eingangstransistoren so merkwürdig 
zusammengeschaltet sind?


Ach ja, auf welchen Frequenzen kann man denn auf KW am besten CW hören, 
wenn man das so sagen kann? Hängt bestimmt auch von der Uhrzeit ab...
Hallo,

hab jetzt nicht nach der genauen Funktion der Transistoren geschaut.
Problem ist aber, daß es kein Audion mit Rückkopplung ist.
Das wäre aber wichtig, damit steigt die Empfindlichkeit und die 
Trennschärfe wird besser.
Das ist speziell auf Kurzwelle sehr wichtig.
Außerdem kann man eben nur mit einer gut regelnden Rückkopplung CW und 
-naja- SSB hörbar machen.

Habe hier mal was ganz nettes gefunden:
http://www.p34-albstadt.de/downloads/bastelclub/KW_Audion.pdf

Gruß aus Berlin
Michael
Gast
>hab jetzt nicht nach der genauen Funktion der Transistoren geschaut.
>Problem ist aber, daß es kein Audion mit Rückkopplung ist.
>Das wäre aber wichtig, damit steigt die Empfindlichkeit und die
>Trennschärfe wird besser.

http://www.radiomuseum.org/forum/transistoraudion_fuer_am_cw_und_ssb_von_140_khz_bis_22_mhz.html
Sicher, dass es kein Audion mit Rückkopplung ist?
Das 47k-Potentiometer (R3) sieht mir stark nach einer Rückkopplung 
aus...

Den gesendeten Link werd ich mir gleich mal genauer anschauen, schon mal 
Danke vorab!
Gast
Dieses Transistor Audion hatte ich vor meinem Röhrenaudion mit einem 
Praktikanten (10.Klasse) gemacht:
http://www.b-kainka.de/bastel3.htm

Ebenfalls mit LM386.

Hat auch gut funktioniert.

Er war nach 3 Tagen fertig. Am 4. Tag hat er nur Radio gehört.
Am 5. und letzten Tag hab ich gesagt: Spiel mal an den Drosseln rum. 
Dachte, er bekommt vielleicht Mittelwellesender rein.

Er hat plötzlich einen lokalen UKW (FM)Sender empfangen können.
Wie das ging, weiss ich bis heute nicht. Drehko war dann jedenfalls 
nicht mehr "frequenzbestimmend"

pq
Gast
>Das Audion von www.p34 sieht sehr gut aus, ich würde aber statt der 3
>Nf-Transistoren einfach einen LM 386 IC einbauen.

da hast du wahr!
;)


in o.g. link http://www.radiomuseum.org/forum/transistoraudion_... wird 
auch irgendwo schulz versus kainka diskutiert, wobei schulz der vorzug 
gegeben wird...


noch mal eine konkrete frage:
bei diesem schulz-audion, s. dortige datei "Schalter.jpg1" hat man eine 
bereichsumschaltung mit festinduktivitäten für langdrahtantenne. dabei 
sind die induktivitäten geteilt. kann jemand sagen, warum und ob das 
wirklich sinnvoll ist?
ich würde nämlich gerne die bereichsumschaltung übernehmen und mit dem 
p34-audion kombinieren.
Gast
kurze zwischenfrage:
wäre es bei dem www.p34-audion nicht besser, hinter dem 560R-widerstand 
noch einen siebkondensator zur entkopplung von der betriebsspannung 
einzusetzen? oder soll das so "wacklig" sein?
(ps: die nf-transistorstufen lass ich sowieso weg und nehme ein 
verstärker-ic)
Gast
Kann man eigentlich einen Gradeausempfänger mit einem ZN414 aufbauen, 
bei dem sich mit einem Schaltungstrick eine übermäßige Rückkopplung zum 
CW-Empfang einstellen läßt?
Moderator Persönliche Seite
Andreas schrieb:

> So ein Audion von 3 bis 18MHz würde ich auch gerne bauen, aber lieber
> mit Transistoren (obwohl auch noch diverse Röhren vorhanden sind).

Mit Transistoren waren Audions nicht so sehr üblich, da hat man
eher Direktmischempfänger gebaut.  Erstens waren Transistoren dann
irgendwann sehr viel billiger als Röhren, man musste also nicht mehr
auf Teufel komm raus an einer einzelnen Stufe sparen, zweitens waren
die wohl thermisch instabiler, sodass die Rückkopplung laufend
nachgestimmt werden muss (vor allem im SSB- oder CW-Betrieb, wo
man ja am Schwingungseinsatz arbeitet).

> Ach ja, auf welchen Frequenzen kann man denn auf KW am besten CW hören,
> wenn man das so sagen kann? Hängt bestimmt auch von der Uhrzeit ab...

In den CW-Bereichen der Bänder. ;-)  Die sind immer am Anfang eines
jeden Bandes, gugele einfach mal nach ,Bandplan'.

Ja, das hängt von der Uhrzeit ab und von der Länge deiner Antenne.
Wenn du auf 3,5 MHz empfangen willst, musst du schon ein Stückchen
Draht in die Luft hängen.  Dort dürfte man vor allem in den
Abendstunden ganz gut was empfangen können (tagsüber ist die Dämpfung
der D-Schicht zu hoch).  7 MHz und 10 MHz gehen so ziemlich den
ganzen Tag irgendwie.  14 MHz geht tagsüber gut in Richtung Osten,
praktisch das gesamte europäische Russland ist dort gut zu hören.
Gast
>Wenn du auf 3,5 MHz empfangen willst, musst du schon ein Stückchen
>Draht in die Luft hängen.

ich dachte eigentlich an eine grosse rahmenantenne...

hm, hab jetzt einige verschiedene transistor-audione (fet, bipos) 
aufgebaut, die haben alle irgendwie das problem, dass der 
schwingungseinsatz nicht weich  und auch nicht unbedingt hysteresefrei 
eingestellt werden kann...

beim fet-audion wirds zwar lauter mit unterbrechungen, schwingendes in 
form von pfeifen ist aber nicht zu hören.
Gast
> müssen bei plan NE_612.gif C4 und C12 parallel laufen und gleich groß
> sein?

Eher nicht. Im Plan sind aber keine Werte der Bauteile angegeben. Suche 
dir besser einen anderen Plan!
Moderator Persönliche Seite
gast schrieb:
> Suche
> dir besser einen anderen Plan!

Klar, ist der beste Rat für jemanden, der sich mit den Grundlagen
von Funktechnik vertraut machen möchte.  Ja nicht erst selbst drüber
nachdenken, das kann schädlich sein.

Andreas, da es sich hier nicht um einen ,,klassischen'' Superhet
handelt, bei dem Eingangs- und Oszillatorkreis um die Höhe der
ZF auseinander liegen, werden beide Kreise auf die gleiche Frequenz
abgestimmt.  Damit kannst du gleiche L- und C-Werte für beide
benutzen.  Der erste Kreis macht eine (einfache) Vorselektion, der
andere bestimmt die Frequenz des BFOs.

Die Werte kannst du dir mit der üblichen Thomsonschen Schwingungs-
formel ausrechnen.

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