Hallo
Ich habe einen gebrauchten Drehzahlmesser von VDO erstanden, der leider
keine Funktion zeigt.
Nach Öffnen des Gehäuses war deutlich erkennbar, dass der Bereich von
Zenerdiode D3 (9,2V) und Transistor Q1 (BD131) abgeraucht war. Ich
hoffe, ich habe den Schaltplan richtig aufgezeichnet. D3 hatte
Kurzschluß. Ich habe daraufhin beide Bauteile (D3 und Q1) ersetzt.
Die Platinenunterseite sieht zwar optisch nicht so dolle aus, ich bin
mir aber sicher, dass die richtige Verbindungen gegeben sind.
Getestet habe ich die Funktion auf dem Labortisch: 12V zur Versorgung,
am Gebereingang einen Funktionsgenerator (7VPP, 3,5V Offset, Rechteck,
100 bis 500Hz). Bis ca. 400Hz passiert an der Nadel nichts, danach
steigt die Nadel schlagartig. Bei 450Hz werden ca. 4000U/min angezeigt.
Eine Vermutung ist, dass dies an der zu geringen Ausgangsspannung meines
Funktionsgenerators liegt.
Daraufhin habe ich den Drehzahlmesser an die Zündspule meines Autos (VW
Käfer, Vierzylinder) angeschlossen. Versorgungsspannung an Klemme 15,
Gebereingang an Klemme 1, Masse an Masse. Leider keine Funktion.
Hat vielleicht jemand von euch eine Idee?
Eventell ist das zentrale IC (ITT KEFA635, keine echten Infos dazu im
Netz) defekt?
Ehrlich gesagt verstehe ich die Versorgungsschaltung auf der linken
Seite nicht wirklich. Ich habe mal die gemessenen Spannung an Bauteilen
bzw. Punkten gemessen und im Schaltplan mit eingezeichtnet. Passt das
so?
Es gibt von VDO verschiedene Drehzahlmesser: der Anschluss an Klemme 1
der Zündspule ist der häufigste Fall. Es exisiteren jedoch auch
Varianten zum Anschluss an Klemme W der Lichtmaschine. Kann dies hier
der Fall sein? (Ich habe nur eine Gleichstromlichtmaschine und kann dies
daher nicht so anschließen und testen).
Vielen Dank
Marcus W schrieb:> Ehrlich gesagt verstehe ich die Versorgungsschaltung auf der linken> Seite nicht wirklich.
Das ist der Vorläufer der Dreibeinregler :-)
Über der Zenerdiode bauen sich 9,2V auf und am Ausgang des Längsreglers
stehen dann diese minus der BE Spannung des Transistors. Deine
Spannungen dort sehen richtig und gut aus.
Leider hatte ich auch schon alte VDO Instrumente, die kaputt gegangen
sind, bei denen man es nicht glaubt, bspw. eine schöne Borduhr, bei der
auch das zentrale Strange-IC defekt war.
Um das Design zu erhalten, konstruierte ich damals ein Quarzuhrwerk von
der Stange da rein.
Georg G. schrieb:> Schwingt der Quarz?
Wertvoller Hinweis, +1
Marcus W schrieb:> Es exisiteren jedoch auch> Varianten zum Anschluss an Klemme W der Lichtmaschine.
Die W Klemme ist nicht anderes als ein direkt rausgeführter Anschluss
einer der drei Wicklungen der LiMa, vor den Gleichrichterdioden. Ein
Sinus mit etwa 12-15 Vpp sollte zum prüfen reichen.
Hallo
Vielen Dank für eure Tipps.
Der Quarz scheint nicht zu schwingen, mein Oszilloskop zeigt jedenfalls
nichts an. Ob ich durch die zusätzliche Kapazität etwas verändere ist
schwer zu sagen.
Aber auch durch das Anlegen der angesprochenen Sinusschwingung ist keine
Bewegung der Nadel zu erkennen.
Vielleicht sollte ich die Weihnachtsfeiertage dazu nutzen darüber
nachzudenken, ob ich das vorhandene Drehspulwerk mit einer eigenen
Elektronik nutze. Die Ansteuerung der Werks lässt sich ja noch irgendwie
rausfinden. Drehzahlmesserprojekte sind ja ausreichend im Forum zu
finden.
Neue Drehzahlmesser sind mir echt im Augenblick zu teuer (>100 €) und
passen optisch nicht.
Ich Danke euch soweit.
Marcus W schrieb:> ob ich das vorhandene Drehspulwerk mit einer eigenen> Elektronik nutze.
Das ist gar nicht so kompliziert. Wenn du dich mit MC auskennst, kannst
du sowas programmieren, aber einen Drehzahlmesser kann man auch einfach
aus einem Monoflop und ein paar Trimmpotis bauen. Als Tipp - mal den CD
4098, CD4528 und CD4538 anschauen. Du musst lediglich das Instrument mal
durchmessen und seine Werte für Vollausschlag notieren.
> und> passen optisch nicht.
Siehe oben, deswegen habe ich auch ins Originalgehäuse ein neues Werk
verbaut. Man darf so ein schönes Armaturenbrett einer Boesch nicht
verschandeln.
https://boesch.swiss/
Hallo
Vielen Dank für die möglichen Quellen für das offensichtlich defekte IC.
Die Anbieter lassen sich die Knappheit echt vergolden.
Ich habe in der Zwischezeit rausgefunden, dass das Drehspulinstrument
ein sog. Kreuzspulinstrument ist. Ansteuerung: siehe Anhang.
Spulenwiderstand ca. 280Ohm. Strom: ca. 20mA. Ich habe mal testweise das
Instrument mit einem Doppelnetzteil angesteuert. Funktioniert
einwandfrei.
Für die Ansterung dieser Instrumente existieren einige Spezial-ICs
(CS8190, SA5777A, LM1819 etc.). Der LM1819 ist in China noch für kleines
Geld erhältlich. Außerdem ist in dessem Datenblatt die direkte Anwendung
beschrieben, die ich benötige: Anschluss an die Zündspule zur Messung
der Drehzahl. Der Schaltplan im Anhang bezeichnet den Eingang "Signal
from Points", dies ist an anderer Stelle als Klemme 1 der Zündspule
erkenntlich. Außerdem ist die Berechnung der Bauteile echt klasse
beschrieben. Das einzig schwieriger zu beschaffende Bauteil ist C1: ein
MKC bzw. FKC 10nF Kondensator.
Ich werde die Schaltung nachbauen und das hoffentlich positive Ergebnis
hier beschreiben.
Hallo
Wie versprochen möchte ich das Ergebnis des Neuaufbaus der Schaltung zur
Messung der Drehzahl hier zeigen. Vielleicht hat ja jemand mal ein
ähnliches Problem und findet so seinen Ansatz.
Die zuvor gezeigte LM1819-Schaltung habe ich auf meinen Drehzahlmesser
angepasst. Unterschied: Beispielschaltung zeigt die Schaltung für max.
6000 U/min. Mein Drehzahlmesser hat max. 7000 U/min.
Dazu sind folgende Komponenten geändert:
R2 = 250KOhm (+/-50ppm/K)
C2 = 550nF
C1 = 10nF, Wert ebenso wie in der Schaltung aus dem Datenblatt, hier
aber PPS-Kondensator (erhältlich bei Reichelt). Im Datenblatt wird hier
ein Polycarbonat-Filmkondensator vorgeschrieben. Diese werden aber nicht
mehr hergestellt. PPS ist wohl die gängige Alternative.
Die Werte von C2 und R2 sind durch Ausprobieren an einem
Funktionsgenerator ermittelt worden. Die Werte, die ich nach der
Rechnung aus dem Datenblatt ermittelt hatte, hätten zu großen
Messfehlern geführt (+/- 10% vom Messwert)
Alles im Allen war das natürlich viel Arbeit und wohl auch finanziell
kein Gewinn. Andererseits wieder was gelernt.
Ich werde die Komponenten noch per Heißkleber vor den Vibrationen im
Auto schützen.
Gruß
Marcus W
Da ich gerade 2 defekte auf dem Tisch hatte schon mal Dank an den
Themenstarter! Noch einige Ergänzungen dazu:
Wegen des 10:1 Eingangsteilers (Die Primärsp. an Kl 1 ist > 200V!) ist
eine Einspeisung mit Funktionsgenerator nur HINTER dem 120k Wid.
sinnvoll.
Der erste war 'einfach': Der Stromverstrans. war defekt (keine Sp. an E
bzw. Pin 1) -> nach Austausch geg. gleichwertigen Typ wieder alles ok.
Der zweite war 'hartnäckiger': STV ok, Quarz ok (der macht die
Zeitbasis: 2^22 Schw. = 1 sec). Der SP oben ist nicht ganz korrekt: Das
Instrument hat 4 Anschlüsse: 2 gehen an die Pins 14,15; die anderen zwei
an Pins 17,18. Diese Pins (intern wohl 2 'H- Brücken') geben 16kHz 7V
PWM- Signale aus. Ergebnis: Pins 14,15,17 ok, Pin 18 nur 'um die 0V' ->
IC defekt.