Labornetzteil Emitter-Basis-Durchbruch vermeiden

OP #3746110
Lesenswert?

Hallo Leute,

in keiner mir bekannten Schaltung für ein Labornetzteil mit 
Längstransistor wird auf das Problem einer (konstanten) Spannung am 
Ausgang eingegangen zB durch einen großen Kondensator.

Wird der Längstransistor am Emitter mit zB 20V beansprucht und an der 
Basis liegt aber nur noch ein Potential von 5V an, ergibt sich ein U_BE 
von -15V, was kein Transistor auf Dauer mit macht.

1. Wie kann man das Problem umgehen?
2. Kennt jemand ein Labornetzteil, in welchem 1. auch umgesetzt wird? 
Ich sehe immer nur Schaltpläne, bei denen hier kein Schutz eingebaut 
ist.

Vielen Dank für die Antworten!
OP #3746158
Lesenswert?

Das "gefällt" mir beides nicht so recht. Der OPV der Reglung soll nicht 
für die Entladung eines Kondensators zuständig sein. Eine Diode in Reihe 
müsste im Normalbetrieb (Strom 3A) gekühlt werden :(

Warum wird das in keinem Labornetzteil eingebaut? Also ich habe so 10 
Projekte studiert, angefangen beim Funkschau 73 oder so. Nirgends sehe 
ich eine Diode gegen Rückspeisung.
Gast #3746221
Lesenswert?

Hallo
Man kann auch eine Diode zwischen Ausgang des Ladegeraetes und 
Eingangskondensator schalten so das keine größere reversible Spannung an 
der Schaltung entsteht'auch bei Stromausfall.
Mfg
OP #3746260
Lesenswert?

Also ich habe es mal simuliert, mit einer Diode von E zu B ist die 
Spannung UBE nie kleiner -1V. Der Regler-OPV muss laut simulation nur 
4uA mehr ziehen (Wert nur für die Größenordnung). Durch die Diode selbst 
fließt jedoch ein Strom im 1  stelligen mA Bereich. Also eine gute 
Lösung, soweit ich das beurteilen kann.
Gast #3746305
Lesenswert?

Hi,
Stephan Meter schrieb:
> Wird der Längstransistor am Emitter mit zB 20V beansprucht und an der
> Basis liegt aber nur noch ein Potential von 5V an, ergibt sich ein U_BE
> von -15V, was kein Transistor auf Dauer mit macht.

wer behauptet, das der Basis-Emitterburchbruch den Trasi zerstört?

Grüße
#3746508
Lesenswert?

> führt ein Durchbruch ohne externe Strombegrenzung zu hohen Strömen,

Wo soll der Strom denn hin? Hab gerade mal den Schaltplan des 
DF1730/SK1730 angeschaut, das Ding ist tauglich aber nicht High-End. 
Selbst da ist vor dem Treibertransistor für die Endstufe eine Diode vor 
der Basis, da kann also gar nichts rückwärts fliessen.

http://www.mikrocontroller.net/attachment/68529/labornetzgeraet_sk-1730.pdf
Persönliche Seite #3746553
Lesenswert?

Stephan Meter schrieb:
> Warum wird das in keinem Labornetzteil eingebaut? Also ich habe so 10
> Projekte studiert, angefangen beim Funkschau 73 oder so. Nirgends sehe
> ich eine Diode gegen Rückspeisung.

National LB-28 sieht einen LM395 fürs "down-programming" vor, i.e. um 
Strom aufzunehmen, wenn die Ausgangsspannung über der Zielspannung 
liegt. Damit würde auch ein externer Kondensator schnell entladen 
(unkritisch, da der LM395 "eigensicher" ist), bei einem extern 
angeschlossenen Akku oder einem anderen Netzteil bringt das natürlich 
nichts.
OP #3746570
Lesenswert?

Warum sollte es bei einem angeschlossenem Akku nichts bringen? Also das 
ENtladen dauert sicher länger als ein Kondensator, aber vom Sinn her 
ists irgendwo das gleiche.

Ansonsten ist die Idee mit dem down-programming nicht schlecht, habe ich 
bei mir auch mit drin. Ansich sorgt dies bei mir dafür, dass die 
Spannung nicht größer als 10% der eingestellten Spannung wird. Da aber 
auch auf den Strom geregelt wird, kann es dennoch dauern bis 10mF am 
Ausgang entladen sind, wenn als Sollspannung 0V angegeben sind. Mit der 
besagten Diode an der Basis des Steuertransistors klappt es wunderbar in 
der Simulation.
#3746589
Lesenswert?

> Stephan Meter schrieb:
> Wird der Längstransistor am Emitter mit zB 20V beansprucht und an der
> Basis liegt aber nur noch ein Potential von 5V an, ergibt sich ein U_BE
> von -15V, was kein Transistor auf Dauer mit macht.

Hallo,
1. Ein Emitter-Basis-Durchbruch ist unkritisch, solange der Strom gering 
ist.
Dass der Strom gering bleibt, sollte zunächst durch den 
Basisvorwiderstand gewährleistet werden.

2. Damit dann kein Strom in die Steuerschaltung (OPV) zurück fließt, 
kann eine Verpolschutzdiode zusätzlich eingefügt werden.

3. Bei Bedarf könnte auch eine Z-Diode als Schutz zwischen B-E 
geschaltet werden. Wenn man einen FET als Längsregler verwendet., wäre 
das sogar ziemlich zwingend.
Gruß Öletronika

> 1. Wie kann man das Problem umgehen?
> 2. Kennt jemand ein Labornetzteil, in welchem 1. auch umgesetzt wird?
> Ich sehe immer nur Schaltpläne, bei denen hier kein Schutz eingebaut
> ist.
Persönliche Seite #3746653
Lesenswert?

Georg A. schrieb:
> Selbst da ist vor dem Treibertransistor für die Endstufe eine Diode vor
> der Basis, da kann also gar nichts rückwärts fliessen.

U. M. schrieb:
> 1. Ein Emitter-Basis-Durchbruch ist unkritisch, solange der Strom gering
> ist.

U. M. schrieb:
> 2. Damit dann kein Strom in die Steuerschaltung (OPV) zurück fließt,
> kann eine Verpolschutzdiode zusätzlich eingefügt werden.

jop
#3746716
Lesenswert?

Stephan Meter schrieb:
> Hallo Leute,
>
> in keiner mir bekannten Schaltung für ein Labornetzteil mit
> Längstransistor wird auf das Problem einer (konstanten) Spannung am
> Ausgang eingegangen zB durch einen großen Kondensator.
>

Nun ja, es wird in ca. 738 dokumentierten LNG Schaltungen explizit 
erwähnt , und auch wie man es vermeidet. Ebenso gehört es zum 
Standardrepertoire des TietzeSchenk.

Soviel zum Thema Literaturkenntnis.


>
> 1. Wie kann man das Problem umgehen?

Diode extern C-E, oder auch B-E, etc.

> 2. Kennt jemand ein Labornetzteil, in welchem 1. auch umgesetzt wird?

ja.

> Ich sehe immer nur Schaltpläne, bei denen hier kein Schutz eingebaut
> ist.

Tja, was soll man dazu sagen...
z.b. das hier im Forum ein hervorragend dokemntiertes LNG von Gerhard 
drin ist, unter den Links, das explizit darauf eingeht?!

scnr.
OP #3746787
Lesenswert?

Vielen Dank für die weiteren Anmerkungen.
Das Problem hat sich ja nun mittlerweile mehrmals geklärt. Der Hinweis 
auf die LNGs von Gerhard hier im Forum ist gut, da habe ich einige Pläne 
hier ausgedruckt liegen. Ich habe jedoch immer nach einer Diode zwischen 
B und E gesucht und nirgends gefunden.
Wie bereits geschrieben wurde begrenzt der Basiswiderstand den Strom und 
eine Diode von der Reglung zur Basis verhindert den Stromfluss komplett.
Auch wenn mir der Tietze/Schenk kein Mysterium ist habe ich keine 
explizite Erwähnung des Problems gefunden bzw. wusste nicht genau nach 
welchem Begriff ich suchen müsste. (Andrew Taylor: Du kannst gern eine 
Seitenangabe dazu machen.)

Vielen Dank
#3746925
Lesenswert?

Stephan Meter schrieb:
> Ich habe jedoch immer nach einer Diode zwischen
> B und E gesucht und nirgends gefunden.

Weil, siehe Anmerkungen der übrigen Vorposter,

eine richtig plazierte Diode zw. C und E die Diode zw. B und E (auf die 
Du immer noch Dich beziehst) überflüssig macht.

Da sollte nach mehrfachem Duchlesen dieser Posts für Dich eigentlich 
verständlich sein.

> Das Problem hat sich ja nun mittlerweile mehrmals geklärt.

Aber Du scheinst die erklärungen/es nicht verstanden zu haben bzw. zu 
wollen bzw. zu können.

In dem Fall sind wir leider machtlos.
OP #3746945
Lesenswert?

Andrew Taylor schrieb:
> Aber Du scheinst die erklärungen/es nicht verstanden zu haben bzw. zu
> wollen bzw. zu können.
>
> In dem Fall sind wir leider machtlos.

Ich habs doch verstanden ;) Die Diode zwischen C und E hat damit jedoch 
nix zu tun. Aber warum auf eine Diode zwischen B und E verzichtet wird 
ist mir jetzt klar: Basiswiderstand begrenzt den Strom und/oder eine 
Diode vom Regel-OPV zur Basis sperrt den Strom beim Durchbruch.


Andrew Taylor schrieb:
> Stephan Meter schrieb:
>> angefangen beim Funkschau 73 oder so. Nirgends sehe
>> ich eine Diode gegen Rückspeisung.
>
> Tja, auch dort ist im (original) Text erklärt, WARUM die EINGESETZTEN
> Dioden ausreichen. Insbesondere das Thema Rückspeisung. Der Text ist im
> Forum abgelegt.

Ich habe den Original-Artikel hier, von Rückspeisung lese ich allerdings 
nichts. Du könntest eventuell D5 meinen, welche einen "Latch-up" 
verhindern soll?

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren