Microcontroller gesteuertes Netzteil

Gast #54019
Lesenswert?

Hallo
Ich bin vor kurzem auf die Idee gekommen eine Microcontroller
gesteuertes Netzteil zu bauen. Dazu müsste man meiner Ansicht nach nur
das digitale Signal vom Atmel durch einen Tiefpass schicken und per AD
Wandler nachmessen ob die entstandene Spannung der gewünschten
entspricht und wenn nicht die Frequenz des digitalen Signal
dementsprechend verändern. Habe ich dabei etwas wichtiges nicht
berücksichtigt oder würde so etwas prinzipiel funktionieren ?
Vielen Dank für eure Überlegungen
Jörg
Gast #54020
Lesenswert?

Hallo Jörg!
Warum willst Du das unbedingt mit einem MC machen?
Es gibt z.B. den TL 494 von Texas Instruments, der
sitzt in vielen PC Netzteilen und macht alles ohne
grosse Beschaltung und ohne Quartz.
Und sonst geht es bei linearen Netzteilen auch mit
Ein oder 2 OPV ganz gut.
MfG Paul
Gast #54022
Lesenswert?

Ich weiß zwar nicht, wie du den Tiefpass genau verwenden möchtest, die
Messung mittels des A/D Wandlers funktioniert jedoch. Spannungen
oberhalb der MCU Betriebsspannung können mittels eines Spannungsteilers
gemessen werden.
Ich habe mir ein Netzteil mit nem AT90S4433 gebaut. Die Spannung wird
mit zwei Ausgängen erzeugt, die je nach Ausgangsspannung
unterschiedlich lange an bz. aus sind (PWM). Der interne A/D Wandler
misst die Spannung und regelt entsprechend nach.
Zusätzlich hab ich in den Ausgang des Netzteils einen 0,01Ohm
Widerstand gepackt, dessen Spannungsabfall mittels eines
Operationsverstärkers verstärkt wird und so vom A/D Wandler gemessen
werden kann (Stromüberwachung).
Eine 7-Segment LED Anzeige zeigt die Werte an und eine Ziffern Tastatur
ermöglicht die Eingabe der gewünschten Spannung und des erlaubten
maximal Stromes.

Einziges Problem ist, dass der MCU bei mir recht lange zum Nachregeln
der Spannung bei Laständerungen braucht.
Hätte ich beim Schaltungs-entwurf auf die Pinbelegung geachtet, wäre
auch noch eine Messwertübertragung per RS232 zum PC drin gewesen

Übrigens gibt es im Datenblat des LM317 Spannungsregles Schaltbeispiele
zur Ansteuerung per MCU und Steuerung von Strömen von mehreren Ampere.

Ich hoffe, die Anregungen können dir helfen.
Gast #54023
Lesenswert?

Hi!

Ich denke deine Idee würde ganz gut funktionieren

software:
http://www.haus-am-schueberg.org/Ralf_Pagel/DigitalesNetzteil.zip

anleitung:
http://www.haus-am-schueberg.org/Ralf_Pagel/NtBauAnl.zip


Dieses Projekt ist jedoch nicht von mir, es wurde schon mal in
Elektor(11/01,12/01,1/02) vorgestellt. Die Spannung und der Strom sind
Digital mit Tastern einstellbar. Die Software wurde in
Pic-Basic(http://www.pic-basic.de) für den pic16f84 geschrieben.

Nik
Gast #54028
Lesenswert?

Ich würde eher ne Geteilte Schaltung empfehlen.

Ein Controller kann nie so schnell und direkt die Lastausreglung
nachführen wie ne Diskrete Schaltung.

Was ich meine ist ein "Herkömliches" Netzteil zu nehmen und erstmal
nur die Spannungs-/Stromvorgabe auf den Controller zu legen.
Dann noch getrennt und unabhängig Spannung,Strom,Leistung(Errechnet)
auf den Controller zu legen damit er auch was zum Anzeigen hat.
Und wenn man schon dabei ist natürlich auch gleich die
Sicherheitsfunktionen wie die Temperaturüberwacvhung des
Leistungsteils.

Wie gesagt,die "Lastregelung" würde ich Diskret lassen und nur
Steuernd und Anzeigend eingreifen.
Damit kann man dann nen Uraltcontroller einsetzen da die
Geschwindigkeit so ziemlich egal ist. ;)
Gast #54029
Lesenswert?

Hi!
Ich denke Ratber zeigt den richtigen Weg auf. Für rein digital ist der
AVR zu langsam. Vor allem der AD-Wandler bremst ja mächtig aus und
einen guten PID-Regler musst du auch noch schreiben. Für das Vorgeben
der Sollwerte und das Anzeigen der Istwerte ist der AVR aber recht gut
geeignet. Ich habe unlängst ein analoges Netzteil für meinen Sohnemann
gebaut an dem ich mir fast die Zähne ausgebissen habe weil
MOS-Transistoren ja so schön billig und gut verfügbar sind. Sie haben
nur einen entscheidenden Nachteil, die Cgs und Cds sind beim umsteuern
recht lästig und führen zu Phasenverschiebungen die das Regelverhalten
deutlich verschlechtern. Etwas ähnliches wird dich wohl beim Einsatz
eines rein digitalen Reglers ereilen.

MFG Uwe
Gast #54035
Lesenswert?

Hallo Jörg,

die Schaltung ist ein Auszug aus meinem HC11 Minilab und für PPort
geändert worden. Die Schaltungsbeschreibung habe ich damals über EMail
abgewickelt. Es liegt eine Platine in EAGLE 3.0 (einseitig) vor. Wenn
Du das wirklich nachbauen möchtest, dann mach ich mir die Mühe und
liefere eine Schaltungsbeschreibeung nach.

MfG  Manfred Glahe
#54036
Lesenswert?

@Jörg,

den OPA548 kann man nur für kleine Leistungen empfehlen.

Bei Vollast benötigt er schon 4,1V minimalen Spannungsabfall, d.h. man
muß ihn sehr stark kühlen. Auch ist die SOA-Kennlinie unbedingt zu
beachten (besonders im Kurzschlußfall).


Besser ist da ein Leistungs-MOSFET geeignet. Es gibt da quasi diese
Standardschaltung mit 2 OVs, die über 2 Dioden zusammengeführt werden
und den Leistungs-FET steuern. Je nach Lastwiderstand ist man dann im
Spannungs- oder Stromregelmodus.


Ein MC ist, wie schon gesagt wurde, dazu gut, die Sollwerte vorzugeben
und die Istwerte anzuzeigen. Temperatur und Überlastüberwachung kann er
auch machen.

Auch kann er eine langsame Vorregelung übernehmen, die die Spannung am
Leistungs-FET immer auf ~3V nachregelt und so unabhängig von der
benötigten Spannung eine geringe Verlustleistung (kleiner Kühlkörper)
ermöglicht.
Entweder als Step-Down-Schaltregler oder als Phasenanschnittsteuerung.

Früher wurde die Vorregelung auch oft mit Relais gemacht, die dann die
Trafowicklungen entsprechend umgeschaltet haben.


Peter
Gast #54037
Lesenswert?

Hallo Jörg,

die Schaltung mit dem OP548 hat natürlich noch andere wesentliche
Vorteile (wenn es nicht ausschließlich um eine Stromversorgung geht).
In dem Schaltungsauszug im Anhang ist die Verwendung der Ref. als
zusätzlicher Steuereingang verwendet worden und dient zur Modulation
der Ausgangsspannung. Diese Anordnung erlaubt u. a. den Test von
Analogschaltungen mit einer einstellbaren Restwelligkeit in der
Spannungsversorgung. Er ist also auch als Leistungsverstärker bis ca.
100KHZ einzusetzen. Außerdem hat dieser OP Regelungseigenschaften
(incl. thermische) welche mit diskretem Aufbau nur sehr schwer zu
erreichen sind.
Auszug im Anhang.

MfG  Manfred Glahe
Angehängte Dateien:
Beitrag #6471939 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6756189 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6756192 wurde von einem Moderator gelöscht.
Dieser Beitrag ist gesperrt und kann nicht beantwortet werden.