Hallo,
ich bin absoluter Anfänger.
Ich habe ein Testboard gekauft und den J-Link Adapter. Beide
funktionieren.
Also wollte ich auch selber eins bauen.
Aber es funktioniert nicht. Ich bekomme keine Verbindung über JTAG.
Nun ist die Frage, ob der Schaltplan einen Fehler hat, oder ich falsch
gelötet habe.
Das Board habe ich mir anfertigen lassen, also gehe ich davon aus, dass
dies in Ordnung ist.
Könnte bitte jemand meinen Schaltplan checken?
http://denkerbude.de/privates/sch.png
Auf dem Schaltplan sind noch ein paar Extras: ein SD-Karten halter und
ein Soundchip. Diese bitte ich erstmal zu ignorieren, denn die habe ich
gar nicht aufgelötet. Vorerst möchte ich nur den LPC2103 zum laufen
kriegen.
Bevor ich nun ein weiteres Board baue, möchte ich von euch wissen, wo
die Fehlerquelle sein könnte.
Ich bin echt verzweifelt und brauche dringend ein Erfolgserlebnis.
Zuvor habe ich schon vieles mit AVRs gebaut. Jetzt brauche ich aber mehr
Leistung und möchte nun auf ARMs umsteigen.
Danke schonmal.
Schau mal ins Datasheet, was da zum Pin DBGSEL steht.
Ausserdem:
- LM317 für 5V=>3,3V ist ungut. LDO-Regler nötig.
- Ich sehe recht wenig Kondensatoren an den Versorgungsspannungspins.
- Was soll D2?
- Was soll R1?
Hier steht folgendes:
Debug select: When LOW, the part operates normally. When
HIGH, debug mode is entered. Input with internal pull-down.
Und hier ist der Schaltplan vom Testboard, das ich gekauft habe:
http://www.olimex.com/dev/images/lpc-h2103-sch.gif
Hmm... JTAG ist ja ein Debugger... Bedeutet das, es funktionier nur
dann, wenn DBGSEL auf HIGH ist?
Ich probiers mal nachher aus :)
Die Spannung habe ich überprüft und die ist bis zur 2. Kommastelle
eigentlich in Ordnung. 1,80 V und 3,305 V.
D2 und R1... ich weiß nicht genau warum, aber irgendwo habe ich die
gesehen und so übernommen.
Sollte ich die vielleicht weglassen?
Die Kondensatoren habe ich ein wenig verteilt. Aber ich dachte es wären
genug...
Nerdy schrieb:> D2 und R1... ich weiß nicht genau warum, aber irgendwo habe ich die> gesehen und so übernommen.> Sollte ich die vielleicht weglassen?
Olimex entkoppelt mit D2 Batterie und Stromversorgung. Ohne Batterie ist
die überflüssig, stört aber nicht.
Olimex hat an VccA/VssA 0-Ohm Widerstände als Bestückungsoption für
andere Versorgung. Daraus 100 Ohm zu machen ist Käse. Wenn ADC nicht
verwendet, dann direkt an Vcc/Vss.
> Die Kondensatoren habe ich ein wenig verteilt. Aber ich dachte es wären> genug...
Daumenregel: Einer pro Vcc/Vss-Paar. Layout?
Nerdy schrieb:> Die Spannung habe ich überprüft und die ist bis zur 2. Kommastelle> eigentlich in Ordnung. 1,80 V und 3,305 V.
Typischer Dropout LM317 bei 200mA und 25°C ist 1,7V. Bischen knapp.
Nerdy schrieb:> Was bedeutet das nun mit dem LM317ern ? Keine Chance?
Wird schon für den Anfang einigermassen funktionieren, aber je nach Last
und Temperatur sind es ggf. mal etwas weniger als 3,3V, evtl.
lastabhängig schwankend. Keine Dauerlösung. Nimm LM1117 oder LF33.
Den 1,8er kannst du drinlassen.
OK, keine Dauerlösung.
Mir ist nur erstmal wichtig, dass es überhaupt irgendwie geht.
Ich musste schon viele Rückschläge erleiden. Immerhin habe ich niemanden
der mir je was erklärt hat. Und ich bin 16 und mach das erst seit 2
Jahren.
Das richtige Board wird natürlich etwas mehr durchdacht sein.
Aber ich brauche erstmal einen kleinen Erfolg bevor ich weitermache.
Zum Layout: Zwar Wald-Bäume Problem, aber bischen was sehe sogar ich,
der ich kein Spezialist für Layouts bin:
Die sowieso fehlenden Pufferkondensatoren für Vio/Vcore gehören so dicht
wie möglich an die entsprechenden Pinpaare der jeweiligen ICs (bei
jedem!). Da sehe ich aber rein garnix.
Die Leitungen der Quarze gehören eher kurz mit den Pins verbunden. Das
gilt auch für die Masseanschlüsse der Lastkondensatoren, auch die
sollten wenn keine GND-Plane verwendet wird vorzugsweise separate eher
kurze Leitungen zu dem nächsten Massepin des ICs haben.
Ich frage mal anders: Wie groß stehen die Chancen, dass ich mit diesem
Schrott-Board eine Verbindung über JTAG aufbauen kann, um zu sehen, ob
das Grundprinzip funktioniert? Es geht mir vorerst nur um die
Verbindung. Mehr nicht. Es soll gar nichts machen. Nur einmal den Flash
löschen und die Checksumme lesen. Das ist alles.
Nerdy schrieb:> Ich frage mal anders: Wie groß stehen die Chancen, dass ich mit diesem> Schrott-Board eine Verbindung über JTAG aufbauen kann, um zu sehen, ob> das Grundprinzip funktioniert?
Weiss ich wirklich nicht. Probiers aus.
Kondensatoren kannst du notfalls fliegend drankleben. Sorgen macht mir
der Hauptoszillator, weil beim LPC2103 ohne den anders als bei neueren
Controllern m.W. nix geht. Je nachdem wie stromsparend (=empfindlich)
NXP den gebaut hat könnte der stoplern. Der Uhrenquarz ist egal, den
brauchst du ohne Batteriebetrieb sowieso nicht.
Ok, habt erstmal alle vielen Dank.
Ich werde wohl ein neues Board bauen.
Dann hoffentlich mit mehr erfolg. Aber die Tips haben mich schonmal viel
weiter gebracht. Danke.
Nerdy schrieb:> Ich werde wohl ein neues Board bauen.
Aber lies dir vorher mal was zum Thema Layout durch. NXP müsste
eigentlich irgendwelche Appnotes zum Hardwareaufbau haben und Lothar
Miller hat sicherlich auch was in seiner Sammlung.
Ausprobieren kannst du das alte trotzdem. Explodieren wirds schon nicht
und aufgebaut hast du es ja schon.
PS: Wenn du das alte ausprobieren solltest, lass die LEDs aus. Es sei
denn du willst wissen, wie robust die sind und wie gut die
Spannungsregelung funktioniert. ;-)
Nerdy schrieb:
> Ich werde wohl ein neues Board bauen.
Das kann man machen, die Frage ist ob das zum Ziel führt. Ein
"suboptimales" Layout führt normalerweise nicht zur Funktionsunfähigkeit
sondern zu Unzuverlässigkeit, wenn sich also das Board standhaft weigert
zu funktionieren, liegt das Problem tiefer. Ein neues Layout würde das
wirkliche Problem höchstens zufällig lösen.
Ob der Quarz schwingt, kann man mit einem Scope leicht feststellen. Tut
er es nicht, hilft erst einmal ein Oszillator. Die Frequenz ist für
erste Tests nicht kritisch, zur Not taktet man die JTAG Schnittstelle
langsamer. Auch die Spannung ist sicher unkritisch. Der Wurm sitzt
irgendwo anders. Erst wenn der gefunden ist, lohnt sich IMHO ein neues
Layout. Und da kann man dann alles reinpacken, was man inzwischen
gelernt hat.
MfG Klaus
1. R1 raus
2. Pin 42 VDDA an 3,3V (Analogbetriebsspannung)
3. DBGSEL auf Masse? (weiß nicht genau, ob worklich notwendig)
4. ein Testboard sollte einen Reset-Taster haben
und es wird funktionieren
Gruß Mario
Mario Pieschel schrieb:> 3. DBGSEL auf Masse? (weiß nicht genau, ob worklich notwendig)
Masse bedeutet JTAG abzuschalten und ändert nichts, denn der Pin hat
einen internen pulldown (ja sowas gibts auch).
Der muss also an Vio (3,3V), damit JTAG funktioniert.
Mario Pieschel schrieb:> nö, Debug wird abgeschaltet, nicht Jtag
Jau, und was genau ist da der Unterschied? Der Pin dient dazu, die
JTAG-Pins im Normalfall als Portpins verwenden zu können. Wenn offen
(=low), dann sind das Portpins und Debugging per JTAG ist erstmal nicht
drin.
Manual: "Debug select: When LOW, the part operates normally. When
externally pulled HIGH at reset, P0.27 to P0.31 are configured as JTAG
port, and the part is in Debug mode[9]. Input with internal pull-down."
Mario Pieschel schrieb:> Ach so, der darf natürlich auf keinen Fall an 3,3V, es sei denn, er will> den Debug-Modus einschalten.
Aber genau darum geht es ihm doch: "Ich bekomme keine Verbindung über
JTAG."
Ich glaube, das artet hier in Erbsenzählerei aus. Ich habe ja
geschrieben, dass ich mir nicht sicher bin, wa?
Also muss ein Jumper an Pin 27 nach 3,3V.
OK so?
Oh, ihr habt ja fleißig weitergepostet^^
Also ich habe mittlererweile mal DBSEL auf High gelegt, aber es
funktioniert trotzdem nicht.
Mein J-Link ziegt mir an, dass die Spannungen alle korrekt sind und das
da irgendwas läuft. Aber es sagt auch, dass er keinen Chip findet.
Vielleicht habe ich mich ja doch verlötet. Immerhin habe ich keinen
Lötstopplack.
Ich habe aber eine Idee: Ich kaufe mir einen Adapter für LQFP auf
Stiftleisten und dann, kann ich schneller neue Boards herstellen.
Dann kommt auch ein Jumper für DBSEL dran und eure Tips werde ich
umsetzen.
@prx
Danke für den Tip. Zurzeit habe ich aber die Paid-Werbung abgestellt.
Ich verwende nur noch gratis Werbung für Besuchertausch. Und denen ist
das Impressum egal. Die haben die Seite sogar geprüft und freigegeben.
Außerdem kann doch jeder in den Who-Is Einträgen meine Adresse sehen.
Naja und ich hab auch keine Lust meine Wohnanschrift so offensichtlich
jedem zu zeigen...
Oh man eines hab ich ja ganz vergessen:
Ich habe überall gesucht, aber keinen Kondensator mit 20pf für den
Hauptquarz. Also habe ich welche mit 22pf genommen. Ist das ein Problem?
Und macht es einen Unterschied ob ich Kerkos oder Elkos oder Folkos
nehme?
Ich habe Kerkos genommen. In SMD 0805.
Ich weiß ja nicht, ob Du den Fehler wirklich finden willst, oder nur
immer wieder was anderes probieren willst.
Dein J-Link kann Dir ja wohl nur sagen, dass die 3,3V am Jtag stimmen,
mehr nicht, wenn er keinen Chip findet.
Hast Du VDDA 3,3V angeschlossen?
Steckst Du den Jumper beim Olimex-Board?
So, und dann vergleiche mal die Jtag-Belegung von Deinem Board mit der
vom Olimex-Board. :O)
Nerdy schrieb:> Und denen ist das Impressum egal.
Um die geht es auch nicht. Das Problem sind potentielle Abmahner, und
Gerichte, die auch permanent verfügbare Privatseiten als
"geschäftsmässig" einstufen. Die Werbung war da nur das Tüpfelchen auf
dem "i", denn damit wird sie u.U. sogar gewerblich.
> Außerdem kann doch jeder in den Who-Is Einträgen meine Adresse sehen.
Interessiert in diesem Zusammenhang nur, weil der Abmahner auf diese Art
an deine ladungsfähige Anschrift kommt.
> Naja und ich hab auch keine Lust meine Wohnanschrift so offensichtlich> jedem zu zeigen...http://de.wikipedia.org/wiki/Impressum#Deutschlandhttp://www.gesetze-im-internet.de/tmg/__5.html
Nerdy schrieb:> Hauptquarz. Also habe ich welche mit 22pf genommen. Ist das ein Problem?
Nein.
Wenn du dich bei 20pF auf die nominelle Lastkapazität des Quarzes
beziehst: Dieser Wert ist keineswegs identisch mit dem, was man als
Lastkondensator an den Quarz dranhängt. Mit 22pF oder 27pF liegt man
aber meist so, dass er funktioniert. Auf ein paar pF rauf oder runter
kommt es nur an, wenn man möglichst hohe Frequenzgenauigkeit benötigt.
> Und macht es einen Unterschied ob ich Kerkos oder Elkos oder Folkos> nehme?
Ich will sehen wo du einen 22pF Elko kriegst ;-).
Bei den 100nF Pufferkondensatoren sind Kerkos Pflicht.
Bei den Kondensatoren rund um die Spannungsregler schaut man ins
Datasheet was da dazu drinsteht.
@prx Oh o.O Danke, ich werde es bald hinzufügen.
Ich habe noch so viele Fragen zu so vielen Einzelthemen. Aber ich möchte
nicht jedesmal einen Thread hier im Forum aufmachen und alle mit
Elementarfragen belästigen.
Habt ihr ne Idee was ich machen kann, außer viele viele Tutorials oder
Bücher zu lesen? Vieles weiß ich ja schon, nur Einzelheiten fehlen. Ich
bräuchte einen dauerhaften eigenen Ansprechpartner...