Spannungsspitze bei Abschaltung Linearregler

Gast #4698025
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Hallo,

dies ist mein erstes Posting...
Als Experimentiernetzteil vorwiegend zur Röhrenheizung habe ich mir 
obiges Neztteil gebaut. Nun ist mir dieser Spannungsimpuls beim 
Abschalten aufgefallen.
Beide Bilder: Hor 2V/Div , Bild "Ein/Aus" Ver 200ms, Bild "Zoom" Ver 
200us.
Wie kann ich diesen unterdrücken? Röhrenheizfäden kommen mit der 
Überspannung ja noch gut zurecht, aber empfindliche Halbleiter...
Vielen Dank schonmal :-)

LG Mike
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Gast #4698038
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Warum hast du denn auf der Ausgangsseite des LT1085 390µF und dann noch 
am Regeleingang zusätzlich 100µF? Das Datenblatt empfiehlt eher 10-22µF 
Tantal (oder Keramik)

Der 7805 sollte auch keine 100µF am Ausgang haben sondern 100nF!

Bei derart großen Kondensatoren würde ich außerdem auf jeden Fall eine 
Rückwärtsdiode spendieren...

Ob das nun die Spannungsspitzen verursacht kann ich dir nicht sagen
Gast #4698047
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m. keller schrieb:
> Das Datenblatt empfiehlt eher 10-22µF
> Tantal (oder Keramik)

Hätte man das Datenblatt richtig gelesen, wäre diese Stelle aufgefallen:

>Output capaci-
>tance can be increased without limit and larger values of
>output capacitance further improve stability and transient
>response of the LT1083 regulators.
#4698050
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Könnte auch ein Messfehler sein: sind die Spannungsspitzen evtl. auch 
auf der 0-Linie zu sehen, wenn Du die Messpitze an den GND-Ausgang vom 
Netzteil anschließt?
Wenn's kein Messfehler ist, hilft vielleicht ein zusätzlicher, 
keramischer Kondensator von einigen Mikrofarad hinter dem Gleichrichter.
Oder die Entstörung des Netzschalters.
Wie sieht der Aufbau aus - ist vielleicht die Masseführung suboptimal 
ausgeführt?
Gast #4698176
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Hallo Thomas und an Alle,

tatsächlich messe ich diese Spannungsspitzen auch, wenn ich die 
Masseklemme und den Tastkopf aus Signal-GND klemme.
Außerdem werde ich den Netzschalter entstören und einen Keramischen 
Kondensator hinter dem Gleichrichter testen.
Wie kann ich einen solchen Messfehler verhindern?
Das Oszi ist ein Owon XDS3102A, verwendet wurde der org. Tastkopf.
Danke ;-)
(Firma: matzetronics) #4698192
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Mike schrieb:
> mit der Preisfrage: wie entstöre ich den Netzschalter?

Du kannst einen Snubber über ihn legen, bestehend aus R und C in Reihe. 
Werte können so bei 50 - 500 Ohm für den Widerstand und 1nF - 100nF für 
C liegen.
Das hat allerdings den Nachteil, das die Schaltung immer ein wenig Strom 
zieht. Der Snubber ist also ein Kompromiss zwischen Leerlaufstrom und 
Entstörung. Macht man R klein und C gross, entstörts am meisten, braucht 
aber auch am meisten Strom.
Perfekt wäre ein 'snubberless' Triac mit Nulldurchgangszündung, der aber 
gegenüber einem einfachen Schalter einige Bauteile mehr braucht.
#4698199
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Mike schrieb:
> Wie kann ich einen solchen Messfehler verhindern?

Dürfte schwierig sein - beim Schalten von Induktivitäten am Netz gibt es 
halt Störungen, die sowas verursachen. Einfacher, als die Verhinderung 
ist es, sich ein gesundes Mistrauen anzueignen gegenüber dem, was man 
auf dem Oszilloskop-Bildschirm sieht, ganz unabhängig von Preis und 
Qualität des Messequipments. Ich würde nicht zuviel Elan in das 
Abstellen von Phantom-Störungen stecken. Der extra Keramik-Kondensator 
kann natürlich nicht schaden und ist billig, und wenn die Masse-Führung 
stimmt, kann man wohl davon ausgehen, daß von den Schaltknacksen 
tatsächlich nicht allzuviel am Netzteil-Ausgang ankommt.
Gast #4698201
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Hallo,

die Spannungsspitze entsteht als Kontaktfunken beim Abschalten der 
Induktivität des Transformators.
Hierbei entstehen bis 2kV Überspannung die kapazitiv (kleine Energie) 
auf die Sekundärseite überkoppeln.
Für empfindliche Halbleiter besteht in der Regel keine Gefahr. 
Allerdings können die Störungen Fehlfunktionen (Prozessor hängt sich 
auf) verursachen.
Ich würde auf jeden Fall 100nF Kondensatoren vor und nach dem 
Spannungsregler einbauen um die Schaltung abzuhärten.

Die Störung läßt sich vermindern indem ein RC-Entstörglied 
(X2-Kondensator + Widerstand) oder ein passender Varistor parallel zur 
Primärseite des Transformators geschaltet wird.

Gruß Anja
Gast #4698210
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Hallo @Alle,

danke an euch Alle!
Ich glaub jetzt hab ich die Sachlage verstanden. Höchstwahrscheinlich 
ist es eine Kombination aus (Ab-)Schaltknacks und Messfehler.
Ich wird mit dem Snubber und den 100n experimentieren.

Lg Mike
#4698292
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Klaus schrieb:
> Was nicht wirklich ein Problem ist, da er ja gerade abgeschaltet wird.

Naja - bis zum entgültigen "Abschalten" durch das Zusammenbrechen der 
Versorgungsspannung hat der Amok-laufende Controller allerdings dann 
noch Millisekunden = eine kleine Ewigkeit Zeit, um allen möglichen 
Unsinn anzustellen, wie z.B. seinen Flash- oder gar Programmspeicher 
umzuprogrammieren...
Gast #4699065
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Anja schrieb:
> Die Störung läßt sich vermindern indem ein RC-Entstörglied
> (X2-Kondensator + Widerstand) oder ein passender Varistor parallel zur
> Primärseite des Transformators geschaltet wird.

Zustimmung. Ein ausreichend spannungsfester, brandsicherer 
X2-Entstörkondensator PARALLEL zum Trafo wandelt eine böse induktive 
Abschaltspitze in eine Schwingung. Ein Snubber dagegen verhindert bloß 
größere Funken über dem Kontakt. Das ist aber erst die halbe Geschichte. 
Der folgende Linearregler sollte natürlich auch lt.Datenblatt 
verschaltet sein. Ein zu großer Elko am Ausgang ist da keine Hilfe.

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