shr schrieb:
> dass reale Kondensatoren und Spulen aufgrund
> ihres Ersatzschaltbildes
na ja, eigentlich nicht aufgrund ihres Ersatzschaltbildes, sondern
aufgrund ihrer (parasitären) physikalischen Eigenschaften, die man mit
dem ESB halbwegs beschreibt ;-)
shr schrieb:
> Ich habe dazu nicht so viel gefunden, aber mich würden konkrete Werte
> für diese Frequenzen interessiere. Habe mir ein paar Datenblätter
> angesehen und nichts gefunden.
Hängt völlig von den konkreten Eigenschaften (Kapazität, Baugröße, ...)
ab und kann bei ganz unterschiedlichen Frequenzen liegen. Bei Spulen
findest du eigentlich häufig die Angabe im Datenblatt (z.B. im folgenden
Link schon in der einfachen Produktbeschreibung: SRF = 1,3MHz).
http://www.reichelt.de/?ACTION=3;ARTICLE=73077;SEARCH=pisr
Bei Kondensatoren musst du evtl. etwas länger suchen, aber bei
ernsthaften Herstellen findest du die Info auch (siehe z.B. das
angehängte Bild vom Murata Characteristics-Viewer). Die Kurve gilt
übrigens nur, wenn du den Kondensator "richtig" verwendest. Wenn du ihm
lange Zuleitungen spendierst, dann verschiebt deren Induktivität die
Resonanz zu niedrigeren Frequenzen.
shr schrieb:
> Und was mich noch interessieren würde, spielt dieser Effekt eigentlich
> auch eine große Rolle in realen Schaltungen in der HF-Technik z.B.?
Wenn du die "falschen" Bauteile für deine Anwendungen einsetzt (z.B. die
oben verlinkte Spule oberhalb ihrer Resonanzfrequenz betreibst), dann
spielt das tatsächlich eine Rolle (die Schaltung funktioniert entweder
gar nicht oder schlecht oder mit miesem Wirkungsgrad).
Wenn du schon von Haus aus die "richtigen" Bauteile einsetzt (also
kleine Kerkos möglichst nahe an der Versorgungspins deines Digital-ICs),
dann musst du dir im Normalfall nicht jedesmal explizit ausrechnen, bei
welcher Frequenz sich dafür die Resonanz ergibt. (Aber auch da gilt:
Ausnahmen bestätigen die Regel).