Überstromangaben im Datenblatt

Gast #3484780
Hallo,

in den meisten Datenblättern zu allen möglichen Bauteilen - nicht nur 
µCs - stehen Diagramme zur Strombelastung. Darunter fällt normalerweise 
ein Maximalstrom für eine kurze Zeit und einer für den Dauerbetrieb 
(z.B. 50A für <= 0,2s, 15A dauerhaft).
Was ich aber noch nie gesehen habe, ist eine Art Minimalwartezeit nach 
einer Überlastung.

Ich nehme mal an, wenn für 190ms 49,5A durch das Bauteil fließen, reicht 
wohl kaum eine Millisekunde Wartezeit aus, um dann wieder für 190ms 50A 
fließen zu lassen und davon auszugehen, dass das Bauteil nicht 
beschädigt wird, oder?

Gibt es hierfür generelle Richtlinien um eine solche notwendige 
Abkühlphase zumindest abschätzen zu können?
Gast
Ich glaube, solche Angaben sind nicht möglich, ohne die komplexen 
Rahmenbedingungen (Höhe der Last, Temperatur davor, Kühlung, Alterung, 
etc) zu berücksichtigen.
Man sollte Schaltungen so auslegen, dass Überstrom nicht planmäßig 
vorkommt.
Bei deinem Beispiel:
50A Impuls und 15A Dauer
Also 50*50 = 2500

Dauerlast wäre 15*15 = 225

Die Impulsbelastung ist also mehr als 11 mal so hoch wie die max. 
Dauerbelastung, also muss die Ruhezeit mindestens > als 10 mal die 
Impulszeit sein.
Gast
Udo Schmitt schrieb:
> Bei deinem Beispiel:
> 50A Impuls und 15A Dauer
> Also 50*50 = 2500
>
> Dauerlast wäre 15*15 = 225
>
> Die Impulsbelastung ist also mehr als 11 mal so hoch wie die max.
> Dauerbelastung, also muss die Ruhezeit mindestens > als 10 mal die
> Impulszeit sein.

Woher stammt diese Formel? Sorry, ich will jetzt nicht an dir zweifeln. 
Mir ist nur diese Rechnung noch nie zuvor untergekommen.
Gast
Stefan schrieb:
> Was ich aber noch nie gesehen habe, ist eine Art Minimalwartezeit nach
> einer Überlastung.

Die Verlustleistung muss integriert über die Zeit genau so gering sein 
als beim geringeren zulässigen Dauerstrom.
Gast
Stefan schrieb:

> Woher stammt diese Formel?

Die ergibt sich einfach aus der Logik der Sache.

Bei Benutzung dieser Formel ist sichergestellt, dass das Integral des 
Wärmeeintrags bei der wechselnden Leistung denselben Wert hat ist wie 
der Wärmeeintrag mit konstanter Nennleistung über die gleiche Zeit.

Das Bauteil ist also sicher in der Lage, diese Wärmemenge an die 
Umgebung loszuwerden.

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