Modellbauer schrieb:> Einer der Motoren braucht unter Volllast 62,3 A, bei 2-12V.
Nun, das schafft jeder Anlasser problemlos; Du willst das aber
vermutlich steuerbar haben. M.E. wäre es besser, mit dreifacher
Spannung und einem Drittel des Stroms zu arbeiten. Dann sind Die
Probleme überschaubarer.
Gruss
Harald
Harald Wilhelms schrieb:> Nun, das schafft jeder Anlasser problemlos; Du willst das aber> vermutlich steuerbar haben.
Also so richtig steuerbar brauche ich das nicht wirklich.
Mein "Problem" ist folgendes: Ich habe mir einen handlichen Staubsauger
gekauft. Das Ding hat nix gekostet, dementsprechend ist da auch relativ
wenig drin - aber einigermaßen viel Platz im Gehäuse. Ich möchte den
Staubsauger deshalb tunen. Also LiPo Zellen rein und einen starken
Motor.
Nur habe ich da momentan keine Ahnung, was ich genau brauche. Je
schneller sich der Motor dreht, desto mehr Luft wird er fördern können.
Und je mehr Luft er fördert, desto größer wird der Widerstand sein.
Harald Wilhelms schrieb:> M.E. wäre es besser, mit dreifacher> Spannung und einem Drittel des Stroms zu arbeiten.
Du meinst dann einen komplett anderen Motor zu nehmen?
Btw. in dem Staubsauger ist jetzt ein 3.8V DC Motor verbaut. Was
beschränkt ihn in der Spannung?
Modellbauer schrieb:> kann mir von euch jemand sagen, was ich brauche, um solche Motoren hier> zum Laufen zu bringen?
Eine Elektronik, die nicht nur für den Volllaststrom ausgelegt ist,
sondern auch den Anlaufstrom = Blockierstrom =
Betriebsspannung/Innenwiderstand überlebt, also (leider nicht angegeben,
müsste man messen, eventuell ist die Volllastangabe p.m.p.o. gelogen und
schon der Blockierstrom) ca. 300A
Modellbauer schrieb:> Ich möchte den Staubsauger deshalb tunen.
Oje, dir ist offenbar nicht klar, dass die Akkuschraubermotoren nur für
wenige Stunden Betriebsdauer ausgelegt sind, eben wie Spielzeugmotoren.
Ein Staubsauger braucht eine möglichst hohe Drehzahl, nicht hunderte von
Watt Kraft. Dafür kann ein Staubsaugermotor auch nicht abgewürgt werden,
seine Leistung sinkt sogar wenn man den Lufteinlass zuhält.
@ MaWin (Gast)
>Ein Staubsauger braucht eine möglichst hohe Drehzahl, nicht hunderte von>Watt Kraft.
Das mit dem Watt und der Kraft überlegen wir und noch einmal . . .
Falk Brunner schrieb:> Das mit dem Watt und der Kraft überlegen wir und noch einmal . . .
Man könnte den Motor mit einem IRFB7430 (Max 1.3mΩ Rds on) schalten.
Wenn man die Leistung steuern will, könnte man ein PWM mit einem NE555
oder TL494 erzeugen, und über einen Mosfet-Treiber wie z.B. den MCP1407
den Fet ansteuern.
Kühlung nicht vergessen. Bei 60A continuous hätte man knapp 5W
Verlustleistung.
Max H. schrieb:> Man könnte den Motor mit einem IRFB7430 (Max 1.3mΩ Rds on) schalten.
Okay, mit dem IRFB7430 kann ich den Motor schalten. Als Stromquelle
nehme ich dann ein Akku-Pack mit 5Ah (2s, 7,4V) und 25C Dauerbelastung
bzw. 30C Spitze. Damit könnte ich theoretisch 125A als Dauerleistung
durchjagen. (Wobei bei 125A von Dauer nicht die Rede sein kann).
Aber kommen wir doch mal zurück auf unseren Motor hier. Okay, der
IRFB7430 kommt als Schalter zum Einsatz. Aber wie sieht es mit den
Leitungen aus? Was brauche ich denn, um tatsächlich 60A durchzujagen?
Wenn ich mir die Beinchen des MOSFETs so anschaue, habe ich Zweifel,
dass da 60A und schon recht keine 195A (IRFB7430) durchgehen werden.
Die andere Frage, die sich mir stellt... naja, ich habe dann einen vom
Strom durchflossenen Leiter und bei 60A ein nicht unerhebliches
Magnetfeld. Würde es nicht nicht Elektronik drum herum stören oder gar
killen. Vor allem wenn ich den Motor mit PWM ansteuere?
Max H. schrieb:> Kühlung nicht vergessen. Bei 60A continuous hätte man knapp 5W> Verlustleistung.
Die Kühlung sollte an der Stelle eigentlich kein Problem darstellen.
Denn die Luft, die der Motor bzw. Staubsauger zieht, geht nach dem
Filter durch den ganzen Körper durch, wo auch die Elektronik
untergebracht sein wird. Deshalb denke ich, dass da ein relativ kleiner
Kühlkörper ausreichen wird.
Sagt mal kann man die Angaben überhaupt ernst nehmen? Abmessungen 77mm
Durchmesser und 45mm Länge, Leistung 496W. Soll das die Dauerleistung
sein oder geht das eher in Richtung PMPO-Leistung?
ich schrieb:> Leistung 496W
Du meinst wohl 469 Watt.
Aber bei knapp einen Kilowatt Leistungsaufnahme bei 18V kann es sich nur
um einen kompakten Heizkörper handeln. Ich gebe dem Motor eine Minute
unter diesen Bedingungen, bevor er abraucht.
Wobei er bei 7,2 Volt sicherlich sanft dahinschnurren wird.
Wenn ich mir das erste Modell mit 7,2 V ansehe, vermute ich zuwenig
Drehzahl um den Staubsauger zu tunen.
Dafür ist die Unwucht nicht so kritisch.
Harald Wilhelms schrieb:> Modellbauer schrieb:>>> Was brauche ich denn, um tatsächlich 60A durchzujagen?>> Normalerweise 10 mm².
Der IRFB7430 kann solche Ströme. Ich versuche mir gerade Bonddrähte mit
10 mm² vorzustellen.
MfG Klaus
Motormaße ohne Welle (Lxø): 77,5x45 mm,
Wellenmaße (Lxø): 8x5 mm.
Johnson-Motoren dieser Bauart sind Motoren mit Erregung durch
Permanentmagnet und maximal 5teiligem Kollektor. Die Stromzuführung zum
Anker erfolgt über in federnde Bronzeblech-Kohlehalter, in welche die
Kohlen lediglich eingepresst und wohl kaum für Ströme über 30A geeignet
sind.
Diese Motoren sind bei noch brauchbarer Wirkungsgrad um ca.60-70%, bei
ca. 9-10V und Strömen um ca. 15-30A (typabhänging), für einige Minuten
einzusetzen. Die Leerlaufdrehzahl um ca 10.000Umin sinkt bei Belastung
des Motors weiter ab und ist wohl kaum für Staubsauger geeignet. Da
sollten es schon ca. 20-30.000Umin sein. 18V/10.521 U/min deuten auf
einen hochohmigen Langsamläfer hin, welcher noch weniger geeignet
erscheint.
Die Stromangabe >50A halte ich für absolut utopisch, vmtl. handelt es
sich hierbei um den Blockierstrom.
Ich würde für den genannten Zweck nach einem anderen Motor (z.B. für
Flugmodelle mit Elektroantrieb) suchen!
mfG Ottmar
Klaus schrieb:> Der IRFB7430 kann solche Ströme. Ich versuche mir gerade Bonddrähte mit> 10 mm² vorzustellen.
Viele FETs können die angegebenen Maximalströme nur kurz als Impuls.
Ausserdem gibt es bei den Bonddrähten aufgrund ihrer Kürze natürlich
eine bessere Wärmeableitung. Unabhängig davon halte ich einen Staub-
sauger mit 60A Betriebsstrom für eine Schnapsidee.
Gruss
Harald
Harald Wilhelms schrieb:> Klaus schrieb:>>> Der IRFB7430 kann solche Ströme. Ich versuche mir gerade Bonddrähte mit>> 10 mm² vorzustellen.>> Viele FETs können die angegebenen Maximalströme nur kurz als Impuls.> Ausserdem gibt es bei den Bonddrähten aufgrund ihrer Kürze natürlich> eine bessere Wärmeableitung. Unabhängig davon halte ich einen Staub-> sauger mit 60A Betriebsstrom für eine Schnapsidee.> Gruss> Harald
"Der MOSFET kann so einen Strom". Das ist prinzipiell erst mal Unsinn,
da die Angabe zum Maximalstrom im Datenblatt auf der ersten Seite ein
ausgerechneter theoretischer Vergleichswert ist.
Den tatsächlichen Strom, den so ein MOSFET "abkann" hängt erst mal davon
ab, ob das Silizium dabei thermisch nicht zerstört wird (Siehe
Temperatur, thermischer Widerstand und RDS) und ob der Strom überhaupt
sinnvoll in dem verpackten Gehäuse "verarbeitet" werden kann. Wie schon
angesprochen wird es da schon knapp mit den Bonddrähten, sodass man oft
mehrere solcher MOSFETs parallelisiert oder noch dickere Gehäuse nimmt.
Harald Wilhelms schrieb:> Unabhängig davon halte ich einen Staub-> sauger mit 60A Betriebsstrom für eine Schnapsidee.
Entweder hast du mich falsch verstanden oder ich habe mich falsch
ausgedrückt. Ich bin momentan auf der Suche nach einem anderen Motor.
Während meiner Suche habe ich die beiden Motoren entdeckt und mir die
Frage gestellt, was ich denn brauche, um einen solchen Motor zu
betreiben. Denn 60A ist irgendwie so..... Meine Motor-Treiber mit
H-Brücken gehen bis 3A und selbst bei 3A wird der IC trotz Kühlkörper
richtig heiß.
Mir ist klar, daß das hier schon knapp an der Mumienschändung vorbei
schrammt, aber diese Motoren finden ja weiterhin reichlich Verwendung,
daher mal zur Richtigstellung:
Die z.B. 469W sind die physikalisch bedingte, maximal abgebbare Leistung
der Motoren bei Nennspannung, Drehmoment x und Drehzahl y. Nicht etwa
die Leistung, die die Motoren dauerhaft vertragen.
Ist einfach nur ein faktischer Wert, der nichts mit der tatsächlichen
Belastbarkeit zu tun hat.
Beispiel: Motor mit 100W Nenn-Dauerleistung. Belastet man diesen mit
höherem Drehmoment als dauerhaft erlaubt, so wird seine Ausgangsleistung
noch über 100W steigen, allerdings die Drehzahl bald merklich
einbrechen. An einem Punkt, meist gar nicht mal sehr weit über
Nennleistung, sinkt die Drehzahl schon so stark ein, daß die
Abgabeleistung (trotz steigendem Drehmoments) nicht weiter steigt.
Dieser Punkt ist mit den 469W da oben gemeint.
Übrigens...kurzzeitig kann man solchen Motoren diese Leistung durchaus
zutrauen. Und nahe dem Effizienzmaximum betrieben halten diese Motoren
auch Monate, nicht etwa Stunden.
Ich möchte an dieser Stelle Bedenken anmelden wegen der Mechanik des
möglicherweise preiswerten Staubsaugers.
- Hält das Lager die hohe Drehzahl aus?
- Wird eine Unwucht das ganze Gerät zerbröseln?
- Gibt es einen Strömungsabriss am Propeller?