[hilfe] Hameg HM208 problem

OP #5189429
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Hallo,

Ich hab mir ein altes HM208 besorgt, und heute bekommen.

Nach beheben eines (vermutlichen) transportschadens funktioniert es auch 
soweit, zeigt aber ein problem:

(schonmal Entschuldigung für die englischen Begriffe, aber ich bin 
Anfänger, und habe nur eine englische Anleitung für das Gerät)

Der "fine adjust" des input attenuator von kanal 1 verhält sich wie der 
Einstellungsregler für vertikale position.

Die v/cm Einstellung tut was sie soll, und auf kanal 2 geht auch beides, 
aber wenn ich an der fein Einstellung drehe, verschiebt sich die 
angezeigte welle nach oben oder unten.

In der Cal-Einstellung (ganz nach rechts gedreht) ist die welle oben 
ausserhalb des Bildschirms, und nur wenn ich fast ganz nach links drehe, 
ist Sie im bild.

Der reguläre Regler für Y-Position funktioniert normal.


Hat irgendjemand eine Idee wo ich anfangen könnte zu suchen?


p.s. der Transportschaden war das das gesamte "input attenuator" modul 
locker war, und durch die Bewegungen das Flachkabel das zum rest des 
Oszilloskopes führt direkt oberhalb der Lötstellen gebrochen ist. Ich 
habe den verbleibenden Pin ausgelötet, alle reste entfernt, das kabel um 
etwa 1-2 mm abisoliert und wieder eingelötet.
#5189435
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Ich mutmaße mal: Ein Pin (A oder E) vom Fine Gain Poti hat keinen 
Kontakt mehr. --> Kann nicht sein, erst bei späterer Schaltung 
stichhaltig.
Bei näherer Betrachtung: Warum wird er unsymmetrisch, wenn man den 
Widerstand zwischen 2 Emittern vermindert oder erhöht. Da ist eine Seite 
betroffen.
Gast #5189670
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Mal die (symmetrische )Spannnungsversorgung nachmessen. Wenn die nicht 
stimmt haben die Verstärker zwar noch Funktion, aber es entsteht eine 
Offsetspannung in der Eingangsstufe.

Es kann aber sein, dass jemand den Offset durch Vertikalverschiebung am 
Ausgang der Eingangsstufe ausgeglichen hat, also auf falsche Weise. Dann 
ist die Nullinie empfindlich gegen Bereichs- (cm/V) Umschaltung.

Den Trimmer für Offset finden, Eingangsspannung auf Null stellen, mit 
dem AC-GND-DC- Schalter am Eingang und dann abgleichen. Man muss dabei 
die Stellung finden, bei dem beim Umschalten des Maßstabs (V/cm) keine 
Sprünge der Nullinie erfolgen.
OP #5190075
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Jochen F. schrieb:
> Ich mutmaße mal: Ein Pin (A oder E) vom Fine Gain Poti hat keinen
> Kontakt mehr. --> Kann nicht sein, erst bei späterer Schaltung
> stichhaltig.
> Bei näherer Betrachtung: Warum wird er unsymmetrisch, wenn man den
> Widerstand zwischen 2 Emittern vermindert oder erhöht. Da ist eine Seite
> betroffen.

Ich wünschte ich würde das verstehen. Vielleicht in einem Jahr oder zwei 
:)
OP #5190086
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Peter R. schrieb:
> Mal die (symmetrische )Spannnungsversorgung nachmessen. Wenn die nicht
> stimmt haben die Verstärker zwar noch Funktion, aber es entsteht eine
> Offsetspannung in der Eingangsstufe.
>
> Es kann aber sein, dass jemand den Offset durch Vertikalverschiebung am
> Ausgang der Eingangsstufe ausgeglichen hat, also auf falsche Weise. Dann
> ist die Nullinie empfindlich gegen Bereichs- (cm/V) Umschaltung.
>
> Den Trimmer für Offset finden, Eingangsspannung auf Null stellen, mit
> dem AC-GND-DC- Schalter am Eingang und dann abgleichen. Man muss dabei
> die Stellung finden, bei dem beim Umschalten des Maßstabs (V/cm) keine
> Sprünge der Nullinie erfolgen.

Ok, Ein bisschen verstehe is das sogar.

Ich habe inzwischen nach handbuch die DC-Balance geprüft und neu 
eingestellt, so dass die linie nichtmehr vertikal verschoben wird, beim 
ziehen der Feineinstellung.

Das hat bewirkt das ich die Feineinstellung jetzt auf CAL (ganz rechts) 
lassen kann und die linie per Y-position ins bild bekomme.

allerdings aendert eine drehung der Feineinstellung immer noch die 
vertikale position.

Die grobe bereichswahl funktioniert wie sie soll, nur die 
Feineinstellung zeigt dieses verhalten.

Ich mach mich mal auf die suche nach dem DC-Offset, und spiele damit 
rum.
#5190087
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Der übliche Verstärker in den Oszilloskopen ist die sog. 
Differenzkaskode. Das bedeutet, daß es zwei symmetrische Zweige gibt, 
und das ganze bildet einen Differenzverstärker.
Man stelle sich zum Verständnis einer Kaskode zwei Transistoren vor, 
einen untern und einen oben. Der untere (NPN) hat an seinem Emitter eine 
Konstantstromsenke. Die Basis legt also das Potential von Emitter und 
Basis fest, der Kollektor hat ein Potential, das vom Strom vom oberen 
Transistor abhängt. Der obere Transistor hat ein festes Potential an der 
Basis, und sein Arbeitswiderstand ist derjenige am Kollektor, dort wird 
die Ausgangsspannung abgegriffen. Der untere Transistor arbeitet also 
als Stromverstärker, der obere als Spannungsverstärker.
Die Erweiterung als Differenzkaskode ermöglicht, durch einen geeigneten 
Widerstand (oder einem Kondensator) zwischen beiden Emittern, die 
Verstärkung der Stufe einzustellen. An dieser Stelle greift das Var Gain 
Poti ein.
Falls das sehr theoretisch klingt --> einfach mal eine Weile den 
Schaltplan studieren, sooo schwer ist das alles gar nicht.
OP #5190092
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Jochen F. schrieb:
> Der übliche Verstärker in den Oszilloskopen ist die sog.
> Differenzkaskode. Das bedeutet, daß es zwei symmetrische Zweige gibt,
> und das ganze bildet einen Differenzverstärker.
> Man stelle sich zum Verständnis einer Kaskode zwei Transistoren vor,
> einen untern und einen oben. Der untere (NPN) hat an seinem Emitter eine
> Konstantstromsenke. Die Basis legt also das Potential von Emitter und
> Basis fest, der Kollektor hat ein Potential, das vom Strom vom oberen
> Transistor abhängt. Der obere Transistor hat ein festes Potential an der
> Basis, und sein Arbeitswiderstand ist derjenige am Kollektor, dort wird
> die Ausgangsspannung abgegriffen. Der untere Transistor arbeitet also
> als Stromverstärker, der obere als Spannungsverstärker.
> Die Erweiterung als Differenzkaskode ermöglicht, durch einen geeigneten
> Widerstand (oder einem Kondensator) zwischen beiden Emittern, die
> Verstärkung der Stufe einzustellen. An dieser Stelle greift das Var Gain
> Poti ein.
> Falls das sehr theoretisch klingt --> einfach mal eine Weile den
> Schaltplan studieren, sooo schwer ist das alles gar nicht.

Danke!

Das ist hilfreich, ich werde eine weile brauchen bis ich das ausgebrütet 
habe, aber was zu lernen ist ja das ziel :)
#5190194
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Wenn man soetwas per Post verschickt muss man es extrem sicher 
einpacken. Ich habe mal einen PC in einem nur 2cm größeren Karton mit 
etwas Schaumstoff aussenrum versenden wollen. Die müssen den einfach auf 
den Boden geworfen haben, denn er kam zufällig zurück und der beigelegte 
Netzstecker hat in die Eck-Kante des Stahlgehäuses (!) eine Beule 
gedrückt beim Aufprall. Ausserdem war die CPU nicht mehr richtig im 
Sockel.
#5190250
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Ja, Hänschen, du bist vom Pech verfolgt, aber das hilft dem TO nicht. 
Zumal du ja kein Oszi hast.

@Marco: https://cdn.rohde-schwarz.com/hameg-archive/HM208_deutsch.pdf

Dort findest du auf Seite 34 den Schaltplan des Eingangsverstärkers. Var 
Balance bedeutet die DC-Balance für die Fine-Gain Einstellung. Inv. 
Balance die DC-Balance für die Kanalinvertierung.

Solange im kleinsten Meßbereich mit kurzgeschlossenem Eingang die 
Feineinstellung auf Cal/Max verdrehen und dabei an VR10 die Linie 
"zentrieren" bis diese beim drehen an der Feineinstellung stehen bleibt. 
Bei der Einstellung für die Invertierung genauso verfahren. Sehr 
iterative Tätigkeit.
OP #5190444
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1N 4. schrieb:
> Solange im kleinsten Meßbereich mit kurzgeschlossenem Eingang die
> Feineinstellung auf Cal/Max verdrehen und dabei an VR10 die Linie
> "zentrieren" bis diese beim drehen an der Feineinstellung stehen bleibt.
> Bei der Einstellung für die Invertierung genauso verfahren. Sehr
> iterative Tätigkeit.

Danke!

Nur um sicherzugehen: Kurzgeschlossener Eingang bedeutet "Eingangs 
Signalankopplung" (AC,DC,GD) auf GD = Ground, richtig?
#5190454
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Ein kleiner Einwand noch:
Wenn ein solches Gerät so eine heftige Abweichung vom Soll zeigt, und 
einigermaßen sicher ist, daß niemand nach der "Schrotflinten-Methode" an 
den Potis und C-Trimmern im Inneren gedreht hat, dann ist es sehr 
wahrscheinlich, daß ein einzelner Defekt im Gerät vorliegt. Sobald man 
den Defekt gefunden hat, ist das Nachgleichen des Gerätes nur noch 
minimal nötig.
OP #5190690
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Jochen F. schrieb:
> Ein kleiner Einwand noch:
> Wenn ein solches Gerät so eine heftige Abweichung vom Soll zeigt, und
> einigermaßen sicher ist, daß niemand nach der "Schrotflinten-Methode" an
> den Potis und C-Trimmern im Inneren gedreht hat, dann ist es sehr
> wahrscheinlich, daß ein einzelner Defekt im Gerät vorliegt. Sobald man
> den Defekt gefunden hat, ist das Nachgleichen des Gerätes nur noch
> minimal nötig.

Hmm.

Ich kann mir nicht sicher sein das niemand Poti-schrotflinten-reparatur 
gespielt hat.

Im aktuellen Zustand ist das Teil für mich als Anfänger gut benutzbar, 
und ich habe nicht die Erfahrung (und vermutlich auch nicht das 
equipment) um ein kaputtes Bauteil zu finden.

Das muss warten bis ich verstehe was ich tue :P

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