Hallo zusammen,
könnte mir jemand bitte auf die Sprünge helfen?
Ich muss über eine Leitung einen 20 Ampere-Puls von ca. 15ms schicken.
Wenn ich die Leitung und die Anschlüsse für einen Querschnitt von 20
Ampere auslege wird mir das etwas zu klobig.
Wie lege ich den Querschnitt vernünftig fest?
Gibt es da Formeln oder Vorschriften?
Vielen Dank für Eure Hilfe.
Gruß G.
Günther schrieb:> Wie lege ich den Querschnitt vernünftig fest?> Gibt es da Formeln oder Vorschriften?
Ja, alles genormt. Google:
"Strom Leiterbahn"
"Strom Querschnitt Kabel"
Je nachdem, ob Leiterplatte oder Kabel.
Klobig wirds bei 15A wohl schon, wobei man auch sagen muss, dass ganze
ist genormt für Dauerbelastung. Über Google findest eventuell auch etwas
für kurze Stromimpulse.
Günther schrieb:> Wie lege ich den Querschnitt vernünftig fest?
So, dass nicht zuviel Spannung dran abfällt. Die Erwärmung hängt
natürlich von der Wiederholrate des Pulses und der Wärmeabgabe an die
Umgebung (Isolation, Einbaubedingungen) ab.
Also für eine erste abschätzung würde ich mir den termischen Widerstand
für eine bestimmte fläche der Leiterbahn und Luft (Wärmeleitfähigkeit)
berechnen (die Rückseite erst mal nicht beachten weil kann nur besser
werden).
Dann aus dem Spezifischen Widerstand (elktrisch) und den Strom die
Leistung im Dauerbetrieb betrachten und dann mittels Puls Pausen
Verhältnis die Effektive Leistung berechen. Daraus kann man schon mal
den Erwartete Temperaturanstieg abschätzen. Eine vernünftige Stromdichte
sollte jedoch als ausgangswert zur abschätzung für die gewählte
Leiterbahnfläche angenommen werden. Da die Rücksetite nicht betrachtet
wurde und auch die Konvektion nicht beachtet wurde kann das Ergebnis nur
besser sein.
Man kann aus den genannten Parametern + Schmelpunkt von Kupfer usw.
natürlich ein komplexes Gleichungssystem herleiten und den optipunkt
bestimmen.
Uwe schrieb:> Also für eine erste abschätzung würde ich mir den termischen Widerstand> für eine bestimmte fläche der Leiterbahn und Luft (Wärmeleitfähigkeit)> berechnen (die Rückseite erst mal nicht beachten weil kann nur besser> werden).
Bei einem 15ms Puls ist der thermische Widerstand völlig schnuppe. Da
kommt es nur auf die im Leiter in Wärme umgesetzte Energie und die
Wärmekapazität des Leiters an. Wärmeleitung ist laaangsam.
Günther schrieb:> Ich muss über eine Leitung einen 20 Ampere-Puls von ca. 15ms schicken.
Definiere "Leitung".
Wie oft kommt der Puls? Wie lange hintereinander? Was hängt hinten dran?
Wie viel Leistung hast du vorne verfügbar?
Fragen über Fragen...
Oliver
>Bei einem 15ms Puls ist der thermische Widerstand völlig schnuppe.
Bei einem Puls Pause Verhältnis von 50% wäre das aber nicht so.
Bei einem Puls Pause verhältnis von 1 zu 10000 schon.
Je nah Parameter können Physikale Ekfekte halt vernachlässigt werden
oder nicht bzw. wenn ein komplexes Gleichungsystem aufgestellt wird
werden die etsprechenden Terme bzw. Physikalischen größen halt
vernachlässigbar klein.
Uwe schrieb:> Je nah Parameter können Physikale Ekfekte halt vernachlässigt werden
Deshalb wird man sich für eine grobe Abschätzung auch auf die
wesentlichen Effekte konzentrieren.
Während mit Impuls ein einmaliger Vorgang bezeichnet wird, dessen
Augenblickswerte nur innerhalb einer beschränkten Zeitspanne merklich
von null abweichen[3], wird ein Puls in der Elektrotechnik als
periodischer Vorgang definiert, der aus einer sich kontinuierlich
wiederholenden Folge von gleichen Impulsen besteht[4]. Der Begriff
Impuls ist in diesem Kontext nicht mit dem Begriff des Impulses aus dem
Bereich der Mechanik zu verwechseln.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Puls_%28Elektrotechnik%29
Hallo zusammen,
Vielen Dank für Eure Antworten.
Der Puls kommt 14 mal hintereinander, in einem Abstand von 5 Sekunden.
Dann dauert es Stunden bis zum nächsten Puls.
Von der Leiterplatte auf Buchse/Stecker auf Leitung xy ...
Günther schrieb:> Der Puls kommt 14 mal hintereinander, in einem Abstand von 5 Sekunden.
Bei dem resultierenden Tastverhältnis von 0.3% kann man das wohl auch
für die thermisch Abschätzung ausreichend genau als Einzelimpulse
rechnen, so dass man alleine mit Verlustenergie, Wärmekapazität der
Leiterbahn und tolerierbarer Temperaturerhöhung die Sache gut genug im
Griff hat.
F.Fo. schrieb:> Was ist an "einen Puls" so schwer zu verstehen. Das ist IMHO ein> Einzelereignis.
Scheinbar ist daran mehr schwer zu verstehen, als du denkst. :P
Günther schrieb:> Der Puls kommt 14 mal hintereinander, in einem Abstand von 5 Sekunden.
@ Günther (Gast)
>Der Puls kommt 14 mal hintereinander, in einem Abstand von 5 Sekunden.
Macht im Mittel 20A * 15ms/5s = 60mA
Dafür reichen 0,1mm^2 Querschnitt. Und die Wärmekapazität ist hoch
genug, den Draht nicht schmelzen zu lassen. Wer's nicht glaubt, soll
rechnen.
http://oliverbetz.de/pages/PIM/ImpulsBelastbarkeit
Du mußt jetz halt herausfinden wieviel Energie in dem Stück Kupfer in
Wärme umgesetzt werden, dafür brauchst du halt noch die Spannung die
über dem Stück Kupfer anliegt wenn der Strom drüber fließt.
Uwe schrieb:> ... dafür brauchst du halt noch die Spannung die über dem> Stück Kupfer anliegt
Und die ergibt sich direkt aus dem Leiterquerschnitt, dem spezifischen
Widerstand, der Länge und dem Strom.
Allerdings braucht man sich eigentlich nur um die Energie pro Länge zu
kümmern. Eine lange Leitung merkt nur der Verbraucher, der dann nicht
mehr so viel Spannung abbekommt.
Soweit Eure Theorie. Meine praktische Frage wäre eher: wo raucht es,
wenn dieser kurze Impuls durch Transistortod mal "etwas länger" wird!!
Zur Netiquette gehört auch, daß man das GANZE Problem kurz schildert. Je
nach Anwendung Herzschrittmacher oder mehrlagige Leiterplatte könnten
noch andere Fakten die Entscheidung beeinflussen.
Mike schrieb:> Eine lange Leitung merkt nur der Verbraucher, der dann nicht> mehr so viel Spannung abbekommt.
20A sind 20A sind 20A. Eine längerer Leitung bemerkt nur die
Stromquelle, die dafür dann eine höhere Spannung anlegen muß. Wenn es
denn überhaupt eine Stromquelle gibt, und es überhaupt 20A sind, und es
überhaupt 20A sein müssen, und überhaupt...
Aber wie jetzt schon mehrfach geschrieben wurde, ohne vollständige
Randbedingungen ist das alles Raterei.
Oliver
Hallo zusammen,
vielen Dank für Euren input.
5000V deshalb ist der Strom nicht zu hoch gegriffen.
Abgabeenergie des Pulses max. 360 Joule.
Last 50 Ohm.
Ich hab die Norm schon gelesen, da steht die Antwort bzw. der Weg zu
meiner Frage nicht drin.
Ich musste mich bisher nicht mit dieser Thematik auseinander setzen.
Deshalb noch einmal vielen Dank.
Grüße G.
> 5000V deshalb ist der Strom nicht zu hoch gegriffen.> Abgabeenergie des Pulses max. 360 Joule.> Last 50 Ohm.
5000V/50Ω = 100A
360 Joule setzt ein Toaster in einer halben Sekunde um, da kann also
nicht so viel passieren ... ---
Ich arbeitete mal mit MOSFET, die schon ganz ordentlich Strom "konnten",
angeblich 60 Ampere dauernd, bis 240A Puls:
Die hatten TO220-Gehäuse mit normalen Anschlüssen !
>Macht im Mittel 20A * 15ms/5s = 60mA>Dafür reichen 0,1mm^2 Querschnitt. Und die Wärmekapazität ist hoch>genug, den Draht nicht schmelzen zu lassen.
Ist ne 111111 fache Überlastung.
>Wer's nicht glaubt, soll rechnen.
hmmmm
>> Ist ne 111111 fache Überlastung.> Wer's nicht glaubt, soll rechnen.
Also:
20A/111111 = 0,18 mA (Damit ist man auf der sicheren Seite !)
Die Beinchen beim TO220-Gehäuse (s.o.) haben nicht mal 0,5 mm².
Für die Erwärmung durch einen kurzen ("kurz" im Verhältnis zur
Wärmezeitkonstante) Stromimpuls ist natürlich nicht der arithmetisch
mittlere Strom relevant, sondern der I²t-Wert.
(Wird bei u.a. bei Schmelzsicherungen benutzt, s. z.B.
http://www.sicherungen.de/de/?site=kennlinien&subsite=i2t )
photon schrieb:> Ist ne 111111 fache Überlastung.
Woran machst du den Faktor fest?
IMHO ergibt das beim Einzelimpuls eine Temperaturerhöhung von 3K - wenn
ich mich nicht irre ...
Günther schrieb:> 5000V deshalb ist der Strom nicht zu hoch gegriffen.> Abgabeenergie des Pulses max. 360 Joule.> Last 50 Ohm.
Warum schreibst du nicht gleich, dass du von einem Defibrillator
schreibst?
Jedenfalls passen dazu deine Angaben.
Lediglich die 5000V sind etwas hoch. 3500V bis 4000V sind eher
realistisch.
Für deinen Einzelpuls ist der Querschnitt bezüglich der Erwärmung nicht
so relevant, da zwischen jedem Puls genug Zeit zum Abkühlen ist.
Die Frage ist eher, wie viel Energie in der Leitung und wie viel Energie
in der Last umgesetzt werden soll. Wenn es sich wirklich um einen Defi
handelt, muss afaik 95% der Energie in der Last umgesetzt werden.
Die Kabel von Einwegelektroden haben ca. 1,5mm^2
>> Ist ne 111111 fache Überlastung.>Woran machst du den Faktor fest?
Das war die Annahme, dass eine 60mA Leiterbahn reichen würde. Diese
hätte dann bei 60mA eine Temperaturerhöhung von 10K. Dicke
wahrscheinlich um die 0.05mm, also Superfeinstleiter.
Die Leistung steigt quadratisch. 20A ist das 333fache von 60mA. Und eben
333-imQuadrat = 111111 fache Leistung.
Dann wäre die Temperaturzunahme auch etwa bei 10K * 111111 liegen. Also
ca. eine Million-Grad.
MILLION !
>Und die Wärmekapazität ist hoch>genug, den Draht nicht schmelzen zu lassen.
ich weiss ja nicht ..... Ob das die Kupferatome genau so gelassen sehen
...
@ photon (Gast)
>ich weiss ja nicht ..... Ob das die Kupferatome genau so gelassen sehen>...
Mensch, ähhh photon, bist du heute lustig!
http://www.mikrocontroller.net/articles/Leiterbahnbreite
Querschnitt 0,1mm^2, 20A, 15ms
-> dT = 3,1K
Hatte schon mal einer ausgerechnet.
>Macht im Mittel 20A * 15ms/5s = 60mA
trotzdem total falsch, weil man hier mit den Quadraten rechnen muss.
>Querschnitt 0,1mm^2, 20A, 15ms>-> dT = 3,1K
0,0051 * 20A^2 * 0,015s / 0,1mm^2 = 3,06K
ok.
Ich nehm 0.15mm Draht und 4Ampere (die stehen grad vor mir). 0.15sek
geht schlecht. Ich warte 1sek. Dann beginnt der Draht zu rauchen.
0,0051 * 4A^2 * 1s / 0,15mm^2 = 3,62K
@ photon (Gast)
>Ich nehm 0.15mm Draht und 4Ampere (die stehen grad vor mir). 0.15sek>geht schlecht. Ich warte 1sek. Dann beginnt der Draht zu rauchen.>0,0051 * 4A^2 * 1s / 0,15mm^2 = 3,62K
Ungläubig du bist, mein junger Schüler des Lichts. An Dyskalkulie du
leiden tust. Doch heilbar seinen deine Krankheit, wenn zum Lichte du
dich zuwenden kannst.
0,15mm Drahtduchmesser sind 0,017mm^2 QUERSCHNITT! Aufpassen, der
Querschnitt geht QUADRATISCH ein, dort kommen als Teilergebnis mm^4
raus!
dT = 5,2e-3 * 4A^2*1s / (0,017mm^2)^2 = 288K
Das korrespondiert schon eher mit deiner Beobachtung.
@ photon (Gast)
>>Macht im Mittel 20A * 15ms/5s = 60mA>trotzdem total falsch, weil man hier mit den Quadraten rechnen muss.
Sagt wer? Für den MITTELWERT stimmt das schon so, steht ja auch da. Das
für die Erwärmung der EFFEKTIVWERT eher eine Rolle spielt, wurde nie
bestritten.
Günther schrieb:> könnte mir jemand bitte auf die Sprünge helfen?>> Ich muss über eine Leitung einen 20 Ampere-Puls von ca. 15ms schicken.> Wenn ich die Leitung und die Anschlüsse für einen Querschnitt von 20> Ampere auslege wird mir das etwas zu klobig.>> Wie lege ich den Querschnitt vernünftig fest?> Gibt es da Formeln oder Vorschriften?>> Vielen Dank für Eure Hilfe.> Gruß G.
Das wäre doch eigentlich ein Fall für einen Ringkern:
-Klare Trennung von Steuerteil und Leistungsteil
-Impulshöhe durch Sättigung des Kerns begrenzt
-Spannungsspitzen, aus der Leitungselektronik stammend, können vermieden
werden, die 5kV sind ja nicht ohne.
Falk Brunner (falk) schrieb u.a.:
> Dass für die Erwärmung der EFFEKTIVWERT eher eine Rolle spielt, wurde nie> bestritten. ****
Rechtsanwälte lieben solche Definitionen.
Höchstens noch völlig weltfremde Techniker etc. würden noch nachfragen:
Wieviel 'eher' ?
@ U. B. (pasewalker)
>Rechtsanwälte lieben solche Definitionen.
Wohl leider wahr :-(
>Höchstens noch völlig weltfremde Techniker etc. würden noch nachfragen:>Wieviel 'eher' ?
Ok, hier mal wieder ernsthaft (echt?)
Den Effektivwert kann man auf zwei Wegen ausrechnen.
Huch, etwas mehr als 60mA
Oder über den Formfaktor
Günther schrieb:> @ Tilo>> Für die Prüfung muss die Ausgangsspannung des Defi U*1,5 genommen> werden.> Deshalb hab ich zu den 5kV gegriffen.
Mal mal bitte einen Aufbau, was du genau prüfen willst. Wenn du von
aussen an den Therapieausgang 5kV anschließt, darf da fast kein Strom
fließen.
Hier gelten auch nicht die U*1,5 sondern fixe 5kV, die als maximale
Spannung erlaubt sind. Damit soll nur geprüft werden, was passierne
würde, wenn zwei Defis paralell angeschlossen sind.
Die U*1,5 gelten für Isolationsstrecken und Spannungsfestigkeit. Das
sind andere Prüfungen, da ist kaum Energie dahinter.
Was genau willst du eigentlich prüfen, 60601-2-4?
Ach wo sind denn all die Praktiker geblieben die es einfach mal
ausprobieren?
Es zeigt sich in der Realität ob es funzt, nicht allein auf dem Papier.
Anders audüsgedrückt:
Wichtich is auf'm Platz!
@ Mike (Gast)
>Bei 60mA würde sich ein Draht mit 0,1mm^2 auch nicht um gut 3 K>erwärmen.
Das kann man so oder so nicht vergleichen. Denn bei eine konstanten
Strom wird auch konstant Wärme an die Umgebung abgegeben. Bei einem
kurzen Strompuls landet alle Energie in Form von Wärme im Kupfer und
bewirkt damit eine höhere Erwärmung.
Berücksichtigt auch den zulässigen Spannungsabfall. Nicht, dass seine
Stromversorgung 1V 20A liefert, und er am Wende auch noch 0,999 Volt bei
20A heraus holen will.