Markopolo schrieb:
> Wird die Groundleitung nicht mitübertragung?
Die GND-Leitung ist manchmal notwendig, prinzipiell jedoch nicht.
> Denn ich wüsste sonst nicht gegen was ich jede einzelne
> Spannung beziehen soll?
Die eine Seite hat einen lokalen GND1, auf den beziehen sich die
Sendespannungen. Der Empfänger hat einen GND2, auf den sich die
Empfangsschaltung bezieht. Beide können gleich sein - das macht es i.A.
einfacher, müssen es aber nicht, solange sichergestellt ist, dass am
Empfänger die Potentiale bezogen auf GND2 nicht den zulässigen Bereich
des Empfängers überschreiten (Stichwort Common Mode).
> Wenn ja, dann
> verstehe ich nicht welche von den beiden Leintgen beim Verstärker an
> Ground des Verstärkers gehängt werden und welche verstärkt wird.
Naja, wenn du eine der beiden Leitungen an den GND2 hängst, dann dürfen
natürlich die beiden GNDs nicht verbunden sein. Aber bei differentieller
Übertragung nimmt man ja auch Empfänger, die zwei Eingänge haben - du
hast es doch oben korrekt gezeichnet. Wenn du eine der Leitungen beim
Empfänger an GND legst, warum machst du dann den Aufwand mit einem
differentiellen Sender?
> Ich dachte aber es ist so: Man überträgt u, u- und GND auf ein Kabel.
> Beim Empfänger kann man daher auch tatsächlich die Differenzspannung
> verstärken indem man u und u- auf die EIngänge des Differenzverstärkers
> hängt und GND mit dem GND des Differenzverstärkers verbindet.
Ja, das ist die normalerweise verwendete Methode - weil einfach und
bezüglich der Common Mode Problematik unkritisch.
Es gibt aber auch die Möglichkeit, wenn die zu übertragenden Signale
eine untere Grenzfrequenz nicht überschreiten (gleichstromfrei sind),
die beiden Leitungen beim Sender und/oder Empfänger mit zwei Cs
abzutrennen oder einen Übertrager zu verwenden. Beim Empfänger kann man
dann mit einem einfachen Spannungsteiler die Signale auf einen
geeigneten DC-Pegel bringen, so dass der Empfänger korrekt arbeiten
kann.