Hi,
lese mir grade ein paar Artikel zu PoE (Power Over Ethernet) durch und
musste feststellen, dass manche Chip-Hersteller negative Spannungen und
andere positive PoE-Spannungen verwenden...
Im Standard ist diese Spannung als positive festgelegt worden. So gut
wie alle ICs von Maxim verwenden allerdings eine negative Spannung (-48V
oder -54V)... Das kann doch nicht kompatibel sein, oder?
z.B:
http://datasheets.maximintegrated.com/en/ds/MAX5952.pdf
Gruß
Bernd
Hallo,
jetzt ein bisschen genauer !
Im zugehörigen Standard IEEE 802.3af ist beides erwähnt und nichts
genaues festgelegt.
Im RJ45 Stecker gibt es (etwas lasch gesagt) 4 Adernpaare (RX, TX und 2
freie).
Im Mode A wird Power über die RX/TX Adernpaare übertragen und zwar in
beiden möglichen Polaritäten.
Im Mode B werden die freien Adernpaare benutzt und, soweit ich mich
erinnere, ebenfalls in beiden möglichen Polaritäten.
Nachzulesen in:
http://en.wikipedia.org/wiki/Power_over_Ethernet
Fast alle PoE-Geräte können Mode A mit beiden Polaritäten.
(In den Plänen sieht man als erstes immer eine Graetz-Schaltung!)
Gruss Stefan
Stefan++ schrieb:> Im Mode A wird Power über die RX/TX Adernpaare übertragen und zwar in> beiden möglichen Polaritäten.>> Im Mode B werden die freien Adernpaare benutzt und, soweit ich mich> erinnere, ebenfalls in beiden möglichen Polaritäten.
das ist richtig, nur dachte ich bis jetzt immer, dass mit negativer
Spannung stets 0V und nicht -48V gemeint ist. Anscheinend kann man ja
entweder V+ = 48V, V- = 0V oder V+ = 0V und V- = -48V übertragen lassen.
Welchen Vorteil hat es, dass man -48V anstatt +48V übertragen lässt? Und
wie generiert man eine -48V Spannung aus einem Schaltnetzteil, welches
48V liefert?
Hallo,
Bernd schrieb:> Welchen Vorteil hat es, dass man -48V anstatt +48V übertragen lässt? Und> wie generiert man eine -48V Spannung aus einem Schaltnetzteil, welches> 48V liefert?
Das hat keinen Vorteil und wird auch meines Wissens nirgends genutzt, da
die Leistungsübertragung potentialfrei zu erfolgen hat. Es gibt kein
GND.
D.h. jeder PoE Teilnehmer besitz ein potentalgetrenntes Schaltnetzteil
mit 48 Volt Eingang.
Eine Ausnahme bilden nur Kleinstleistungsgeräte.
Stefan++ schrieb:> D.h. jeder PoE Teilnehmer besitz ein potentalgetrenntes Schaltnetzteil> mit 48 Volt Eingang.
sowie ich das Verstanden habe, müssen die 48V, die für PoE verwendet
werden, galvanisch getrennt sein vom Rest der Schaltung (eines PSE
Gerätes).
Aber z.B. beim MAX5952 schreibt Maxim folgendes zu Beginn ins
Datenblatt:
"The MAX5952 is a quad -48V power controller
designed for use in IEEE® 802.3af-compliant/pre-IEEE
802.3at-compatible power-sourcing equipment (PSE)."
Und im Evaluation-Board steht ebenfalls, dass man eine negative -32V -
-60V verwenden soll (pdf auf der Seite5).
(http://datasheets.maximintegrated.com/en/ds/MAX5952AEVCMAXQU-MAX5952AEVKIT.pdf)
Hallo,
der MAX5952 ist ein 802.3at-compatibler "power-sourcing equipment" (PSE)
IC.
Er liefert die 48 Volt auf den Adernpaaren für einen PoE-Teilnehmer.
Er hat die Aufgabe mit dem PoE-Teilnehmer die Versorgung auszuhandeln!
("Nein" oder "Ja und wieviel")
802.3at hat gegenüber 802.3af nur die Erweiterung mit den
Leistungsstufen sagt aber über die Polarität auf den Adernpaaren auch
nichts aus.
Dass dein Evaluation-Board mit dem MAX5952 eine negative -32V - -60V
Eingangsspannung (Versorgungsspannung) haben will hat nichts mit den
Spannungswerten auf den Ethernet-Adernpaaren zu tun.
Wenn du dir die Pläne anschaust könnte man die Adernpaare auch
vertauschen
Bernd schrieb:> sowie ich das Verstanden habe, müssen die 48V, die für PoE verwendet> werden, galvanisch getrennt sein vom Rest der Schaltung (eines PSE> Gerätes).
Nein, so hab ich das nicht gesagt! Ich hab von der Leistungsübertragung
auf einen PoE-Teilnehmer gesprochen und dass es da eine
Potantialtrennung geben muss.
Aber es ist wie eine Philosophie dass in einem ETHERNET-Netzwerk alle
Geräte strikt potentialgetrennt sind.
Das sollte eigentlich auch für die Stromversorgung strikt gelten !?
Stefan++ schrieb:> Wenn du dir die Pläne anschaust könnte man die Adernpaare auch> vertauschen
das stimmt, diese kann über die entsprechenden Jumper eingestellt
werden.
Stefan++ schrieb:> Er liefert die 48 Volt auf den Adernpaaren für einen PoE-Teilnehmer.
in diesem Fall liefert er ab -48V in Bezug auf GND, oder? Muss einfach
nur die Differenz zwischen negativer und positiver Spannung 48V
entsprechen und dann kann ich entweder +48V und GND oder -48V und GND
über die Adernpaare übertragen? Das hab ich noch nicht verstanden.
Hallo,
du solltest dir vielleicht auch mal das Design eines PD (powerd device)
bzw. PoE-Teilnehmers anschauen, dann wird Vieles viel schneller klarer.
z.B.
http://pdfserv.maximintegrated.com/en/an/AN4940.pdf
Du siehst Links im Plan sofort nach den RJ45 Stecker die
Graetz-Schaltungen für mode A und B und beide Polaritäten und dann
Rechts den "Trafo" für die Potentialtrennung und und ...
Gruss Stefan
Εrnst B✶ schrieb:> Als Denkanstoß:> Die Schaltung darf nicht das Rauchen anfangen, nur weil jemand ein> CrossOver-Kabel aus der Kiste gezogen hat.
Warum? War doch ganz klar ein Anwenderfehler! ;) Aber Spaß beiseite...
Es gibt extra Buchsen mit Übertragern, die dir das Problem der galv.
Trennung abnehmen. Name ist Magjack oder ähnliches. Bauform gibts in
allen Varianten (mit Mittelabgriff, alle/weniger Leitungen/Paare etc).
Da muss man sich dann das passende für seine Schaltung und Anwendung
suchen.
Nach der galv. Trennung gibt es kein GND mehr sondern nur deine Spannung
zwischen den beiden Leitungen. Wie schon richtig geschrieben wird dann
per Brückenschaltung (und ebenfalls vorgeschalteten Trafo) am Teilnehmer
die Spannung wieder passend gepolt.
Sonst evtl. nochmal die APPNotes lesen:
http://www.ti.com/lit/an/snoa464b/snoa464b.pdf oder
http://www.national.com/apnotes/Ethernet.html
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