Würfelschaltplan verstehen + Werkzeug für Schaltpläne

Gast #2235074
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Hallo Experten,

ich habe zwei Fragen, zum Schaltplan [2] eines Würfels, der mit dem 
ATtiny realisiert wurde [1]:

1.) Mit welchem Programm werden solche Schaltpläne angefertigt?

2.) Wie kann man jede der sechs LEDs für die Ziffern auf dem Würfel 
einzeln ansprechen? (Warum gibt es eigentlich 7 LEDs?)

Gruß,
mythbu

-----

[1] http://brownsofa.org/blog/archives/50
[2] http://brownsofa.org/blog/wp-content/uploads/2010/02/schematic.png
Gast #2235114
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man malt sich jede würfelseite einmal auf und schreibt sich auf welcher 
punkt dargstellt ist.
dann kann man sehen, dass in der regel immer bestimmte punkte zusammen 
dargestellt sind.
daraus kann man dann "logisch"(und/oder) folgern, dass man eigentlich 
weniger pins braucht, weil ja einige punkte nur in kombination 
auftreten.

z.b die beiden punkte der zwei sind bei der:
2,3,4,5,6 enthalten

der punkt der eins nur bei:
1,3,5

usw.

daraus kann man sich halt diesen zusammenhang bauen.
#2235181
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Fahrradlampenbauer schrieb:
> Lies einfach mal den Wikipedia-Artikel
> http://en.wikipedia.org/wiki/Charlieplexing. Die dortige Erklärung ist
> nicht schlecht.

Aber leider falsch.
Die richtige Erklärung findet man in der Maxim Application Note AN1880:

http://pdfserv.maxim-ic.com/en/an/AN1880.pdf

Daraus geht auch hervor, warum man Charlieplexing nicht mit normalen 
MC-Ausgängen realisieren kann. Jeder Pin muß in einer Richtung 
Spannungsquelle, aber in der anderen Richtung eine Konstantstromquelle 
sein.
Es geht also nur mit speziellen ICs, z.B. MAX6951

Beim Charlieplexing kann man wie beim üblichen 8*8 Multiplex (z.B. 
MAX7219) 8 LEDs gleichzeitig leuchten lassen. Die Intensität und 
Spitzenströme sind also die gleichen.

Allerdings steht den eingesparten 7 Pins ein deutlich komplizierteres 
Layout gegenüber. Daher wird diese Schaltung nur selten verwendet.


Peter
#2235505
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RainerK schrieb:
> Mit Widerständen funktioniert Charlieplexing bei jedem Standard-µC.

Du hast also die AN1880 entweder nicht gelesen oder nicht verstanden.

Abgesehen davon, daß ein MC keine 400mA Ausgänge hat, d.h. die 
Helligkeit nur für wenige Low-Current LEDs reicht. Ein 64 LED 
Charlieplexing geht dann bestenfalls nur bei Neumond.

Im obigen Beispiel lohnt sich das überhaupt nicht, es werden 4 IO-Pins 
benötigt. 4 Pins reichen aber schon bei paralleler Ansteuerung des 
Würfels, die Einsparung ist also exakt Null. Nur die Software wird 
umständlicher.


Peter
#2235516
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Für die ganz begriffsstutzigen hier nochmal ausführlich:

1 o   o 2
3 o o o 4
5 o   o 6
    7

1 - 7
2 - 2 5          oder 1 6
3 - 2 5 7        oder 1 6 7
4 - 2 5 1 6
5 - 2 5 1 6 7
6 - 2 5 1 6 3 4

wie man sieht kann man
1, 6; 2, 5 und 3,4 gleichtzeitig schalten (--> Parallelschaltung)

zusammen mit 7 macht das 4 benötigte Ausgänge

-->

1 o   o 2
3 o o o 3
2 o   o 1
    4
Gast #2235537
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Peter Dannegger schrieb:
> Du hast also die AN1880 entweder nicht gelesen oder nicht verstanden.
>
> Abgesehen davon, daß ein MC keine 400mA Ausgänge hat, d.h. die
> Helligkeit nur für wenige Low-Current LEDs reicht. Ein 64 LED
> Charlieplexing geht dann bestenfalls nur bei Neumond.

Das Beispiel des TO war hier gefragt. Ob ich irgendetwas von Deiner 
Bibel AN1880 nicht gelesen oder nicht verstanden habe, ist genauso OT 
wie Dein Abheben auf 400mA und 64Bit.

Es grüßt RainerK
#2235655
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RainerK schrieb:
> Das Beispiel des TO war hier gefragt. Ob ich irgendetwas von Deiner
> Bibel AN1880 nicht gelesen oder nicht verstanden habe, ist genauso OT
> wie Dein Abheben auf 400mA und 64Bit.

Es wurde auf einen Wikiartikel verwiesen und ich wollte nur klarstellen, 
daß dieser Artikel falsch ist, wie man beim Lesen der Originaldokumente 
von Maxim leicht erkennen kann.

Ich denke wohl, es steht außer Frage, ob irgendein Wikiartikel richtig 
ist oder die Originaldokumente des Erfinders und Herstellers des 
Charlieplexing.
Wiki ist oft hilfreich, aber nicht fehlerfrei. Daher sei mir die 
Richtigstellung und der Verweis auf die Originalquellen gestattet.

Es ist immer angeraten, die Informationen aus dem Wiki mit anderen 
Quellen zu verifizieren.


Peter
Gast #2235695
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Hallo,

vielen Dank für die vielen, vielen Antworten und die ausführliche 
Erklärung von vlad_tepesch!

Ich habe es selbst gerade mit zwei LEDs an zwei Ausgängen probiert (ist 
zwar völlig Witzlos, aber für die Theorie interessant). Es hat sogar 
funktioniert. Ich gehe einfach mal davon aus, dass es einer LED nicht 
schadet, wenn sie gegen den "Strom" gesetzt wird ...

Nur noch zwei Fragen:

* Oben wurde erwähnt, dass man nicht (unendlich) viele LEDs an einen 
Mikrocontroller hängen kann, weil der Ausgang beschränkt ist. Gibt es 
denn Bedenken bei 7-10 LEDs? Oder brauche ich da auch schon eine 
Sonnenfinsternis?

* Wie bekomme ich raus, welchen Wiederstand ich davor setzen muss (für 
mich als Neuling sehr interessant)?

Gruß,
mythbu

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