Hallo zusammen,
ich habe seit langer Zeit mal wieder mein Oszi rausgeholt, welches mir
stets treue Dienste geleistet hat. Leider scheint es nicht mehr richtig
zu starten.
Sonst leuchteten alle Leuchten beim starten kurz auf. Dies bleibt nun
leider aus. Ab und an leuchten allerdings die Lampen von CH1 und CH2
(ist aber nur alle 10 Startversuche mal der Fall).
Beim Starten erklang sonst kurz ein kleiner Quäker. Auch dies passiert
nun nur noch sporadisch.
Wenn das Gerät betriebsbereit war, konnte man die Tasten drücken und der
Quäker meldete sich als akustische Rückmeldung. Dies ist nun auch nur
bei ca. jedem 10ten Startversuch der Fall.
Direkt nach dem Einschalten leuchtet die komplette Bildröhre. Dies war
auch früher der Fall. Nach einer zeit leuchtet nur ganz links senkrecht
eine linie. (evtl. Zeilentrafo defekt, oder Spannungskaskade? - Passt
aber nicht dazu, dass die Bildröhre am Anfang komplett grün aufleuchtet)
Auf den Bild "img_1525" sieht man einen Akku (3,6V-100mAh), dieser hat
noch 0,1 Volt. Ich denke, der ist nur zum Speichern der Einstellungen
des Oszis und sollte nicht notwendig sein für ein funktionierendes
Gerät. (Oder?)
Alle Elkos sehen gut aus (nichts ausgelaufen und keiner aufgebläht).
Alle Karten habe ich auch mal abgezogen und erneut gesteckt. Und den
Stecker der Bildröhre habe ich mal gezogen und wieder gesteckt.
Hat jemand evtl. eine Idee was man überprüfen könnte, oder hat
vielleicht jemand ein Schaltplan?
Ich hänge sehr an diesem Gerät, ich habe es günstig als Student (vor ca.
8 Jahren) bekommen und gerne damit gearbeitet.
Für konstuktive Hilfe bedanke ich mich jetzt schon :-)
Beste Grüße
Bratensosse
Eine grundlegende Fehlersuche beginnt immer bei der Stromversorgung.
Hast Du das schon gemacht?
Überprüfe die Spannung an den Testpunkten die im Bild IMG_1525.JPG
ersichtlich sind. Besser ist es jedoch, ab dem Netzspannungseingang die
Spannungen und Leitungswege zu prüfen.
Mach das mal als erstes...
Bratensosse schrieb:> Auf den Bild "img_1525" sieht man einen Akku (3,6V-100mAh), dieser hat> noch 0,1 Volt. Ich denke, der ist nur zum Speichern der Einstellungen> des Oszis und sollte nicht notwendig sein für ein funktionierendes> Gerät.
Nimm ihn bitte mal raus. Du könntest ihn entweder durch was ähnliches
ersetzen oder durch einen Goldcap, dann hält der Speicher wenigstens ein
paar Tage. Es kann aber gut sein, das der defekte Akku die Versorgung
eines Static RAM in den Keller zieht, also raus damit. Du könntest
probieren, ihn ausserhalb des Gerätes nochmal zu laden...
> [..] Akku [..] 0,1 Volt. Ich denke, der ist nur zum Speichern der> Einstellungen des Oszis und sollte nicht notwendig sein für ein> funktionierendes Gerät. (Oder?)
Ähnliche(tm) Geräte[0] verabschieden sich bei korrumpiertem SRAM
ziemlich ähnlich zu dem von Dir beschriebenen Verhalten. Da hilft dann
nur Zurücksetzen. Wie das bei Deinem Gerät geht steht hoffentlich im
(Service)Handbuch oder bei Gugl [1].
[0] hat Siemens für Gould gebaut oder andersrum?
[1] bei meinem - von Gould - isses 'Hold All' beim Einschalten so lange
gedrückt halten, bis er von selbst neu startet
Hallo,
vielen Dank für die wertvollen Tipps!
Die Spannungen wie sie auf dem Bild zu sehen sind, habe ich überprüft.
Diese weichen gut ein paar 100mV ab. Da ich allerdings mit einem 20€
Schätzeisen messe, sollte das OK sein.
Den Akku habe ich ausgelötet und versuche ihn extern zu laden. Auch mit
ausgebautem Akku zeitgt das Oszi das selbe Fehlerbild. An den
Lötanschlüssen der Platine sind 4,5V zu messen.
Des Weiteren habe ich die Anleitung rausgeholt. Dort steht, wie schon
hier angesprochen, dass mit der "Hold all" Taste im Zusammenhang des
Powerschalters das Gerät auf Werkeinstellungen zurückgesetzt werden
kann. Leider ändert auch dies nichts an der Fuunktionalität des Gerätes.
Ich hoffe der Ein oder Andere hat noch ein guten Tipp für mich.
Beste Grüße
Bratensosse
> dass mit der "Hold all" Taste im Zusammenhang des> Powerschalters das Gerät auf Werkeinstellungen zurückgesetzt werden> kann.
Nur der Vollständigkeit halber: Hast Du lange genug gewartet? Bei meinem
hat das afair gut 10 oder 20 Sekunden gedauert.
Ansonsten: Hat das Gerät gesockelte Eproms? Sitzen die richtig(tm)?
Inhalt verloren (-> mit einem Lesegerät bei Unterspannung mehrfach
auslesen und Inhalt auf Plausibilität prüfen (z.B. untereinander oder
mit einem 'Referenzdump', der bei höherer Spannung gemacht wurde,
vergleichen))?
Bratensosse schrieb:> Auf den Bild "img_1525" sieht man einen Akku (3,6V-100mAh), dieser hat> noch 0,1 Volt. Ich denke, der ist nur zum Speichern der Einstellungen> des Oszis und sollte nicht notwendig sein für ein funktionierendes> Gerät. (Oder?)
Solche Akkus zur Versorgung von Uhr und BIOS-Einstellungen haben auch
bei PCs für reichlich Ärger gesorgt. Da sie ständig geladen werden,
solange das Instrument am Strom hängt, sind sie nach einigen Jahren
völlig vertrocknet und dann passieren beim Booten völlig unerwartete
Fehler.
Wenn du ihn ganz rauswirfst, wirst du wohl bei jedem Einschalten Datum
und Uhrzeit und evtl. noch ein paar andere Werte eingeben müssen, und
deshalb iat es ratsam sie durch NiMH-Akkus zu ersetzen. Platz genug ist
ja vorhanden.
Hallo,
g457 schrieb:> Nur der Vollständigkeit halber: Hast Du lange genug gewartet? Bei meinem> hat das afair gut 10 oder 20 Sekunden gedauert.
ich habe sogar ca. 2 Minuten gewartet.
Dann habe ich mit einem potentialfreien Netzteil 4V an den Anschlüssen
des Akkus auf der Leiterplatte angelegt und nochmals den Reset
durchgeführt. Dabei hat das Oszi im 5 Sekunden Takt gepiept.
Wenn man es jetzt startet dann piep es zwei mal kurz hintereinader, aber
starten tut es leider immer noch nicht :-(
g457 schrieb:>> dass mit der "Hold all" Taste im Zusammenhang des>> Powerschalters das Gerät auf Werkeinstellungen zurückgesetzt werden>> kann.>> Nur der Vollständigkeit halber: Hast Du lange genug gewartet? Bei meinem> hat das afair gut 10 oder 20 Sekunden gedauert.>> Ansonsten: Hat das Gerät gesockelte Eproms? Sitzen die richtig(tm)?> Inhalt verloren (-> mit einem Lesegerät bei Unterspannung mehrfach> auslesen und Inhalt auf Plausibilität prüfen (z.B. untereinander oder> mit einem 'Referenzdump', der bei höherer Spannung gemacht wurde,> vergleichen))?
Leider habe ich nicht die Möglichkeit die EPROMS auszulesen.
Allerdings sitzen sie noch sehr fest im Sockel :-)
Hallo,
Die 2 EPROMS, welche gestockelt sind, habe ich mal rausgehebelt und
erneut eingesetzt.
Leider ändert sich das Fehlerbild immer noch nicht :-(
Nach einem erneuten reset des Gerätes leuchteten nach dem starten alle
Lampen an der frontseite von ch1 und ch2. Aber das war ein einmaliges
Ereignis :-(
Kann man die Röhre irgendwie kontrollieren? Vielleicht will mir das oszi
auf dem Bildschirm irgend was sagen?
Viel kann man ja nicht über das Gerät finden. Wie alt ist es denn?
Leider habe ich die Erfahrung gemacht, das zu 'flüchtig' gebrannte
EPROMs vom Ende 80er und Anfang der 90er Jahre mittlerweile anfangen,
Bits zu kippen.
Es wäre also schön, wenn jemand mit einem Gould oder so einem Siemens
mal die EPROMs auslesen und veröffentlichen würde, damit man mal einen
Satz neue machen kann.
Bratensosse schrieb:> Wie alt das gerät IST kann ich nicht genau sagen. Aber hinten ist> Aufkleber: "Made in WEST Germany" :-)
Zu dumm. Das ist dann aus der Pionierzeit der EPROMs und da haben die
Leute genauso gedacht wie dieser sinnige Poster hier:
> schmeiss weg das teil und kauf dir ein rigol oder tek dso
bzw. hatten keine Erfahrung mit Langzeitstabilität der Programmspeicher.
Nach nunmehr 20-25 Jahren zeigt sich, das die mit dem ganz doofen 50ms
Algorithmus gebrannten EPROMs die stabilsten sind, viele der mit
'intelligenten' Strategien gebrannten verlieren langsam die Daten.
Hallo,
ich hänge mich hier mal mit rein, da ich ein nahezu baugleiches Oszi des
Herstellers Gould besitze. Leider zeigt sich bei meinem Exemplar genau
das gleiche Fehlerbild. Der CRT bleibt nach dem Einschalten dunkel. Und
nach ein paar Sekunden leuchten nur ein paar LEDs des Bedienteils.
Wieso nicht mal den CPU suchen, einen Logikanalysator organisieren und
die Daten auf de Daten/Addressbus mitschneiden? So findet man idR.
relativ schnell das Problem auch ohne Doku, falls es ein Digitalproblem
ist.
Die Versorgungsspannungen zu kontrollieren ist auch nicht so
kompliziert.
Rüdiger schrieb:> Hast Du in der Zwischenzeit mal beim Siemens- Archiv nach> Unterlagen> angefragt, damit mal das Fischen im Trüben aufhört?>> MfG.>> Rüdiger
Jup, da habe ich nachgefragt, allerdings noch keine Antwort bekommen.
Markus B. schrieb:> Hallo,> ich hänge mich hier mal mit rein, da ich ein nahezu baugleiches Oszi des> Herstellers Gould besitze. Leider zeigt sich bei meinem Exemplar genau> das gleiche Fehlerbild. Der CRT bleibt nach dem Einschalten dunkel. Und> nach ein paar Sekunden leuchten nur ein paar LEDs des Bedienteils.
Hast du zufällig auch nur ein grünen Strich an der linken Seite?
Oder hast du die Möglichkeit (wie bereits geschrieben) die EPROMS
auszulesen?
Banane schrieb:> Wieso nicht mal den CPU suchen, einen Logikanalysator organisieren> und> die Daten auf de Daten/Addressbus mitschneiden? So findet man idR.> relativ schnell das Problem auch ohne Doku, falls es ein Digitalproblem> ist.>> Die Versorgungsspannungen zu kontrollieren ist auch nicht so> kompliziert.
Die CPU habe ich gefunden, ist ein 68000er. Leider habe ich auch hier
nicht die Möglichkeit an den adressbus zu gelangen.
Die versorgungsspannungen habe ich bereits kontrolliert. Scheint in
Ordnung zu sein.
Vielen Dank für die vielen Rückmeldungen. Hätte eigentlich mehr
Kommentare wie von "ALex" erwartet ;-)
Tut mir Leid, aber ich habe keine Möglichkeit die EPROMS auszulesen.
Und den von dir beschriebenen seitlichen Strich auf dem Bildschirm habe
ich bei meinem Gerät nicht.
Bratensosse schrieb:> Jup, da habe ich nachgefragt, allerdings noch keine Antwort bekommen.
Kann eine ganze Weile dauern.
Ich drück Dir auf jeden Fall die Daumen, dass Du es vielleicht auch ohne
Doku wieder zum laufen bringst.
MfG.
Rüdiger
Markus B. schrieb:> Tut mir Leid, aber ich habe keine Möglichkeit die EPROMS auszulesen.> Und den von dir beschriebenen seitlichen Strich auf dem Bildschirm habe> ich bei meinem Gerät nicht.
Ist dein Akku (3.7 v 100mah) bei dir noch ok?
Markus B. schrieb:> Tut mir Leid, aber ich habe keine Möglichkeit die EPROMS auszulesen.
Hilft ja auch nichts, weil du ähnliche Probleme wie der TE hast, da
liegt der Verdacht nahe, das man vom Regen in die Traufe kommt.
Ich würde euch gerne helfen, kann auch EPROMs lesen und schreiben, aber
natürlich habe ich keine passenden Originale.
@Markus: Wie alt ist denn dein Gerät?
Erich schrieb:> Das Servicemanual zu den Gould DSO findet sich hier ... oder hier> (GOOGLE: gould dso service manual --- mein Gott ist das kompliziert)>> http://www.schematicsunlimited.com/g/gould> http://elektrotanya.com/gould_400_sm.pdf/download.html>> Der Inhalt der Eprom befindet sich (angeblich) hier> http://www.eserviceinfo.com/index.php?what=search2&searchstring=gould%28dso%29475> (GOOGLE: gould dso Eprom --- ein Wahnsinn wie komplziert Google ist)>> Allerdings kann ich hier in Fa. die .rar nicht laden, das wird mir hier> als "schädliche Seite abgewiesen).>> Gruss
Wirklich sehr freundlich von dir, und auch dass du dir die Mühe gemacht
hast die Links für uns herauszusuchen. Du schreibst dass das Suchen via
Google für dich sehr kompliziert war...das tut mir Leid. Für mich war es
das jedenfalls nicht, alls ich es dir gleich getan habe. Es war sogar
sehr einfach. Und dann habe ich auch noch gleich bemerkt, dass keines
der Service Manuals, welches man so finden kann, zu meinem Gould DSO
4062 passt. Keine Ahnung warum es für dich sooooo schwer war mal genau
auf die Typbezeichnungen zu achten.
Tut mir Leid, aber das musste jetzt sein. Derartigen Sarkasmus, wie du
in hier an den Tag legst ist wirklich nicht angebracht. Du glaubst doch
nicht im Ernst, dass der TE und ich hier Stunden vor unseren PCs sitzen
und nicht in der Lage sind google mit entsprechenden Suchbegriffen zu
füttern.
Trotzdem danke dass du uns helfen möchtest. Aber lass uns das bitte im
weiteren Verlauf ohne Sarkasmus und mit mehr Ernsthaftigkeit tun. Danke.
Markus B. schrieb:> Tut mir Leid, aber das musste jetzt sein. Derartigen Sarkasmus, wie du> in hier an den Tag legst ist wirklich nicht angebracht. Du glaubst doch> nicht im Ernst, dass der TE und ich hier Stunden vor unseren PCs sitzen> und nicht in der Lage sind google mit entsprechenden Suchbegriffen zu> füttern.
Absolute Zustimmung.
Aber: Rege Dich nicht auf. Es sind hier zunehmend Leute unterwegs, die
Fragen nicht verstehen, aber dennoch antworten müssen. Das ist eben
so: Oberflächlichkeit, Geltungsdrang....
SCNR
Das Oszilloskop kenne ich nicht, aber "defekt nach längerer Standzeit",
kann auf defekte Elkos hinweisen. Ein einfaches Messen der Spannungshöhe
ist nicht ausreichend. Durch erhöhtem Innenwiderstand kann es beim
Starten zu Spannungseinbrüchen kommen, die den Prozessor "abstürzen"
lassen. Fehlende Taktung hätte ähnliche Effekte.
MfG
Hallo,
ich melde mich nochmal zu Wort. Habe nun mit einem anderen Oszi die
Spannungen des Netzteil vermessen. Siehe Bilder! Gemessen wurde -5.4V,
-19.7V, +24V und +5V. CH1 ist die DC Spannung und CH2 die AC-Spannung.
Ich denke das sieht noch relativ gut aus.
Sobald ich auf der Platine die Masse gefunden habe, werde ich mal die
Spannungen an den Testpunkten messen.
Dann werde ich mal gucken, ob der 68000 einen Takt hat. Den Pin vom CLK
sollte man ja im Datenblatt finden. Ich werde mich mal melden, wenn ich
soweit bin
Grüße
Bratensosse
So!
Die Versorgungsspannungen auf der Platine (Testpins) sehen auch ganz gut
aus.
Der CLK des 68000 läuft mit 10MHz. Das scheint auch ok zu sein.
Habe mir dann mal ein EPROM angesehen (D27C2001D-15). An Pin 17(OC3) und
18(OC4) sehen die Signale etwas komisch aus, wie ich finde!
Ich muss allerdings sagen, dass ich etwas zu jung bin für diese EPROMS
:-) vielleicht kann ein alter Hasee sagen, was er davon hält.
Von den Signalformen her auf korrekten Programmablauf schliessen ist
schwierig, sofern das wirklich ein Digitalproblem ist.
Ich hab das immer so gemacht: Logikanalysator an Address und Datenbus
und dann mit viel Post-store auf den Resetvektor/Startaddresse auf
Addressbus triggern (beim 6800 ist das FFFF/FFFE IIRC, keine Ahnung was
das beim 68k ist, lässt sich aber sicher herausfinden) Wenn alles gut
läuft, triggert die Kiste pro Einschaltvorgang nur einmal. Haste ein
Problem, triggert die Kiste mehrmals, da sich der CPU idR resetet, wenn
er Müll/(invalid Instruction) auf dem Datenbus kriegt
Hallo Bratensosse.
Ich habe bei meinem Gould 4062 mal die Clock des MC68000 genauer
angeschaut.
Bilder sind angehängt. Bei einer Zeitbasis von 1ms/div ist ein Rechteck
mit
ca. 300Hz zu erkennen. Geht man auf eine Zeitbasis von 50ns/div sieht
man ein Rechteck mit 10MHz.
Es stellt sich mir jetzt die Frage ob das ein Messfehler ist, oder ob
Tatsächlich hier ein Rechteck mit 300Hz überlagert ist. Und wenn ja, ob
das so sein soll, oder hier ein Fehler in der Clock Generierung
vorliegt.
Könntest du das bitte bei deinem Siemens mal gegenprüfen?
Vielen Dank!
Banane schrieb:> Von den Signalformen her auf korrekten Programmablauf schliessen ist> schwierig, sofern das wirklich ein Digitalproblem ist.
Was man schliessen kann, ist, ob die CPU schnell in einer Endlosschleife
(das ist ja das übliche 'Abstürzen') hängen bleibt und dabei auf nichts
mehr reagiert. Interessant sind dabei vor allen Dingen die höherwertigen
Adressleitungen wie A12-A15, an denen man auch evtl. periodische
Interrupts ausmachen könnte, bzw. je nach Architektur sowas wie
Tastendrücke.
Man kann das Programm zwar nicht live verfolgen, aber schon in groben
Zügen sehen, ab da munteres Treiben mit viel Abwechslung (gut) oder
kurze immer wieder gleiche Sequenzen (schlecht) zu sehen sind.
Ohne Schaltplan wissen wir natürlich nicht, ob und wie Gould und Siemens
z.B. Interrupts des 68k benutzen.
Interessant sind aber FC0-FC2 der CPU. FC2 bspw. signalisiert User Mode
(FC2 low) bzw. Supervisor Mode (FC2 high).
Holt euch mal (wenn nicht schon längst geschehen) das Datenblatt für das
alte Motorola Schlachtschiff - ist sowieso ne prima CPU und hat in
meinem alten Mac beste Dienste geleistet.
Hallo,
ich habe mir vorhin mal den Resetpin des 68000 angesehen, der ist stabil
auf 5V. Also von aussen wird kein reset hervorgerufen.
Dann habe ich mir nochmal das Datenblatt vom EPROM angesehen. Die
Ergebnisse sind angehängt. Eigentlich müsste doch das EPROM vom 68000
ausgelesen werden und in den RAM transferiert werden. Dann sollte das
EPROM keine Aufgabe mehr haben.
Auf dem angehängten Oszibild ist aber der OE (OutputEnable) und der CE
(ChipEnable) ständig aktiv. Vergleicht man das mit dem Timingdiagramm,
werden die Daten entsprechend ausgelesen.
Kann das schon ein indiz für ein ständigen reset des 68000 sein?
Matthias Sch. schrieb:> Interessant sind dabei vor allen Dingen die höherwertigen> Adressleitungen wie A12-A15, an denen man auch evtl. periodische> Interrupts ausmachen könnte, bzw. je nach Architektur sowas wie> Tastendrücke.> Man kann das Programm zwar nicht live verfolgen, aber schon in groben> Zügen sehen, ab da munteres Treiben mit viel Abwechslung (gut) oder> kurze immer wieder gleiche Sequenzen (schlecht) zu sehen sind.
Warum ist das schlecht, wenn gleiche sequenzen zu sehen sind, ich denke
das EPROM wird nur beim booten einmal ausgelesen, oder?
Matthias Sch. schrieb:> Interessant sind aber FC0-FC2 der CPU. FC2 bspw. signalisiert User Mode> (FC2 low) bzw. Supervisor Mode (FC2 high).> Holt euch mal (wenn nicht schon längst geschehen) das Datenblatt für das> alte Motorola Schlachtschiff
Das werde ich mal überprüfen. :-)
Bratensosse schrieb:> Eigentlich müsste doch das EPROM vom 68000> ausgelesen werden und in den RAM transferiert werden.
Nein, das war nicht üblich. Die EPROMs werden direkt abgearbeitet, wie
bei allen damals üblichen Systemen. Erst wenn die Busgeschwindigkeit die
Zugriffszeit des EPROMs überschreitet, braucht man solche Tricks und das
ist bei 10Mhz CPU Takt nicht nötig. Vermutlich hat das Gerät auch nur
sehr wenig freien RAM, in den das Programm gar nicht passen würde.
Bratensosse schrieb:> Warum ist das schlecht, wenn gleiche sequenzen zu sehen sind
Das ist ein Zeichen dafür, das die CPU in einer kurzen Schleife hängt
und keine Tasks abarbeitet und weite Sprünge oder Interrupts nicht
behandelt.
Da sich 'Bratensosse' nicht angemeldet hat und bei mir ein baugleiches
Gerät im Keller vergammelt, an das er mich erinnert hat, werfe ich es
demnächst in den Container vom Wertstoffhof.
Bratensosse schrieb:> Das werde ich mal überprüfen. :-)
FC2 ist logisch 1 -> Also der Superviser-Mode.
Jetzt muss ich nur verstehen, das das bedeutet. Man, ich hätte damals im
Studium besser aufpassen sollen, als wir mit dem 68000 gespielt haben
gg
> Eigentlich müsste doch das EPROM vom 68000 ausgelesen werden und in den> RAM transferiert werden.
Bei meinem (ein Gould 6000 mit mc68340) werden die Eproms nur in den
Adressraum eingeblendet. Dafür könnte man dann da recht einfach
erkennen, ob er sich eingefroren hat oder nicht - im ersteren Fall führt
meiner nämlich sowas wie [0] 'rjump -1' aus, und zwar in Fällen wie
- Ramtest fehltgeschlagen
- SRAM-Prüfsumme falsch
- EEPROM-Prüfsumme falsch
- Eprom-Prüfusmme falsch
- Kommunikationsfehler mit den diveres anderen ICs
..könnte man ja mal einen LA dranhängen und zusehen. Achja und meines
gibt im Fehlerfall menschenlesbare Fehlermeldungen aus, vermutlich über
eine UART, jedoch hab ich damals nicht weiter nach ebendieser gesucht
(die herausgeführte RS423 isses leider nicht, wär ja auch zu einfach..).
HTH
[0] nein, ich such jetzt nicht den richtigen OpCode raus
Habe mich nun mal angemeldet, ist immer so anstrengend das PW
einzutippen.
D. V. schrieb:> Da sich 'Bratensosse' nicht angemeldet hat und bei mir ein baugleiches> Gerät im Keller vergammelt, an das er mich erinnert hat, werfe ich es> demnächst in den Container vom Wertstoffhof.
Das wäre doch viel zu schade!
Markus B. schrieb:> Hallo Bratensosse.>> Ich habe bei meinem Gould 4062 mal die Clock des MC68000 genauer> angeschaut.> Bilder sind angehängt. Bei einer Zeitbasis von 1ms/div ist ein Rechteck> mit> ca. 300Hz zu erkennen. Geht man auf eine Zeitbasis von 50ns/div sieht> man ein Rechteck mit 10MHz.>> Es stellt sich mir jetzt die Frage ob das ein Messfehler ist, oder ob> Tatsächlich hier ein Rechteck mit 300Hz überlagert ist. Und wenn ja, ob> das so sein soll, oder hier ein Fehler in der Clock Generierung> vorliegt.>> Könntest du das bitte bei deinem Siemens mal gegenprüfen?> Vielen Dank!
Hallo Markus,
lustiger weise habe ich das selbe Phänomen. Erlären kann ich es mir noch
nicht. Mein erster Gedanke war, dass sich evtl die Abtastrate vom Oszi
ändert. Woher hast du denn die Masse genommen? bisher habe ich sie vom
Gehäuse. Aber vielleicht sollte man mal ein MassePunkt anlöten.
Jürgen B. schrieb:> Woher hast du denn die Masse genommen? bisher habe ich sie vom> Gehäuse. Aber vielleicht sollte man mal ein MassePunkt anlöten.
Macht keinen Unterschied. Habe die Messung mit Masse vom Gehäuse und
Masse von Massepin an benachbartem IC gemacht.
Jürgen B. schrieb:> Mein erster Gedanke war, dass sich evtl die Abtastrate vom Oszi> ändert.
Hmmm...Das ist sogar sehr naheliegend. Ich meine mich zu erinnern, dass
mein mein Scope auch NICHT auf das "scheinbar" vorhandene 300Hz Signal
triggern konnte. Wahrscheinlich schaltet das Scope also wirklich, wegen
zu geringem Speicher auf eine kleinere Abtastrate um.
Markus B. schrieb:> Hmmm...Das ist sogar sehr naheliegend. Ich meine mich zu erinnern, dass> mein mein Scope auch NICHT auf das "scheinbar" vorhandene 300Hz Signal> triggern konnte. Wahrscheinlich schaltet das Scope also wirklich, wegen> zu geringem Speicher auf eine kleinere Abtastrate um.
So war es bei mir auch. Richtig Triggern konnte das das Oszi nicht.
So langsam gehen mir echt die Ideen aus, was man noch machen könnte. :-(
Weißt du zufällt wie der System-Reset bei diesen Geräten funktioniert?
Ich meine mal bei einem Gould DSO 400 im Manual gelesen zu haben, dass
man beim Einschalten "hold all" und "Plot" gleichzeitig gedrückt halten
muss.
Ist das bei unseren Geräten so auch? Hast du da ne Info zu?
Meines reagiert darauf zumindest nicht.
Ich habe für das Siemens Gerät die Bedienungsanleitung hier:
"Drücken sie die Taste hold all. Lassen sie die Taste gedrückt und
schalten sie das Gerät mit der Taste Power ein. "
Das kann aber so 20 Sekunden dauern.
Bei mir piepste es alle 5 Sekunden.
Jürgen B. schrieb:> So langsam gehen mir echt die Ideen aus, was man noch machen könnte. :-(
Nimm doch mal Kontakt zu Mazze auf und frage ihn, ob er nicht die CPU
Platine auf die Reise schicken könnte.
D. V. schrieb:> Da sich 'Bratensosse' nicht angemeldet hat und bei mir ein baugleiches> Gerät im Keller vergammelt, an das er mich erinnert hat, werfe ich es> demnächst in den Container vom Wertstoffhof.
Das ganze Gerät wird viel zu schwer, aber eine einzelne Platine sollte
doch klappen. Schicke ihm einen Karton mit Freiporto, wo die Platine
reinpasst, damits einfach ist.
Matthias Sch. schrieb:> Nimm doch mal Kontakt zu Mazze auf und frage ihn, ob er nicht die CPU> Platine auf die Reise schicken könnte.
Habe ihn diesbezüglich schon per PM kontaktiert. Warte noch auf Antwort.
Sicherlich ist es eine gute Alternative nur die CPU Platine zu
verschicken, wenn der Versand des gesamten Geräts zu aufwändig wird.
Markus B. schrieb:> Habe ihn diesbezüglich schon per PM kontaktiert. Warte noch auf Antwort.> Sicherlich ist es eine gute Alternative nur die CPU Platine zu> verschicken, wenn der Versand des gesamten Geräts zu aufwändig wird.
Habe ihn auch schon kontaktiert :-)
Hallo,
ich hatte an dem Oszi SIEMENS OSILLAR D1034 das gleiche Verhalten, Akku Varta 3,6V 100mAh defekt, nach dem Tausch durch einen neuen und Reset beim Einschalten funktionierte das Oszi wieder. Ohne Akku lauft es nicht hoch.
Vielleicht hilft das ja noch jemanden bei gleichem Fehlerbild.
Viele Grüße
Gerhard